Ist Berlin noch die ›MIETERSTADT‹? Die ›Berliner Mischung‹ ist Geschichte. Arm und Reich driften in Berlin immer weiter auseinander. Arme Menschen sind zunehmend an den Stadtrand gedrängt. Das belegt eine exklusive Datenerhebung der Arbeitsagentur für rbb24-Recherche (09.02.): Tausende Hartz-IV-Bezieher:innen mussten aus dem Stadtkern an den Rand ziehen. Das setzt oft eine Abwärtsspirale in Gang. Im Verwaltungsdeutsch heißen die betroffenen Gebiete außerhalb des S-Bahn-Rings »Gebiete mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf«, mehr als 30 davon gibt es in Berlin. In fünf Gebieten liegt die Kinderarmut seit Jahren deutlich über 60 Prozent, zum Teil über 70 Prozent. Der soziale Abwärtstrend begann mit der Privatisierung der einst städtischen Wohnungen im Jahr 2004. »Für ’nen Appel und ’n Ei « wurden sie damals fast ›verschenkt‹. Von da an gingen ganze Hochhaussiedlungen von Hand zu Hand, wurden mehrfach weiterverkauft, saniert wurde kaum. Bis sie seit 2019 teilweise REKOMMUNALISIERT werden – zum fünffachen Preis/ plus. Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften müssen dabei nun nicht nur den hohen Kaufpreis verkraften, sondern sollen auch in Ordnung bringen, was die Privaten spekulativ unterlassen haben.
Früher sei sozialer Wohnungsbau in der Innenstadt die Normalität gewesen, erklärt Soziologie-Professor Marcel Helbig vom Wissenschaftszentrum für Soziale Forschung Berlin. Viele dieser Wohnungen seien aber inzwischen aus der Mietpreisbindung gefallen. »Jetzt haben wir eine soziale Spaltung«, kritisiert der Soziologe. Manche sammeln halt millionenteure Eigentumswohnungen wie Briefmarken, andere wissen nicht, wie sie über den Tag kommen sollen. »Die Spaltung verläuft zwischen Geimpften und Ungeimpften!« DAS will uns das verrohte Bürgertum dagegen einreden.
Die beiden Fotos entstanden in Schöneberg. Nach dem Abriss werden Eigentumswohnungen »Am Winterfeldt« gebaut. Die dringend benötigten Luxuswohnungen: »UNVERWECHSELBARER CHARME & PURE LEBENSFREUDE« – Das verheißt der »erfahrene Immobilienentwickler für hochwertigen Wohnraum«.
BETONGOLD.


Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. So schlimm kann es doch gar nicht sein, wenn man in Berlin für schlappe vier Millionen Euro eine Villa erwerben kann. Herr Spahn wird das sicher bestätigen können.
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