Sei du selbst. Alle anderen sind bereits vergeben.
— Oscar Wilde
Dies ist der erste Beitrag in meinem neuen Blog. Ich beginne gerade erst mit dem Bloggen; bleibt also dran, es folgen bald weitere Beiträge. Melde dich unten an, um eine Benachrichtigung zu erhalten, wenn ich etwas Neues poste
Tagesausflug mit dem Reisebus nach ZIELONA GÓRA (Grünberg) in der Województwo lubuskie (Woiwodschaft Lebus/ 12.09.). Grünberg zählt mehr als 140.000 Einwohner und ist außer Gorzów Wielkopolski (Landsberg an der Warthe) eine der beiden Hauptstädte der Wojewodschaft. Die älteste urkundliche Erwähnung des lokalen Weinbaus stammt aus dem Jahr 1314. Seitdem hat der Weinbau nie aufgehört, ein wichtiger Teil der Identität der Stadt zu sein. Rund um Zielona Góra erlebt der Weinbau heute wieder eine neue Blüte, der Klimaerwärmung sei Dank. In Zielona Góra gibt es eine Bacchus-Route mit kleinen Bronze-Figuren, die an die Weintradition der Stadt erinnern.
»WINOBRANIE«, das traditionelle Weinfest von Zielona Góra, zählt zu den größten Volksfesten der Region. Es findet jedes Jahr in den ersten beiden Septemberwochen statt. Dann bieten fast 50 lokale Winzer ihre hervorragenden Weine an: einheimischen Riesling, Solaris- oder Regent-Weine. August GREMPLER, Friedrich Förster und Carl Häusler gründeten 1826 in Grünberg die erste Sektkellerei Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kellerei als »Lubuska Wytwórnia Win« (Lebuser Weinbrennerei) bekannt. Den berühmten Grempler-Sekt gibt es wieder. »Na zdrowie!«. Die am besten erhaltene Weinkellerei befindet sich auf dem heutigen »Vinny Hill«. Sie wurde 1818 erbaut und ist Teil des Palmenhauses in Zielona Góra. Ein bunter Umzug mit Bacchus an der Spitze geht auf das Jahr 1852 zurück.
Über ZIELONA GÓRA postete ich hier bereits am 25.07.2025.
Maryla Rodowicz (eigentlich Maria Antonina Rodowicz, *08.12.1945 in Zielona Góra) feierte in den 1970er- und 80er-Jahren große Erfolge im ehemaligen Ostblock. Sie galt auch nach der politischen Wende 1989 in Polen als die ›Stimme des polnischen Volkes‹. Ihr größter Erfolg war das Lied »Małgośka« (in der deutschen Version: Marja) Anfang der 1970er-Jahre, welches im Jahre 2000 in Polen zum populärsten Lied des 20. Jahrhunderts gewählt wurde. Der Text dieses Liedes stammt von der polnischen Dichterin und Liedtexterin Agnieszka Osiecka (1936−1997). Das Lied »Kolorowe jarmarki« war 1977 in der UdSSR ein Hit. Bis heute zählt Maryla Rodowicz zu den populärsten polnischen Sängerinnen. Bacchus Marcin Wiśniewski.
Endspurt im Berliner Wahlkampf. Der endet am kommenden Samstag, 19. September.
Im September 2021 hatten fast 60 Prozent der Berliner:innen dem Volksentscheid »Deutsche Wohnen & Co enteignen« ihre Zustimmung gegeben. Seit dem ist nichts passiert. Einzelkandidat »Bester Mann«, Jan Mihm, ist Influencer und Skilehrer. Und wohl Katzenfreund. Dazwischen gemogelt. Firmenwerbung. Kein Einzelfall. Der Märchenerzähler: »Ja, wenn der Senator erzählt. […] Aber dann 48 − Währungsreform/ Da stand der Senator/ Wie jeder von uns da, mit vierzig Mark auf der Hand/ […]« (Franz-Josef Degenhardt, 1970).
Ein Wahlplakat der Berliner AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker missbraucht den langjährigen Regierenden Bürgermeister von Westberlin, den Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger WILLY BRANDT. Das Großplakat in der Anmutung von Mount Rushmore zeigt außer Willy Brandt und Kristin Brinker zwei weitere Personen. Doch wer sind diese ›großen Berliner‹?
Dazu ein Zitat aus dem sehr lesenswerten Buch »Nein sagen« von Matthias Brandt, dem Sohn des SPD-Politikers. Zitiert nach dem Tagesspiegel/ CHECKPOINT vom 02.09.):
»Bei der Landtagswahl in Brandenburg im Jahr 2019 plakatierte die AfD ein Bild meines Vaters mitsamt seinem Slogan von 1969, ›Mehr Demokratie wagen‹, und nahm ihn damit, so absurd das auch klingen mag, für sich in Anspruch. […] Sprachlosigkeit war meine erste Reaktion auf das, was hier zu sehen war. Dann wurde ich wütend und dachte: Wer mit Hass operiert und nationale Überlegen- heitsfantasien aufwärmt, wer sich mit autoritären Regimen gemein macht, sollte sich besser überlegen, welche Vorbilder er sich auswählt. Denn eines weiß ich: Mein Vater stand für alles, wogegen diese Partei steht. Ausgerechnet von der AfD instru- mentalisiert zu werden, ist das Letzte, was er verdient hat.«
Mit dem DDR-Moped Simson zieht die AfD tausende Anhänger auf ihre Kundgebungen. Das Kultgefährt »SCHWALBE« weckt im Osten Erinnerungen und Identität. Bevor SIMSON Ost-Kult wurde, gehörte Simson einer jüdischen Familie. Die Brüder Löb und Moses Simson bauten 1856 in Suhl ein Unternehmen auf. Die Familie wurde 1933 entschädigungslos enteignet; 1936 gelang der Familie Simson die Flucht. Später emigrierte sie in die USA. Dass Politiker der AfD heute den Namen Simson für ihre Veranstaltungen nutzen, passt den Nachfahren der Familie in den USA nicht. Mit Drohungen gegen Einwanderer, Menschen anderer Hautfarbe und sexuelle Minderheiten wolle die Familie nichts zu tun haben.
Wahlen in Berlin am 20. September. Diesmal dürfen auch 16-jährige (neu) auch das Landesparlament (Abgeordnetenhaus/ AGH) mitwählen. »Geh Wahl Du Opfer!« plakatiert DIe PARTEI. Der Wahlkampf ist auf den Straßen angekommen. Im Land des plakativen Lächelns. Und der »MARKTKONFORMEN DEMOKRATIE« (Angela Merkel).
Mit wenigen Worten und einer klaren Bildsprache muss das Plakat zusammenfassen, wofür eine Partei oder eine Kandidatin steht. Ja, wofür? Die ersten Wahlplakate dokumentiere ich in dieser Bilderstrecke.
Alles im Tran. Berlin vermüllt und verwahrlost zunehmend. Der Wahlkampf wird richtig dreckig. Der Platzhirsch. Es grüßt die Vergangenheit. Auf Gerhard Seyfrieds Wahlplakaten für Hans-Christian Ströbele (1939−2022) hing der Kreuzberger Himmel voller Luftballons. Sie trugen das AL-Zeichen, den kampfeslustigen Igel. Den hat wohl der Mähroboter erwischt. Die »Bürgermeisterin«. Die SPD will endlich mal in die Regierung, menno. »Der Regierende«: Alder, isch schwör` dir! Der Unscheinbare. Klimaanpassung? Verkehrswende? Hitzeschutzpläne? Transformation? No Future! Die Abstauberin. Deutschland ist für die USA nicht (mehr) wichtig. Die Stelle des Botschafters ist seit 2024 vakant. Alan Meltzer im Rang eines Gesandten-Botschaftsrats ist seit 26. Juli 2024 Geschäftsträger a.i. (ad interim) der US-Vertretung in Deutschland. Vom 17. Februar 2022 bis zu ihrem Rücktritt im Juli 2024 war Amy Gutmann Botschafterin der Vereinigten Staaten in Deutschland. Der Botschafter Caligulas (der 45. & 47.) war Richard Allen Grenell (08.05.2018−02.06.2020). Rente? Jeden Tag Lügen! − Sechzehn Jahre Kohl, sieben Jahre Schröder, sechzehn Jahre Merkel, drei Jahre Ampel (Lindner), seit dem 6. Mai 2025 Merz. − Jeden Tag Lügen. Der Steuer-Anwalt steht gar nicht zur Wahl. No Future? Gesicht zeigen!
»We’re the flowers in the dustbin We’re the poison in your human machine We’re the romance behind the scene We’re the future, your future« SEX PISTOLS, 1977
Kürzlich traf ich CLEMENS SCHITTKO am Bürgeramt 3 in Friedrichshain-Kreuzberg. Ich nutzte die Gelegenheit, sein jüngstes Werk »nur Sex« signieren zu lassen. Dabei entstanden spontan ein paar Fotos.
Clemens Schittko gehört zu den eigenwilligen Stimmen der gegenwärtigen deutschsprachigen Lyrik. Seine Gedichte arbeiten häufig mit Alltagssprache, Wiederholungen, Satzfetzen und vorgefundenen Sprachmustern. Schittko bezeichnet viele seiner Texte als »Anti-Gedichte« – Gedichte also, die sich klassischen Vorstellungen von lyrischer Schönheit und Geschlossenheit ganz bewusst entziehen.
Der 2024 erschienene Gedichtband »nur Sex« versammelt lange, ausufernde Texte, Montagegedichte und ›Ready-mades‹. Provokant. Schittko geht es um die Herrschaftssprache, in der gesellschaftliche Machtverhältnisse, Rollenbilder und Ideologien sichtbar werden. Er öffnet die Augen für das inflationäre ›Framing‹. Das titelgebende Gedicht etwa verdeutlicht stereotype und sexistische Redewendungen und führt sie durch Wiederholung und Übersteigerung vor.
Aus der Wiederholung und Aneinanderreihung entwickeln die Gedichte eine eigene Komik und Schärfe. Seine Methode erinnert an Verfahren der Konzeptkunst: Vorgefundene Sprache wird aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst, neu montiert und dadurch kritisch sichtbar gemacht.
das totale Gedicht
es ist fünf vor zwölf und es ist fünf nach zwölf es ist aber auch zwölf vor fünf und es ist zwölf nach fünf
»Der Dichter der Stunde« (Ambros Waibel, taz); »Der interessanteste noch lebende Lyriker Deutschlands« (Robert Klages, Tagesspiegel).
Beantwortung der 5 W-Fragen
Ich Lyrik zuhause immer keine Ahnung
Kein Quickie. Lust auf mehr? »nur Sex«, Taschenbuch, 177 Seiten, 22,00 Euro, ISBN 978-3-944503-24-0.
Die »WALDSIEDLUNG ZEHLENDORF« entstand zwischen 1926 und 1932 tief im Südwesten Berlins. Bekannt ist sie auch unter dem Namen »Onkel Toms Hütte«. So hieß damals ein nahegelegenes Ausflugslokal und so heißt bis heute der zentrale U-Bahnhof der Linie U3. Am vergangenen Wochenende erhielt das Flächendenkmal den Welterbestatus (25.07.). Es handelt sich jedoch um keinen neuen Eintrag in die UNESCO-Welterbeliste, sondern um eine Erweiterung der bereits 2008 anerkannten Welterbestätte »Siedlungen der Berliner Moderne«. Damit umfasst die Welterbestätte künftig sieben Siedlungen in Berlin: die »Gartenstadt Falkenberg« im Bezirk Treptow-Köpenick (Bohnsdorf, auch »Tuschkastensiedlung«), die Siedlung »Schillerpark« im Bezirk Mitte (Wedding), die »Hufeisensiedlung« im Bezirk Neukölln (Britz), die »Wohnstadt Carl Legien« im Bezirk Pankow (Prenzlauer Berg), die »Weiße Stadt« im Bezirk Reinickendorf, die »Großsiedlung Siemensstadt« zwischen Spandau und Charlottenburg-Wilmersdorf gelegen, und jetzt die »Waldsiedlung«. Die Wohnanlage beidseits der ›Argentinischen Allee‹ im Südwesten der Hauptstadt ist zugleich die flächenmäßig größte der sieben Berliner Welterbe-Siedlungen.
1920 schlioss sich Berlin mit den umliegenden Gemeinden und Städten zu Groß-Berlin zusammen. Über Nacht zählten auf einmal knapp vier Millionen Menschen zur Berliner Bevölkerung. Die wegweisende Wohnanlage entstand als innovative Antwort auf Wohnungsnot, soziale Herausforderungen und unzureichende hygienische Bedingungen in der schnell wachsenden Stadt jener Zeit. Die unter dem Leitmotiv »Licht, Luft und Sonne« errichtete »Waldsiedlung Zehlendorf« gilt als eines der Hauptwerke des Architekten BRUNO TAUT (1880−1938), der sie gemeinsam mit Hugo Häring und Otto Rudolf Salvisberg plante. Die drei Architekten achteten in ihren Entwürfen darauf, den Baumbestand aus Kiefern einzubeziehen. Charakteristisch sind ihre farbigen Fassaden, die enge Ver- bindung von Wohnraum und Natur sowie die großzügigen Grünflächen zwischen Reihen- und Mehrfamilienhäusern. Jede Wohnung verfügt über einen Balkon, eine Loggia oder einen Garten – Ausdruck des von Taut geprägten Konzepts des »Außenwohnraums«. Hinzu kommen die bunten Fassaden − intensive gelbe, blaue, grüne oder bordeauxrote Putze, dreifarbige Fensterrahmen, farben- frohe Eingangstüren. In Berlin erhielt die Wohnanlage deshalb schon bald von Konservativen, Völkischen und Nazis den Spottnamen »PAPAGEIENSIEDLUNG«. Er sollte die Siedlung, ihre Architektur, ihre Planer und die Bewohner als flatterhaft, frivol, promiskuitiv, familien- und ›volksfeindlich‹ diskreditieren. Insgesamt umfasst »Onkel Toms Hütte« mehr als 1.900 Wohnungen, davon etwa 1.100 Geschosswohnungen und 800 Einfamilienhäuser. Platz genug für 15.000 Menschen. Die Wohnflächen der Einfamilienhäuser sind für damalige Verhältnisse großzügig bemessen: 562 von ihnen weisen eine Fläche von 85 Quadratmetern auf, 247 Häuser haben eine Fläche von je 104 Quadratmetern.
Doch die Wohnanlage sollte ihren Bewohnern nicht nur das ländliche Idyll einer Gartenstadt bieten. 1929 erfolgte mit der Eröffnung der U-Bahn-Station ›Onkel Toms Hütte‹ die Verkehrsanbindung an das Zentrum Berlins. Den ursprünglich von Alfred Grenander entworfenen Bahnhof erweiterte Otto Rudolf Salvisberg 1931 bis 1932 durch die markanten Ladenpassagen an den Längsseiten. Das revolutionäre Konzept, ein Einkaufszentrum direkt an einen Bahnhof anzubinden, war damals weltweit einmalig. Durch einen Großbrand im November 2020 wurde mehr als die Hälfte der Geschäfte der Ladenstraße beschädigt, mehrere Läden waren komplett ausgebrannt.
Die ›neue‹ Siedlung ist ›Traditionalisten‹ seit jeher ein Dorn im Auge. Der AfD-Kulturpolitiker und Landtagsabgeordnete aus Sachsen-Anhalt, Hans Thomas Tillschneider, bemüht immer wieder Begriffe aus dem nationalsozialistischen Vokabular. Als er im Herbst 2024 im Magdeburger Landtag das Bauhaus als »Irrweg der Moderne« bezeichnete, griff er ein direktes Zitat des NS-Ideologen Paul Schultze-Naumburg auf. Dessen Buch »Kunst und Rasse« erlangte einen wesentlichen Einfluss auf die Kulturpolitik der National- sozialisten. Hatte Paul Schultze-Naumburg einst das Flachdach als »undeutsch« kritisiert, so folgte Tillschneider der Argumentation zumindest indirekt. Die Ideen des Bauhauses würden »traditionellen und kulturell verankerten Vorstellungen von Wohn- und Lebensräumen« widersprechen. Ein »globaler Einheitsbrei« habe »lokale Identitäten« verdrängt (Quelle: Tagesschau, 06.09.2025).
NOTABENE: ›Gutes Wohnen‹ beinhaltete für die Architekten mehr als bunte Fassaden. Sie wollten für ›einfache‹ Menschen bauen; waren gegen Grund und Boden im Privatbesitz. Deshalb wurde die »Waldsiedlung« in Berlin errichtet. Anfang der 2000er-Jahre wurde die gemeinnützige Eigentümergesellschaft Gehag jedoch privatisiert. Genossenschaftsbesitz ging mehrheitlich an den börsennotierten Investmentkonzern »Deutsche Wohnen (DW)« über. Einfamilienhäuser an Ärzte und Anwälte.
HINWEIS: In der Zeit vom 27.−30. August begeht die Waldsiedlung ihr 100. Bestehen. Und lädt zu einem Festival. Höhepunkt und Abschluss bildet das WELTERBEFEST rund um den U-Bahnhof am Sonntag, 30.08., ab 10:00 Uhr. Tolles Programm! Fahr‘ mal hin!
Im heißen Sommer begeistert die mediterrane Küche. In der Küche des ›Castel Montecroce‹ zaubert CUOCO DONATO wunderbare Vorspeisen.
›Antipasto Misto Piccolo‹, hier mit in Salz eingelegten Sardinen (rechts oben), einer Spezialität. IL FARO heißen die feinen sizilianischen Sardellenfilets in evo-Öl. Das Wort evo (oder e.v.o.) steht für Extra Virgin Olive Oil. Es ist also ein Akronym, das auf diese wertvollste Olivenöl Herstellung hinweist.
Sie kam wie Hunderttausende zum Feiern mit ihrem Kind in die deutsche Hauptstadt und starb bei dem islamistischen Terror- anschlag! Bei dem Todesopfer vom Berliner CSD handelt es sich um eine Mutter (65) aus Warschau (Polen). Die erwachsene Tochter hat überlebt und wird stationär behandelt.
»miłość zw you żyć − Ich liebe dich, Leben«.
Diese polnischen Worte standen auf einem Schild am mutmaßlichen Sterbeort.
Im Tiergarten gibt es an den Anschlagsorten temporäre Gedenkstätten. So auch am Brandenburger Tor. Während dort das ›Business as usual‹ weitergeht. In der Nacht von Montag auf Dienstag gab es Brandanschläge auf die im Tiergarten abgelegten Schilder und Blumen.
GEDENKEN FÜR VERSTORBENE POLIN IN WARSCHAU
Święto równości i miłości zostało brutalnie przerwane, co boleśnie przypomina, jak wiele wyzwań wciąż stoi przed nami. Ein Fest der Gleichberechtigung und der Liebe wurde brutal unterbrochen. Das führt uns schmerzhaft vor Augen, wie viel noch zu tun bleibt.
Bądźmy myślami z każdym i każdą, kto w jakimkolwiek miejscu na świecie spotyka się z hejtem, nienawiścią i przemocą ze względu na to, kim jest. Bądźmy w tym czasie razem. Pokażmy, że nie damy się zastraszyć i nie przestaniemy walczyć o równość oraz świat wolny od uprzedzeń. Twoja obecność ma znaczenie. Unsere Gedanken sind bei all jenen, die überall auf der Welt aufgrund ihrer Identität mit Hass, Anfeindungen und Gewalt konfrontiert werden. Lasst uns in dieser schweren Zeit zusammenstehen und zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen, sondern weiterhin für Gleich- berechtigung und eine Welt ohne Vorurteile kämpfen. Eure Unterstützung zählt.
»Mamo, niech twoje dziecko zawsze czuje twoją miłość«, lautet eine Botschaft. Das ist Polnisch und bedeutet: »Mama, möge dein Kind immer deine Liebe spüren«.
Vielleicht ist es Zeit, an den Ursprung des CSD zu erinnern: Die ›Stonewall Riots 1969‹ waren ein Aufstand gegen gewalttätige, homophobe Razzien der Polizei in New York. So ändern sich die Zeiten. Die Berliner Polizei hat auch bei diesem Christopher Street Day bewundernswerte Arbeit geleistet.
»Michelle, ma belle« sangen die Beatles 1965. »Michelle, ma belle/ Sont des mots qui vont très bien ensemble/ Très bien ensemble«. Ich traf Michelle am vergangenen Freitag beim Berliner Drag*March (24.07.).
»Liebe Genderbender, Drag-Kings, Queens und In-Betweens!« So wurden die gut 200 Teilnehmenden begrüßt, die sich am frühen Freitagabend am Eingang zum U-Bahnhof ›Bundestag‹ für den ersten Drag*March in der Geschichte Berlins versammelt hatten (24.07.). Davon waren nur zirka zwanzig als Drag gekleidet – die meisten als Queen, eine Handvoll Kings. So genannte ›Dragqueens‹ sind Männer, die oft im Rahmen von künstlerischen Performances Weiblichkeit darstellen oder parodieren, bei ›Dragkings‹ ist es umgekehrt. Auffällig viele Pressefotografen begleiteten die Veranstaltung. Nach meiner Einschätzung etwa dreißig Medienvertreter. Der Berliner Marsch knüpft an die Tradition des New Yorker Drag*March an. Begründet wurde der Drag*March in New York City im Jahr 1994 als Protest-Demo, weil Drags, Lederkerle und Masotierchen damals vom offiziellen Pride ausgeschlossen wurden. Organisiert wurde der glitzernde Protestmarsch vom Berliner CSD eV, Travestie für Deutschland und dem »Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz«.
Die Demonstration für Sichtbarkeit, Vielfalt, Demokratie und Solidarität führte zum Brandenburger Tor und stand unter dem Motto: »Haltung ist Hot – Segen statt Hetze!« Gerade in einer Zeit, in der Drag-Künstler:innen und schwule Sichtbarkeit zunehmend Zielscheibe von Anfeindungen und politischen Debatten werden, wollten die Veranstalter ein positives Zeichen setzen. Dabei war der Marsch bewusst kurzgehalten und nur gut einen Kilometer lang. Grund dafür: die Stöckelschuhe. »TRANSOPHONIX«, die queere Blaskapelle der Herzen, führte den Marsch an.
Queeres Leben ist in Israel möglich.
Das CSD-Wochenende begann mit dem zeitgleichen Drag*- und Dyke*March und mit Ikkimel. Zum Quickie mit Ikki am Branden- burger Tor. Freude und ausgelassene Stimmung am Samstag bei der Pride-Parade. Kurz vor 22:00 Uhr. Harter Schnitt. Bruch.