LULU

An den letzten beiden Gültigkeitstagen zelebrierte ich das 9-Euro-Ticket nochmals in vollen Zügen. Am vergangenen Dienstag
ging es nach LUDWIGSLUST (Mecklenburg Vorpommern, 30.08.). Die frühere Residenzstadt liegt 35 Kilometer südlich der Landes-
hauptstadt Schwerin an der Bahnlinie Berlin–Hamburg. Ludwigslust ist als Fernbahnhof ein wichtiger Umsteigepunkt für
die Züge aus und nach Hamburg.

Die Stadt wurde von Herzog Christian Ludwig II. 1747–56 angelegt und erhielt aufgrund ihrer in Norddeutschland einzigartigen barocken Schlossanlage den Beinamen »Versailles des Nordens«. Das Namengebende einfache Jagdschloss bildete die Keimzelle für den Ausbau zu einem prächtigen barocken Residenzschloss. In dieser Zeit wuchs auch die zugehörige Residenzstadt von Mecklenburg-Schwerin. Ludwigslust wurde, wie für die Barockzeit typisch, auf dem Reißbrett mit schnurgeraden breiten Symmetrie- und Sichtachsen geplant. Die Altstadt wurde dann zunehmend im Stil des Klassizismus errichtet. Ab 1809 wurde auch privates Bauen erlaubt. Die endgültige Verlegung des Hofes begann 1763 und war 1765 abgeschlossen, die Regierungsbehörden waren jedoch in Schwerin verblieben. Danach setzte in der Hauptresidenz rege Bautätigkeit ein. Um das Schloss herum entstanden Funktionsgebäude und Häuser für das Personal. Der SCHLOSSPARK wurde als Barockgarten französischer Prägung angelegt und mit Alleen, Skulpturen und Springbrunnen verziert. Er ist einer der größten Landschaftsparks Norddeutschlands. Der Große Kanal (Ludwigsluster Kanal) von 1760 leitet das Wasser zu der KASKADE an der Hofseite des Schlosses. Die Hofkirche (heute STADTKIRCHE) liegt gegenüber dem Schloss. Auch wenn Ludwigslust nur eine kleine Stadt ist, ist sie doch sehr weitläufig.

1837 verlegte Herzog Paul Friedrich die Residenz des inzwischen zum Großherzogtum erhobenen Landesteils zurück nach Schwerin.

In der Zeit von 1837 bis 1992 war Ludwigslust GARNISONSSTADT, was sich auch baulich niederschlug. 1838 der Mecklenburg-Schweriner Dragoner. Am 1. Mai 1945 machten die britischen Streitkräfte das Schloss Ludwigslust zu ihrem Hauptquartier
(7th Armoured Division, 8th Infantry Division & 82nd Airborne Division/ 82. US-Luftlandedivision). Dort kapitulierte am 2. Mai 1945
Kurt von Tippelskirch, stellvertretender Oberkommandierender der ›Heeresgruppe Weichsel‹ der deutschen Wehrmacht.
Danach waren in Ludwigslust Pioniere und eine Mot-Schützen-Division der Westgruppe der Sowjetischen Streitkräfte stationiert.

Nachdem der Ostflügel des Schlosses bereits fast komplett saniert ist, wird derzeit der Westflügel restauriert. Die Arbeiten werden voraussichtlich noch bis 2024 andauern.
Die neugotische katholische Backsteinkirche »St. Helena und Andreas« (rechts) wurde 1803–1809 erbaut.

Hinterlasse einen Kommentar