Christen haben bei einer ökumenischen KARFREITAGSPROZESSION in Berlin-Mitte an aktuelle Krisen und Katastrophen weltweit erinnert (07.04.). Der griechisch-orthodoxe Geistliche Emmanuel von Christoupolis, Erzbischof Heiner Koch, Bischof Christian Stäblein und Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein trugen dabei ein großes grünes Kreuz durch die Straßen (von links). Von der St. Marienkirche beim Neptunbrunnen führte der Weg am Berliner Dom vorbei über die Straße ›Unter den Linden‹ zur Neuen Wache. Inhaltlich widmete sich die Prozession in diesem Jahr den Opfern des Erdbebens in der Türkei und in Syrien, den unterdrückten Frauen im Iran, den Kriegsopfern in der Ukraine und allen, deren Leben durch den Klimawandel bedroht ist. An den vier Stationen wurden hierzu kurze Nachrichtentexte verlesen. Am Bebelplatz sprachen die Geistlichen den Segen.

Die Berliner Karfreitagsprozession veranstaltet die Evangelische Kirche seit 2010 in Erinnerung an den Leidensweg Christi, inzwischen als ökumenische Prozession, nur unterbrochen durch DIE SEUCHE. Die Prozession läuft schweigend ab, begleitet lediglich durch Paukenschläge. Ein grünes Kreuz wird mitgeführt, das drei Meter hoch und etwa einen Zentner schwer ist.

Weniger als ein Viertel der Berliner Einwohner gehört noch einer der beiden großen christlichen Kirchen an. Von den rund 3,8 Millionen Berliner:innen waren im Dezember 2021 13,4 % evangelisch, 7,8 % katholisch und 78,8 % gehörten anderen Konfessionen und Glaubensgemeinschaften an oder waren konfessionslos. Die drittgrößte Gruppe bilden Menschen muslimischen Glaubens
mit geschätzten 10 Prozent, gefolgt von Angehörigen jüdischen Glaubens. Diese machen mit zirka 9.500 organisierten Gläubigen
0,25 Prozent der Bevölkerung aus. Eine Vielzahl kleinerer Religionsgemeinschaften ergänzt das religiöse Leben in Berlin.