
So ändern sich die Zeiten! Das Begrüßungsgeld ›Ost‹ in Höhe von 100 Euro lobten Bankster aus.
Das Begrüßungsgeld ›West‹ war nach dem ›Mauerbau‹ 1970 eingeführt worden. Bei Einreise in die Bundesrepublik erhielten Bürger:innen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) sowie Deutschstämmige aus der Volksrepublik Polen zunächst 30 DM. Im Jahr 1988 wurde die Summe auf 100 DM erhöht. Für die Abwicklung waren Auszahlungsstellen bei den Stadt- und Gemeindeverwaltungen zuständig. Bis nach dem Mauerfall Hunderttausende Ostdeutsche die Unterstützungsleistung in Anspruch nehmen – auf einmal.
Ein paar Tage nach der Maueröffnung im November 1989 hatten sich bereits drei Millionen Menschen das Begrüßungsgeld auszahlen lassen, zum Jahresende fast jeder der über 16 Millionen DDR-Bürgerr:innen. Schätzungen zufolge wurden rund vier Milliarden DM ausgezahlt, bis das Begrüßungsgeld am 29. Dezember 1989 eingestellt wurde.
Die ›Beschenkten‹ setzten das ›Westgeld‹ zügig um – sie stürmten die Unterhaltungselektronikabteilungen der Kaufhäuser, Videoläden und Supermärkte. Dort ›räumten sie die Regale leer‹ und ließen nur noch, wie »Der SPIEGEL« damals herablassend schrieb, »die Kohlköpfe liegen«. Wie die jetzt in den Osten Angelockten wohl ihre Boni verheizen?