ACTION FÜR ALLE

Der »Feuerwehr-Erlebnistag« als zentraler Tag der offenen Tür der Berliner Feuerwehr lockte mit einem spannenden Programm rund um das Thema Feuerwehr. Nach einer vierjährigen Pause hatte die Berliner Feuerwehr wieder einen Publikumstag mit Vorführungen und Informationen veranstaltet (09.07.). Ungeachtet der hohen Temperaturen von mehr als 32 Grad Celsius nutzten am Sonntag vor allem viele Familien die Chance, einen Blick hinter die Kulissen der segensreichen Organisation zu werfen. Erstmals fand der Publikumstag der Berliner Feuerwehr auf dem Gelände am ehemaligen Flughafen Tegel statt. Dort entsteht die Feuerwehr-Akademie. Die Buslinie 109 verkehrte alle fünf Minuten ab U- und S-Bahnhof Jungfernheide in Richtung »Urban Tech Republic«.

Der Tag stand unter dem Motto »Anfassen und Mitmachen«. Vorgestellt wurden zahlreiche Spezial-Fahrzeuge der Feuerwehr, und auch ein riesiges Flugfeld-Löschfahrzeug. Bei Einsatzvorführungen beeindruckten die Rettungskräfte mit Ihrer Professionalität und ihrem Können.

Nach einer 13-monatigen Erprobungszeit und knapp 1.400 Einsätzen steht jetzt fest, dass ein Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug mit Elektroantrieb (eHLF) fester Bestandteil des Fuhrparks der Berliner Feuerwehr wird. Seit September 2020 gehört das elektrisch angetriebene Löschfahrzeug – ein Prototyp – zur Fahrzeugflotte und wurde vom 1. Februar 2021 bis zum 28. Februar 2022 im täglichen Betrieb erprobt. Dabei legte das eHLF ungefähr 14.000 Kilometer zurück. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um das weltweit erste Exemplar, welches bei einer Feuerwehr in den Einsatz ging. Die Berliner Feuerwehr hat ein überwiegend positives Fazit gezogen.
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DAUERAUSNAHMEZUSTAND

Schlechte Nachrichten anlässlich der Vorstellung der Jahresbilanz der Berliner Feuerwehr am heutigen Montag: Trotz Dauerkrise
im Berliner Rettungsdienst, neuem Rekord der Einsatzzahl und der Forderung des Landesrechnungshofs nach 1.000 weiteren Planstellen, will Schwarz-Rot nur wenige neue Posten schaffen. Dabei hatte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) vor
der Wahlwiederholung eine bessere Ausstattung der Feuerwehr versprochen.

Nach Tagesspiegel-Informationen soll die Feuerwehr für den Doppelhaushalt 2024/ 25 als Mehrbedarf 700 Stellen angemeldet haben (09.07.). Der Haushaltsentwurf, den der Senat am Dienstag beschließt, soll aber nur ein Plus von knapp 70 Stellen vorsehen. Kommentar der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG): »Damit löst sich die 2022 gestartete Ausbildungsoffensive in Luft auf. 500 Nachwuchskräfte pro Jahr kann die Feuerwehr damit gar nicht aufnehmen.« Und große Kohorten der Babyboomer gehen
in Rente. So viel zum Thema ›Fachkräftemangel‹.

Der Ausnahmezustand, 2022 fast täglich ausgerufen, ist zurück. Die Gründe: Die Hilfsorganisationen melden ihre Rettungswagen wegen Personalmangel häufiger ab, die Zahl an Notrufen und Einsätzen bleibt aber hoch – und es kommen stetig neue hinzu. Denn
die Kassenärztliche Vereinigung (KV) vermittelt seit Ende Januar für Patienten keine Krankentransporte mehr. Laut DFeuG werden deshalb diese Fälle nun zu Notfällen deklariert. Die Feuerwehr MUSS einspringen. Im Vergleich der ersten Halbjahre 2022 und 2023 stieg die Zahl der Einsätze für medizinische Notfälle auf das Doppelte, für Nottransporte aufs Vierfache, für dringende Nottransporte um zwei Drittel. Die Zahl aller von der KV zur Feuerwehr übergebenen Fälle stieg um 80 Prozent.

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