
Der BAUMKUCHEN wurde nicht in Salzwedel erfunden! Das älteste überlieferte deutschsprachige Rezept zum Baumkuchen stammt aus dem Jahr 1450. Über die Jahrhunderte hinweg wurde es um moderne Zutaten, wie die Schokoladenglasur, erweitert. Die heutige klassische Rezeptur entstand aber Anfang des 18. Jahrhunderts in Salzwedel. Der »SALZWEDELER BAUMKUCHEN« ist seit 2010 durch das EU-Gütezeichen »geschützte geografische Angabe (ggA)« eine Marke. Das gilt in Deutschland für etwa 50 regionale Spezialitäten. Gewiss ist, dass der Kuchen zu der Familie der europäischen Spießkuchen gehört. In verschiedenen Kulturen gibt es ähnliche Rezepte, wie zum Beispiel der »Slowakische trdelník«. Der traditionelle Baumkuchen ist ein wahres Kunstwerk und wird wegen seiner aufwendigen und damit teuren Herstellungsweise immer seltener gebacken.

Ein echter Baumkuchen wird schichtweise an einer sich drehenden Walze gebacken. Früher geschah das über Holzfeuer, heute gibt es dafür speziell konstruierte Backapparate, die elektrisch oder mit Gas betrieben werden. Die Teigmasse wird in circa 10 bis 20 einzelnen Schichten aufgetragen, meist durch einen Tauchvorgang, und schichtweise gebacken. Die Kunst beim Backen des traditionellen Kuchens besteht darin, dass eine gleichmäßige Schichtung gelingt, die ihm die typische Optik verleiht und an die Jahresringe eines Baumes erinnert.
Durch eine besondere Technik beim Auftragen der einzelnen Teigschichten (Formung etwa mit einem Holzkamm) erhält der Kuchen eine wellenförmige Kontur, es bilden sich Ringe. Nach Entfernen des Spießes kann die Kuchenrolle in Portionen geschnitten werden, dabei sind ein bis zu fünf Ringe üblich. Diese erhalten eine Glasur oder Kuvertüre aus Schokolade. Die lange Backzeit macht den Baumkuchen sehr haltbar Das gilt jedoch nur für den Rohling, denn eine Glasur kann die Haltbarkeit unter Umständen stark verkürzen, da sie Feuchtigkeit anzieht.
Salzwedeler Baumkuchen wird nicht wie eine Torte senkrecht in Stücke zerteilt. Man schneidet die delikaten Kuchenstücke in Form von kleinen Halbmonden vom Ring ab. Dann sind die so genannten Jahresringe gut zu erkennen.


