Mit dem Deutschlandticket in die fünfte Altmärkische Hansestadt SALZWEDEL (Sachsen-Anhalt) gefahren (11.07.). Die Kleinstadt gilt als die Hochburg des »besten« Baumkuchens und als FACHWERKSTADT mit einem gut erhaltenem mittelalterlichem Stadtkern. Mehr als 50 Brücken und Stege über die Kanäle des Flüsschens JEETZE brachten Salzwedel den Ruf von Klein-Venedig ein.

Salzwedel existierte seit der Gründung als Doppelstadt an der einstigen Salzstraße. Eine nahe der Burg entstandene Siedlung wurde 1233 erstmals erwähnt und schon wenige Jahre später, ab 1247, die ›Neue Stadt‹ nordöstlich der ›Alten Stadt‹ gegründet. Beide Städte existierten jahrhundertelang in einem spannungsreichen Wechselverhältnis als selbstständige Gemeinwesen nebeneinander. Jede mit eigenem Rathaus, eigenem Gericht und eigener Pfarrkirche. Erst 1713 erfolgte die Vereinigung von ›Alter Stadt‹ und ›Neuer Stadt‹. 1263 wurde die Doppelstadt Mitglied der Hanse. Zweieinhalb Jahrhunderte – von 1263 bis 1518 – währte die bedeutendste Zeit Salzwedels, in der Handwerk und Handel ihre Blütezeit erlebten, Reichtum und Wohlstand ihren sichtbaren Ausdruck in der Architektur fanden. So verfügten beide Teile der Stadt, in deren Mauern Anfang des 16. Jahrhunderts etwa 9 000 Einwohner lebten, über zehn Stadttore. Noch heute beeindrucken die im Stil der norddeutschen Backsteingotik errichteten Pfarrkirchen St. Marien der ›Alten Stadt‹ und St. Katharinen der ›Neuen Stadt‹. Ebenso das ehemalige Rathaus, zuvor das Kaufhaus der Gewandschneider.


Über die schiffbare Jeetze gelangten Salz, Bier, und vor allem Tuchwaren zur Elbe und weiter bis nach Hamburg und Lübeck. Bier war im Mittelalter ein begehrtes Handelsgut. In Salzwedel wurde mit dem Wasser der Jeetze gebraut. Weil die Abwässer ungeklärt in den Fluß gelangten, wurde – so die Legende – vor den Brautagen lauthals gewarnt: »Allen wird bekannt gemacht, daß keiner in die Jeetze kackt; denn morgen wird gebraut«. Dieser launige Spruch steht auf einem kleinen Schild am »Puparsch-Bier-Brunnen«, einer hölzernen Wasserstelle am Eingang zum Burggarten. Die Touristen freut es.









Lieber Christoph, es hat geklappt. Nun kann ich in Ruhe Bilder und Kommentare genießen. Der Eindruck von Salzwedel ist schon sehr positiv und einladend. Bis bald. LG Marion
LikeLike
Man wundert sich, dass trotz zweier Weltkriege so viele schöne Sachen übrig geblieben sind!
LikeLike
Im letzten Kriegsjahr kam es doch zu massiven Kampfhandlungen. Im Februar 1945 griffen amerikanische Jagdbomber den Bahnhof in Salzwedel an, der dabei völlig zerstört wurde. Es starben bei dem Angriff etwa 300 Flüchtlinge (Frauen und Kinder, alte Menschen). Ja, in der ehemaligen TäTäRä haben sich doch viele urbane Ensemles erhalten – quasi im Dornröschenschlaf überdauert.
LikeLike