BRUCHSAL

Bruchsal liegt an der Badischen Spargelstraße und beherbergt den größten Spargelmarkt Europas. Ferner befindet sich in Bruchsal die Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg. Sie ist für die Aus- und Fortbildung der Feuerwehrangehörigen sowie der Helfer des Katastrophenschutzes zuständig.

Der Zweite Weltkrieg traf Bruchsal besonders hart. Die Innenstadt wurde bei dem amerikanischen Luftangriff am 1. März 1945
zu 90 Prozent zerstört, darunter ein großer Teil des Schlosses. Sein Wiederaufbau gilt bis heute als außerordentliche Leistung. Einen krönenden Abschluss bildete 2017 die Rekonstruktion der Beletage, wie sie seit dem 18. Jahrhundert bis zur Zerstörung 1945 bestand.

Den verheerenden Luftangriff hatte die bedeutendste Kirche der Stadt überstanden: die von 1742 bis 1744 nach Plänen
von Balthasar Neumann errichtete Pfarrkirche St. Peter mit Grablege der letzten Fürstbischöfe von Speyer. Sie ist ein barocker Zentralbau mit Doppelturmfassade und beherrscht einen Hügel am südlichen Stadtrand. 

Das SCHLOSS BRUCHSAL war die Residenz der Fürstbischöfe von Speyer (1720–1803). Es zählt zu den prächtigsten barocken Residenzen in Deutschland. Nach mehrfachen Planänderungen wurde das zentrale Treppenhaus durch BALTHASAR NEUMANN errichtet, der seit 1731 die Bauleitung übernommen hatte. Es gilt als eine der gelungensten barocken Treppenanlagen, als »die Krone aller Treppenhäuser des Barockstils«.

Während des Bombenangriffs am 1. März 1945 wurde die Schlossanlage von dem durch das Bombardement ausgelösten Feuersturm nahezu vollständig zerstört. Auf Bruchsal wurden fast 50.000 Stabbrandbomben abgeworfen. Die Substanz des Treppenhauses überdauerte aber im Gegensatz zur Kuppel weitgehend die Zerstörungen.

Der Wiederaufbau sollte fast 70 Jahre dauern. Der Innenausbau stellte hierbei die größte Herausforderung dar. Man rekonstruierte die Wand- und Deckendekorationen. Kuppel-, Fürsten- und Marmorsaal erhielten ihre farbenprächtigen Fresken und vergoldeten Stuckaturen zurück. 1975 wurde das Schloss wiedereröffnet. Die Wiederherstellung der Fresken im Erdgeschoss, der Außenanlagen und des Gartens dauerte noch bis 1996. Ein Schloss – zwei Museen: heute beherbergt das Schloss das ›Deutsche Musikautomaten Museum‹ und das ›Städtische Museum der Stadt Bruchsal‹. Alle beide gehören zum Badischen Landesmuseum Karlsruhe.
DAMIANSTOR.

Der AMALIENBRUNNEN mit Schnecken als Wasserspeiern wird im Volksmund auch »Schneckenbrunnen« genannt. Der 1912 errichtete Brunnen erinnert an die aus Hessen-Darmstadt stammende Amalie von Baden (1754–1832), die von 1806 bis zu ihrem Tod im Bruchsaler Schloss lebte. Er steht vor dem Kanzleibau, dem heutigen Amtsgericht, gegenüber vom Haupteingang des Schlosses. 

In Bruchsal befindet sich die JUSTIZVOLLZUGSANSTALT, die im badischen Revolutionsjahr 1848 nach dem Vorbild des englischen Gefängnisses in Pentonville fertiggestellt wurde. Eine architektonische Leistung ist die renovierte Anstaltskirche in der Kuppel
des Zentralbaus (1989). Das »Café Achteck« bietet einen ernsten Gegensatz zur unweit gelegenen ehemaligen Barockresidenz
der Bischöfe von Speyer.

Das BELVEDERE am Stadtgarten. Es wurde 1756 im chinesischen Stil als fürstbischöfliches Schießhaus für die vom Hofstaat veranstalteten Schützenfeste erbaut.

Der SCHLACHTHOF wurde 1908 erbaut. Der für den Betrieb notwendige Strom wurde innerhalb der Anlage selbst hergestellt. 1984 wurde der Schlachthof aus Rentabilitätsgründen zunächst verpachtet und 1992 schließlich stillgelegt. Das im Jugendstil errichtete Gebäude steht unter Denkmalschutz. Seit Juli 2012 befindet sich der »Bruchsaler Tafelladen« im Schlachthof – der Staat hatte 2005 die Armut privatisiert.

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