LUXUS

Es ist teuer, arm zu sein. Armut kostet Lebenszeit. Politik und Medien verteidigen verbissen die Privilegien der Reichen und Schönen. Und wir reden hier von ›richtig‹ Reichen, also ›STINKREICHEN‹. Nein, keine Neiddebatte. Zum Nachdenken! Und zum Mitschunkeln. Fakten, Fakten, Fakten.

ERDERWÄRMUNG BEGÜNSTIGT ARMUT

Der Mensch trägt durch den Ausstoß von Treibhausgasen zur globalen Erwärmung bei. Dabei steht Deutschland als eine der größten Volkswirtschaften weltweit an siebter Stelle. Unser Land hat nach Angaben des Bundesumweltministeriums seit Beginn der Industrialisierung fast fünf Prozent der Erderwärmung verursacht – und Das, obwohl der deutsche Anteil an der Weltbevölkerung heute nur etwa ein Prozent ausmacht. Vor allem bei den Pro-Kopf-CO₂-Emissionen schneidet Deutschland schlecht ab: Sie sind pro Jahr etwa doppelt so hoch wie der internationale Durchschnitt. 

Der Sektor Verkehr ist der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen in Deutschland – und ein Bereich mit hohem Einsparpotenzial. Im Jahr 2016 überstiegen die Gesamtemissionen des Verkehrssektors die Werte von 1990. Rund 96 Prozent der Emissionen werden im Straßenverkehr verursacht. So stößt ein Auto mit einem durchschnittlichen Benzinverbrauch von fünf Litern auf 100 Kilometern rund 13 Kilogramm CO₂ aus (Quelle: NDR, 2019).

Klimaschutz und Armutsbekämpfung sind kein Widerspruch. Eben weil der derzeitige CO₂-Verbrauch so ungleich verteilt ist. Eine kleine Gruppe gönnt sich einen Freifahrtschein für die Zerstörung unseres Klimas. Das zeigt die Oxfam-Studie anlässlich der Weltklimakonferenz COP26 2021. Diese Studie belegt, dass es vor allem Reiche sind, die weltweit die Klimakrise vorantreiben – durch ihren exzessiven Konsum und Lebensstil. Die Leidtragenden sind die Armen. Für den ›Konsumrausch‹ einer reichen Minderheit zahlen die Ärmsten den Preis. Die reichsten zehn Prozent sind für mehr als die Hälfte (52 Prozent) des CO₂-Ausstoßes weltweit verantwortlich. Das reichste Prozent für 15 Prozent – Tendenz steigend. Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ist dagegen nur für sieben Prozent des CO₂-Ausstoßes verantwortlich. So emittiert nach neuesten Statistiken (2023) zufolge ein Durchschnittsbürger in Deutschland rund 11 Tonnen CO₂ pro Jahr. Ein Millionär kommt schon auf 100 Tonnen und sogenannte Superreiche stoßen 2.000 Tonnen und mehr CO₂ aus. Klimapolitik muss Reiche in die Verantwortung nehmen und arme Menschen bei der Bewältigung der Krise unterstützen. »Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden die krassen Ungleichheiten bei Einkommen und Emissionen innerhalb der Weltbevölkerung bestehen bleiben.«, so Emily Ghosh vom Stockholmer Umweltinstitut. Staaten müssen Luxus-Konsum wie Mega-Yachten, Privatflugzeuge und Investitionen in Öl- oder Gasgeschäfte stärker besteuern, rät Oxfam. Denn die Superreichen machen mit fossiler Energie nach wie vor sehr viel Geld.

GELD

Zaster, Moneten, Knete: Wer Geld hat, redet nicht darüber; wer es nicht hat, jagt einem meist unerreichbaren Heilsversprechen hinterher: »Geld kommt nur zu Geld, und wer keins hat, Der muss Lotto spielen«« (Floh de Cologne, 1970). Immer jedoch geht Geld mit Macht Hand in Hand und ist oft ein Mittel, um Beziehungen zu führen, ohne sich auf Augenhöhe auf diese einlassen zu müssen. Nicht umsonst heißt es oft: Wer das Gold hat, bestimmt die Regeln.

MARLENE ENGELHORN tut etwas, was so einigen Schweiß auf die Stirn treibt: Als Erbin eines beträchtlichen Vermögens redet sie über GELD – und besteht darauf, dass wir alle es tun. Die Boehringer-Erbin seziert mit spitzer Feder unser Verhältnis zu Geld – und entwirft eine Vision, die zeigt, dass gerechte Umverteilung nur demokratisch wirken kann (Kremayr & Scheriau, 176 Seiten, 20,00 €, ISBN: 978-3-218-01327-7).

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