Am Sonntag war es so weit: Die S-Bahn-Züge der Baureihe BR 485 aus DDR-Zeiten werden ausgemustert (12.11.).

Ein besonderes Merkmal, das diese Züge bis 2002 auszeichnete, war ihre rote Lackierung. Diese brachte ihnen den Spitznamen »COLADOSE« ein. Mit der letzten Fahrt der BR 485, verschwindet nicht nur die älteste Baureihe der Berliner S-Bahn-Flotte, sondern auch ein Stück Bahngeschichte. Deshalb ging die »Coladose« nicht still und leise. Tausende verabschiedeten vier der zuletzt 20 DDR-Garnituren an ihrem planmäßig letzten Einsatztag auf ihren langjährigen Stammlinien S8 und S47. Sternfahrten, Ringfahrten und Rendezvous. Ab 9:00 Uhr wurde es am S-Bahnhof Schöneweide eng und hektisch. Der erste Höhepunkt des Tages nahte. Es kam an den nebeneinanderliegenden Gleisen 3 und 4 zu einem zweiminütigen Treffen zweier 485er-Veteranen. Die Fotografen rangelten um die besten Plätze. Um 9:57 Uhr ›explodierte‹ dann der Pixel-Verbrauch.



Die markanten roten Züge aus dem Volkseigenen Betrieb (VEB) »Lokomotivbau elektrotechnische Werke Hans Beimler« in Hennigsdorf waren damals noch als BR 270 unterwegs. Sie ersetzten seit 1988 sukzessive die ersten elektrischen S-Bahnen der Baujahre ab 1927. Jetzt geht es auf den Schrottplatz. Ob jetzt aus dem legendären »Kind des Ostens« wirklich Coladosen werden? So hieß es nach gut 35 Jahren: »Sag beim Abschied leise Servus/ Nicht Lebwohl und nicht Adieu/ Diese Worte tun nur weh/ …«. Machet jut Coladose; willkommen BR 484.