PRINZENPADDER

Seit mehr als hundert Jahren wartet der PADDER über den Köpfen der Fahrgäste am U-Bahnhof ›Prinzenstraße‹ auf die Prinzessin. Dort thront der Froschkönig auf seinem Ausguck über dem nördlichen Bahnsteig (Gleis 1) der U-Bahnlinie 1. Sie ist auf diesem Abschnitt als Hochbahn unterwegs. Der U-Bahnhof wurde 1902 eröffnet. Der Froschkönig stammt aus der Königlichen-Porzellan-Manufaktur (KPM). Täglich eilen tausende Frauen achtlos am königlichen ›Wasserpatscher‹ vorbei. Schließlich wissen sie ihre goldene Discounter-Kugel sicher in ihrem Besitz. »Warte, warte«, scheint der Frosch zu rufen, »nimm mich mit, ich kann nicht so laufen wie du!«. So wartet der arme Kerl aus Kreuzberg immer noch auf seine Erlösung.

Überliefert haben uns das Märchen »Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich« die Gebrüder Grimm. Mit den zwei Botschaften: »Versprich nichts, was du nicht halten willst« sowie »Der äußere Schein kann trügen«. Jabob (1785–1863) und Wilhelm (1786–1859) Grimm verbrachten die letzten zwanzig Jahre ihres bewegten Lebens in Berlin. Auf dem ›Alten St.-Matthäus-Kirchhof‹ in Schöneberg fanden sie zusammen mit den beiden Söhnen Wilhelm Grimms ihre letzte Ruhestätte (S-/ U-Bahnhof ›Yorckstraße‹ (S2/ S25/ S26 oder U7).

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