Der »Zoologische Garten« Berlin feiert den 180. Geburtstag. Der Berliner Zoo wurde am 1. August 1844 eröffnet. Er ist nach eigenen Angaben der älteste Zoo Deutschlands und einer der ältesten der Welt. Im Zoo Berlin leben mehr als 20.000 Tiere. Mit 1.200 Arten gilt er als der artenreichste Zoo der Welt. In keinem anderen Zoo des Landes werden mehr Tiere gefangen gehalten und zur Schau gestellt.
Seit 1878 wurden auch im Berliner Zoo Menschen in ›kolonialen‹ so genannten VÖLKERSCHAUEN herabgewürdigt. Die Praxis der Menschenzoos endete in Berlin erst 1952.
Wie viele zoologische Einrichtungen gibt auch der Berliner Zoo vor, einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten. Dabei sind laut Geschäftsbericht von Zoo und Tierpark Berlin nicht einmal 17 Prozent der dort eingesperrten Tiere gefährdet. Bekannt ist der Zoo wegen seiner Quallenzucht.

Als putzig und als Publikumsmagneten gelten die Pandabären. Fressen, Schlafen, Fressen. Einmal im Jahr ist Sex angesagt. Das Panda-Weibchen Meng Meng brachte vor fünf Jahren die Zwillinge Pit und Paule zur Welt – eine Sensation für den Berliner Zoo. Die Bären-Brüder leben mittlerweile in China. In Berlin hofft man aktuell auf eine weitere Panda-Geburt, nachdem sich im Frühjahr Meng Meng mit dem Männchen Jiao Qing gepaart hatte und danach sogar künstlich besamt wurde. Sicher ist sicher. Tierwohl? Oder Business?

Sind Zoos noch zeitgemäß?
Auf den Punkt gebracht!
»Tierrechte gibt es nicht. Menschen- und Tierrechte gleichzusetzen, ist unpraktikabel und blöd! … Zoos sind für den Menschen da und nicht für die Tiere.«
BERNHARD BLASZKIEWITZ, 1954–2021, anlässlich seiner Verabschiedung 2014 als Direktor des Berliner Zooologischen Gartens und des Berliner Tierparks, zitiert nach der Berliner Morgenpost.
NOTABENE: Panda-Mama Meng Meng brachte zum zweiten Mal Zwillinge zur Welt (22.08.). Die Jungtiere wiegen laut Zoo 169 und 136 Gramm und sind circa 14 Zentimeter lang. »So cute!« Kuscheln, Trinken, Kuscheln. Das garantiert Schlagzeilen und Einnahmen.