KINGAS WUNDER: Wieliczka

Als UNESCO-Weltkulturerbe gehört das ehemalige Salzbergwerk zu Polens Top-Sehenswürdigkeiten. In zweieinhalb Stunden lernt man ein märchenhaftes Reich unter der Erde kennen. Begrüßt mit dem polnischen Bergmannsgruß »szczęść Boże« geht es über
54 Treppen (und 380 Stufen) zunächst 64 Meter hinab. Die 2,2 Kilometer lange ›Touristenroute‹ ermöglicht den Besucher:innen eine Reise in die Vergangenheit des Salzbergbaus. Die Führung endet bei einer Tiefe von 135 Metern.

Gleich in der ersten »Janowice-Kammer« aus dem 17. Jahrhundert zeigen Lebensgroße Salzskulpturen die auch als Heilige verehrte ungarische Königstochter Kinga mit polnischen und ungarischen Rittern. Der Legende zufolge bat Kinga ihren Vater vor der bevorstehenden Hochzeit mit dem polnischen Prinzen Boleslaw um eine ungarische Salzmine als Aussteuergabe. Der Legende zufolge warf sie ihren Verlobungsring in den Schacht dieser Mine und ordnete nach ihrer Heirat an, bei Krakau einen Schacht zu graben. Dort seien nicht nur reiche Salzvorkommen entdeckt worden, sondern auch Kingas Verlobungsring.

Für viele Bergwerksbesucher ist die »Kinga-Kapelle« in einer 54 Meter langen, 18 Meter weiten und 12 Meter hohen Salzkammer schon allein wegen ihrer Größe und Ausstattung einer der Höhepunkte: Kristall-Lüster aus Salz hängen von der Decke, in den Nischen stehen von hinten angeleuchtete, seltsam transparent wirkende Heiligenstatuen. Auch ein Denkmal des polnischen Papstes Johannes Paul II. darf natürlich nicht fehlen.

Die »Weimar-Kammer« erinnert mit einem Goethe-Denkmal am Eingang an einen dieser Besucher. Zusammen mit dem Prinzen
von Weimar besichtigte der Dichter am 6. September 1790 Wieliczka. In der mit Sprengstoff ausgehöhlten Kammer mit einem unterirdischen See zucken Lichtblitze entlang der Felswände, während aus Lautsprechern eine Nocturne von Chopin ertönt. Auch Chopin besuchte Wieliczka.

Zurück ans Tageslicht ging es mit dem Förderkorb.

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