KÖNIGLICH

Die KÖNIGSSTADT Krakau ist eine Stadt mit tausendjähriger Geschichte. Davon zeugt nicht nur der WAWEL. Der Wawel ist
ein nationales Symbol Polens. Der Königsweg führt über die Gasse der Kanoniker zum RYNEK mit prächtigen Patrizierhäusern,
der Tuchhalle und der Marienkirche.

Die Bronzeskulptur des Bildhauers Bronisław Chromy steht zwischen der Grunwaldzkie-Brücke und dem Wawel. Sie stellt einen Hund dar. Der Besitzer des Mischlinghundes Dżok starb in der Nähe des Grunwaldzkie-Kreisverkehrs an Herzversagen. In den folgenden Wochen und Monaten wartete Dżok treu an dieser Stelle auf seinen Herrn. Erst nach etwa einem Jahr ließ er sich von
einer neuen Besitzerin mitnehmen. Als diese aber auch bald starb, lief das Tier weg und kam beim Herumstreunen auf einem Bahnhofsgelände unter den Rädern eines einfahrenden Zuges ums Leben. Selbstmord?
 
Die Inschrift auf dem Denkmal verkündet: »Der Hund Dżok. Treuester der Treuen. Symbol der Hundetreue. Ein Jahr lang/ 1990–1991/ wartete er am Grunwaldzkie-Kreisverkehr auf seinen an dieser Stelle verstorbenen Herrn.« Die inzwischen goldene Pfote konnte ich nicht mehr streicheln, um Glück zu erlangen. Denn ich musste hurtig der Reisegruppe folgen. Der Wawel rief.

Vom riesigen Rynek schaut man zu den ungleichen goldenen Türmen der MARIENKIRCHE hinauf. Dort ertönt zu jeder vollen Stunde – rund um die Uhr und das ganze Jahr hindurch – der HEJNAL. Ein Trompetensignal, das nach wenigen Takten abbricht. Der Hejnal wird seit 1927 um 12:00 Uhr im polnischen Rundfunk gesendet. Der Legende nach warnte ein Türmer mit dem Trompetensignal
vor einem Mongolenangriff, als er von einem Pfeil tödlich getroffen wurde. Das Signal verstummte abrupt. Die gewarnte Stadt-
gesellschaft konnte den Angriff aber erfolgreich abwehren. »Spiel mir das Lied vom Tod«. Das Alarmsignal wird von einem Feuerwehr-
angehörigen in alle Himmelsrichtungen geblasen. 239 Stufen führen hinauf in die Türmerstube. Bei 33 Grad Celsius verzichtete ich diesmal darauf, dem Feuerwehrkameraden einen Besuch abzustatten. Bin keine 20 mehr.

Notabene: Mongolen, oder doch TARTAREN? Der LAJKONIK, der einen Tartarenreiter darstellt, ist fester Bestandteil der Krakauer Folklore. Und er findet sich im Kunsthandwerk wieder.

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