LETZTER TANZ?

Mehrere tausend Menschen versammelten sich am Mittwochvormittag auf dem ›Platz des 18. März‹, um gegen die drohenden Kürzungen im Berliner Kulturetat zu demonstrieren (13.11.). VORMERZ. Unter dem Motto »#BerlinIstKultur«.

Zu der Kundgebung aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus Kulturinstitutionen − darunter die Opernhäuser, die Theater,
die Bibliotheken, die Musikschulen, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten sowie die freien Gruppen und die Berliner Club-
commission: »Wir sind die Berliner Kultur, auf der Bühne sind wir zu Hause«. Hintergrund sind die aktuellen Beratungen der CDU-
SPD-Koalition über milliardenschwere Einsparungen in Berlin. Die Kulturszene befürchtet, bis zu 140 Millionen Euro einsparen zu müssen. Das entspricht zehn Prozent ihres gesamten Budgets. Und das nicht nur in diesem, sondern auch in den kommenden zwei Jahren. »Berlin lebt von der Kultur«, heißt es im Demonstrationsaufruf. »Sie ist der entscheidende Standortfaktor. Sie ist unsere Schwerindustrie. Jeder Euro, der in die Kultur investiert wird, ist eine Investition in die Zukunft der Stadt«. Wie wichtig die Kultur
für die Menschen ist, konnte man während der Zeit DER SEUCHE sehen. Aber wir leben inzwischen in der Zivilgesellschaft der Ökonomie. Dort hat nur all‘ Das eine Daseinsberechtigung, was sich rechnet.

Der Berliner MECKERCHOR mit dem Protest-Lied »Is doch Kacke!«.
Der #BerlinIstKultur-Protestsong »Klebstoff«.
Berlins Kultursenator Joe Chialo (CDU) stellte sich den Demonstrierenden. Er möchte verhindern, dass der Kulturbereich in Berlin zusammenbricht, und er will sich dafür einsetzen, dass er zukunftsfähig bleibt. Kultur ist in Berlin kein »nice to have«, sie ist das Herz der Stadt.
Heiße Moves zeigte das Staatsballett. 
Gänsehaut-Feeling beim Auftritt der drei Berliner Opernchöre: »Va, pensiero, sull’ali dorate/ Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen«. Ein Abgesang?