
Zum Jahresende war sie plötzlich in aller Munde: die DUBAI-SCHOKOLADE. Hype um Engelshaar, italienische Pistaziencreme (etwa 35 Prozent) und Edelschokolade mit etwa 60 Prozent Kakaoanteil. Hundert Gramm des Originals kosten etwa 12,50 Euro. Inzwischen gibt es zahlreiche Nachahmer (Geld stinkt nicht). Diese Produkte sind dabei gar nicht mal billiger und kosten etwa 10,00 Euro. Sie sind aber wohl von minderer Qualität. Die edlen Bestandteile sind dann oft reduziert oder gar durch billige Ersatzstoffe sowie Aromen ersetzt. In einem preiswerten Produkt fand man sogar geringe Bestandteile von Mineralölen. Eine günstige Alternative soll die Dubai-Schokolade von REWE (Eigenmarke) darstellen. Die 100-Gramm-Tafel ist dort für 5,00 Euro zu haben.
Selbst die Weihnachtsmärkte bieten gepimpte ›Dubai-Produkte‹ an. Weihnachtsmarkt-Klassiker mit Dubai-Schokolade. Wie die gute alte deutsche Bratwurst. Schweine-Mousse im Darm, mit Dubai-Schokolade bestreut. Das toppt sogar die Currywurst mit Goldstaub, die ich 2011 in Wiesbaden probiert hatte. Und auf die Dubai-Bratwurst eine Glühwein-Attrappe aus dem Kanister. Auch für einen Haufen Geld. Bon Appétit!
NACHSCHLAG
»Von Betrug bis Gesundheitsschädlichkeit wurde in den ersten Importproben von ›Dubai-Schokolade‹ alles gefunden. Das ist so nicht akzeptabel.« (Quelle: PM, Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg, 19.12.). Auch 3-MCPD- und Glycidylfettsäureestern, die gesundheitlich bedenklich sind, waren − womöglich durch verunreinigtes Palmöl − in der Schokolade vorhanden. Zudem wurde bei fast allen Proben mit künstlichen Farbstoffen nachgeholfen und alle acht Proben wiesen diverse Mängel bei der Kennzeichnung von Inhaltsstoffen auf. Lecker, lecker, lecker.