6    KAMIEŃ POMORSKI

Cammin ist eine der ältesten Städte Westpommerns. Die Stadt liegt am Camminer Bodden (Zalew Kamieński), einer Ausbuchtung der in die Ostsee mündenden Dievenow. Im nördlichen Uferbereich der zu Cammin gehörenden Insel Gristow liegt der Königsstein. Der Findling hat einen Umfang von 20 Metern und ist der fünftgrößte Findling Polens. Gegen Ende des Krieges fanden am 5. und 6. März 1945 an der Dievenow und in Cammin schwere Kampfhandlungen statt. Dabei wurde das Stadtzentrum von Cammin zu 60 Prozent zerstört.

Das spätgotische Rathaus auf dem Marktplatz wurde Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder errichtet. Da sind die Pol:innen Meister:innen! Ich ziehe meinen Hut. Die Deutschen hätten nach dem Krieg in den Städten mehr-
spurige Stadtautobahnen mit Tank- und Raststätten gebaut. Die Pläne der deutschen Stadtplaner lagen bereits in den Schubladen. Die hatten damals die Bombardierungen der Alliierten begrüßt. Das gehört zur Wahrheit, unbedingt.
Die Kathedrale St. Johannes wurde 1175 begonnen und 1385 vollendet. Bekannt ist die gut erhaltene und wohlklingende Orgel.
Das Orgelgehäuse von 1669 stammt von Michael Birgel. Eine Pforte führt vom nördlichen Seitenschiff in den einzigen in Pommern teilweise erhaltenen gotischen Kreuzgang. Cammin blieb bis 1810 Bischofssitz.
Die Kirche war geschlossen. Durch die Scheibe der Eingangstür fotografiert.