

Zum 80. Mal wird an das Kriegsende in Europa gedacht. Im Frühjahr 1945 stand die Rote Armee an Oder und Neiße. Eine Millionen Rotarmisten bereiteten sich auf den Sturm der »HAUPTSTADT DER BESTIE« − auf die Reichshauptstadt Berlin − vor.
SCHLACHT UM DIE SEELOWER HÖHEN
Am 16. April 1945 trat die kampfstärkste 1. WEISSRUSSISCHE FRONT unter dem Oberbefehlshaber Marschall GEORGI SCHUKOW (1896−1974) zur Schlussoffensive an. Darunter die 8. Gardearmee unter Generaloberst WASSILI TSCHUIKOW (1900−1982) und
die 1. Polnische Armee unter Generalmajor WOJCIECH BEWZIUK (1902−1987). Diese führte den Hauptschlag.
Die etwa 190.000 Verteidiger bestanden mehrheitlich aus alten Männern, Heranwachsenden (›Babysoldaten‹) und schlecht ausgebildeten Soldaten. Es fehlte an schwerem Gerät. Die kampferfahrenen Einheiten waren zusammengewürfelt und nur noch
ein Schatten ihrer selbst.
In den frühen Morgenstunden des 16. April 1945, 3:00 Uhr MESZ, 5:00 Uhr Moskauer Zeit, wurde der Angriff durch das wohl stärkste Trommelfeuer der Geschichte eingeleitet.
»Ein Dröhnen und Grollen braust über uns hinweg. 40.000 Geschütze haben eine Salve abgegeben und feuern weiter Schuss auf Schuss.« (Generaloberst WASSILI TSCHUIKOW am 16. April 1945).
»Ein ohrenbetäubender Lärm erfüllt die Luft. Das ist gegenüber allem bisher Dagewesenen kein Trommelfeuer mehr, das ist ein Orkan, der über uns, vor und hinter uns alles zerreißt. Der Himmel ist glutrot, als wollte er jeden Augenblick zerspringen. Der Boden wankt, bebt und schaukelt wie ein Schiff bei Windstärke 10.« (Stawka, Nr. 11059).
Am Abend des 19. April war die Front der deutschen 9. ARMEE unter General THEODOR BUSSE (1897−1986) durchbrochen.
Die ›Ostfront‹ war Geschichte.
Die Verluste des sowjetischen Durchbruchs an der Oder waren sehr hoch. Zwischen dem 16. und 19. April hatten die sowjetischen Truppen 2.807 Panzer verloren. Etwa 12.000 deutsche und 33.000 sowjetische Soldaten fielen in den vier Tagen der Schlacht. Das ehemalige Kampfgebiet ist heute noch gezeichnet und Munitionsbelastet. An die Schlacht erinnert die »Gedenkstätte Seelower Höhen« mit einer Monumentalplastik von Lew Kerbel.



SCHLACHT UM BERLIN
Mit dem sowjetischen Durchbruch begann der Schlussakt des nationalsozialistischen Deutschen Reiches. Berlin fiel nur zwei Wochen nach Beginn der Oderschlacht. Bereits am 22. April hatten Schukows Truppen die Berliner Stadtgrenze überschritten.
Die 1. UKRAINISCHE FRONT unter dem Oberbefehlshaber Marschall IVAN KONEW (1897−1973), darunter die 2. Polnische Armee, rückten nach schweren Kämpfen in der Lausitz von Südwesten gegen Berlin vor. Sie erreichten Berlin ebenfalls am 22. April 1945. Berlin war komplett eingeschlossen, Am 24. April überschritt die 3. Garde-Panzerarmee unter General PAWEL RYBALKO nach heftigem Artilleriebeschuss bei Teltow den Teltowkanal.
Die Schlacht um Berlin erreichte ihren Höhepunkt. Während dieser Apriltage nutzten fanatische Nationalsozialisten ›Fliegende Standgerichte‹ − besetzt mit furchtbaren SS-Juristen − und Exekutionskommandos, um das Weiterkämpfen zu erzwingen. Die Schlacht um Berlin steht sinnbildlich für die Brutalität des gesamten Krieges. Zigtausende von Menschen starben nur noch Tage vor der bedingungslosen Kapitulation sinnlos. Am 2. Mai 1945 kapitulierte Berlin bedingungslos. Die erbitterten Kämpfe kosteten zuletzt etwa 170.000 Soldaten das Leben. Und da es sich um eine Stadt handelte, lag auch die Zahl der zivilen Opfer sehr hoch. Die Kämpfe forderten Schätzungen zufolge mehr als 500.000 verwundete Soldaten sowie den Tod mehrerer zehntausend Zivilisten.








Auf dem Soldatenfriedhof der 2. Polnischen Armee in Zgorzelec (Görlitz) ruhen 3.420 Soldaten, die bei der »Lausitzer Operation« umgekommen waren. Am 28. April 1945 legten die Deutschen im Bereich von Kuckau einen Hinterhalt, bei dem mehr als 800 Soldaten der ›9. Polnischen Infanteriedivision‹ und der ›9. Polnischen Panzerabwehrbrigade‹ ums Leben kamen. Der Ort wurde später als »Tal des Todes« bekannt. Die ›Panzergrenadier-Division Brandenburg‹ war berüchtigt, keine Gefangenen zu machen.
In der Lausitz verübte diese Einheit schlimmste Kriegsverbrechen, als sie Soldaten der 2. Polnischen Armee in mehreren Massakern umbrachte. Dabei wurden Gefangene und Verwundete vor ihrer Hinrichtung gefoltert. Man fand bei der Exhumierung nach der Kapitulation polnische Soldaten mit ausgestochenen Augen.
KESSELSCHLACHT VON HALBE
Die Reste der 9. Armee wurden zwischen dem 24. und 28. April 1945 im Gebiet der Ortschaft Halbe, 60 km südlich von Berlin, eingeschlossen und endgültig aufgerieben. Während der Kesselschlacht von HALBE starben 30.000 deutsche Soldaten, dazu geschätzte 10.000 deutsche Zivilisten sowie viele sowjetische Zwangsarbeiter. 120.000 deutsche Soldaten wurden gefangen genommen. Die Verluste der Roten Armee betrugen 20.000 Tote. Noch immer werden jedes Jahr sterbliche Überreste von Soldaten gefunden und bestattet. Allein auf dem WALDFRIEDHOF HALBE liegen mehr als 28.000 Gefallene.




Inzwischen ist völkisches Gedankengut wieder salonfähig. NIE WIEDER KRIEG? Von wegen! Die Politik will die Deutschen wieder KRIEGSTÜCHTIG machen. Präsidenten weltweit werfen wieder die ›Gebärmaschinen‹ an, um über Futter für ihre ›Tötungs-
maschinen‹ zu verfügen. BTW: In der Regel die Beschützer des ungeborenen Lebens. ›Patrioten‹ haben Deutschland schon zweimal an den Rand des Untergangs gebracht. Und es juckt ihnen wieder in den Fingern. Aller guten Dinge sind Drei.
Wer nicht aus der Geschichte lernt, ist verdammt, sie zu wiederholen!
Notabene: Bei den Fotos handelt es sich um Archivbilder, die seit 2018 entstanden waren.
Die Kommentarfunktion funktioniert wohl nicht! Der folgende KOMMENTAR von B. B. erreichte mich über CONTACT:
Ein Kommentar zu „Hauptstadt der Bestie“:
Am 02.Mai 2025 war ich zur Feier des vor 80 Jahren endlich beendeten Krieges am Schulenburgring 2 in Berlin-Tempelhof, wo die bedingungslose Kapitulation Berlins unterschrieben worden ist. Dort waren 4 Kränze niedergelegt worden. Vertreter der Hausgemeinschaft haben gesprochen und bedauerten ausdrücklich, dass sie keine russischen Vertreter einladen konnten; auch Michael Müller, ehemaliger Bürgermeister Berlins sprach einige sinnvolle Sätze. Der aktuelle Regierende Bürgermeister, Kai Wegner, erschien aus dem Nichts pünktlich um 10 Uhr, zupfte ein wenig an den Kranzbinden herum: fürs Foto nur, denn gesprochen hat er nicht ein einziges Wort. Und verschwand so wie er gekommen war. Auf der Straße gab es Musik, die Stimmung war fröhlich, friedlich. Doch waren wir zu wenig, viel viel zu wenig… Am Abend war ich in diesem Haus zu einer Lesung mit dem Friedenskünstler Bengt Kiene eingeladen und habe es genossen unter Menschen zu sein, die sich alle – manche schon seit über 40 Jahren – für Frieden einsetzen.