PASEWALK

Fahrt mit dem Deutschlandticket nach PASEWALK (Mecklenburg-Vorpommern/ 21.06.). Pasewalk liegt an der mittleren UECKER. Zwanzig Kilometer östlich von Pasewalk befinden sich Bahn- und Straßengrenzübergänge nach Polen.

Pasewalk trägt auch den geschichtsträchtigen Namen KÜRASSIERSTADT. Er geht zurück auf die Kürassiere genannten kaiserlichen Reitersoldaten eines hoch angesehenen preußischen Kavallerie-Regiments, die einst in der Garnisonstadt untergebracht waren. Nach einer Senfgasverletzung mit kurzzeitiger Erblindung wurde im Oktober 1918 der spätere Diktator Adolf Hitler als 29-jähriger Gefreiter in ein Pasewalker Lazarett verlegt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Stadtzentrum bei der Offensive der Roten Armee weitgehend zerstört (25./ 26. April 1945). 

Im Jahr 2026 steht in Pasewalk ein besonderes Jubiläum an: Die Stadt wird 775 Jahre alt.

Es folgen die Posts 1 LOKSCHUPPEN und 2 PERLEN POMMERNS. Fahrt mal hin!

Dieser Post ist DETLEF NASE (†27.10.2023) gewidmet.

Pasewalk war auch ein Eisenbahnzentrum. Am Bahnhof Pasewalk kreuzen sich die Strecken Stralsund−Berlin und Lübeck−Szczecin.
Das MÜHLENTOR ist Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung.
Am 21. Juni wurde die Mitternachtssonnenwende begangen.
Stadtbibliothek.
Im PRENZLAUER TOR ist das städtische Museum untergebracht.
Die evangelische Sankt-Marien-Kirche ist eine dreischiffige Hallenkirche aus dem 13. Jahrhundert. Den Zweiten Weltkrieg überstand sie im Gegensatz zur Innenstadt fast unbeschädigt.
Die VILLA KNOBELSDORFF diente im 19. und 20. Jahrhundert dem Standortältesten des Kürassier-Regiments »Königin« (Pommersches) Nr. 2 als Wohnsitz. Seinen Namen erhielt das als Kommandeurshaus errichtete Gebäude vom letzten Offizier von Knobelsdorff, der in dem Haus bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wohnte. Es wird seit 1996 als Hotel und Restaurant genutzt.
Das Ambiente ist schön und auch der Biergarten lädt zum Verweilen ein. Ab 17:30 Uhr gibt es gut bürgerliche warme Küche.
Ehemalige Kürassier-Kaserne in Pasewalk, bestehend aus Haupthaus, Wache, Stabsgebäude, Gefängnis und Ställen sowie mehreren Nebengebäuden. Erbaut wurde die Kaserne im Stil der Backstein-Gotik zwischen 1879 und 1882 als Ersatz für eine ältere Kasernenanlage. Nach dem Zweiten Weltkrieg bezog zunächst die »Kasernierte Volkspolizei (KVP)«, die spätere »Nationale Volksarmee (NVA)« der DDR, die Gebäude. Das unter Denkmalschutz stehende Ensemble wurde zwischen 1994 und 1997 für zivile Nutzungen umgebaut und ist heute Sitz verschiedener öffentlicher Einrichtungen, darunter eines Teils der Verwaltung des Land-
kreises Vorpommern-Greifswald (vormals Landkreis Uecker-Randow) und der Bundespolizei.
Das zentrale U-förmige Gebäude, der frühere MARSTALL, wurde zum Kulturforum »Historisches U« umgebaut und bietet Raum
für Konzerte, Tanz, Theater, Kabarett, Lesungen und Ausstellungen.
Seit im Jahre 1720 Pasewalk − übrigens einer der ältesten Städte in Vorpommern − nach dem Stockholmer Frieden an Preußen kam, standen dort preußische Truppen. Das Kürassier-Regiment »KÖNIGIN« (Pommersches) Nr. 2 war eine Kavallerieeinheit der Preußischen Armee. Es führte nur den Namen der jeweiligen Regimentskommandeure zunächst aus dem Hause Bayreuth, später aus dem Hause Ansbach.

Das Regiment genoss in Preußen ein hohes Ansehen, nachdem es 1745 während des Zweiten Schlesischen Krieges bei Hohenfriedberg einen vorentscheidenden Sieg gegen Österreich errungen hatte. Bekannt wurde das Regiment als »Bayreuth-Dragoner«. Der Text zu dem bekannten HOHENFRIEDBERGER MARSCH (Armeemarsch I, 21: »Auf, Ansbach-Dragoner! Auf, Ansbach-Bayreuth! …«) besingt dieses Regiment. Die hohe Wertschätzung kam dadurch zum Ausdruck, dass die jeweilige preußische Königin Chefin des Regiments war.

Im Dezember 1918 begann die Auflösung dieser Einheit. Die ›Eskadron Bredow‹ wurde noch im Baltikum zur Niederschlagung polnischer Aufstände eingesetzt. Die anderen Teile kamen in den Straßenkämpfen anlässlich des SPARTAKUSAUFSTANDES in Berlin zum Einsatz. Aus den Resten der ältesten sechs preußischen Kavallerie-Regimenter formte man schließlich das »Reichswehr-Reiter-Regiment 6«. Im Zuge des Versailler Vertrages waren in Pasewalk fortan drei Schwadrone des Reiter-Regiments 6 stationiert. Die Einheit wurde mehrmals umbenannt und verlegt. So 1936 ins hessische Darmstadt und Bensheim. Bei der Mobilmachung zum Zweiten Weltkrieg erfolgte die endgültige Auflösung und Umwandlung zu Aufklärungsabteilungen.

KÜRASSIERE sind eine mit Kürassen genannten Brustpanzern (von französisch cuirasse für ›Lederpanzer‹, von cuir ›Leder‹) ausgestattete Truppengattung der schweren Kavallerie. Obgleich die Panzerung bald meist aus Metall war und die Panzerung
der Arme und zuweilen auch des Rückens entfiel, hielt sich der Begriff. 

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