RENTENERHÖHUNG

Ab 1. Juli steigen die Renten bundesweit um 3,74 Prozent. Davon werden die Rentner:innen aber nicht gleich etwas merken.
Die Rente wird für den Juli sogar geringer ausfallen. Denn mit der Auszahlung zum 1. August wird rückwirkend der neue Pflege-
beitrag für die erste Jahreshälfte 2025 abgezogen. Und damit die Juli-Überweisung entsprechend niedriger ausfallen. Zum 1. Januar 2025 war die Pflegeversicherung um 0,2 Prozent gestiegen. Diese Erhöhung aber aus technischen Gründen bislang noch nicht erhoben.

Altersarmut liegt im Trend. Ihr gehört die Zukunft.


Die Babyboomer werden bei der Rentenhöhe benachteiligt. Und erhalten niedrigere Renten als Vorgängergenerationen. 

Das deutsche Rentenniveau liegt zehn Prozentpunkte unter dem EU-Schnitt. Österreich, die Niederlande oder Dänemark liegen
bei einer Quote von mehr als 80 Prozent. Deutschland dagegen bei unter 50 Prozent. Jeder Fünfte in Deutschland erhält nach
45 Beitragsjahren in der Solidargemeinschaft der Rentenversicherten unter 1.200 Euro Rente/ Monat. Doch wer erreicht noch
45 Beitragsjahre?

Der 15. Existenzminimumbericht der Bundesregierung beziffert das sächliche Existenzminimum für Alleinstehende im Jahr 2025 auf 11.940 Euro pro Jahr und 2026 auf 12.096 Euro pro Jahr. Rentner:innen sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte den jährlichen Grundfreibetrag überschreitet. Im Jahr 2025 liegt der Grundfreibetrag bei: 12.084 Euro für Ledige (1.007 Euro/ Monat).

Mittlerweile vergeht kaum eine Woche, in der nicht in irgendeinem Medium vom angeblichen »Generationenkonflikt« fabuliert wird. Die Alten lebten auf Kosten der Jungen, so heißt es dann.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH (INSM, Lobbyverband von Arbeitgebern), die Deutsche Familienstiftung (DFS; Lobbyverband der Superreichen), der Bund der Steuerzahler Deutschland e. V. (BdSt, die Lobbyorganisation der Wohlhabenden, Reiner Holznagel), Versicherungslobbyisten (Axel Bösch-Supan und Bernd Raffelhüschen), ›Ökonomen‹ (Clemens Fuest, IFO-Institut) und ›Wirtschaftsweise‹ (Monika Schnitzer & Veronika Grimm) beklagen das derzeitige »zu hohe Rentenniveau«. Vergessen wollen wir nicht die neoliberale Influencerin Ursula Weidenfeld, die die ›Streichung der Frührente‹ forderte (Tagesspiegel & SPON, 30.07., nachträgliche Ergänzung). Orchestriert von den Mietlautsprechern und Edelfedern der ›Qualitätsmedien‹. Sie alle fordern − ge-
pampert von hohen Gehältern und fürstlichen PENSIONEN − Einschnitte bei den fleißigen Zwergen. Jeden Tag Lügen!
Die Rentenversicherten sitzen aber auf der Anklagebank.



NACHSCHLAG (am 08.07.):
Mehr als 1,4 Millionen Rentner:innen in Deutschland arbeiten. Die Zahlen stammen von der Deutschen Rentenversicherung und wurden zum Stichtag 31. Dezember 2023 erhoben. Die gute Nachricht (smile): für die Seniorinnen und Senioren seien nicht finanzielle Nöte der ausschlaggebende Grund, weiter einem Job nachzugehen. Die Rentenversicherung verwies in diesem Zusammenhang auf eine repräsentative Umfrage zum Thema Alterssicherung in Deutschland aus dem Jahre 2023. Demnach werden »Spaß an der Arbeit und soziale Aspekte« von den Befragten als Gründe genannt (Quellen: epd, Tagesspiegel & Deutschlandfunk, 06.07.25).

Empfehlenswert: mein Post RENTENZORN vom 07.11.2024 (einfach herunterscrollen).

Hinterlasse einen Kommentar