REGENTANZ 

»Friede, Familie, Freiheit«. Bei der vierten Auflage der Technoparade »Rave the Planet« waren am Samstag zehntausende Menschen über die Berliner ›Straße des 17. Juni‹ gezogen (12.07.). Die tanzende Masse bewegte sich mehrere Stunden ›im Kreisverkehr‹ zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule auf den Spuren der legendären Loveparade. Das ›bisschen Regen‹ hielt den Rave nicht auf. Techno-Fans aller Generationen tanzten in glitzernden Outfits zu wummernden Bässen.

Pünktlich um 14:00 Uhr startete die als Demonstration angemeldete Technoparade mit dem Motto »Our Future Is Now«. Dabei verwandelten 35 Wagen (sogenannte FLOATS) sowie fast 300 Künstler:innen die gesamte Veranstaltungsstrecke in eine einzige ekstatische Tanzfläche. Jeder Wagen repräsentierte dabei einen eigenen Club. Die Techno-Kultur ist sehr laut. Und im Tiergarten ist das möglich. Has‘ und Igel können keine Anzeigen erstatten. Während beim »Zug der Liebe«, dem »Karneval der Kulturen« und der »Fuckparade« strenge Lärmschutzauflagen gelten. Denn diese Paraden führen durch Wohngebiete. 

Erwartet hatten die Veranstalter 300.000 Menschen − bis zum frühen Abend zählten sie etwa 100.000 Teilnehmer. 200.000 Raver sollen es schließlich zum Veranstaltungsende gegen 22:00 Uhr gewesen sein. Trotz wolkenverhangenem Himmel und Schauern.
Ach ja: die ›Demonstranten‹ stellten natürlich auch ernstzunehmende politische Forderungen auf. »Friede, Freude, Eierkuchen«.
Oder so ähnlich.

TINA hat sich ihr Rave-Paradiesvogel-Outfit selbst gebastelt: »Alles selbst genäht und gelötet«, erzählte sie stolz. 
»Rave The Planet« ist als Demonstration grundsätzlich kostenfrei. Wer jedoch auf einem der Wagen tanzen wollte, brauchte
ein Ticket. So genannte Backstage-Tickets konnten auf den Webseiten der Clubs gebucht werden. Für ein Ticket auf dem Wagen
des »Club Ost« wurden beispielsweise etwas mehr als 140 Euro fällig.
Die Veranstalter warben für die große Aufräumaktion am Tag nach der ›Techno-Demonstration‹. Am »Clean-Up Day« sollten
die Raver Verantwortung übernehmen und bei der Reinigung des ›grünen Herzens Berlins‹ mithelfen.

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