Fahrt mit dem Reisebus via HA-NEU (Halle-Neustadt) ins Mansfelder Land (23.07.). Hier tobte die Reformation. Martin Luther (1483−1546) wurde in EISLEBEN geboren; Thomas Müntzer (1489−1525) in STOLBERG (Südharz).
Als Schauplatz der Bauernschlacht 1525 unter Thomas Müntzer lädt BAD FRANKENHAUSEN zum »#DENKjahr2025 − 500 Jahre Bauernschlacht« ein. Am 6. & 7. September plant man dort sogar mit der Veranstaltung »Schlacht am Berg« ein Reenactment-Event. Über der nordthüringischen Kleinstadt thront ein zylindrisches Bauwerk. Das Panorama-Museum bezeichnet sich als »Sixtina des Nordens«.
Müntzers Auffassungen unterschieden sich von denen Luthers radikal. Der wortgewaltige Prediger wetterte gegen die »Pfaffen« und »Doktörchen«. Thomas Müntzer verbreitete seine Überzeugung, auch die neue Theologie der Reformation stütze nur die Herrschaft der Gottlosen. Müntzer wurde auf die aufständischen Bauern aufmerksam, die sich seit Juni 1524 in Süddeutschland erhoben hatten. Er vereinnahmte die Bauern in ihrem von christlichen Hoffnungen getragenen Aufstand gegen ihre Unterdrückung und Leibeigen-
schaft. Den herannahenden Fürstenheeren zog er zusammen mit 300 Anhängern entgegen nach Frankenhausen (heute Bad Frankenhausen), wo sie zusammen mit den aufständischen Bauerntruppen die Entscheidungsschlacht führten. Ein Regenbogen − von Müntzer schon zuvor als Symbol gewählt − beleuchtete tatsächlich am 15. Mai 1525 die Szene. »Gott will mit eurer Hilfe die Welt reinigen, kämpft mutig!« ermunterte er die Aufständischen. Die Fürsten ließen an diesem Tag mehr als 6.000 von ihnen niedermetzeln und hinrichten. Adel verpflichtet! Müntzer wurde gefangen genommen. Auch unter Folter widerrief er seine Lehren nicht und wurde daraufhin enthauptet. Sein Kopf wurde auf einen Pfahl gespießt und zur Abschreckung vor den Toren von Mühlhausen aufgestellt. Die DDR gab seinem Geburts- und seinem Sterbeort den offiziellen Namenszusatz »Thomas-Müntzer-Stadt« und bildete ihn auf der 5-Mark-Banknote ab. (Teilzitate & Quelle/ Site: »Am Anfang war das Wort. LUTHER 2017. 500 Jahre Reformation«).
Das Panorama Museum präsentiert das Monumentalgemälde »Frühbürgerliche Revolution in Deutschland« von WERNER TÜBKE (1929−2004). Ein Gemälde der Superlative. 1973/ 74 beschloß die Regierung der DDR, auf dem Schlachtberg bei Bad Franken-
hausen eine Gedenkstätte für den Deutschen Bauernkrieg zu errichten. Werner Tübke, Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, übernahm 1976 den Auftrag, das Gemälde auszuführen. Von 1976 bis 1979 widmete er sich der Recherche. Vorstudien entstanden. Zwischen 1979 und 1981 arbeitete Tübke in einem Leipziger Großatelier am Modell des Monumentalbildes im Maßstab 1:10. Eine technische Herausforderung war die Vorbereitung des Malgrundes für das Panoramabild. Die 14 Meter breite und 123 Meter lange Leinwand musste in einem Stück gewebt werden. Um sie dann nach dem Aufstellen zu festigen. Am 16. August 1983 setzte Tübke den ersten Pinselstrich auf die mehr als 1.700 Quadratmeter große Leinwand. In den ersten fünf Monaten arbeitete er auf seinem Gerüst alleine am »Jüngsten Gericht« am oberen Bildrand rechts neben dem Regenbogen. In dieser Zeit sammelte er alle notwendigen Arbeitserfahrungen, um sie später seinen ›Altgesellen‹ zu vermitteln. Als Werner Tübke das Monumentalgemälde am 16. Oktober 1987 offiziell mit der Schlusssignatur beendet hatte, lagen mehr als ein Jahrzehnt hinter ihm. Kurz nachdem das Panorama Museum am 14. September 1989 eröffnet worden war, stand der Staat, der das Rundgemälde in Auftrag gegeben hatte, vor dem Aus.









