Eine Ausstellung mit neuen Gemälden und Zeichnungen von MICHAEL TRIEGEL (*1968 in Erfurt), »Ausstellung Michael Triegel«, ist in Berlin zu sehen (GALERIE SCHWIND, bis 31.03.). Der deutsche Maler, Zeichner und Grafiker lebt und arbeitet in Leipzig.
Michael Triegel verweigert sich mit seinem an die alten Meister der Frührenaissance und des Manierismus angelegten Stil dem Kunstverständnis der Moderne, und nimmt auf dem Markt eine Sonderstellung ein. Mit der Ausführung des Wandbildes im historischen Rathaus Plochingen (Baden-Württemberg) im Jahre 2000 wurde auch eine breite Öffentlichkeit auf Michael Triegel aufmerksam. Der Künstler hat inzwischen ein vielfältiges Werk für katholische und evangelische Kirchengemeinden geschaffen. Außer religiösen Szenen umfasst das mitunter kontrovers diskutierte Oeuvre Landschaftsbilder, Stillleben und Porträts. Besonders bekannt ist der Künstler seit 2010 für sein Porträt von »Papst Benedikt XVI.« (der »Papstmaler«), Und durch den neuen dreiflügeligen Marienaltar im »Weltkulturerbe Naumburger Dom« (2022).
Fünfhundert Jahre nach seiner Zerstörung ergänzte Triegel in Naumburg den 1519 geschaffenen und teilweise zerstörten Altar Lucas Cranachs d. Ä. mit einem neuen modernen Mittelteil. Die originalen Seitenflügel Cranachs sind erhalten. Die UNESCO intervenierte nach der Fertigstellung, obwohl sie den Malprozess eng begleitet hatte. Der neue Altar beinträchtige die Sichtachsen auf die berühmten hochmittelalterlichen Stifterfiguren wie Uta von Naumburg. Die UNESCO droht dem Dom mit dem Entzug des Titels »Weltkulturerbe«. Seitdem befindet sich der Altar auf Wanderschaft.
Aktuell steht das Werk im Vatikan, fern seines Bestimmungsorts. Das Exil soll Zeit schaffen, um über die strittige Frage eines Standortwechsels innerhalb des Doms und damit seine Rückkehr nach Naumburg zu entscheiden.



