SCHIFFSAUFZUG

Fahrt mit dem Deutschlandticket sowie dem RE3 und RB60 via Eberswalde zu den Schiffshebewerken nach Niederfinow ins Barnimer Land (06.03.). Rückfahrt mit dem Bus 916 nach Eberswalde. 

Per Schiff von Stettin nach Berlin
Mit den beiden Schiffshebewerken stehen zwei Ikonen der deutschen Ingenieurskunst aus zwei Jahrhunderten dicht beieinander. Schiffe über eine Distanz von 36 Metern zu heben war eine ganz neue technische Herausforderung. Fast 90 Jahre lang versah das alte Schiffshebewerk zuverlässig seinen Dienst. Im Oktober 2022 ging das neue Hebewerk – ebenfalls als ein Senkrecht-Hebewerk – in Betrieb. Trotz seiner gewaltigen Ausmaße passt sich das 133 Meter lange und fast 55 Meter hohe Bauwerk gut in die umgebende Landschaft ein. Wie das alte grenzt auch das neue Hebewerk an einen Unterhafen und ist über eine Kanalbrücke mit dem Oberhafen verbunden. Schiffe fahren nach Öffnung der Tore in die Trogwanne ein. Der Trog bietet Platz für Motorschiffe mit einer Länge von bis zu 113, einer Breite von bis zu 11,45 und einem Tiefgang von bis zu 2,80 Metern. Grundsätzlich hat sich seit 1934 am Vorgang des Hebens nichts geändert. Für die Hebung bedarf es dank des Gegengewichtsprinzips nur geringe Mengen elektrischer Energie. Der Hebevorgang dauert jetzt etwa 15 MIN.

Wegen des Eisgangs auf der Oder im Februar war der Schiffsverkehr noch eingestellt. Die Saison für die Ausflugsschiffe startet erst zu Ostern. Die Zeit wird für Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten genutzt.

Vom Bahnhof aus begab ich mich zu Fuß auf den 2,4 Kilometer langen Weg.
Mit der im Jahre 1912 fertiggestellten Schleusentreppe (in der Grafik mittig; Blick Richtung Süden), bestehend aus vier hinter-
einander liegenden Schleusenkammern, dauerte der Hebevorgang eines Schiffes zwei Stunden. Das bedeutete in der damaligen Zeit einen neuen Weltrekord. Die Schleusentreppe wurde 1972 wegen baulicher Mängel stillgelegt. Für den Neubau des 2. Hebewerks mussten Teile der alten Schleusentreppe weichen. Die Natur hat sich inzwischen Teile des Geländes zurückgeholt, sodass die vorhandenen baulichen Reste der Schleusenkammern hinter Bäumen und Sträuchern verschwunden sind. Sie sollen aber für die Nachwelt erhalten und erlebbar gemacht werden.
Die Kanalbrücken führen in den Oder-Havel-Kanal in Richtung Eberswalde.
Die Besucherplattform befindet sich auf einer Höhe von 46 Metern (11. OG). Der Blick vom neuen Schiffshebewerk auf das Niederoderbruch reicht bis nach Polen.
Das alte Maschinenhaus wird nicht mehr in dieser Funktion benötigt. Es wurde versetzt und originalgetreu wieder aufgebaut; jedoch mit einem Anbau versehen.

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