SPARGELSCHÄLER

Halbzeit in der laufenden Spargelsaison. Diese dauert noch bis zum 24. Juni. Besichtigung eines Spargelhofes im RHINLAND (Brandenburg), dass sich entlang des Flusses RHIN erstreckt (26.05.). Das Rhinland endet am Unterlauf des Rhins in KREMMEN. Der dortige Spargelhof startete 2008. Der Spargel konnte erstmals 2010 vermarktet werden. Der Betrieb erntet täglich 31 Tonnen Spargel.

Nach der Ernte und Anlieferung wird der gestochene Spargel zunächst gewogen und gewaschen. Dann gehen die Kisten zur Sortieranlage.
Für den Hofladen werden täglich etwa 800 Kilogramm Spargel von Hand geschält.
Dies erfolgt mit beachtlicher Geschwindigkeit. Die Augen können dem Sparschäler kaum folgen.
Die Schälreste werden entsorgt.
Seniorenteller.

BEGRÜSSUNGSGELD

So ändern sich die Zeiten! Das Begrüßungsgeld Ost in Höhe von 100 Euro lobten Bankster aus.

Das Begrüßungsgeld ›West‹ war nach dem ›Mauerbau‹ 1970 eingeführt worden. Bei Einreise in die Bundesrepublik erhielten Bürger:innen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) sowie Deutschstämmige aus der Volksrepublik Polen zunächst 30 DM. Im Jahr 1988 wurde die Summe auf 100 DM erhöht. Für die Abwicklung waren Auszahlungsstellen bei den Stadt- und Gemeindeverwaltungen zuständig. Bis nach dem Mauerfall Hunderttausende Ostdeutsche die Unterstützungsleistung in Anspruch nehmen – auf einmal.

Ein paar Tage nach der Maueröffnung im November 1989 hatten sich bereits drei Millionen Menschen das Begrüßungsgeld auszahlen lassen, zum Jahresende fast jeder der über 16 Millionen DDR-Bürgerr:innen. Schätzungen zufolge wurden rund vier Milliarden DM ausgezahlt, bis das Begrüßungsgeld am 29. Dezember 1989 eingestellt wurde.

Die ›Beschenkten‹ setzten das ›Westgeld‹ zügig um – sie stürmten die Unterhaltungselektronikabteilungen der Kaufhäuser, Videoläden und Supermärkte. Dort ›räumten sie die Regale leer‹ und ließen nur noch, wie »Der SPIEGEL« damals herablassend schrieb, »die Kohlköpfe liegen«. Wie die jetzt in den Osten Angelockten wohl ihre Boni verheizen?

DIE BLAUE BLUME

Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.

Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt’ und Au ’n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.

Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.

Joseph von Eichendorff (1818)

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren, sind der Schlüssel aller Kreaturen …

SŁUBFURT

Mit dem Deutschlandticket nach Frankfurt nad Odrą  (18.05.). Die polnische Nachbarstadt Słubice war 1945 aus dem Frankfurter Stadtteil Dammvorstadt entstanden. Frankfurt (Oder) ist der wichtigste deutsche Eisenbahngrenzübergang nach Polen. Viele internationale Reisezüge fahren über diese Bahnstrecke Frankfurt (Oder)–Posnań nach Posen und weiter in Richtung Warschau, Kiew und Moskau, darunter der Berlin-Warszawa-Express. Die Regionalbahn-Verbindung (RB 91) nach Zielona Góra nutzt bis Rzepin denselben Streckenabschnitt.

Der Hahn war bereits in den Stadtwappen der Städte Frankfurt und Słubice vorhanden. Er gilt als verbindendes Symbol
der Doppelstadt.
Das »KINO PIAST« wurde 1925 als »Film-Palast Friedrichstraße« eröffnet. Das Kinogebäude in der heutigen ul. Jedności Robotniczej 10 wurde 2005 geschlossen. Inzwischen ist nur noch der vordere Bereich des Kinos vorhanden; der komplette hintere Bereich (Kinosaal und Verwaltung) sind abgerissen.
PIEROGI gehören zu Polen. Deshalb hatte ich für 20 Złoty (etwa 4,40 Euro) einen Teller mit drei Pierogi z mięsem (mit Fleisch, links) und drei Pierogi z kapustą i z grzybami (mit Sauerkraut und Pilzen, rechts) bestellt. Smacznego! Sehr lecker.
Der 1976 fertig gestellte 89 Meter hohe ODERTURM. 
Turm der ehemaligen St.-Marien-Kirche. Sie war die Hauptpfarrkirche der Hansestadt Frankfurt. Durch Kriegseinwirkung war sie 1945 nur noch eine Ruine. 
›Himmelfahrt‹ ist in Polen kein Feiertag. Die Geschäfte waren dort geöffnet. An diesem ›Herrentag‹ fuhren auch trinkfreudige Männergruppen mit im Zug. 

In zehn Tagen ist Pfingsten. Der ›Heilige Geist‹ erscheint schon länger nicht mehr, um die Menschen zu beseelen; er hat sich wohl verkrümelt.

Nachschlag DEUTSCHLANDTICKET: Inhaber des Deutschlandtickets dürfen, anders als die Besitzer einer Monatskarte, bei
den üblichen Zugverspätungen von 20 MIN und mehr sowie bei Zugausfällen nicht auf einen höherwertigen Zug wie IC oder ICE umsteigen. Der Bundesrat stimmte am Freitag dem entsprechenden Entwurf des Bundesverkehrsministeriums zu (12.05.).
Auch eine Erhöhung der Entschädigungssummen für Verspätungen lehnte die Länderkammer ab. Passt dazu: kürzlich dachte der Bundesverkehrsminister laut darüber nach, Autokäufern das Deutschlandticket zu schenken. Auf den ›Autoerotiker‹ Wissing (FDP) ist Verlass!

QUOTENKÖNIG

Krönung von Charles. III. im Vereinigten Königreich. Am  6. Mai war es wieder so weit: die ›Wohlfühl-Monarchie‹ als Staatsform ganz ohne Lügen, Sex, Intrigen, Untreue, Bereicherung, Machtmissbrauch, Willkür, Gewalt, Ungerechtigkeit und Armut. Die deutschen Medien erfüllten ihren Bildungsauftrag, und änderten ihre Programme. Nicht nur die Privaten mit dem Bertelsmann-Bildungsfernsehen (RTL); auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR). (K)eine Sternstunde des Journalismus. Auflauf der ADELSEXPERT:INNEN. Die ARD outete sich hierbei als der deutsche ›Haus- und Hofsender‹ der britischen Monarchie. Leontine Gräfin von Schmettow kommentierte im Ersten den schönen Schein. Diesmal holte sich ›Das Erste‹ dabei den Sieg im Quoten-Rennen – QUOTENKÖNIGIN ARD. Märchenhaft, »… und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage«.

Mas que nada

Noite de música brasileira com o VICCHIO DOYLE DUO e a FLINTSTONES BIG BAND (Embaixada do Brasil/ 11.05.). Die Kälte ging, die Konzertbesucher:innen tanzten beschwingt dem Sommer entgegen.

Als ob Englein singen: Juanita Olaya mit ›Triste‹ …
… Anna Josefine Busch singt ›Gloomy Sunday‹.
Gefeierter Solist ROBERTO VICCHIO (trompeta, flugelhorn/ 3. von links).

»THE LÄND«

Tour de Ländle mit dem DEUTSCHLANDTICKET: Heidelberg (07.–10.05.), Ladenburg (07.05.), Stuttgart (08.05.) und Karlsruhe (09.05.) – bwegt.

HEIDELBERG, Kurpfalz.

LADENBURG, Kurpfalz.

STUTTGART, Württemberg. Unterirdisches Bahnprojekt.
Stuttgarter Linsengericht (Marktstüble) mit Bauch vom Schwäbisch-Hällischen Schwein, geliefert von der Bäuerlichen EZG.

Alle Wege in der Fächerstadt führen zum Schloss: Waldstraße. An der Karlsruher Waldstraße wurde seit September 2005 eine ›Mittellinie‹ aus gelben, beschrifteten Fliesen verlegt. Sie ist Teil des Projektes ›Karlsruher Sonnenfächer‹. Durch diese goldgelben ›Strahlen‹ soll der einzigartige Karlsruher Fächer im Stadtbild verdeutlicht werden. Bürger:innen können für dieses Projekt eigene Fliesen gestalten und spenden. Eine Fliese kostet je nach Gestaltung 420,– bis 580,– Euro. Die Fliesen werden von der Karlsruher ›Majolka Manufaktur‹ produziert.

Der Wochenmarkt am Gutenbergplatz gilt als ›der schönste‹ in Karlsruhe.

Zyklus »GENESIS«

MARKUS LÜPERTZ (*25. April 1941) ›Schöpfung‹ ist jetzt vollständig. Das 14. und letzte Werk des Lüpertz-Zyklus »GENESIS« wurde im Karlsruher Untergrund montiert (28.04./ 09.05.). Zwanzig Tonnen Ton hat Lüpertz für die Reliefs des Zyklus verarbeitet. Das Werk ist in sieben Stationen der Karlsruher ›U-Strab‹ zu sehen. Für mindestens sechs Jahre wird Lüpertz 14-teiliger Zyklus im Karlsruher Untergrund bleiben – als Leihgabe des Vereins »Kunst erfahren«. Was danach damit passiert, ist (noch) offen. 

Kunst zum Anfassen!

SCHNEEKUGEL

Wie wurde Frankfurt zu dem, was es ist? Und was unterscheidet Frankfurt von anderen Städten? Ein Blick in die SCHNEEKUGEL gibt Antworten auf diese Fragen (05.05.). Acht Künstler:innen gestalteten acht Frankfurt-Bilder.

FRANKFURT … die kriminelle Stadt. Zu recht? Frankfurt befindet sich Jahr für Jahr ganz oben in der deutschen Kriminalstatistik.
die heimliche Hauptstadt.
… die Geldstadt.
… die Drehscheibe.
 […]

Die Frankfurter Altstadt im Mai 1945: Paulskirche (links oben), Römer mit Römerberg (links Mitte), Dom (rechts oben).

Ein Roboter tauscht die Bilder.

die heimliche Hauptstadt.

die kriminelle Stadt. Ro­sa­lie Ma­rie Au­gus­te NITRIBITT (1933–1957), ge­nannt ROSEMARIE, war ei­ne Frank­fur­ter ›Edel­pro­sti­tu­ier­te‹ und Op­fer ei­nes bru­ta­len Mor­des. Ihr Tod ent­wi­ckel­te sich zum ers­ten gro­ßen Ge­sell­schafts­skan­dal der jun­gen Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, da zu ih­rem Kun­den­kreis hoch­ran­gi­ge Ver­tre­ter aus Po­li­tik und Wirt­schaft zähl­ten. Die ge­nau­en Um­stän­de und Hin­ter­grün­de des Mor­des sind, eben­so wie die Iden­ti­tät des Tä­ters, bis heu­te un­ge­klärt. Ihr Leben inspirierte unter anderem einen Roman, mehrere Spielfilme, das Musical »Das Mädchen Rosemarie« und Theaterstücke. Sachbücher und Filmdokumentationen befassen sich mit dem Fall Nitribitt.

die heimliche Hauptstadt.

Das HISTORISCHE MUSEUM FRANKFURT ist das älteste Museum der Mainmetropole und eines der größten Stadtmuseen Europas. Es liegt im Herzen der Frankfurter Altstadt. Zum Historischen Museum gehören auch die Museumsräume im ›Haus zur Goldenen Waage‹ – einem der schönsten Fachwerkgebäude aus der Renaissance in der neuen Frankfurter Altstadt. Tipp. Die sehenswerte Sonderausstellung, topaktuell: »Inflation 1923. Krieg, Geld, Trauma« (03.05.–10.09.2023).