»FRIEDENSMEUTE«

Pazifist:innen und Friedensaktivist:innen werden seit jeher von den Mächtigen bekämpft.

Bumms mit Doppelwumms.

Während im russischen Großreich das Wort »KRIEG« inzwischen verboten ist, und die Verwendung des Begriffes dort mit Straflager von bis zu 15 Jahren geahndet wird, geht man im »Wertewesten« subtiler gegen die Kriegsgegner:innen vor. Die »Qualitätsmedien« verunglimpfen Friedensdemonstrant:innen als staatsfeindliche »Querfront«. Gegen prominente Vertreter:innen wird eine beispiellose ›Hexenjagd‹ geführt, mit dem Ziel, diese Personen gesellschaftlich zu ächten und zu isolieren. Stattdessen wird die Zivilgesellschaft militarisiert, in einer medialen ›Gehirnwäsche‹ auf allen Kanälen (sogar in Satire-Sendungen) auf das Kriegsziel »Siegfrieden« ›hinmanipuliert‹ und eingeschworen.

Lew Nikolajewitsch Tolstoi entlarvte die oben beschriebenen Mechanismen in seiner Schrift »PATRIOTISMUS UND REGIERUNG« (1900). Top aktuell.

Leiser Protest regt sich (noch). Diese »Banksy-Keramiken« entdeckte ich auf einer meiner Fototouren im Berliner Wrangelkiez (SO36) an Hauswänden.

Ach ja: »FRIEDENSMEUTE« titulierte die ›Süddeutsche Zeitung‹ die Demonstrant:innen einer Großdemonstration am 25. Februar
in Berlin (Artikel »Feindbilder für die Stimmung« von Jan Heidtmann und Boris Herrmann).

»KRIEG IST FRIEDEN«

Der Himmel über Berlin weinte. Berlin gedachte, erinnerte und protestierte anlässlich des ersten Jahrestags des russischen Überfalles auf die Ukraine (24.02.2023). Bereits am frühen Freitagmorgen war vor der russischen Botschaft in Mitte ein zerstörtes Panzerwrack vom Typ T-72 aufgestellt worden. Die Kanone zeigte auf die Botschaft. Der Panzer sei am 31. März 2022 beim russischen Angriff in dem ukrainischen Dorf Dmytrivka, außerhalb Kiews, auf eine Mine gefahren und durch die Explosion ausgebrannt. Vermutlich seien Soldaten darin umgekommen. Es soll für einige Tage vor der Botschaft am Boulevard Unter den Linden
als ›Mahnmal gegen den Krieg‹ (?) dienen.

Wieder stirbt die Jugend, wird verstümmelt. Weil böse alte Männer das so wollen. Was die Eltern noch wussten: Nie wieder Krieg! Politiker:innen und Journalist:innen setzen sich dagegen auf allen Kanälen für den Krieg ein. Krieg als Dauerzustand. Denn (im ›Orwell-Sprech‹) »KRIEG IST FRIEDEN«/ War is peace.

NACHTRAG (26.02.) – Rosenkrieg? Am Wochenende sorgten rote Rosen am Panzerwrack unweit von Botschaft und Brandenburger Tor für Aufsehen. Am Sonnabend verteilten dort mehrere Dutzend Menschen rote Rosen am Panzer. Steckt die russische Botschaft hinter der Rosen-Aktion am ausgebrannten Panzer? Fast zeitgleich twitterte die Botschaft: »Wir danken allen, einschließlich unserer Landsleute in Deutschland, die am russischen Panzer Blumen niederlegten.« Vertreter aus der ukrainischen Gemeinschaft in Berlin fühlten sich von der Rosen-Aktion dermaßen gestört, dass die Organisatoren die hunderte Blumen Sonntagmittags dann doch lieber wegräumten. Später dominierten dann wieder die blau-gelben Frühblüher auf dem zerstörten russischen Panzer (Quelle: Berliner Zeitung, 27.02.2023).

DIE QUAL

Die Qual der Wahl hatten die Berliner:innen zum 2. Mal (12.02.). Zur WAHLWIEDERHOLUNG war es gekommen, weil der Berliner Verfassungsgerichtshof die Wahl zum Abgeordnetenhaus (AGH) und zu den Wahlen der Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) vom 26. September 2021 wegen »schwerer systemischer Mängel« und zahlreicher Wahlfehler im November 2022 für ungültig erklärt hatte. Landeswahlleiter STEPHAN BRÖCHLER war der Mann der Wahlwiederholung. Erst seit 1. Oktober 2022 im Amt, hatte er sofort eine Herkulesaufgabe übernommen. Er musste an der Spitze eines recht überschaubaren Teams innerhalb von nur 90 Tagen die Wiederholungswahlen organisieren. Normalerweise wird für die krisenfeste Vorbereitung einer Wahl ein Jahr veranschlagt.

Bei der Wiederholungswahl zum Berliner Abgeordnetenhaus konnten etwa 2,43 Millionen Menschen ihre Stimme abgeben.
Das waren etwa 15.800 weniger Wahlberechtigte als bei der Wahl im September 2021, wie der Landeswahlleiter noch vor dem Wahlsonntag mitteilte. Für rund 31 Prozent der Wahlberechtigten war demnach bereits ein Wahlschein ausgestellt worden – also für eine Briefwahl oder eine vorzeitige Wahl vor Ort. Bei der Wahl zu den Bezirksverordnetenversammlungen waren rund 2,73 Millionen Menschen wahlberechtigt. Diese Zahl liegt höher, da hier auch 16- und 17-Jährige sowie in Berlin lebende ausländische EU-Bürger:innen ab 16 Jahren wählen dürfen.

Hart umkämpft bis zur Spaltung der Stadtgesellschaft, befeuert von den Medien: Verkehrswende und Verkehrberuhigung.

Die Beteiligung an der Abgeordnetenhauswahl lag bei 63,1 Prozent – das ist schlechter als 2016 (66,9 %, ohne parallele Bundestagswahl) und als 2021 (75,3 %, parallel zur Bundestagswahl). Es gab in jedem (!) Wahlkreis weniger ungültige Stimmen als 2021. Kein Vertrauensbeweis für die ›Großen‹. Bei dieser Wahl war es wieder so weit: 207.576 Stimmen (13,7 Prozent) gingen an Parteien, die an der 5-Prozent-Hürde scheiterten. Sie wanderten damit auf dem direkten Weg in den Papierkorb. Die größte Partei unter den ›Kleinen‹ ist die Tierschutzpartei (2,4 %), gefolgt von »Die PARTEI« (1,4 %) und Volt (0,9 %). Die PARTEI schaffte es aber wieder in die BVV Friedrichshain-Kreuzberg.

Die CDU gewann als erfolgreiche ›Protestpartei‹ die Wahl in Berlin: »Berlin ärgert sich schwarz«, titelte die »taz«. Schwere Niederlage: Die SPD konnte keinen einzigen Bezirk für sich entscheiden (Slogan »Weil sie es kann«). Die FDP flog mit 4,6 % aus dem Abgeordnetenhaus. Während die Außenbezirke ›SCHWARZ‹ wählten, dominierten im S-Bahn-Ring die GRÜNEN. Entschieden haben diese Wahlen die Ü70-Wähler:innen (›Generationengerechtigkeit‹). Rechnerisch würde es für eine Fortsetzung der Rot-Grün-Roten-Koalition (= 56 % der Sitze im Parlament) reichen. Kurz vor der Wahl hatte Kai Wegner, der Spitzenkandidat der CDU, jedoch eine Koalition mit den GRÜNEN kategorisch ausgeschlossen.

Der Christdemokrat Friedrich Merz hatte einen Sturm der Empörung ausgelöst, weil er zum Wahlkampf-Auftakt ukrainischen Kriegsflüchtlingen »SOZIALTOURISMUS« nach Deutschland vorgeworfen hatte (27.09.2022). Gelöschte Tweets und halbgare Entschuldigung inklusive. Hatten wir das nicht schon mal? Ja, »Sozialtourismus« war bereits 2013 UNWORT DES JAHRES.
»Für 130 in Spielstraßen« und »Für ein tausendspuriges Reich«. So lauteten keine FDP-Forderungen. Die Berliner FDP kann sich aber zumindest nicht vorwerfen lassen, zu wenig für Autofahrer:innen getan zu haben. Kurz vor der Wahl hatte Bundesfinanzminister Christian Lindner gefordert, die Diskriminierung der Autofahrer sofort zu beenden. Er sagte der Autofahrer-Diskriminierung einen harten Kampf an.
Schielen Oliv-GRÜNE nach DER BOMBE?

Auf meine Stimme kommt es nicht an? Von wegen! Die SPD liegt mit 53 Stimmen vor den GRÜNEN. In einem Lichtenberger Wahlbezirk gewann der CDU-Kandidat mit nur 10 Stimmen Vorsprung vor der Kandidatin der LINKEN. Ach ja, Wahlumfragen dienen der Manipulation. Sie missachten den SOUVERÄN.

Die Politik hat 20 Jahre ungenutzt verstreichen lassen. Weiter so? Volksentscheid am 26.03.2023. – Abstimmen!

2023

Nu isses da, das Jahr 2023. Neues Jahr, neuer Fotowandkalender mit dem Titel: RUF! MICH! AN!, oder: »pls hold the line«.

STARGATE: Per aspera ad astra?

EISKALT. Der ›Architekt‹ der »Agenda 2010«, FWS, rief in seiner Weihnachtsansprache zu mehr Zusammenhalt auf. »Witzischkeit kennt keine Grenzen«.

›Wir‹ bevölkern die Erde seit etwa 300.000 Jahren. Mehr als acht Milliarden Menschen leben auf EINEM Planeten Erde, verbrauchen aber die Ressourcen von fast ZWEI Planeten Erde. UN-Generalsekretär Antonio Guterres (COP27): »We are on the HIGHWAY TO CLIMATE HELL«. 2022 gab es in Berlin 24 Hitzetage und 19 Tropische Nächte. Zu viele haben den Schuss immer noch nicht gehört. Herzenswärme oder ›rauchende Köpfe‹ bei sommerlichen 42 Grad Celsius − oder beides? (Das Foto entstand im Berliner Zeiss-Großplanetarium beim Programm »Raumschiff Erde«).

Deshalb auch im 4. Krisenjahr: A NAUGHTY NEW YEAR! Ob es besser wird als 2024, das neue Jahr 2023?

Die Goslarer Schornsteinfeger verkaufen als Glücksbringer traditionell an Silvester die Glücksschweinchen der Goslarer Zeitung
für einen guten Zweck. Eine HAND VOLL GLÜCK für alle Besucher:innen meines BLOG-FEEDs. Masel tov statt Schlamassel.

FISH PIE

Wie wäre es zum Jahreswechsel mit FISH PIE? Nicht nur im Vereinigten Königreich ›ein Renner‹. Veganer:innen müssen jetzt stark sein.

Rezept für Fish Pie
Für 4 Personen

Zutaten

zirka 250 g KABELJAU
zirka 250 g LACHS
wer mag, eine Handvoll GARNELEN
100 g CHEDDAR oder anderen Käse
100 g Tiefkühlerbsen/ oder aus der Dose
600–700 g mehlig kochende Kartoffeln
250 ml Vollmilch
60 g Butter fürs Püree + 30 g für die Roux
wer mag, einen Spritzer WEISSWEIN

2 Lorbeerblätter
3–5 schwarze Pfefferkörner
etwas geriebene Muskatnuss
4 EL Mehl
etwas frische Petersilie oder Dill/ oder beides
Salz
Ach ja, Knoblauch kann nie schaden!

Zubereitung

Den Käse reiben. Einen Topf mit Wasser aufsetzen, salzen, Kartoffeln schälen und vierteln, im Wasser zum Kochen bringen. Wenn sie weich sind, abgießen, durch die Kartoffelpresse drücken oder zerstampfen. Sparsam salzen (später kommt noch der Käse ins Püree), mit geriebener Muskatnuss würzen.

Die Milch in einer Pfanne mit Lorbeer und Pfefferkörnern zum Kochen bringen, Fisch in mundgerechte Stücke schneiden, Temperatur herunterdrehen und den Fisch ein paar Minuten simmern lassen. Fisch aus der Milch heben, beiseite stellen, Milch durch ein Sieb passieren, beiseite stellen.

Die Erbsen auftauen, indem man sie mit heißem Wasser in einem Sieb übergießt. Eine Auflaufform buttern, den Ofen auf 170 Grad Umluft vorheizen.

In einer Pfanne die Butter schmelzen, nicht bräunen lassen, Mehl in die Butter geben, Mehl unter ständigem Rühren etwas anrösten, langsam die noch warme Milch hinzugeben, unter beständigem Rühren aufkochen, bis alles andickt, vielleicht etwas Weißwein dazu geben. Fünf Minuten simmern lassen, bis sich eine dicke Soße ergibt, salzen. Pfanne von der Herdplatte ziehen, Fischstücke, Erbsen und die Hälfte des geriebenen Käses hinzugeben, Petersilie und Dill grob hacken, einrühren, alles in die Auflaufform füllen.

Den restlichen Käse ins Kartoffelpüree geben, Püree auf der Fischfüllung verstreichen (oder als Tupfen mit einer Spritztülle dort aufsetzen). Im Ofen lassen, bis das Püree golden ist. Guten Appetit, Smacznego!

Stempel, Flecken, Knicke

AXEL SCHEFFLER hat THE GRUFFALO erschaffen. »Von Monstern, Mäusen und Menschen« heißt die Ausstellung von Axel Schefflers fantastischen BRIEFBILDERN. Mit Kolleg:innen, Familie und Freunden entwickelte sich nach Schefflers Niederlassung
in London ein reger Briefverkehr. Scheffler gestaltete die Briefumschläge seiner Korrespondenzen mit Collagen und Illustrationen.
Das illustrierte Briefumschlag-Œuvre begeistert. Im Museum für Kommunikation Berlin zu bewundern (bis 12.03.2023). Reingehen!

Morgen, Kinder

Weihnachtslied, chemisch gereinigt

Morgen, Kinder, wird ’s nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
das genügt, wenn man ’s bedenkt.
einmal kommt auch Eure Zeit.
Morgen ist ’s noch nicht so weit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden,
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden,
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt ’s Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen –
lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt ’s an Holz!
Stille Nacht und heilge Nacht –
Weint, wenn ’s geht, nicht! Sondern lacht!

Morgen, Kinder, wird ’s nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit . . . 
Ach, du liebe Weihnachtszeit!  

(Erich Kästner, 1928)

Väterchen Frost im KADEWE.