Bei der ›TAPE ART CONVENTION 2022‹ (08.–21.05.) in Berlin-Kreuzberg kann man den genialen Umgang mit Klebeband
in einer Ausstellung bestaunen und in Workshops erlernen. Bilder: Alles ›nur‹ geklebt.




Bei der ›TAPE ART CONVENTION 2022‹ (08.–21.05.) in Berlin-Kreuzberg kann man den genialen Umgang mit Klebeband
in einer Ausstellung bestaunen und in Workshops erlernen. Bilder: Alles ›nur‹ geklebt.




Ein großer Fußballabend endete für Eintracht Frankfurt im Jubelrausch (18.05.). Die Hessen besiegten im Finale der Europa League die Glasgow Rangers mit 6 : 5 nach Elfmeterschießen. Nach der Verlängerung hatte es wie schon nach 90 MIN 1 : 1 (0 : 0) gestanden. »Ei Kall, mei Droppe!« Eintracht Frankfurt erfüllte sich den größten Traum und holte in einem kämpferischen an Dramatik nicht zu überbietenden Finale den Europa-League-Titel und EUROPAPOKAL. Ungeschlagen im Wettbewerb. Der zweite internationale Titel nach 42 Jahren, der nächste Titel nach 2018! ›FÜR DEN JÜRGEN‹ (Grabowski, 1944–2022). Kompliment an die Rangers aus Glasgow.
Das ›Estadio Ramón Sánchez Pizjuán‹, Stadion des Europa-League-Rekordsiegers FC Sevilla, war schon einige Male Schauplatz großer Fußballabende. Doch für dieses Endspiel schien der andalusische Fußballtempel, von Eintracht-Präsident Peter Fischer abschätzig zum »Micky-Mouse-Stadion« erklärt, anderthalb Nummern zu klein. Denn 150.000 Fans hatten sich aus Schottland und Hessen gen Finale aufgemacht, lediglich etwa 44.000 Plätze bietet dagegen die Arena.
Trotzdem bemerkenswert, weil überraschend, war aber die gefühlte Frankfurter Überlegenheit auf den Rängen: Der neutrale Zuschauerbereich leuchtete mehrheitlich in Rangers-Blau, doch die »BESTIA BLANCA« im Eintracht-Weiß feierte einen Kantersieg auf der Dezibelskala. Die Frankfurter Ultras hatten zum Spielauftakt in ihrer Choreografie gezeigt, wie sie für den Verein die Knochen hinhalten. Die pure Fußballeuphorie der Eintracht-Fans.
Es begann mit Blut: Der Frankfurter Kapitän SEBASTIAN RODE war nach MIN 5 blutüberströmt zu Boden gegangen. Dann mutierte er zum TURBAN-TITAN. KEVIN TRAPP wurde ebenfalls zur Frankfurter Klublegende. Kurz vor Ende der Verlängerung hatte
der Eintracht-Keeper mit einer irrwitzigen Beinabwehr gegen Ryan Kent vom Rangers FC pariert (118. MIN). Und dann,
im Elfmeterschießen, war Trapp es gewesen, der den entscheidenden Strafstoß gegen Aaron Ramsey abgewehrt hatte. Trapp
der bessere Neuer? Das Spiel endete mit Freudentränen. Eine Fußballmannschaft mit Herz und Euphorie hat ganz Frankfurt hinter sich vereint. Die SGE hat sich ein Denkmal errichtet.
Und das nach Holperstart in die Saison, frühes Aus im DFB-Pokal und einer eigentlich enttäuschenden Bundesliga-Saison: Platz 11 (10x Sieg, 12x Unentschieden, 12x Niederlagen); 45 : 49, –4; 42 Punkte. Jetzt spielt die Eintracht in der kommenden Saison in der Champions League!
Stimmen zum Spiel:
Der gebürtige Hanauer RUDI VÖLLER (›Tante Käthe‹) hat Eintracht Frankfurt für den Titel in der Europa League gewürdigt.
»Wenn man die ganze Saison sieht, war das hochverdient«, sagte der scheidende Geschäftsführer von Bundesliga-Rivale Bayer Leverkusen. »Sie haben zum richtigen Zeitpunkt immer Top-Leistungen abgeliefert, haben die ganze Saison über kein Spiel verloren und sind auch im Finale nach Rückstand zurückgekommen. Kompliment!« (Zitiert nach hr-Fernsehen, Hessenschau).
Während des ersten Fernsehinterviews kurz nach Spielende ging TRAPPS Blick weg von sich, hin zu den Mitspielern, dann zu den Fans: »Wir sind alle die Helden. Schau dir das an«, deutete der Matchwinner ins weite Rund. »Wir wussten, wir sind dran. Ohne DIE hätten wir es nicht geschafft.« (Zitiert nach RTL-Fernsehen).
Heute wäre ich gerne in Frankfurt – und dort jetzt am RÖMER (der Empfang soll heute um 19:00 Uhr beginnen)!

»SCHNABULIERE LIEBER INDISCH«. Der Spatz liebt es gesellig. Und hier indisch.
Dem Glauben des Hinduismus nach stirbt zwar der Körper, nicht aber die Seele. Der ewige Kreislauf des Lebens: Die Seele ist auf ewiger Wanderschaft und nimmt sich eine unendliche Anzahl von Körpern, bis alle KARMAS erschöpft sind. Das ewige Seelenheil, auch MOKSHA genannt, kann nur durch die Befreiung der Seele von den Karmas geschehen. Ein Mensch muss nicht als Mensch wiedergeboren werden. Die Wiedergeburt ist also auch in Form eines Tieres, einer Pflanze, eines Einzellers oder eines Halbgottes möglich. Vom Spatz zu GARUDA? Da muss ich doch mal wieder mein kleines unsterbliches Seelchen befragen. Heute Abend. – Gespannt!

Hannelore Mühlenhaupt lud am Sonntagnachmittag zur Ausstellungseröffnung »Zitronenernte« in das Kreuzberger ›KURT MÜHLENHAUPT MUSEUM‹ ein (08.05.). Der alte Fabrikhof ist mit ›Kurtchens Zwergen‹ und blühendem Flieder eine kleine Oase mitten in der Stadt.





Vor 89 Jahren ereignete sich in der Kulisse der Berliner Repräsentationsbauten von Wissenschaft, Kunst und Kirche ein bizarres Staatsschauspiel. Direkt neben der Staatsoper ›Unter den Linden‹, vor der St. Hedwigs-Kathedrale und gegenüber der Humboldt-Universität. Als am 10. Mai 1933 mitten in Berlin, der deutschen Hauptstadt, unter staatlicher Regie und Aufsicht mehr als
20.000 Bücher verbrannt wurden – darunter die Werke der bedeutendsten deutschen Schriftsteller und Publizisten – war das sogenannte ›Tausendjährige Reich‹ gerade einmal hundert Tage alt. Damals hatte das neue Regime nach einem legalen Regierungswechsel innerhalb weniger Wochen beinahe alles etabliert, was in den folgenden zwölf Jahren der Maßstab sein würde: Rechtsbruch, Verfassungsbruch, Zivilisationsbruch.
»Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen« (Heinrich Heine in seiner 1823 veröffentlichten Tragödie ›Almansor‹).
Die Saubermänner (mehrheitlich) dieser Welt, die Anhänger:innen der CANCEL CULTURE sollten sich öfter von den Werken
der verfolgten Autor:innen ›entzünden‹ lassen. DEM LEBENDIGEN GEIST, Funkensprühend.
»Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut
zu sagen: Nein!« (Kurt Tucholsky).
Gegen geistige Verarmung, für eine lebhafte Debattenkultur: gegen BRENNEN (analog) & LÖSCHEN (digital).

Die Freiheitsmütze sieht man zieh ’n,
Sie leuchtet und sie reiset kühn
Zum Trotze der Despoten
Ihr Lauf umfängt das ganze All
Sie bricht die Ketten überall
Der braven Sansculotten.
Dies Zeichen uns erlösen soll,
Schon wirft ’s gerechten Schrecken voll
Auf die Stirn der Despoten
Sie rüsten sich vergeblich noch,
Die Zepter fallen heute doch
Vor unsern Sansculotten
Zu Rom, zu London, zu Berlin
Zu Wien, Madrid und zu Turin
Lesen stolze Despoten
Auf dieser Mütz’ in Lettern gold
Ihr Todesurteil, wie gewollt,
Nach Wunsch der Sansculotten
Der Sklave, Kind des Mahomet,
Durch diese Mütze frei hingeht
Und schnappt seine Despoten,
Schon vor den Augen dem Sultan
Lob preiset er den neuen Turban
Französischer Sansculotten
Von Japan, Afrika, Paris
Bis hin zu Lapplands Finsternis
Erklingt der Gleichheit Weise,
Tyrannen, nehmt das Schicksal hin:
Der Freiheit Mütze, sie wird zieh ’n
Doch endlich auf Weltreise
Ein Lied aus der französischen Revolution (1787).
In meinem BLOG-FEED wird viel gesungen … ELF: Egalité – Liberté – Fraternité?

Tata! Die erste GRIE SOSS in diesem Jahr (24.04.). Die 200-Gramm-Packung erwarb ich beim freitäglichen Wochenmarkt
am Wittenbergplatz. Wunderbare Frische und eine ausgewogene Mischung von ›Böttcher Gartenbau‹ aus dem hessischen Ried
(68642 Bürstadt). Aber 7,95 Euro. Das wars mir wert. SIEBEN Kräuter gehören – ohne Stängel – in die ›Frankfurter Grüne Soße‹:
BORETSCH (ja!), KERBEL, KRESSE, PETERSILIE, PIMPINELLE, SAUERAMPFER, SCHNITTLAUCH. Mit dem Wiegemesser nicht zu klein (!) hacken. Das Familienrezept steht HIER unter GRIE SOSS, Post vom 29.03.2021, einfach herunterscrollen …



Die »Brandenburger Mützen« kommen so gut an! Deshalb hier gerne das REZEPT. Kochzeit 10 MIN, Kosten 3,00 Euro.
ZUTATEN (3 Teller):
200 g Champignons in Bio-Qualität, 125 g Vollkornnudeln, 1 Lauchzwiebel, 1 kleine Rote Zwiebel, Knoblauch, Crème fraîche, Gemüsefond, Salz, Pfeffer geschrotet & als Körner, ggf. frische Kräuter, Liebe & Gefühl.

ZUBEREITUNG
Säubern (Pilze mit Pinsel oder Bürste) und schnippeln, Nudeln im Gemüsefond kochen (10 MIN), Zwiebeln und Strunk von Lauchzwiebeln anbraten, Pilze dazu, Gemüsefond + Crème fraîche dazu, Pfefferkörner, Knoblauch und grüne Teile der Lauchzwiebel dazu, Nudeln in die Pfanne (spart Geschirr, nachhaltig). »Smaznego«!



›Quer-doorsch-de-Gaade-Brieh‹
GEMÜSEFOND selbst gemacht. Die Gemüsebrühe dient als Basis für Soßen und Speisen. Sie ist gekühlt haltbar. Was aber
macht man mit dem Gemüse? Hier folgt noch das REZEPT für die ›Quer-doorsch-de-Gaade-Brieh‹ (reichlich Gemüsefond/ 3 Liter) und den Gemüseauflauf.
GEMÜSEAUFLAUF: Ich ›überbacke‹ das Gemüse mit Käse (›SCHWEIZER‹ wie Raclette, Swissrocker oder Appenzeller – auf Sonderangebote achten). Man benötigt etwa 5 Käsescheiben ›in Raclette-Pfännchen-Stärke‹ (etwa 250 g plus). Zusätzlich kann man auch gekochten geräucherten Schinken (lecker mit Knoblauch) anbraten und als Zwischenlage nutzen.

ZUTATEN
BRÜHE: jeweils mittelgroße Stücke von ›Suppengrün‹ (¼ Lauch, ¼ Sellerieknolle und 1–2 Möhren),
1 Pastinake, 1–2 Lauchzwiebeln, 1 festkochende mittlere Kartoffel, 1 kleine Zwiebel, 1–2 Knoblauchzehen, 1–2 Stücke entkerntes Chili/ Rawit.
ZUBEREITUNG
Das Wurzelgemüse putzen, in ›Esslöffelgroße Stücke‹ schneiden. Gewürze: Salz, Lorbeerblätter. Die Brühe 40 MIN bei Stufe 2 kochen, dann ziehen lassen bis sie abgekühlt ist.
Gemüse und Brühe TRENNEN.
GEMÜSE: Das Gemüse abtropfen lassen, in eine Schmorpfanne geben. Mit Muskat und Pfeffer würzen (ggf. dann zusätzlich
den geschnittenen und zuvor angebratenen Schinken gleichmäßig über dem Gemüse verteilen). Die Käsescheiben darüber,
Pfanne abdecken. Nach etwa 10 MIN ist der Käse zerlaufen und es kann serviert werden. Hhhmm, lecker! »Smacznego«!



ERNST Johannes Fritz THÄLMANN (1886–1944), Vorsitzender der KPD, ermordet im KZ Buchenwald.
In den 1980er-Jahren legte man im Prenzlauer Berg den »Ernst-Thälmann-Park« an. Dazu errichtete man 1986 ein großes ERNST-THÄLMANN-DENKMAL des Bildhauers Lew Jefimowitsch Kerbel, eines gebürtigen Ukrainers. Der Thälmann-Kopf mit der Faust und der Fahne, die weht, als stehe der Sieg des Kommunismus unmittelbar bevor, ist kein Denkmal, das es uns einfach macht. Die riesige Bronzeskulptur ist und bleibt Projektionsfläche für Schmierereien und insbesondere für politische Botschaften. Kürzlich wurde
der Sockel des Denkmals erneut besprayt: »HELD« ist jetzt in rot-weißer Schrift auf dem Monument zu lesen (12.04.).
Die CDU-Pankow beantragte den Abriss des Thälmann-Denkmals. Es soll eingeschmolzen und der Materialwert für die Ukraine gespendet werden. Die aktuelle Kriegslogik heißt Vernichtung – auch der (unbequemen) Vergangenheit. Dieser Streit bietet
jedes Mal die Chance, sich mit der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen. Mit ihren gefallenen Helden, ihren Irrwegen,
ihren Systembrüchen. Aber gerade deshalb brauchen wir das ›Denk Mal‹.


Dieser Tage las ich im »Berliner Fenster« (den U-Bahn-Monitoren) unter »Klug gesagt« den Satz:
»Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler«. Diesen bemerkenswerten Satz soll Ingeborg Bachmann in ihrem Roman »Malina« (1971) verfasst haben. Er stammt aber ursprünglich aus einem Artikel ANTONIO GRAMSCIS in der von ihm mit gegründeten kommunistischen Zeitung »L’Ordine Nuovo« (1921): »…: la storia insegna, ma non ha scolari«. »Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler«.
