»SCHNABULIERE LIEBER INDISCH«. Der Spatz liebt es gesellig. Und hier indisch.
Dem Glauben des Hinduismus nach stirbt zwar der Körper, nicht aber die Seele. Der ewige Kreislauf des Lebens: Die Seele ist auf ewiger Wanderschaft und nimmt sich eine unendliche Anzahl von Körpern, bis alle KARMAS erschöpft sind. Das ewige Seelenheil, auch MOKSHA genannt, kann nur durch die Befreiung der Seele von den Karmas geschehen. Ein Mensch muss nicht als Mensch wiedergeboren werden. Die Wiedergeburt ist also auch in Form eines Tieres, einer Pflanze, eines Einzellers oder eines Halbgottes möglich. Vom Spatz zu GARUDA? Da muss ich doch mal wieder mein kleines unsterbliches Seelchen befragen. Heute Abend. – Gespannt!
Hannelore Mühlenhaupt lud am Sonntagnachmittag zur Ausstellungseröffnung »Zitronenernte« in das Kreuzberger ›KURT MÜHLENHAUPT MUSEUM‹ ein (08.05.). Der alte Fabrikhof ist mit ›Kurtchens Zwergen‹ und blühendem Flieder eine kleine Oase mitten in der Stadt.
In den frühen 1920er-Jahren, in denen es kaum Radios gab, war der ›Leierkastenmann‹ oft die einzige Unterhaltung auf den muffigen Berliner Hinterhöfen. Die italienisch stämmigen DREHORGELBAUER produzierten damals die meisten Instrumente für ›Kriegsversehrte‹. Von 1873 an die italienische Familie BACIGALUPO im Prenzlauer Berg. 1978 fand dort diese Tradition ein Ende.
Vor 89 Jahren ereignete sich in der Kulisse der Berliner Repräsentationsbauten von Wissenschaft, Kunst und Kirche ein bizarres Staatsschauspiel. Direkt neben der Staatsoper ›Unter den Linden‹, vor der St. Hedwigs-Kathedrale und gegenüber der Humboldt-Universität. Als am 10. Mai 1933 mitten in Berlin, der deutschen Hauptstadt, unter staatlicher Regie und Aufsicht mehr als 20.000 Bücher verbrannt wurden – darunter die Werke der bedeutendsten deutschen Schriftsteller und Publizisten – war das sogenannte ›Tausendjährige Reich‹ gerade einmal hundert Tage alt. Damals hatte das neue Regime nach einem legalen Regierungswechsel innerhalb weniger Wochen beinahe alles etabliert, was in den folgenden zwölf Jahren der Maßstab sein würde: Rechtsbruch, Verfassungsbruch, Zivilisationsbruch.
»Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen« (Heinrich Heine in seiner 1823 veröffentlichten Tragödie ›Almansor‹).
Die Saubermänner (mehrheitlich) dieser Welt, die Anhänger:innen der CANCEL CULTURE sollten sich öfter von den Werken der verfolgten Autor:innen ›entzünden‹ lassen. DEM LEBENDIGEN GEIST, Funkensprühend.
»Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!« (Kurt Tucholsky).
Gegen geistige Verarmung, für eine lebhafte Debattenkultur: gegen BRENNEN (analog) & LÖSCHEN (digital).
Die Freiheitsmütze sieht man zieh ’n, Sie leuchtet und sie reiset kühn Zum Trotze der Despoten Ihr Lauf umfängt das ganze All Sie bricht die Ketten überall Der braven Sansculotten.
Dies Zeichen uns erlösen soll, Schon wirft ’s gerechten Schrecken voll Auf die Stirn der Despoten Sie rüsten sich vergeblich noch, Die Zepter fallen heute doch Vor unsern Sansculotten
Zu Rom, zu London, zu Berlin Zu Wien, Madrid und zu Turin Lesen stolze Despoten Auf dieser Mütz’ in Lettern gold Ihr Todesurteil, wie gewollt, Nach Wunsch der Sansculotten
Der Sklave, Kind des Mahomet, Durch diese Mütze frei hingeht Und schnappt seine Despoten, Schon vor den Augen dem Sultan Lob preiset er den neuen Turban Französischer Sansculotten
Von Japan, Afrika, Paris Bis hin zu Lapplands Finsternis Erklingt der Gleichheit Weise, Tyrannen, nehmt das Schicksal hin: Der Freiheit Mütze, sie wird zieh ’n Doch endlich auf Weltreise
Ein Lied aus der französischen Revolution (1787).
In meinem BLOG-FEED wird viel gesungen … ELF: Egalité – Liberté – Fraternité?
Tata! Die erste GRIE SOSS in diesem Jahr (24.04.). Die 200-Gramm-Packung erwarb ich beim freitäglichen Wochenmarkt am Wittenbergplatz. Wunderbare Frische und eine ausgewogene Mischung von ›Böttcher Gartenbau‹ aus dem hessischen Ried (68642 Bürstadt). Aber 7,95 Euro. Das wars mir wert. SIEBEN Kräuter gehören – ohne Stängel – in die ›Frankfurter Grüne Soße‹: BORETSCH (ja!), KERBEL, KRESSE, PETERSILIE, PIMPINELLE, SAUERAMPFER, SCHNITTLAUCH. Mit dem Wiegemesser nicht zu klein (!) hacken. Das Familienrezept steht HIER unter GRIE SOSS, Post vom 29.03.2021, einfach herunterscrollen …
Die »Brandenburger Mützen« kommen so gut an! Deshalb hier gerne das REZEPT.Kochzeit 10 MIN, Kosten 3,00 Euro.
ZUTATEN (3 Teller): 200 g Champignons in Bio-Qualität, 125 g Vollkornnudeln, 1 Lauchzwiebel, 1 kleine Rote Zwiebel, Knoblauch, Crème fraîche, Gemüsefond, Salz, Pfeffer geschrotet & als Körner, ggf. frische Kräuter, Liebe & Gefühl.
ZUBEREITUNG
Säubern (Pilze mit Pinsel oder Bürste) und schnippeln, Nudeln im Gemüsefond kochen (10 MIN), Zwiebeln und Strunk von Lauchzwiebeln anbraten, Pilze dazu, Gemüsefond + Crème fraîche dazu, Pfefferkörner, Knoblauch und grüne Teile der Lauchzwiebel dazu, Nudeln in die Pfanne (spart Geschirr, nachhaltig). »Smaznego«!
›Quer-doorsch-de-Gaade-Brieh‹
GEMÜSEFOND selbst gemacht. Die Gemüsebrühe dient als Basis für Soßen und Speisen. Sie ist gekühlt haltbar. Was aber macht man mit dem Gemüse? Hier folgt noch das REZEPT für die ›Quer-doorsch-de-Gaade-Brieh‹ (reichlich Gemüsefond/ 3 Liter) und den Gemüseauflauf.
GEMÜSEAUFLAUF: Ich ›überbacke‹ das Gemüse mit Käse (›SCHWEIZER‹ wie Raclette, Swissrocker oder Appenzeller – auf Sonderangebote achten). Man benötigt etwa 5 Käsescheiben ›in Raclette-Pfännchen-Stärke‹ (etwa 250 g plus). Zusätzlich kann man auch gekochten geräucherten Schinken (lecker mit Knoblauch) anbraten und als Zwischenlage nutzen.
ZUTATEN
BRÜHE: jeweils mittelgroße Stücke von ›Suppengrün‹ (¼ Lauch, ¼ Sellerieknolle und 1–2 Möhren), 1 Pastinake, 1–2 Lauchzwiebeln, 1 festkochende mittlere Kartoffel, 1 kleine Zwiebel, 1–2 Knoblauchzehen, 1–2 Stücke entkerntes Chili/ Rawit.
ZUBEREITUNG
Das Wurzelgemüse putzen, in ›Esslöffelgroße Stücke‹ schneiden. Gewürze: Salz, Lorbeerblätter. Die Brühe 40 MIN bei Stufe 2 kochen, dann ziehen lassen bis sie abgekühlt ist.
Gemüse und Brühe TRENNEN.
GEMÜSE: Das Gemüse abtropfen lassen, in eine Schmorpfanne geben. Mit Muskat und Pfeffer würzen (ggf. dann zusätzlich den geschnittenen und zuvor angebratenen Schinken gleichmäßig über dem Gemüse verteilen). Die Käsescheiben darüber, Pfanne abdecken. Nach etwa 10 MIN ist der Käse zerlaufen und es kann serviert werden. Hhhmm, lecker! »Smacznego«!
ERNST Johannes Fritz THÄLMANN (1886–1944), Vorsitzender der KPD, ermordet im KZ Buchenwald.
In den 1980er-Jahren legte man im Prenzlauer Berg den »Ernst-Thälmann-Park« an. Dazu errichtete man 1986 ein großes ERNST-THÄLMANN-DENKMAL des Bildhauers Lew Jefimowitsch Kerbel, eines gebürtigen Ukrainers. Der Thälmann-Kopf mit der Faust und der Fahne, die weht, als stehe der Sieg des Kommunismus unmittelbar bevor, ist kein Denkmal, das es uns einfach macht. Die riesige Bronzeskulptur ist und bleibt Projektionsfläche für Schmierereien und insbesondere für politische Botschaften. Kürzlich wurde der Sockel des Denkmals erneut besprayt: »HELD« ist jetzt in rot-weißer Schrift auf dem Monument zu lesen (12.04.).
Die CDU-Pankow beantragte den Abriss des Thälmann-Denkmals. Es soll eingeschmolzen und der Materialwert für die Ukraine gespendet werden. Die aktuelle Kriegslogik heißt Vernichtung – auch der (unbequemen) Vergangenheit. Dieser Streit bietet jedes Mal die Chance, sich mit der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen. Mit ihren gefallenen Helden, ihren Irrwegen, ihren Systembrüchen. Aber gerade deshalb brauchen wir das ›Denk Mal‹.
Dieser Tage las ich im »Berliner Fenster« (den U-Bahn-Monitoren) unter »Klug gesagt« den Satz: »Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler«. Diesen bemerkenswerten Satz soll Ingeborg Bachmann in ihrem Roman »Malina« (1971) verfasst haben. Er stammt aber ursprünglich aus einem Artikel ANTONIO GRAMSCIS in der von ihm mit gegründeten kommunistischen Zeitung »L’Ordine Nuovo« (1921): »…: la storia insegna, ma non ha scolari«. »Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler«.
OSTERN steht vor der Tür (17.04.). Die orthodoxe Christenheit begeht Ostern am 24. April. Die Judenheit parallel das PESSACHFEST (15.–23.04.). Hohe Feiertage.
Der FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff rechnet mit den friedensbewegten OSTERMARSCHIERERN ab (Quelle: DIE ZEIT, 12.04.). »Die Ostermarschierer sind die fünfte Kolonne Wladimir Putins, politisch und militärisch.« Lambsdorff stellt in seinem Gastbeitrag die Ostermärsche sogar als Gefahr für die Sicherheit Deutschlands und Europas dar. Die Parolen der Ostermarschbewegung seien »realitätsfern und gefährlich«, so der Außenpolitiker. Schlecht für Friedensaktivisten. Mal wieder. ROHE OSTERN!
Der Ort der AUSSTELLUNG »Himmel unter Berlin« ist ein Geheimnis. Und exklusiv: Lediglich 199 Menschen dürfen pro Abend teilnehmen. Erst kurz vor Beginn wird bekanntgegeben, wo er liegt. Nur, dass sich der Ort in Friedrichshain befindet, sei schon verraten – und dass er nach der Ausstellung für die Öffentlichkeit nie wieder zugänglich ist.
Nach dem Eintritt genießt man zunächst einen Willkommenstrunk an einer geheimen Bar. Dann gelangt man zu einer bewachten Schranktür, hinter der verborgene Kellerräume liegen. Langohren als Wegweiser ins Unbekannte: Das WEISSE KANINCHEN, auch bekannt als PERCY, oder der MÄRZHASE (im Original: ›MARCH HARE‹) sind fiktive Figuren aus Lewis Carolls Roman (1885) “Alice’s Adventures in Wonderland”. Wer dem Langohr folgt, sieht das Wunderland der Wirklichkeit und mit neuen Augen. In den labyrinthartigen Gängen präsentieren sich in fast vollständiger Dunkelheit elf multimediale Kunstinstallationen, die dem verlassenen Ort neues Leben einhauchen.
Da ist zum Beispiel die preisgekrönte 360-Grad-Installation »Insideout« des Design Studios ›Flora&faunavisions‹ unter Leitung der Gründerin LEIGH SACHWITZ. Sie hat ein gewaltiges Video-, Licht- und Klangerlebnis kreiert, das auf ihren persönlichen Kindheitserinnerungen beruht: einem Sommergewitter in einem Gewächshaus in ihrer schottischen Heimat. Im gläsernen Haus erleben die Besucher, wie sich leichter Landregen in wenigen Minuten in einen heftigen Gewittersturm verwandelt.
Aufgrund der großen Nachfrage wurde die Ausstellung (zunächst?) noch einmal um eine Woche verlängert (23.03.–18.04).