DEUTSCHER TRUMP?  

Sofortprogramm. Merz mimt den Trump. Da bleiben Wahrheit und Wahrhaftigkeit auf der Strecke. »Was interessiert mich das Geschwätz von gestern«: 

»Ich werde im Fall meiner Wahl zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland am ersten Tag meiner Amtszeit das Bundesinnenministerium im Wege der Richtlinienkompetenz des Bundeskanzlers anweisen, die deutschen Staatsgrenzen zu allen unseren Nachbarn dauerhaft zu kontrollieren und ausnahmslos alle Versuche der illegalen Einreise zurückzuweisen.« (Merz im ZDF, 31.01.2025). Wer hätte gedacht, dass die Unionschristen einmal aus dem Schengener Übereinkommen (1995) austreten wollen − ja müssen. Die selbsternannte Wirtschaftspartei.

Gleich zweimal Showdown im Parlament: Ein − dank AfD-Stimmen − erfolgreicher Antrag und ein überraschend gescheitertes »Zustrombegrenzungsgesetz« (29. & 31.01.2025). Das alles ohne Not. Die AfD jubelt. Ist die ›Brandmauer‹ nun Geschichte? Stehen wir jetzt vor einer Haselnuss-Koalition (»Schwarzbraun ist die Haselnuss«)?

Das FRIEDRICH-MERZ-HAUS in Berlin.
Immer wieder haben Rechtsextreme in Deutschland den Satz »Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein« zu missbrauchen versucht.
In den 1990er-Jahren galt dieser Satz als Motto der Neofaschisten.

In der christlichen Ethik gilt der ›Stolz‹ als Untugend. Allerdings wird er hier im Sinne von Eitelkeit, Überheblichkeit oder Anmaßung verstanden. Die Gnade der Geburt. In ein sicheres und wohlhabendes Land. Leistung? 

»Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz« (Deutsches Sprichwort). 
 
»Man kann nicht stolz sein auf etwas, was man selber gar nicht zu Stande gebracht hat, sondern man kann froh sein oder dankbar dafür, dass man Deutscher ist. Aber stolz kann man darauf nicht sein, nach meiner Überlegung. Stolz ist man auf das, was man selber zu Wege gebracht hat.« (Johannes Rau, 8. Bundespräsident,1999−2004).


Die Wahl-Schweizerin und glühende Anhängerin von Friedrich-August-von-Hayek. Die Politik und Medien springen seit Jahren über jedes Stöckchen, dass die AfD hinhält. Die Rhetorik ist spürbar nach rechts gerückt.

ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT? Teil 2

Der Hass ist bei der Zielgruppe längst angekommen.

Seit dem Aschaffenburger Messerangriff dominiert das Thema Migration den Wahlkampf. Aber ist Merz’ »Fünf-Punkte-Maßnahmenkatalog« (24.01.) teilweise rechtswidrig? Oder praxistauglich? Das müssen Volljuristen klären. Aber sicher helfen weniger Emotionen und mehr Gehirnschmalz in der Diskussion weiter.

»Die Bundesrepublik Deutschland ist kein Einwanderungsland«. Diese im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP 1982
niedergelegte politische Formel ist häufig wiederholt worden. Wenn es aber keine Einwanderung gibt, braucht es auch keine Regeln hierzu. So die Logik. DER SOUVERÄN vergisst vieles. Ein verkürzter Exkurs.

Seit den 1980er-Jahren führen die beiden Unionsparteien CDU und CSU dauerhaft eine konsequente Asylkampagne. Schließlich ist das hochemotionale Thema geeignet, Wahlen zu gewinnen. Nicht zu den Flüchtlingen wurden in den 1980er-Jahren (es herrschte noch Kalter Krieg) die vor allem polnischen, rumänischen und sowjetischen Aussiedler gezählt, die vielfach ebenso wenig Deutsch sprachen wie die Asylbewerber, aber unmittelbar als deutsche Staatsangehörige anerkannt wurden. Da war sie wieder: die »Blut und Hoden«-Politik. Durch die Ungleichbehandlung der Aussiedler mit den Asylbewerbern aus den gleichen Ländern wurde das auf deutsche Abstammung beruhende IUS SANGUINIS zunehmend zu einem Problem der Migrationspolitik. BTW: Die damaligen Aussiedler aus der Sowjetunion unterstützen heute i. d. R. mehrheitlich die AfD. Das gehört auch zur Wahrheit.

Vor der Bundestagswahl 1990 erneuerten die Unionschristen, diesmal noch schärfer, die Kampagne für eine Veränderung des Grundrechts auf Asyl. Die Debatten wurden (und werden nach wie vor) maßgeblich vom HAUSE SPRINGER (hier von ›BILD‹ und der ›Welt‹) massiv mitgetragen. Jetzt sind noch die ›WELT-News‹ dazugekommen.

Beide Blätter gingen damals grundsätzlich von der These aus, dass es sich bei den Asylbewerbern überwiegend um Schwindler und Betrüger handelte, die in der Bundesrepublik vor allem in den Genuss von Sozialleistungen kommen wollten (»Wirtschafts-
flüchtlinge«). Ein fester Bestandteil der Kampagne war der Begriff »Asylmissbrauch«. Die Antragsteller wurden häufig als »SCHEINASYLANTEN« oder als »Asylbetrüger« bezeichnet. Im Wahlkampf wurden generalstabsmäßig Neid und Wut produziert.
Das ermutigte Wirrköpfe (die sich bei solchen Debatten in bester Gesellschaft wähnen). Die hochgekochten Emotionen mündeten
in Hass. Plötzlich brach Gewalt aus. Uuups. Betroffenheit.

1998/ 99 wandte sich die CDU-CSU gegen die Reform des deutschen Staatbürgerrechts. Es waren wieder Wahlen.

Vielleicht sollten sich die Unionschristen endlich mal ehrlich machen! Und die Verantwortung für die Migrationsprobleme nicht ständig auf das »woke links-grün versiffte Milieu« abschieben? Wer war wie lange in Regierungsverantwortung (siehe ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT? unten)? Deutschland ist bis heute kein echtes Einwanderungsland geworden. Die klassischen Einwanderungsländer werben um Zuwanderer. Sie sehen in ihnen einen Gewinn und gewähren ihnen daher das Recht auf Verbleib. Für die in Deutschland dominierende Politik gilt jedoch bis in die jüngste Gegenwart: Zuwanderung vielleicht ja, aber möglichst nicht auf Dauer − und möglichst wenig. Deutschland ist ein zutiefst rassistisches Land. Das haben qualifizierte Fachkräfte aus anderen Ländern inzwischen begriffen. Und Deutsche können nur Personen reinen Blutes sein. So die landläufige Meinung.

»Wer Reinrassigkeit möchte, sollte Kaninchen züchten«, Daniela Rüther, Historikerin (Tagesspiegel, 26.01.).

NACHTRAG (eingestellt am 30.01.2025):
Friedrich Merz (CDU/CSU): »Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! […]

Im Übrigen: Ihr Hinweis auf das deutsche Asylrecht trifft mittlerweile nur noch auf weniger als 3 Prozent der Asylbewerber zu.

Zu Ihrer Erinnerung: Im Jahr 1993 ist das Grundgesetz – einvernehmlich zwischen den Sozialdemokraten und meiner Fraktion – geändert worden, und zwar mit einer Bestimmung genau in Artikel 16a Absatz 2 des Grundgesetzes, der seitdem ausdrücklich regelt, dass diejenigen, die aus einem Mitgliedsland der Europäischen Union kommen oder aus einem Land, in dem die Europäische Menschenrechtskonvention gilt, keinen Anspruch haben, das deutsche Grundrecht auf Asyl in Anspruch zu nehmen. Das trifft für alle zu, die auf dem Landweg nach Deutschland kommen, für ausnahmslos alle, meine Damen und Herren. Wo liegt in dem, was ich Ihnen hier vorschlage, der Verstoß gegen das deutsche Grundrecht auf Asyl?«

(27032 C, Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode – 209. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 29. Januar 2025, Beginn: 14.00 Uhr.
Der gesamte und damit endgültige Stenografische Bericht der 209. Sitzung wird am 4. Februar 2025 veröffentlicht.).

ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT?

Deutschland hat die Wahl. Wegen der verkürzten Fristen als Quickie. Hier ist alles für alle drin. MEHR NETTO.

Wahl zum 21. Deutschen Bundestag am 23. Februar. Wie ticken die Medien? DER SOUVERÄN liegt tagtäglich ›unter medialem Feuer‹. Mit Meinungsumfragen soll er ›auf Kurs gebracht werden‹. Die werden noch bis zum Wahltag veröffentlicht.

Politische Einflussnahme gehört zum Geschäftsmodell der Medien. Wir erinnern uns alle noch an den »Fall Döpfner« aus dem April 2023. Da kochte damals der Konflikt mit Julian Reichelt hoch, der von 2017 bis 2021 ›BILD‹-Chefredakteur war. Der Chef des Springer-Konzerns, Mathias Döpfner, nahm Einfluss auf ›BILD‹. Das sei als CEO und Miteigentümer auch sein Job, erklärte Döpfner damals. Dies gelte auch für die behauptete Einflussnahme in Sachen FDP, deren Werten er sehr nahe stehe. Döpfner soll zur Bundestagswahl 2021 an Reichelt geschrieben haben:

»Kann man noch mehr für die FDP machen? Die sollten 16 Prozent mindestens kriegen«. (Mathias Döpfner 2021, zitiert nach der ZEIT). Und »Please Stärke die FDP. Wenn die sehr stark sind können sie in Ampel so autoritär auftreten, dass die platzt. Und dann Jamaika funktioniert«. (Mathias Döpfner 2021, zitiert nach Tagesspiegel).

Aber beim Öffentlich-rechtlichen-Rundfunk (ÖRR) sieht es inzwischen auch nicht viel besser aus.

Sie [das Harfenmädchen] sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.

HEINRICH HEINE. Die Anfangsverse 7 und 8 aus »Deutschland. Ein Wintermärchen«, 1844

Aber die größte Gefahr droht von ›Künstlicher Intelligenz (KI)‹. Fälschungen sind ganz einfach zu erzeugen und finden über
die ›Sozialen Medien‹ schnelle Verbreitung. DEEPFAKES: Man darf seinen Augen und Ohren nicht mehr trauen. 

Warum nicht von drei Planeten Erde leben? Einfach machen!

Wie tickt die deutsche Politik? Sechzehn Jahre Kanzler HELMUT KOHL (CDU, 1982−1998), sieben Jahre Kanzler GERHARD SCHRÖDER (SPD, 1998−2005), sechzehn Jahre Kanzlerin ANGELA MERKEL (CDU, 2005−2021) und − gefühlt − drei Jahre ›Kanzler‹ CHRISTIAN LINDNER (FDP, 2021−2024). 42 Jahre bürgerliche Mehrheiten und Politik (siehe hier auch meinen Post DIE »BUNDES-
BANANE« vom 9. Oktober 2024). Die CDU-CSU kündigt in ihrem Wahlkampf einen »Politikwechsel« an. Aber wohin?

Gesellschaftliche und emanzipatorische Änderungen sollen sofort zurückgenommen werden (Kampf gegen »Wokeness«). Grenzenloses Wachstum. Umwelt- und Klimaschutz Ade (Kampf gegen Windräder und für Kernkraftwerke). Die Privilegien der Superreichen sollen geschützt werden (Kampf für Freiheit). Und den Deutschen soll endlich die Faulheit ausgetrieben werden (Kampf gegen die »Work-Life-Balance«). So forderte der ehemalige Vizekanzler (2013−2018) und Sozialdemokrat (jetzt u. a. Deutsche Bank und Rheinmetall) SIGMAR GABRIEL bereits im Juli 2022 in ›BILD am Sonntag‹ eine Wochenarbeitszeit von 42 Stunden. Er betonte, dass die Deutschen länger und härter arbeiten müssen. Und CHRISTIAN LINDNER verlangte in diesem Fahrwasser mehr Über-
stunden von den Deutschen. Auch will Lindner »mehr Milei oder Musk wagen«. Jetzt oder nie, Oligarchie! CARSTEN LINNEMANN (CDU) will »Arbeitsunwilligen« das Bürgergeld streichen. Der CDU-General kündigt deshalb an, dass es in einem Jahr das Bürgergeld nicht mehr gibt (am 16.11.2024). Alles, damit der Wohlstand einiger Weniger erhalten bleibt. Schöne Aussichten. Unruhe im Maschinenraum. ›Klammheimliche Freude‹ beim verrohten Bürgertum. Und Jubel bei den Reichen und Schönen.

Meine Fotodokumentation zeigt Wahlplakate der kandidierenden Parteien (sie werden sukzessive ergänzt). Dieses Mal werden Plakate schon sehr frühzeitig beschmiert oder zerstört.

BLACK ROCK: Wie ein schwarzer Fels in der Brandung.
Die SPD möchte endlich auch einmal regieren.
Wer ist schuld? An allem? Die Grünen. So die Konservativen.
»Volkskanzlerin?« Millionäre zeigen ihr Herz für die AfD. Nicht nur in der Schweiz.
Bewährte Rezepte für schmerzhafte Einschnitte.
Die alten weißen Männer sollen es wuppen.
Die fleischgewordene Schuldenbremse.
München: GPS-Tracker überführten Täter. CSU-Mitarbeiter entfernte Plakate von ›Die PARTEI‹ (SPON, 23.01.2025).

REISEANDENKEN 


Die Posts zu den Ausflügen und Reisen 2024: DAZWISCHEN (Goslar, Göttingen, Wolfsburg), FRANKFURTLIEBE (Frankfurt/ Main), LEICA WELT (Wetzlar), ELEPHANTENKLO (Gießen), AUSBLICK AUF VERGANGENHEIT (Potsdam), WAWEL ● WISLA ● WIELICKA (Krakau; 8 Beiträge), TATRY EXPRESS (Hohe Tatra, Slowakei; 9 Beiträge), WEITKEIT (Rostock, Greifswald; 4 Beiträge), MITTEN IN EUROPA (Rhein-Main-Neckar): UNTER DEN WOLKEN (Darmstadt), NACHTTIERHAUS (Frankfurt/ Main), DEUTSCHES PARADIES (Heidelberg) & GLÜCKSSCHWEIN (Schwetzingen). Ein Blick in die chronologischen Archivseiten lohnt sich! Hier beispielsweise die informativen Posts zu den Ausflügen und Reisen 2023 und 2022.

Seit fünf Jahren ist diese Site jetzt öffentlich. Sie wurde ursprünglich wegen DER SEUCHE eingerichtet bzw. aktiviert. Bilanz 2024 (Januar bis Dezember): 614 Besucher:innen, 42 Follower, 88 Beiträge, 19 Kommentare, 107 Likes, 5.151 Aufrufe. Die drei erfolgreichsten Monate waren bislang der Oktober 2024 (560 Aufrufe, 56 Besucher:innen), der November 2024 (653 Aufrufe,
69 Besucher:innen) und der Dezember (657 Aufrufe, 85 Besucher:innen). Die meisten Besucher:innen gab es im Dezember (85). SCHOENESCHEINWELT goes international. Aufrufe gab es in diesem Jahr auch wieder aus dem Ausland (Reihenfolge nach Anzahl): Vereinigte Staaten, Italien, Portugal, Irland, Schweiz, Österreich, Griechenland, Frankreich, Polen, Brasilien, Peru, Niederlande, Bulgarien & Schweden.

Insgesamt gab es bis zum Jahresende fast 10.668 Aufrufe von 1.961 Besucher:innen. Jetzt sind bereits 378 Beiträge eingestellt. Einzelne Beiträge wurden insgesamt 188x geliked. Die Kommentarfunktion scheint zurzeit nicht mehr zu funktionieren?

LEST WE FORGET

Mein Foto-Wandkalender ist diesmal im Format DIN A4 (Querformat) erschienen. Vierzehn schöne und interessante Bilder. Darunter das Kalenderblatt für April. Es entstand 2015 in Berlin.

Vor 80 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Am 8. MAI 1945 endete er durch die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht offiziell in Europa. Bereits am frühen Morgen des 7. Mai hatte Generaloberst Alfred Jodl im Namen des deutschen Oberkommandos (OKW) die Gesamtkapitulation aller Streitkräfte im Alliierten-Hauptquartier in REIMS unterzeichnet. Zusammen mit der Kapitulationsurkunde unterschrieb Jodl ein Dokument, demzufolge an einem noch festzulegenden Ort die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Streitkräfte in Anwesenheit des sowjetischen Oberkommandos zu wiederholen sei. Das erfolgte dann im von der Roten Armee besetzten BERLIN-KARLSHORST. Durch die Zeitverschiebung wird der Gedenktag u. a. in den elf Staaten der Russischen Föderation am 9. Mai begangen.

Am 26. Juli 1945 forderten die Alliierten das japanische Kaiserreich zur bedingungslosen Kapitulation auf. Nachdem die Führung
in Tokio abgelehnt hatte, zerstörte die US-Armee am 6. und 9. August die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki durch Atom-
bomben. Die japanische Regierung kapitulierte am 2. SEPTEMBER 1945 auf dem US-Schlachtschiff »MISSOURI«, das in der Bucht von TOKYO ankerte.

Als Oberkommandierender der alliierten Streitkräfte nahm der amerikanische General Douglas MacArthur (1880−1964) damals
die japanische Kapitulation entgegen. “… that from this solemn occasion a better world shall emerge out of the blood and carnage
of the past – a world founded upon faith and understanding – a world dedicated to the dignity of man and the fulfillment of his most cherished wish – for freedom, tolerance and justice.” (Quelle: “General MacArthur’s Speech.” Naval History and Heritage Command online. Accessed August 20, 2020). − »Es ist meine feste Hoffnung, und es ist zugleich die Hoffnung der ganzen Menschheit, dass bei diesem feierlichen Anlass aus dem Blut und Gemetzel der Vergangenheit eine neue, bessere Welt hervorgeht, eine Welt, die sich auf Treue und Verständnis gründet, eine Welt, die die Würde des Menschen und die Erfüllung seines heißen Wunsches nach Freiheit, Toleranz und Gerechtigkeit voranstellt.« (Quelle: Deutschlandfunk, 02.09.2005). 

LEST WE FORGET (englisch für ›Damit wir nicht vergessen‹).

1945: Perdü. Die Kriegstrommeln werden wieder und immer lauter geschlagen. ZUM VERGESSEN.

REMEMBRANCE POPPY

Remembrance Sunday ist ein Gedenktag im Vereinigten Königreich und dem Commonwealth of Nations. Er wird jährlich
am zweiten Sonntag im November gefeiert, also dem Sonntag, der dem 11. November am nächsten liegt. Er markiert den Jahrestag der Einstellung der Kampfhandlungen im Ersten Weltkrieg durch den ersten Waffenstillstand von Compiègne (11.11.1918).

Als REMEMBRANCE POPPY (deutsch ›Erinnerungsmohnblume‹), auch kurz Poppy, wird eine stilisierte Mohnblume bezeichnet. In den englischsprachigen Ländern gilt sie als Symbol des Gedenkens an die Opfer insbesondere des ersten Weltkriegs. Die Poppy wird am Revers getragen.

Die Mohnblume erinnert an die »vom Blut der Soldaten des Ersten Weltkrieges geröteten Felder« Flanderns. Zudem begann damals auf den frisch aufgeschütteten Hügeln der Soldatengräber als Erstes der Klatschmohn zu blühen.

DAZWISCHEN

Die Zeit zwischen den Feiertagen wird umgangssprachlich als die ›Zeit zwischen den Jahren‹ bezeichnet. Es ist die Zeit, in der
der Wochentag egal ist.

Fahrt nach Südniedersachsen in den Oberharz. Basiscamp in GOSLAR (21.12.2024 bis 06.01.2025). Tagesausflüge nach GÖTTINGEN (30.12.) und nach WOLFSBURG (02.01.). Durch Wolfsburg fährt man normalerweise und ohne Halt durch. VÖLLIG LOSGELÖST:
die Ausstellung »Schwerelos« in Wolfsburg.

Nach verheerenden Großbränden in der Silvesternacht verhängten Harzer Städte für ihre historischen Altstädte FEUERWERKS-
VERBOTE. Seit mehr als 15 Jahren erfolgreich. Während in der Hauptstadt junge Männer tagelang Menschen und Tiere mit Spreng-
stoff (neu KUGELBOMBEN) terrorisieren und quälen. Die Männer sind darauf aus, andere zu verletzen (Verbrennungen, Ampu-
tationen, Hörverlust, Einschränkung der Sehfähigkeit). Außerdem ein zusätzlicher Beitrag zur Vermüllung.

Die Bilanz zum Silvesterfeuerwerk 2024/ 25 (Quelle: rbb24): fünf Tote. Hunderte Verletzte. In Berlin-Tegel warf ein Unbekannter eine Kugelbombe in eine Menschenmenge mit Kleinkindern. Ein Siebenjähriger kämpft um sein Leben. In Berlin-Schöneberg wurden sieben Häuser durch eine Kugelbombe beschädigt, 36 Wohnungen sind unbewohnbar. Kugelbomben werden nur in großen Höhen elektrisch gezündet. Und ausschließlich von geprüften Pyrotechnikern. Die Berliner Feuerwehr musste über den Jahreswechsel zwischen 19:00 Uhr und 6:00 Uhr zu 1.892 Einsätzen ausrücken – das waren fast drei pro Minute. Und teilweise unter Polizeischutz. BÖLLERCIAO? Die Politik möchte Sprengstoff fürs Volk.

GOSLAR

Zum ersten Mal bestieg ich über die »Himmelsleiter« den 66 Meter hohen Nordturm der Marktkirche »St. Cosmas und Damian«. Mehr als 50 Meter geht es über 232 Stufen nach Oben. Dort eröffnet sich ein Panoramablick über die Stadt. Ich erwischte einen herrlichen Sonnentag. Das lockte aber Menschenmassen die vibrierenden Treppen hinauf. Viele Menschen drängelten sich auf der engen Aussichtsplattform.


GÖTTINGEN

Die  Universitätsstadt ist vom Bildungs- und Forschungsbetrieb der GEORG-AUGUST-UNIVERSITÄT, der ältesten und zweitgrößten Universität Niedersachsens, und zweier weiterer Hochschulen geprägt. Bei meinem Besuch herrschte Hochnebel und Eiseskälte. Zum ersten Mal in diesem ›Stresswinter‹ musste ich Handschuhe und Mütze tragen.


WOLFSBURG

Wolfsburg wurde am 1. Juli 1938, kurz nach der Grundsteinlegung des Volkswagenwerks, als »Stadt des KdF-Wagens Fallersleben« gegründet. Wolfsburg ist achtzig. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt am 25. Mai 1945 nach dem gleichnamigen Schloss an der Aller in »Wolfsburg« umbenannt. Das Stadtwappen mit dem Wolf und der Burg weist auf das Wolfsburger Schloss. Wolfsburg ist der Hauptsitz des Volkswagen-Konzerns. Tatsächlich wurde die Stadt für Volkswagen geschaffen. Aber: Alles nur geklaut?

Das Werk wurde auch mit dem geraubten Vermögen der Gewerkschaften (rund 100 Millionen Reichsmark) durch die Deutsche Arbeitsfront (DAF) errichtet. Als ›Urvater des Volkswagens‹ gilt Ferdinand Porsche. Kaum jemand weiß jedoch, dass die erste Idee für das Fahrzeug nicht von Porsche stammt. Der jüdische Ingenieur JOSEF GANZ (1898−1967) nannte den von ihm 1931 entwickelten Prototyp des KÄFERS »Maikäfer«. Das Erfolgsmodell KÄFER wurde 1945 bis 2003 serienmäßig gebaut und weltweit verkauft.
Josef Ganz konnte 1934 der Verfolgung durch die Gestapo über Liechtenstein und später in die Schweiz nur knapp entkommen. 
Den Grundstein für den Käfer legte also ein Ingenieur jüdischen Glaubens, der das Design und das Konzept des Prototyps VOR
der Nazidiktatur entwickelte.

Bei meinem Besuch herrschte eitel Sonnenschein. Die Autostadt hatte ich quasi links liegen lassen. Und begeistert war ich vom Namensgebenden Renaissance-Schloss und dem Allerpark. Im dortigen Stadtmuseum schaute ich mir die Ausstellung »Vom Ihr
zum Wir. Flüchtlinge und Vertriebene im Niedersachsen der Nachkriegszeit« an. Schließlich wurde Onkel Georg aus der Kriegs-
gefangenschaft nach Wolfsburg entlassen. In seine schlesische Heimat konnte er nicht mehr zurück. Bis zu seinem Tod arbeitete er bei VW.

Der VfL Wolfsburg ist VW. Wie auch die drei Bundesligisten RasenBallsport (RB) Leipzig − Red Bull, die »Werkself« Bayer Leverkusen – Pharma, und die TSG Hoffenheim – Dietmar Hopp/ SAP – anders rechnen können als die Traditionsvereine.

VÖLLIG LOSGELÖST


Schwerelos oder erdverbunden? Die Welt steht im KUNSTMUSEUM Wolfsburg auf dem Kopf. Der Mond befindet sich auf der Erde, ein Haus hängt in der luftigen Halle und die Besucher:innen schweben scheinbar in der Schwerelosigkeit eines Raumschiffs. Die bemerkenswerte Ausstellung »SCHWERELOS« des argentinischen Künstlers Leandro Erlich bietet mehrere ›Wow-Effekte‹! (Kunstmuseum, bis 13.7.2025).

Gründlich durchgecheckt steht sie da
Und wartet auf den Start, alles klar
Experten streiten sich um ein paar Daten
Die Crew hat da noch ein paar Fragen
Doch der Countdown läuft

Effektivität bestimmt das Handeln
Man verlässt sich blind auf den andern
Jeder weiß genau, was von ihm abhängt
Jeder ist im Stress
Doch Major Tom macht einen Scherz

Dann hebt er ab und

VÖLLIG LOSGELÖST von der Erde
Schwebt das Raumschiff völlig schwerelos

Die Erdanziehungskraft ist überwunden
Alles läuft perfekt, schon seit Stunden
Wissenschaftliche Experimente
»Doch was nützen die am Ende?«
Denkt sich Major Tom 

Im Kontrollzentrum, da wird man panisch
Der Kurs der Kapsel, der stimmt ja gar nicht
»Hallo, Major Tom, können Sie hören?«
»Woll’n Sie das Projekt denn so zerstören?«
Doch er kann nichts hör’n

Er schwebt weiter

Völlig losgelöst von der Erde
Schwebt das Raumschiff schwerelos
Völlig losgelöst von der Erde
Schwebt das Raumschiff völlig schwerelos

Die Erde schimmert blau, sein letzter Funk kommt
»Grüßt mir meine Frau«, und er verstummt

Unten trauern noch die Egoisten
Major Tom denkt sich: »Wenn die wüssten
Mich führt hier ein Licht durch das All
Das kennt ihr noch nicht, ich komme bald
Mir wird kalt«

Dann hebt er ab und

Völlig losgelöst von der Erde
Schwebt das Raumschiff schwerelos
Völlig losgelöst von der Erde
Schwebt das Raumschiff schwerelos
Völlig losgelöst von der Erde
Schwebt das Raumschiff völlig schwerelos

Los
Los
Los
Los

PETER SCHILLING, 1982

Und 1985 der Hit beim 125. Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Heidelberg-Ziegelhausen.

WAFFENVERBOTSZONE

Die Pause zwischen Weihnachten und Silvester sollte man zum Innehalten nutzen!
Eine willkommene Gelegenheit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und ggf. Wunden zu lecken. Also höchste Zeit,
die Beine hochzulegen und zurückzublicken. Dann frisch gestärkt auf ins neue Jahr 2025!
   
Für die Festtage wünsche ich von ganzem Herzen alles erdenklich Gute. Vor allem KRAFT, ZUVERSICHT, LEBENSFREUDE & GESUNDHEIT. Nutzen wir die Möglichkeiten für persönliche BEGEGNUNGEN. Auch über Entfernungen und Grenzen hinweg.
Denn so jung kommen wir nicht mehr zusammen! 

Fernsehtipp: ARTE, Neujahr (01.01.2025), Neujahrskonzert aus dem Teatro La Fenice in Venedig, 18:15 bis 19:20 Uhr.

Wesołych Świąt Bożego Narodzenia!
An Heiligabend geht es um die Worscht ….
… und um die Geschenke.
Kirchenkonzerte zur Weihnachtszeit. Hier die Choristen und der Posaunenchor vereint zum großen Gloria (Gerald de Vries, Orgel und Leitung; Marktkirche St. Cosmas und Damian in Goslar/ 29.12.2023).

Nussknacker. Weihnachtslotterie.

NACHSCHLAG (am 06.01.2025)

Magdeburg, 3 MIN des Horrors (20.12.2024, 19:02 Uhr). In der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt missbrauchte ein lange zuvor psychisch auffälliger und wohl psychisch Kranker Facharzt für Psychiatrie einen BMW-SUV als Waffe, um in die Menschenmenge des dortigen Weihnachtsmarktes zu rasen. Sein Anschlag forderte sechs Todesopfer: fünf Frauen im Alter von 45, 52, 67 und 75 Jahren aus dem Raum Magdeburg und den neunjährigen André aus dem niedersächsischen Landkreis Wolfenbüttel. André engagierte sich in der örtlichen JUGENDFEUERWEHR. Mehr als 300 Weihnachtsmarkt-Besucher wurden zum Teil schwer verletzt. Der Täter arbeitete bei einer Behörde. Ohne erweitertes Führungszeugnis? Warum hatten seine Vorgesetzten und Kollegen zuvor weggeschaut? Unterlassene Hilfeleistung?