NACHTRAG (am 27.01.2024): QAnon nennt sich eine Gruppe, die seit 2017 von den USA aus Verschwörungstheorien mit rechts- extremen Hintergrund im Internet verbreitet. Donald Trump gilt als prominenter ›Fan‹.
Auch das Symbol des weißen Hasen gehört ins »QAnon«-Universum: Der Bezug ist das weiße Kaninchen in »Alice im Wunderland«, dass durch »Rabbit Holes«, also Kaninchenlöcher, zwischen verschiedenen Bewusstseinsebenen wechseln kann und damit mehr Wahrheit kennt als die Wesen, die an der Oberfläche bleiben. Im Endeffekt geht es schon wieder darum, ›erleuchtet‹ zu sein. Auch als Motto »Follow the white rabbit« – also folge dem weißen Kaninchen auf dem Weg der ›Erleuchtung‹. Das war mir bislang nicht bekannt. Deshalb reiche ich diese Information hiermit nach.
Seit mehr als hundert Jahren wartet der PADDER über den Köpfen der Fahrgäste am U-Bahnhof ›Prinzenstraße‹ auf die Prinzessin. Dort thront der Froschkönig auf seinem Ausguck über dem nördlichen Bahnsteig (Gleis 1) der U-Bahnlinie 1. Sie ist auf diesem Abschnitt als Hochbahn unterwegs. Der U-Bahnhof wurde 1902 eröffnet. Der Froschkönig stammt aus der Königlichen-Porzellan-Manufaktur (KPM). Täglich eilen tausende Frauen achtlos am königlichen ›Wasserpatscher‹ vorbei. Schließlich wissen sie ihre goldene Discounter-Kugel sicher in ihrem Besitz. »Warte, warte«, scheint der Frosch zu rufen, »nimm mich mit, ich kann nicht so laufen wie du!«. So wartet der arme Kerl aus Kreuzberg immer noch auf seine Erlösung.
Überliefert haben uns das Märchen »Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich« die Gebrüder Grimm. Mit den zwei Botschaften: »Versprich nichts, was du nicht halten willst« sowie »Der äußere Schein kann trügen«. Jabob (1785–1863) und Wilhelm (1786–1859) Grimm verbrachten die letzten zwanzig Jahre ihres bewegten Lebens in Berlin. Auf dem ›Alten St.-Matthäus-Kirchhof‹ in Schöneberg fanden sie zusammen mit den beiden Söhnen Wilhelm Grimms ihre letzte Ruhestätte (S-/ U-Bahnhof ›Yorckstraße‹ (S2/ S25/ S26 oder U7).
Am Totensonntag eines jeden Jahres gedenkt die Berliner Feuerwehr ihrer verstorbenen Angehörigen. Das Gedenken gilt nicht nur den Feuerwehrleuten, die im Einsatz ihr Leben gegeben haben, sondern auch denen, die nach einem pflichterfüllten Leben im Dienst für die Menschen der Metropole gegangen sind.
Am vergangenen Totensonntag fanden sich zahlreiche Feuerwehrangehörige zur traditionellen Kranzniederlegung am Feuerwehr-Ehrenmal auf dem Kreuzberger Mariannenplatz ein (26.11.).
An der Kranzniederlegung beteiligten sich Abordnungen der Berliner Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr, der Werk- und Betriebsfeuerwehren, der Jugendfeuerwehren, der Gewerkschaften und der Pensionärsvereinigung. Auch im Namen der Senatsverwaltung für Inneres und Sport wurde ein Kranz niedergelegt.
Untermauert wurde die Ehrenbekundung durch Trommelwirbel und ein dezentes Trompetensolo (»Ich hatt‘ einen Kameraden«) zweier Musiker des Musikzuges der Berliner Feuerwehr.
Innensenatorin Iris Spranger fehlte bei der Gedenkveranstaltung und ließ sich durch eine Staatssekretärin vertreten.
1902 wurde am Mariannenplatz ein repräsentatives Feuerwehrdenkmal mit Brunnenanlage errichtet. Das im Zweiten Weltkrieg beschädigte Denkmal wurde 1958 abgetragen und 1960 durch die neue Gestaltung ersetzt. Eine Reliefwand aus Kunststein erinnert an die gestorbenen Feuerwehrleute. Auf einer im Boden angebrachten Platte steht in schlecht lesbarer Schrift: »Unseren Toten« und darunter »Berliner Feuerwehr«. 1981 kam der wunderbare Feuerwehrbrunnen von Kurt Mühlenhaupt hinzu. Er liegt dem Ehren- mal gegenüber.
Zuletzt waren 1991 zwei Feuerwehrleute bei einem Einsatz in Neukölln ums Leben gekommen. Damals stürzte an der Gradestraße plötzlich ein Gebäude zusammen. Dadurch kippte eine Drehleiter um, die die zwei Feuerwehrmänner begrub. In Deutschland verstarben 2023 bislang sechs Feuerwehrleute im Einsatzdienst. Bundesweit wurde über den Löscheinsatz in Sankt Augustin (NRW/ 30.06.) berichtet, bei dem zwei Feuerwehrleute umkamen.
Retten – Löschen – Bergen – Schützen. Danach handeln weltweit selbstlose Feuerwehrfrauen und -männer. Und unter erschwerten Bedingungen in Gaza, in Israel, in Syrien, in der Ukraine, …
Der offizielle Spielball für die Fußball-Europameisterschaft (EM) 2024 in Deutschland heißt »Fußballliebe«. Am Olympiastadion Berlin wurde eine gigantische Version des Spielballs enthüllt.
Zum ersten Mal wird der offizielle Spielball der Europameisterschaft mit der »Connected Ball Technology« ausgestattet sein. Der Entwickler Addidas schreibt hierzu: »Die Technologie sendet präzise Balldaten in Echtzeit an die Videoschiedsrichter (VAR). Durch die Kombination von Spielerpositionsdaten mit künstlicher Intelligenz trägt die Innovation zur halbautomatischen Abseitstechnologie der UEFA bei und ermöglicht damit schnellere Spielentscheidungen. Die in enger Zusammenarbeit … entwickelte Technologie hilft den Videoschiedsrichtern außerdem, jede einzelne Ballberührung zu identifizieren und so den Zeitaufwand für die Klärung von Handspiel- und Elfmetervorfällen zu reduzieren. Ein Aufhängungssystem in der Mitte des Balls beherbergt und stabilisiert einen ›500Hz Inertial Measurement Unit (IMU)‹-Bewegungssensor, der einen Einblick in jedes Element der Ballbewegung bietet. Der Sensor wird von einer wiederaufladbaren Batterie gespeist, die per Induktion aufgeladen werden kann.«
Der Ball besteht nicht nur aus recyceltem Polyester und einem wasserbasierten Aufdruck, sondern auch aus mehr biobasierten Stoffen als alle bisherigen offiziellen Spielbälle. Jede Schicht des Balls enthält nachhaltige Materialien wie Maisfasern, Zuckerrohr, Zellstoff und Gummi, ohne die Leistung zu beeinträchtigen.
Der Fußballliebe-Ball kostet als »Pro Ball« 150,00 Euro. Einsteigerversionen (wie den »Kids League Ball«) gibt es ab 30,00 Euro.
»Gib mich die Kirsche«! Hier halte ich den »Kids League Ball« in meinen kleinen Händen. Damit schoss ich große Löcher in die Torwand, peng, peng. Für den Jürgen.
In der »FUSSBALLLIEBE-Dropzone« auf dem Maifeld konnten Fans den neuen Ball an vielen verschiedenen Stationen vor Ort selbst ausprobieren (15.–19.11./ 18.11.). Die Aktion feierte die Liebe zum Fußball. Sie sollte die Vorfreude auf die Europameisterschaft (EM) in Deutschland stärken.
Fußball kann so schön sein! Legendär der Ruf »Gib mich die Kirsche« (Lothar Emmerich, Dortmunder Spieler und mit 31 Treffern in der Bundesliga-Saison 1965/ 66 Torschützenkönig. Gemeinsam mit seinem kongenialen Sturmpartner Siegfried ›Siggi‹ Held mischte ›Emma‹ damals die Abwehrreihen der Bundesliga auf).
Ist der Ball zu groß für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft? War das trübe Novemberwetter der vergangenen Tage ein schlechtes Omen für die Aussichten der deutschen Kicker?
Inzwischen haben sich 20 von 24 Mannschaften für das Turnier qualifiziert. Die Deutschen sind als Gastgeber – glücklicherweise – gesetzt. Die EM beginnt am 14. Juni 2024 mit dem Eröffnungsspiel der deutschen Mannschaft gegen einen noch unbekannten Gegner in München. Das Finale wird am 14. Juli in Berlin gespielt.
Am 15. November 1963 eröffnete an der einstigen Prachtstraße des Ostens – der Karl-Marx-Allee – das KINO INTERENATIONAL. Eine Ikone der Moderne. Das Kino International ist eines der berühmtesten Kinodenkmäler der Welt. Legendär. Der Bau wurde von den Architekten Josef Kaiser und Heinz Aust entworfen, die auch das Café Moskau und das Kino Kosmos planten.
Im einstigen Premierenhaus der DDR war für feierliche DEFA-Filmpremieren in Anwesenheit der DDR-Staatsführung alles vorhanden: eine separate Reihe mit extra Beinfreiheit, ein Repräsentationsraum für Empfänge, und sogar ein eigener Atomschutzbunker.
Seit 1992 gehört das ›International‹ zur Yorck-Kinogruppe. Nach wie vor ist das Kino International eines der wichtigsten Premierenkinos Deutschlands und empfängt nationale wie internationale Filmschaffende zu Erstaufführungen. Heute, 60 Jahre später, ist das Kino ein wichtiger kultureller Ort der Offenheit und des Austauschs. Am kommenden Sonntag, 19. November, lädt das Kino zu einem ›Tag der offenen Tür‹ mit Ausstellung, Filmposter-Basar und Filmprogramm ein. Die Backstage-Führungen sind leider schon alle ausgebucht. Zwischen November 2023 und Februar 2024 wird es im Rahmen des Jubiläums weitere Veranstaltungen geben. Dazu werden jeden Sonntag deutsche Kinoklassiker gezeigt (U5: U-Bahnhof ›Schillingstraße‹). Zwei Monate nach der kommenden BERLINALE (die 74. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden vom 15.–25.02.2024 statt) schließt dann das Haus für zirka 15 Monate wegen einer denkmalgerechten Generalsanierung. Dann heißt es: Auf die nächsten 60 Jahre!
Am Sonntag war es so weit: Die S-Bahn-Züge der Baureihe BR 485 aus DDR-Zeiten werden ausgemustert (12.11.).
Ein besonderes Merkmal, das diese Züge bis 2002 auszeichnete, war ihre rote Lackierung. Diese brachte ihnen den Spitznamen »COLADOSE« ein. Mit der letzten Fahrt der BR 485, verschwindet nicht nur die älteste Baureihe der Berliner S-Bahn-Flotte, sondern auch ein Stück Bahngeschichte. Deshalb ging die »Coladose« nicht still und leise. Tausende verabschiedeten vier der zuletzt 20 DDR-Garnituren an ihrem planmäßig letzten Einsatztag auf ihren langjährigen Stammlinien S8 und S47. Sternfahrten, Ringfahrten und Rendezvous. Ab 9:00 Uhr wurde es am S-Bahnhof Schöneweide eng und hektisch. Der erste Höhepunkt des Tages nahte. Es kam an den nebeneinanderliegenden Gleisen 3 und 4 zu einem zweiminütigen Treffen zweier 485er-Veteranen. Die Fotografen rangelten um die besten Plätze. Um 9:57 Uhr ›explodierte‹ dann der Pixel-Verbrauch.
Die markanten roten Züge aus dem Volkseigenen Betrieb (VEB) »Lokomotivbau elektrotechnische Werke Hans Beimler« in Hennigsdorf waren damals noch als BR 270 unterwegs. Sie ersetzten seit 1988 sukzessive die ersten elektrischen S-Bahnen der Baujahre ab 1927. Jetzt geht es auf den Schrottplatz. Ob jetzt aus dem legendären »Kind des Ostens« wirklich Coladosen werden? So hieß es nach gut 35 Jahren: »Sag beim Abschied leise Servus/ Nicht Lebwohl und nicht Adieu/ Diese Worte tun nur weh/ …«. Machet jut Coladose; willkommen BR 484.
Der Mensch ist vermutlich das einzige Wesen, das weiß, dass es sterben wird. Das Wissen um unsere Vergänglichkeit ist ein Antrieb für Kunst, Kultur und Wissenschaft und konfrontiert uns mit existenziellen, individuellen und globalen Fragen. Der Tod ist eine universelle menschliche Erfahrung. Das Wissen um die eigene Sterblichkeit verbindet uns Menschen – über alle Grenzen von Raum, Zeit und gesellschaftlichen Konventionen hinaus. Dieses große Unbekannte hält bereits zu Lebzeiten eine Vielzahl an Fragen für uns bereit, die uns auf unterschiedlichste Weise beschäftigen: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Was ist ein guter Tod? Wie finden wir Trost? Was bleibt von mir? Mit diesen Fragen und einem filmischen Prolog über die Rolle des Homo Sapiens im Universum begibt man sich auf einen Rundgang durch die Ausstellung »un_endlich. Leben mit dem Tod«.
»Fiesta de Día de Muertos« (02.–05.11.).
»un_endlich. Leben mit dem Tod«. Das Berliner Humboldt Forum widmet dem Thema ›Leben mit dem Tod‹ ein vielstimmiges Programm ergänzt mit der szenisch gestalteten Sonderausstellung »Fiesta de Día de Muertos« (02.–05.11.) und einem Begleitbuch.
HIPGNOSIS Celebrating 50 Years of The Dark Side of the Moon.
(Quelle: Ausstellung »un_endlich. Leben mit dem Tod«, Humboldt Forum, Berlin 2023).
1973 veröffentlichte die Band PINK FLOYD ihr Album »The Dark Side of the Moon«. Das Cover dieses Albums gestaltete das britische Art House HIPGNOSIS (1967–82). HIPGNOSIS war von den Pink Floyd-Freunden und Grafik-Designern Storm Thorgerson und Aubrey Powell (*1946) gegründet worden. Dieses Album geriet zu einer Ikone der Rockmusikgeschichte. Sowohl die Musik als auch das Cover des Albums wurden Kult, ebenso Pink Floyd und HIPGNOSIS.
Die BROWSE GALLERY präsentiert anlässlich des 50. Geburtstags von »The Dark Side of the Moon« die weltweit einzige Ausstellung in zwei Teilen.
HIPGNOSIS: The Dark Side of the Moon und andere Album Cover Art Im INNENBEREICH sind künstlerische Werke zur wegweisenden Album Cover Art von HIPGNOSIS zu sehen. Die Ausstellung beleuchtet die Geschichte und das Design von »The Dark Side of the Moon«. Zudem werden Kunstdrucke anderer Plattencover-Motive von Pink Floyd und Fotodesigns für andere Musikgrößen der 1970er-Jahre, wie Led Zeppelin, Peter Gabriel, Paul McCartney und 10cc, präsentiert.
Eine Besonderheit der Ausstellung sind Schwarzweißfotos der Band – sowohl auf als auch hinter der Bühne – die während der »The Dark Side of The Moon«-Tour von 1973 aufgenommen wurden. Pink Floyd gewährte damals vier Fotografen im Auftrag von HIPGNOSIS einen intimen Einblick hinter die Kulissen. Dabei entstand ein einzigartiges Porträt der Band während einer Zeit intensiver kreativer Zusammenarbeit und enger Freundschaft, das seinesgleichen sucht.
Foto-Installation: Themen von »The Dark Side of the Moon« Im AUSSENBEREICH wird eine Foto-Installation präsentiert, die sich mit den Themen von »The Dark Side of the Moon« auseinandersetzt. Das Konzeptalbum behandelt verschiedene Phasen der menschlichen Existenz und des Erwachsenwerdens, darunter die Suche nach Identität und Verbindung, das unaufhaltsame Vergehen der Zeit, die omnipräsente Präsenz des Todes; Themen wie Geld und Gier, Krieg und Konflikt, Isolation und Wahnsinn. Diese universellen Themen sprechen auch heute noch weltweit generationenübergreifend Millionen von Menschen an.
Anlässlich des Album-Jubiläums von »The Dark Side of the Moon« haben die Kuratoren der Ausstellung Berliner und international renommierte Fotografinnen um Fotos gebeten, die sich mit den Themen des Albums auseinandersetzen, und die zu einer zeit- genössischen Reflexion des Albums anregen.
Vernissage: (03.11./ 19 :00 Uhr). Mit dem HIPGNOSIS-Gründer Aubrey Powell und Klaus Lederer (Kultursenator a.D., 2016–23). Bis 17.12.2023; unbedingt hingehen!
Weltweit werden die Porträts der HAMAS-Geiseln an Wände geklebt.
In Berlin haben Polizisten Porträts der von der Hamas entführten Geiseln heruntergerissen.
Aufgrund des »Verdachts unberechtigter Plakatierung« hätten die Einsatzkräfte die Plakate entfernt, hieß es am Dienstag zunächst (Quelle: Der TAGESSPIEGEL, 31.10.). Später erklärte die Polizei dann, die Zettel hätten »kein Impressum im Sinne des Pressegesetzes« gehabt. Es seien Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Pressegesetz sowie des Verdachts der Sachbeschädigung eingeleitet worden. Doch hat es keine Anzeige und keinen Strafantrag des Eigentümers der Litfaßsäulen gegeben. Sachbeschädigung ist allerdings ein sogenanntes Antragsdelikt. Auch klebten die Zettel auf weißen und damit ungenutzten Flächen, verdeckten also keine gebuchten Plakate. Seitdem ›eiern‹ die offiziellen Stellen herum. Wer Berlin kennt, und täglich die tausenden illegal geklebten Plakate und Handzettel sieht, weiß, wie lächerlich die polizeilichen Vorwürfe sind.
Eine Erklärung, dass eine Fehleinschätzung vorlag, wäre ausreichend. In der aufgeheizten Stimmung zum Nahostkonflikt mag jemand befürchtet haben, dass sich jemand von den Plakaten provoziert fühlt. Das macht die Maßnahme jedoch nicht rechtmäßig.
Keine politische, eine menschliche Tragödie. Die unzähligen sadistischen Gewaltvideos der HAMAS in den »Sozialen Medien« (warum heißen die eigentlich immer noch so?) sind teilweise unerträglich.
Die zweite deutsche Geisel ist tot (30.10.). SHANI LOUK hat das Massaker der HAMAS nicht überlebt. Sie wurde anhand der DNA auf einem Schädelfragment identifiziert. Sie war enthauptet worden. Die Leiche von Shani Louk ist vermutlich noch in Gaza, ihr Freund wird noch vermisst. Ihr geschändeter Leichnam wurde bislang in Gaza nicht gefunden. Shani wurde 22 Jahre alt.
Damit ist Shani Louk einer von fast 1.400 Menschen in Israel, die die islamistische Terrororganisation am 7. Oktober abgeschlachtet hat. Shani Louk besuchte mit ihrem mexikanischen Freund das Musikfestival »Supernova«. Ein Video zeigt Shani beim Tanzen und Mitsingen. Später war sie halbnackt auf einem Pick-up-Truck als Trophäe durch Gaza vorgeführt worden. Auch diese Bilder gingen um die Welt. Um sie herum schreien Männer »Allahu akbar«, ein Mann zerrt an ihren Haaren, ein Junge spuckt auf ihren bewegungslosen Körper. Grausame Szenen der UNMENSCHLICHKEIT.
Shanis Großeltern wohnen im baden-württembergischen Ravensburg.Das neun Monate alte Baby KFIR BIBAS wurde in Nir Oz, einem Kibbuz im Süden Israels, entführt. Seit dem 7. Oktober 2023 befindet sich der Säugling in der Gewalt der HAMAS.
BERECHTIGTE PLAKATIERUNG?
Hier scheint ja alles korrekt zu sein.
Gesehen in Nord-Neukölln. Offensichtlich kein Handlungsbedarf für die Polizei. Und gesehen an der arabisch geprägten SONNENALLEE, dem Epizentrum des Hasses. Mit unserem Grundgesetz haben wohl Zuviele an der ›Hassallee‹ nichts am Hut. Medien werden dort inzwischen regelmäßig bedroht.Seit dem 7. Oktober wird von der Judenheit der Sabbat nicht mehr gefeiert sondern ›begangen‹. Gedeckte Tafel für 220 entführte Geiseln (27.10.). #BRINGTHEMBACK! םשַׁבָּת שָׁלוֹם~ SHABBAT SHALOM? In einer so abgrundtief bösen und feindlichen Welt? Wir Deutsche haben schon einmal unsere jüdischen Mitbürger:innen im Stich gelassen. Solidarität bedeutet nicht, das Brandenburger Tor für wenige Minuten in den Nationalfarben Israels anzustrahlen (07.10.). Sogar an die 30 Kinder wurde gedacht. Kinderstühle und Plastikgeschirr für die kleinen Hände.
DAUER-BRANDHERD Der Nahe Osten ist ein Dauer-Brandherd der Welt. Für Nahost werden häufig die Begriffe ›Pulverfass‹ und ›Flächenbrand‹ gebraucht. Gelegt wurde das Feuer bereits während des ersten Weltkrieges, als England und Frankreich die Landkarten zwischen Damaskus und Bagdad im Handstreich neu zeichneten. Noch während der Erste Weltkrieg 1916 mit voller Härte tobte, zogen der Engländer Sir Mark SYKES und der Franzose Francois Georges PICOT neue Grenzlinien in den arabischen Sand. Den beiden Großmächten ging es vor allem darum, sich längerfristig Einfluss im Nahen Osten zu sichern. Die von Sykes und Picot gezogenen Grenzen wurden letztlich zu den Wurzeln der späteren Katastrophe im Nahen Osten. Armenier, Kurden, Palästinenser und Juden dienen bis heute als Spielbälle im zunächst noch kolonialen Mächtepoker. Der moderne DJIHAD wurde während des Ersten Weltkriegs als deutsche Kriegsstrategie im Orient in Deutschland erfunden.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges stand neben dem Vertrag von Versailles auch ein anderer Ort für die Neuordnung der Welt: SÈVRES, ein Pariser Vorort. Dort besiegelten die Siegermächte Frankreich, Großbritannien und die USA das Schicksal eines großen Imperiums: Das Osmanische Reich sollte für immer zerschlagen werden. Die Folgen sind auch hundert Jahre später bis heute unübersehbar: Der Nahe Osten brennt, wird von Krieg und Terror überzogen. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges versuch(t)en weitere Mächte, Vorteile aus der Lage zu ziehen: Sowjetunion/ Rußland, Ägypten, Jordanien, Syrien, Libanon, Irak, Iran, Katar, Türkei.
HAMAS Formal ist der Gazastreifen Teil der Palästinensischen Autonomiegebiete und steht unter Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde. Wirtschaftlich ist Palästina von Israel abhängig. 2007 hat sich der Gazastreifen von der gemäßigteren Fatah-Führung im Westjordanland abgespalten und wird seither durch die islamistische HAMAS autoritär beherrscht. Es gab seit ihrer Herrschaftsübernahme 2007 keine Wahlen mehr, und die Meinungsfreiheit ist stark eingeschränkt. Frauen werden in Gaza unterdrückt. Die internationalen Hilfsgelder hat die HAMAS nicht der Bevölkerung zugute kommen lassen, sondern hat sie in den Tunnelbau und Waffenarsenale gesteckt. Die HAMAS strebt das Kalifat und die Scharia an. RECEP ERDOGAN bezeichnete die Terroristen der HAMAS als »Freiheitskämpfer« (29.10.). Israel führt jetzt Krieg gegen die HAMAS, die auch Hundertausende Palästinenser:innen schutzlos der Gewalt ausliefert.
Zorn und HASS? »Wer mit dem Zeigefinger allgemeiner Vorwürfe auf den oder die vermeintlichen Anstifter oder Drahtzieher zeigt, sollte daran denken, daß in der Hand mit dem ausgestreckten Zeigefinger zugleich drei andere Finger auf ihn selbst zurückweisen.« (GUSTAV HEINEMANN, 3. deutscher Bundespräsident, Fernsehansprache am 14. April 1968 nach den gewalttätigen Ausschreitungen gegen den Springer-Verlag, die dem Attentat auf Rudi Dutschke folgten.).