Der GILLAMOOS, ›das Fest der Hallertau‹, ist ein großes Volksfest in Abensberg im Landkreis Kehlheim (Niederbayern). Der Gillamoos ist der älteste Jahrmarkt in Bayern. Der Gillamoos verkörpert wie keine andere Region Deutschland: »Nicht Kreuzberg ist Deutschland, Gillamoos ist Deutschland«, erklärte Friedrich Merz, Vorsitzender der Christlich Demokratischen Union (CDU) beim Gillamooser Volksfest (04.09.). Denn in GILLAMOOS werden deutsches Brauchtum und ›deutsche Tugenden‹ gepflegt. Friedrich Merz redete umjubelt Klartext und stand für Rassismus, Hass, Spaltung und Ausgrenzung. Der Kanzler in spe.
In der Tradition der Wallfahrt findet am Sonntag ein katholischer Gottesdienst im Bierzelt statt. Der politische Gillamoos wird alljährlich am ›Gillamoos-Montag‹ begangen. In Gillamoos sedieren sich dann Männer mit legalen Drogen in einem kollektiven Besäufnis. BIER SIND DAS VOLK! »Oans, zwoa, gsuffa!«. In dieser Männerwelt ist man wohl gedanklich in den 1960er-Jahren stehengeblieben. »Och, wat wor dat fröher schön« und »Widdewiddewitt und Drei macht Neune!! Ich mach‘ mir die Welt, Widdewidde, wie sie mir gefällt.« Der ›größte Stammtisch‹ aufrechter Bürger als ein einziger Gottesdienst. »Helm ab zum Gebet.«
KREUZBERG ist also nicht Deutschland. Und gehört damit nicht zur ›deutschen WerteUnion‹. »… und das ist auch gut so«. Obwohl sich bei steigenden Mieten das verrohte Bürgertum auch dort ausbreitet.
Dit is Kreuzberg. Doch in der Nacht von Freitag auf Samstag wurden drei Kreuzberger Zwerge gestohlen (08./ 09.09.). Dit is Deutschland.
In 40 Meter Höhe und bei spürbarem Wind kein leichtes Unterfangen.
Am vergangenen Sonntag feierte die Berliner Hafen- und Lagergesellschaft (Behala) auf den Tag genau den 100. Geburtstag des größten Berliner Hafens (03.09.). Die Fotos entstanden am Vortag.
Der Bau hatte 1914 begonnen. Wenig später stoppte der Erste Weltkrieg das Projekt. Erst 1923 waren die ersten beiden Becken fertig, die Gleise gelegt. Zunächst wurde hauptsächlich Kohle umgeschlagen. Doch die Lagerhäuser wollten sich in der Zwischenkriegszeit nicht füllen. Denn die Not in Deutschland war damals groß. Es gab lange nichts zu lagern. Deshalb bauten Arbeiter dort das Standardmodell Ford T – die »Tin Lizzy« – zusammen, bis die Auto-Produktion 1931 nach Köln verlagert wurde. 37.000 Fahrzeuge waren bis dato im Westhafen zusammenmontiert worden.
Mit Ende des Zweiten Weltkriegs waren 60 Prozent der Anlagen unbrauchbar. Keiner der 35 Kräne drehte sich mehr. Es folgten wieder Hungerjahre. Wieder wurde hauptsächlich Kohle umgeschlagen. Der Getreidespeicher wurde nach der Berlin-Blockade von der »Senats-Reserve« genutzt. West-Berlin wappnete sich so mit einer kompletten Vorratshaltung vor einer neuen Abriegelung der Stadt. Bis Anfang der 1990er-Jahre lagerten im Westhafen Kohle, Konserven und Klopapier.
1995 wurden die historischen Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. In ihnen lagern heute unter anderem Akten und Zeitungen. Seit 1997 nutzt die Stiftung Preußischer Kulturbesitz den größten Teil des zum Magazin umgebauten Getreidespeichers. Auch das Geheime Staatsarchiv sowie die Zeitungs- und die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Berliner Staatsbibliothek haben ihre Bestände im Westhafen untergebracht. Ebenso lagert dort die Justizverwaltung ihre Akten und Grundbücher. Trotzdem werden im Behala-Westhafen immer noch große Gütermengen umgeschlagen.
Im Mai 2022 nahm das mit Wasserstoff betriebene Schubboot »ELEKTRA« die Langzeiterprobung auf. Das von Batterien und Brennstoffzellen angetriebene Boot gilt als das erste emissionsfrei fahrende Schubschiff der Welt. Die Besatzung des Bootes lebt und wohnt an Bord. Sobald die ersten Landstationen für die Wasserstofftanks und den Ladestrom im Berliner Westhafen sowie im Hafen Lüneburg in Betrieb genommen sind, soll die »ELEKTRA« zunehmend Güter zwischen Hamburg und Berlin transportieren.
Im Oktober 2022 startete die DHL im Westhafen mit einem elektrisch angetriebenen Solarschiff den Pakettransport auf dem Wasser. Bei dem deutschlandweit ersten Pilotprojekt dieser Art transportiert das Solarschiff auf der Spree täglich hunderte Sendungen vom Südhafen Spandau zum Westhafen – ohne Emissionen zu verursachen. Es fährt mir hoffentlich bald vor die Linse.
Seit nunmehr anderthalb Jahren tobt der Krieg in der Ukraine; im Osten des Landes bereits seit 2014. Am 1. September gedenken wir (noch) des Ausbruchs des 2. Weltkriegs in Europa. Seit 1957 wird am ANTIKRIEGSTAG (Weltfriedenstag) an die Schrecken des Ersten und Zweiten Weltkriegs sowie an die schrecklichen Folgen von Krieg, Gewalt und Faschismus erinnert. Doch inzwischen gibt es eine entscheidende Änderung. Krieg ist wieder ein legitimes Mittel der Politik. Krieg gilt als führbar. Und gewinnbar.
Die deutschen Medien feiern die deutsche Wehrtechnik. Schick designte Marschflugkörper fliegen durch die Nachrichtensendungen und bringen ›Schöngeister‹ ins Schwärmen. Deutsche ›Ingenieurskunst‹ schafft weltmeisterliche Waffensysteme: Tiger, Gepard, Marder, Leopard, Mars, Taurus! Weltmeister! Man spricht und schreibt von GAMECHANGERN. Gamechanger? Spiel, Kriegsspiel? Vollirre regieren die Welt!
Schlechter Stand für Pazifisten – mal wieder. Im Westen nichts Neues.
FRIEDEN IST TEUFELSWERK.
Bundeskanzler OLAF SCHOLZ (Sozialdemokrat?) attackierte bei einer Wahlkampfrede in München »rechte Populisten« (so der SPIEGEL/ SPON am 18.08., SZ et al.). An die Adresse der Kriegsgegner sagte Scholz: »Und die, die hier mit Friedenstauben rumlaufen, sind deshalb vielleicht gefallene Engel, die aus der Hölle kommen, weil sie letztendlich einem Kriegstreiber das Wort reden.« Wer für Frieden eintritt, ist also ein »gefallener Engel aus der Hölle«. Nach christlichem Glauben ist der Teufel ein gefallener Engel. FRIEDEN IST TEUFELSWERK.
Das war mal anders. Die Großeltern und Eltern kannten die Kriegsgräuel aus eigenem Erleben. Was die Großmutter noch wusste.
FRIEDEN IST DER ERNSTFALL
»Ich sehe als erstes die Verpflichtung, dem Frieden zu dienen. Nicht der Krieg ist der Ernstfall, in dem der Mann sich zu bewähren habe, wie meine Generation in der kaiserlichen Zeit auf den Schulbänken lernte, sondern der Frieden ist der Ernstfall, in dem wir alle uns zu bewähren haben. Hinter dem Frieden gibt es keine Existenz mehr.« GUSTAV HEINEMANN (1899–1976), Sozialdemokrat (Quelle: Ansprache nach Leistung des Amtseids als Bundespräsident in der gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat am 1. Juli 1969). Im Zentrum des Ludwigshafener Friedensparks steht ein Gedenkstein mit folgendem (abgewandelten) Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten: »Nicht der Krieg ist der Ernstfall, in dem man sich bewähren muss – wie wir es früher hörten –, sondern der Frieden ist der Ernstfall, in dem wir uns alle zu bewähren haben, weil es hinter dem Frieden keine Existenz mehr gibt!«
BITTE UM VERGEBUNG
Der ›Kniefall von Warschau‹ ereignete sich am 7. Dezember 1970. Der deutsche Bundeskanzler und spätere Friedensnobel- preisträger WILLY BRANDT (1913–1992), Sozialdemokrat, besuchte damals die polnische Hauptstadt, um dort den Warschauer Vertrag zu unterzeichnen. Es war der erste Besuch eines deutschen Regierungschefs in Polen seit dem Zweiten Weltkrieg. Teil des Staatsbesuchs war eine Kranzniederlegung am »Denkmal der Ghettohelden (Pomnik Bohaterów Getta)«. Willy Brandt legte dort einen Kranz nieder, zupfte noch einmal an der Schleife, trat zurück. Dann sank Brandt unerwartet auf die Knie. Er kniete stellvertretend für sein Land auf dem nassen Boden vor dem Mahnmal als Zeichen der Betroffenheit. Diese Geste wurde weltweit als Bitte um Vergebung für die deutschen Verbrechen des Zweiten Weltkrieges verstanden.
Jetzt ist wieder PILZZEIT. Die Fotos dieses Beitrages entstanden in dieser aktuellen sehenswerten Ausstellung im Berliner Deutschen Historischen Museum.
Fahrt mit dem Reisebus nach WARSZAWA (Warschau) an der mittleren WISLA (Weichsel) in der Woiwodschaft MASOWIEN gelegen (07.–10.08.). Seit 1991 ist Warschau die Partnerstadt Berlins. Die Skyline der Business-Metropole erinnert mich an ›Main Frankfurt‹.
Zurzeit bedürfen die deutsch-polnischen Beziehungen einer besonderen Zuneigung.
Die folgenden drei Posts Warschau 2: STADTSCHLÜSSEL, Warschau 3: WÜRDE und Warschau 4: IM BAUCH ergänzen die Eindrücke. Einfach herunterscrollen.
Mehrere Stadtteile entstanden im realsozialistischen Stil. Von 1952 bis 1955 wurde der WARSCHAUER KULTURPALAST errichtet. Das damals zweithöchste Gebäude Europas. Der Kultur- und Wissenschaftspalast in Warschau wird mit PKiN (Palac Kultury i Nauki) abgekürzt. Seit Ende 2021 ist der ›Stalin-Stachel‹ auch nicht mehr das höchste Gebäude in Polen und Warschau. Es wurde vom Varso Tower übertrumpft. Ursprünglich war das Gebäude mal weiß.Der Kulturpalast misst bis zum Dach 187,68 Meter. 1994 wurde eine Antenne auf das Dach montiert. Damit betrug die Höhe 237 Meter. Im 30. Geschoss befindet sich in 114 Metern Höhe eine Aussichtsplattform.In Nord-östlicher Richtung (links oben) sind die Altstadt und die Weichsel zu erkennen.Blick vom Weichselufer auf das Königsschloss. Da die meisten Archivalien vernichtet waren, wurde die Warschauer Altstadt nach alten Gemälden wieder aufgebaut. Warschau besitzt eine der ›jüngsten Altstädte‹ in Europa. Der Altstädter Marktplatz (Rynek Starego Miasta). Legendär: Warszawska Syrenka. Der beliebte Weichselboulevard. Die kilometerlange Uferpromenade wurde seit 2015 Kilometer um Kilometer angelegt. Die Polnische Nationalbank brachte für Sammler:innen diesen Geldschein heraus. Er ist nur dort erhältlich.Pegasus-Skulpturen vor dem Obersten Gericht.Im Rgierungsviertel. Das Lech-Kaczyński-Denkmal. Am 10. April 2010 starben 96 Personen bei der tragischen Flugzeugkatastrophe von SMOLEŃSK. Unter den Opfern waren der damalige Präsident Lech Aleksander Kaczyński und seine Gatttin, sowie zahlreiche Parlamentarier, Kirchenwürdenträger und Militärs. Sie waren auf dem Weg zu einer Gedenkfeier zur Erinnerung an die Ermordung polnischer Offiziere durch den sowjetischen Geheimdienst 1940 im russischen KATYN.
Statt Erinnerung und Andenken sah man von Anfang an nur heftigen Streit und schädigende Polemik. Diese Tragödie wurde von der polnischen Politik als Werkzeug für ihre Machtspielchen missbraucht. Handstreichartig wurde damals der Wawel (der Dom der Krakauer Königsburg), wo Polens Könige, Freiheitskämpfer und Dichter liegen, zum Begräbnisort des Ehepaars Kaczyński bestimmt. An jedem 10. April von 2011 bis 2018 organisierte die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS/ Prawo i Sprawiedliwosc) von Jaroslaw Kaczyński sogenannte ›Smolensk-Erinnerungsmärsche‹. Polnische Intellektuelle sprachen in diesem Zusammenhang von »Smoleńsk-Sekte« und »Säkularer Smoleńsk Religion«.Das Smoleńsk-Denkmal ähnelt der Form nach einer Zugangstreppe (Gangway) eines Flugzeugs. Dort sah man die Opfer zum letzten Mal. Die Konstruktion ist aus Stahlbeton und wurde mit schwarzen Granitplatten umhüllt. Die eingeritzten Namen der Opfer auf dem Denkmal wurden alphabetisch und ohne Titel geordnet. Aus kleinen Nischen in den Wänden des Grabens strahlen 96 Lichter. Manche Warschauer:innen nennen das umstrittene Denkmal ›Himmelstreppe‹. Beide Denkmäler wurden 2018 errichtet.Reste des Säulengangs, der die beiden Palastflügel des ›Sächsischen Palais‹ in der Mitte miteinander verband. Er wurde in den Jahren 1839–1842 am ›Sächsischen Garten‹ erbaut. Hier entstand 1924 das GRABMAL DES UNBEKANNTEN SOLDATEN. Der Soldat kam 1920 bei der Verteidigung von Lemberg (damals polnisch) um und wurde hier im November 1925 bestattet. Die beiden Wachsoldaten werden jeweils zur vollen Stunde abgelöst. Was von den polnischen Königen sächsischer Herkunft blieb. Beide Flügel des von Deutschen zerstörten PALAC SASKI sollen bis 2030 wieder aufgebaut sein. Zurzeit sind die Keller beider Flügel freigelegt. Sie werden archäologisch erforscht.Die Neue Welt (Nowy Świat) führt zum Kreisverkehr ›Rondo de Gaulle‹ mit der einzigen (künstlichen) Palme in Warschau in dessen Mitte. Die »JERUSALEMPALME« wurde für $ 12,000 in den USA hergestellt und steht seit Dezember 2012 hier.Im königlichen Lazienki-Park gibt es im Sommer kostenlose Chopin-Konzerte. In einer Säule der Heilig-Kreuz-Kirche ruht das Herz von Frédéric (polnisch Fryderyk) Chopin.
Der ZUG (Berlin-Warszawa-Express) fährt vier bis fünf Mal täglich von Berlin nach Warschau. In Warschau gibt es drei Fernbahnhöfe. WARSZAWA CENTRALNA heißt der Zielbahnhof in der Innenstadt. Die vier Bahnsteige befinden sich im Untergeschoß.
Die Fahrtzeit für die 512 Kilometer lange Bahnstrecke beträgt fast sechs Stunden. Während der Reisebus wegen der vorgeschriebenen Lenkpausen und der erlaubten Höchstgeschwindigkeit mindestens acht Stunden für die Strecke benötigt.
Das Warschauer NAHVERKEHRSNETZ ist sehr gut ausgebaut (vorbildlich!). Auch nachts kommt man gut durch die Stadt. Es gibt auch Tageskarten (Bilet dobowy/ 24-Stunden-Tickets) zu 15,00 PLN (= 3,36 Euro).
Die TRAM verbindet die Stadt in alle Richtungen. In Warschau gibt es fast 30 Trambahnlinien.
Der BUS ist das am häufigsten zu findende öffentliche Nahverkehrsmittel, mit mehr als 1.000 Fahrzeugen (von MAN und SOLARIS) auf rund 100 Linien.
Derzeit verfügt Warschau über zwei METROLINIEN. M1: Die ›Blaue Linie‹ M1 verfügt über 21 Stationen auf einer Länge von gut 23 Kilometern. Die Metro durchquert die Stadt von Süden (Kabaty) nach Norden (Młociny) auf der westlichen Seite der Weichsel, auf der sich auch die meisten touristischen Ziele befinden. M2: Die ›Rote Linie‹ M2 mit sieben Bahnhöfen, welche von West nach Ost verläuft, wurde im März 2015 eröffnet. Täglich nutzen derzeit in etwa 100.000 Fahrgäste diese Metrolinie. Zukünftig soll die zweite Metrolinie über 30 Kiloometer lang werden und von Połczyńska im Westen nach Gocław im Osten verlaufen. Diese Linie fährt an die Weichsel-Promenade.
NACH ESPERANTO
Ludwik Łazarz Zamenhof (*1859) entwickelte in Warschau die Sprache ESPERANTO. Außer Polnisch hörte man im vielsprachigen russischen Zarenreich, zu dem Polen damals gehörte, auf den Straßen häufig Belarussisch, Litauisch, Ukrainisch, Jiddisch, Hebräisch, Deutsch oder Armenisch. Noch in der 2. Republik Polen (II. Rzeczpospolita/ 1918–1939) gaben fast 35 Prozent der Einwohner eine andere als die polnische Sprache als ihre Muttersprache an. Zamenhof begründete 1887 unter dem Pseudonym ›Doktoro Esperanto (deutsch: Doktor Hoffender)‹ die Kunstsprache Esperanto. Außerdem veröffentlichte er eine sogenannte ›Menschheitslehre für die allgemeine Völkerverbrüderung‹. Zamenhof verstarb am 14. April 1917 in Warschau. Sein Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof in Warschau an der Okopowa-Straße. Die Warschauer Buslinien 107 und 111 haben als Ziel ESPERANTO.
Getränkeautomat. Logo des Städtischen Verkehrsamts – der »Warszawski Transport Publiczny« – mit der stilisierten Sirene in den Warschauer Farben Rot-Gelb. Das Warschauer Verkehrsnetz erstreckt sich über 3.600 Kilometer. Die STADTSCHNELLBAHN in Warschau (»Szybka Kolej Miejska w Warszawie«, kurz SKMWA) verkehrt auf vier Linien im Großraum der polnischen Hauptstadt.Metro: Ohne Ticket gelangt man nicht zum Bahnsteig. An diesem Bahnhof kreuzen die M1 und M2. An den Ein- und Ausgängen sowie auf den Bahnsteigen gibt es Hinweistafeln für Blinde und Sehbehinderte. Die Türen öffnen und schließen automatisch. Das Design der Sitze.
Darf man von ›Aufstand‹ reden, wenn Menschen ihren ganzen Mut aufbringen, um ›mit WÜRDE‹ zu sterben?
Vier Wochen nach Beginn des deutschen Überfalls auf Polen marschierten am 28. September 1939 Truppen der Wehrmacht in Warschau ein. Eine mehr als fünfjährige grausame Besatzungszeit brach für die Bevölkerung an.
HELDEN DES GHETTOS
Nach der Besetzung Warschaus durch die deutsche Wehrmacht wurden ab November 1940 die Juden der Stadt und der Umgebung im WARSCHAUER GHETTO (Stadtteil MURANOW) eingesperrt. Die jüdische Bevölkerung musste eine 18 Kilometer lange und drei Meter hohe Mauer errichten, die das Warschauer Ghetto vom Rest der Stadt abriegelte. Die eingesperrten Juden wurden sich selbst überlassen. Die Zahl der Menschen, die im Ghetto lebten, erhöhte sich in der Spitze auf weit mehr als 400.000. In den beengten Lebensumständen auf einer Fläche von vier Quadratkilometern waren Hunger, Epidemien und Seuchen an der Tagesordnung. 1941 wurde für Juden die ›Ghettopflicht‹ eingeführt und das Verlassen des Ghettos sowie jegliche Hilfe für die jüdischen Warschauer unter Todesstrafe gestellt.
Ab dem 22. Juli 1942 wurde das Jüdische Ghetto nach und nach ›aufgelöst‹. Die meisten Bewohner wurden ab diesem Zeitpunkt vom UMSCHLAGPLATZ in eines der Konzentrationslager gebracht, die meisten von ihnen ins Vernichtungslager TREBLINKA. Dort wurden sie umgehend nach ihrer Ankunft getötet. An einem Tag wurden 10.000 bis 17.000 Menschen grausam ermordet
Am 18. April 1943 kam es zur Erhebung im Warschauer Ghetto. Das Ghetto wurde dabei in den Folgewochen von Flammenwerfer-Einheiten (rekrutiert aus deutschen Feuerwehren) niedergebrannt. Die Ruinen gesprengt. Die restlichen Kämpfer:innen getötet. Am 18. Mai 1943 existierte mit der Sprengung der ›Großen Synagoge‹ das Warschauer Ghetto nicht mehr. Es war dem Erdboden gleich gemacht worden. Die jüdische Geschichte Warschaus war ausgelöscht.
Bereits 1948, also fünf Jahre nach Ausbruch des Ghettoaufstandes wurde das »Denkmal der Ghettohelden (Pomnik Bohaterów Getta)« enthüllt. Hier fand auch der Kniefall von Willy Brandt statt. Das Denkmal zum Kniefall steht in der Nähe. Später wurde direkt vor dem »Denkmal der Ghettohelden« das Museum der Geschichte der polnischen Juden gebaut.
WARSCHAU KÄMPFT ERNEUT
Der WARSCHAUER AUFSTAND begann am 1. August 1944. Er war die größte Erhebung gegen die Okkupanten im besetzten Europa während des Zweiten Weltkrieges. Fast die gesamte verbliebene Stadtbevölkerung beteiligte sich an den Kämpfen, deren Ziel die Befreiung und ein von Nazideutschland und der Sowjetunion unabhängiges Polen sein sollte. Getragen wurde der Kampf von der POLNISCHEN HEIMATARMEE.
»Jeder Bewohner ist zu töten, es ist verboten, Gefangene zu machen. Warschau soll dem Erdboden gleichgemacht werden, um auf diese Weise ein abschreckendes Beispiel für ganz Europa zu statuieren.«, ›FÜHRERBEFEHL‹ vom 1. August 1944 an die Kommandeure.
Besonders brutal taten sich in den ersten Tagen des Aufstandes die aus verschiedenen SS- und Polizeieinheiten eilig zusammengestellte »Kampfgruppe Reinefarth« und die »Sturmbrigade Dirlewanger« hervor. Insgesamt wurden zwischen dem 1. und 5. August in den Stadtteilen Ochota und Wola bis zu 50.000 Zivilisten Opfer der Mordaktionen. Im Warschauer Aufstand kamen rund 180.000 Einwohner ums Leben. Als Repressalie wurde die Mehrzahl der noch vorhandenen Gebäude auf dem linken Weichselufer von den deutschen Truppen planmäßig gesprengt. Warschau war danach eine Schutthalde. Und fast menschenleer. Denn die überlebende Bevölkerung wurde in Konzentrationslager deportiert.
EINE DEUTSCHE KARRIERE
HEINRICH REINEFAHRT (1903–1979) war ein hochdekorierter deutscher Militär. Reinefarth war für die Niederschlagung des Warschauer Aufstandes verantwortlich, bei der allein im Warschauer Stadtteil WOLA etwa 30.000 Zivilisten auf seinen Befehl von den deutschen Truppen getötet wurden.
Für seine Taten wurde Reinefarth nie belangt. Im Gegenteil. Es gelang dem Massenmörder, in der Nachkriegszeit eine politische Karriere einzuschlagen. Er wurde als ABGEORDNETER in den Schleswig-Holsteinischen Landtag gewählt. In der Zeit von 1951–1963 war er BÜRGERMEISTER VON WESTERLAND auf Sylt. Danach ließ er sich als Rechtsanwalt nieder. »Der Schlächter von Warschau« war Vorsitzender der Ortsgruppen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), der Deutschen Lebens- rettungsgesellschaft (DLRG) und gründete den Lions Club auf Sylt. Bis zu seinem Tod lebte er ein sorgenfreies Leben. »SEIN ERFOLGREICHES WIRKEN FÜR DIE STADT WESTERLAND WIRD UNVERGESSEN BLEIBEN!« Nachruf der Stadt Westerland auf Heinz Reinefahrth nach seinem Tod 1979. Die heutige Gemeinde Sylt stellt sich inzwischen der Vergangenheit ihres ehemaligen Bürgermeisters.
Immer am 1. August wird des Warschauer Aufstandes gedacht, zuerst 1957. Die gesamte Stadt ist dann beflaggt. Unzählige Gedenktafeln, die an Kämpfer:innen erinnern, sind mit Blumen und Kerzen geschmückt. Bald wird am 1. September an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Europa erinnert (die Japaner begannen ja früher mit ihren militärischen Überfällen). Heute wird nicht mehr der Friede errungen. Es zählen wieder militärische Siege (›Siegfrieden‹).Die KOTWICA (Anker) war das Symbol der polnischen Widerstandsbewegung während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg. Die Kotwica stellt die Buchstaben P und W dar und steht als Abkürzung für »Polska Walcząca (Kämpfendes Polen)«. 1944 wurde es zu einem der zentralen Symbole des Warschauer Aufstandes und galt als Zeichen der HEIMATARMEE (Armia Krajowa).Das »Denkmal des Kleinen Aufständischen (polnisch Pomnik Małego Powstańca)« steht vor der Stadtmauer der Warschauer Altstadt. Gewidmet ist das Monument den Kindern, die während des Warschauer Aufstandes von 1944 ermordet wurden. Warschauer Pfad- finder waren damals als Melder (Pfadfinderpost) und Sanitätshelfer eingesetzt.
Das Denkmal wurde am 1. Oktober 1983 enthüllt. Die etwa 150 Zentimeter hohe Skulptur hat mich verstört. Ein Kind in viel zu großen Militärstiefeln, mit einem viel zu großen Stahlhelm auf dem kleinen Kopf, in den Händen eine Maschinenpistole. Das Denkmal entstand nach dem Muster einer kleinen Gipsstatuette, die der spätere Bildhauer Jerzy Jarnuszkiewicz (1919–2005) kurz nach dem Zweiten Weltkrieg angefertigt hatte. Von ihr erfolgte 1983 ein Abguss, der die Grundlage für die Gießung des Denkmals bildete. Vor seinem Tod hatte Jarnuszkiewicz geäußert, dass er das Denkmal in dieser Form nicht hätte aufstellen lassen.
Hinter der Skulptur ist eine Tafel angebracht, die das bekannteste Lied aus der Zeit des Aufstandes zitiert: »Warschauer Kinder zieh’n wir in den Kampf, für jeden deiner Steine, oh Hauptstadt, geben wir unser Blut.«
In der direkt im Zentrum gelegenen Markthalle HALA MIROWSKA findet man eine Reihe von kleinen handwerklichen Ständen und Geschäften des täglichen Bedarfs. Der eigentliche Lebensmittelmarkt liegt direkt hinter der Halle entlang der HALA GWARDII. Diese zweite Halle ist geschlossen und soll wohl restauriert werden. Im umzäunten Bereich findet man neben vielem qualitativ hochwertigem Obst und Gemüse auch andere landestypische Lebensmittel wie Honig, Eier, Wurst und Käse.
Nachts haben einige Blumenstände vor der Halle geöffnet. Im Angebot die Eier verschiedener Hühnerrassen. Zur Straße hin verkaufen hauptsächlich Rentner:innen Habseligkeiten, kleine Blumensträuße. Das Stammhaus.
VOGELMILCH
Das Unternehmen wurde 1851 unter dem Namen E. Wedel von Karl Wedel, einem aus Deutschland eingewanderten Unternehmer, in Warschau gegründet. Es entwickelte sich schnell zu einem der größten und beliebtesten Hersteller von Schokolade in Polen. Der Name Wedel steht in Polen für hohe Qualität und Tradition. Unter der kommunistischen Regierung wurde das Unternehmen verstaatlicht und in »22 Lipca [= 22. Juli] d. E. Wedel« umbenannt. 1989 wurde E. Wedel wieder privatisiert. Im Juni 2010 erfolgte der Verkauf an die koreanisch-japanische Lotte Group. Wedel beschäftigt etwa 1.100 Mitarbeiter:innen und betreibt eine Schoko- ladenfabrik in Warschau-Praga in der Jana-Zamoyskiego-Straße 28/ 30.
Als Mitbringsel empfiehlt sich das »Ptasie Mleczko«, auf Deutsch als VOGELMILCH bekannt: Eine sehr zarte und dünne Schokoladenschicht umhüllt Milchschaum.
Fahrt mit dem Deutschlandticket in die Harzregion (Niedersachsen/ 15.−27.07.). Basiscamp in GOSLAR. Ausflug nach HAHNENKLEE und CLAUSTHAL-ZELLERFELD (22.07.).
Niedersächsisches Wappen – gefühlt.
Zurzeit sterben im gesamten Oberharz die Fichten. Manche Hänge sind braun von den abgestorbenen Bäumen, die trostlos in den Himmel ragen. Die Forstleute kommen mit dem Holzeinschlag nicht mehr nach. Trotzdem stapeln sich abgeholzte Baum- stämme zum Abtransport an den Einmündungen zu den Bundes-, Land- und Kreisstraßen. Die Berghänge werden kahler und die Baumfreien Flächen eröffnen neue Einblicke. Für den Bergbau angelegte Teiche und Wassergräben werden sichtbar. Das Totholz stellt eine Brandlast dar. »Ferienwohnung zum ›Waldblick‹«, lol. Die neue Harzromantik. Jetzt könnte man weitere Skipisten und Beschneiungsanlagen bauen. − Wenn es im Winter noch ausreichend Schnee gäbe. Und genügend Wasser, denn das wird zunehmend knapper. Jetzt freuen sich die Mountainbiker, querfeldein ›über Stock und Stein‹ fahren zu können.
Goslar. Jackpot.Hahnenklee: Annett Louisan erhielt 2023 den begehrten Paul-Lincke-Ring. Hier grüßt sie zusammen mit Paulchen. Clausthal: Die evangelisch-lutherische Marktkirche zum Heiligen Geist ist die historische Hauptkirche im Ortsteil Clausthal der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld. Sie ist die größte Holzkirche Deutschlands und gehört zu den bedeutendsten Baudenkmälern des norddeutschen Barocks. Zellerfeld: in den Sommermonaten lockt donnerstags der Bergbauernmarkt.
Ausflüge nach WOLFENBÜTTEL (18.07.) und EINBECK (19.07.).
Abstecher zum »Neuschwanstein des Nordens«: SCHLOSS MARIENBURG bei Hildesheim (22.07.).
Abstecher ins Weserbergland zuerst nach BÜCKEBURG (22.07./ mit dem Pkw), dann mit dem Deutschlandticket nach HAMELN und nach BODENWERDER zu Baron von Münchhausen (25.07.).
Mit dem Deutschlandticket an die Oberweser in die ›Münchhausen-Stadt‹ BODENWERDER und in die ›Rattenfänger-Stadt‹ HAMELN (25.07.). Fahrt mit Bahn- und Bus durch wunderschöne Landschaft. Mit einem Interruptus, als wir das stillgelegte Kernkraftwerk (KKW) GROHNDE passierten. Das war 37 Jahre in Betrieb (1984−2021).
BODENWERDER
BODENWERDER ist der Geburtsort und langjährige Wohnsitz des »Lügenbarons« Hieronymus Carl Friedrich Freiherr VON MÜNCHHAUSEN.
Im Jahre 1935 erwarb die Stadt das Herrenhaus des 1797 verstorbenen Barons Münchhausen und nutzt es bis heute als Rathaus. Das nahegelegene Münchhausen-Museum ist nicht der Brüller (4,50 Euro Eintritt). Mehrere Münchhausen-Brunnen bereichern das Stadtbild.
Der Münchhausen-Brunnen mit dem halben Pferd entstand 1962/ 63 im Park des ehemaligen Münchhausen-Gutshofes. Die Brunnenanlage wurde von Bruno Schmitz anlässlich der 675-Jahrfeier gefertigt. Er stellt eine Anekdote aus dem Türkenkrieg dar, als Münchhausen seinen ›halben Litauer‹ am Marktbrunnen zu Oczakow trinken lässt. Der große Münchhausen-Brunnen in der Fußgängerzone wurde 1994 vom Bildhauer Bonifatius Stirnberg aus Aachen gefertigt. Dieser Brunnen zeigt drei der bekanntesten Münchhausen-Geschichten: das ›Pferd am Kirchturm‹, den ›Entenflug‹ und den ›Ritt auf der Kanonenkugel‹.
HAMELN
Weltweite Bekanntheit erlangte HAMELN durch die Sage vom Rattenfänger, die auf Ereignisse im Jahr 1284 beruhen soll. Die Datierung auf dieses Jahr 1284 geht auf das Spätmittelalter zurück. Der älteste Bericht hierzu stammt aus der Zeit zwischen den Jahren 1430 und 1450. In der Kultur der Stadt, die sich offiziell »Rattenfänger-Stadt Hameln« nennt, spielt die Rattenfänger-Sage eine bedeutende Rolle. Mit dieser Symbolfigur ist Hameln auch Teil der DEUTSCHEN MÄRCHENSTRASSE. Die Kinderauszugssage gibt der Wissenschaft Rätsel auf. Handelt es sich beim Kinderauszug um einen Kinderkreuzzug, oder um eine Auswanderung in den Osten? Im Pflaster der Altstadt ist eine RATTENSPUR eingearbeitet, die zu den Sehenswürdigkeiten führt: »Rattenfängerhaus«, Rattenfänger-Brunnen (2), Rattenfänger-Glockenspiel, »Rattenfängerkrug«. In der Touristinformation wird »Rattengift« angeboten, ein Likör.
Hameln bietet an den Hauptstraßen der Altstadt ein nahezu geschlossenes historisches Stadtbild mit einer großen Zahl prachtvoller Fachwerk- und Steinhäuser, viele davon aus der Renaissance. Repräsentativer Mittelpunkt der Altstadt sind die OSTERSTRASSE und der Pferdemarkt.
Südlich der Altstadt befindet sich der Hafen. Im Frachtverkehr spielt der Hafen keine Rolle mehr. Heute liegen hier Fahrgastschiffe und andere Boote. So auch ein ehemaliges Minenräumboot der Bundesmarine. Die »Pluto« wird heute von der »Marinekameradschaft Hameln« genutzt.
Während der nationalsozialistischen Diktatur fand von 1933 bis 1937 jeweils Ende September auf dem Bückeberg bei Hameln regelmäßig das REICHSERNTEDANKFEST (umgangssprachlich ›Bückebergfest‹) statt. Mit etwa einer Million Teilnehmern aus dem gesamten Deutschen Reich war es eine der größten Massenveranstaltungen der Faschisten. Das Reichserntedankfest war einer der höchsten Feiertage des NS-Staates und feierte den Bauernstand als Grundlage der ›Blut- und Boden‹-Ideologie‹. Die modernen Rattenfänger. Die Kirchen setzten dem damals nichts entgegen. Im Gegenteil.
Fahrt ins Schaumburger Land (22.07.). Dort gibt’s noch ›gefühlte‹ Fürsten. Den Schaumburg-Lippes gehört nicht nur das SCHLOSS BÜCKEBURG, welches zentral in der Stadt zu finden ist. Das Schloss war ursprünglich als Wasserschloss errichtet worden. Der Schlossbach, der die Kernstadt durchquert und in die Schlossgraft mündet, sowie die Rennriehe sind Nebenflüsse der Bückeburger Aue. Die FÜRSTLICHE HOFREITSCHULE ist die einzige in ganz Deutschland. Einzigartig ist das Hubschraubermuseum in Bückeburg.
Bückeburg war ab 1640/ 74 Residenzstadt der Grafschaft SCHAUMBURG-LIPPE, ab 1807 des Fürstentums und von 1919 bis 1946 Hauptstadt des republikanischen Freistaates. Als 1933 die Nationalsozialisten eine furchtbare Diktatur errichteten, war Bückeburg längst eine Hochburg der NSDAP. Die Stadt ist heute Sitz des NIEDERSÄCHSISCHEN STAATSGERICHTSHOFES.
Schaumburg-Lippe schloss 1867 mit Preußen eine Militärkonvention ab und unterhielt danach keine eigenen Truppen mehr. Die militärische Tradition des Kleinstaates führte das in Bückeburg stationierte 7. Westfälische Jäger-Bataillon, genannt die »Bückeburger Jäger«, fort. Das »Rheinische Schützenbataillon« war 1815 aufgestellt und nach Ende des Ersten Weltkriegs aufgelöst worden.
Der schon damals als Heidedichter bekannte Schriftsteller und Journalist HERMANN LÖNS war von 1907 bis 1909 Chefredakteur der »Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung«. Einen großen Teil seiner Zeit verbrachte er in der Gaststätte »Zur Falle« beim Redigieren seiner Manuskripte. Das Gebäude ist noch heute eine Traditionsgaststätte und war früher eine Bank.
Das Autokennzeichen SHG steht für den Landkreis Schaumburg: Seine Hoheit Grüßt; oder Säufer, Huren und Ganoven – im Volksmund.
Donatus ›Erbprinz zu Schaumburg-Lippe‹, Alexander ›Fürst zu Schaumburg-Lippe‹ und Mahkameh ›Fürstin zu Schaumburg-Lippe‹ (von links).Den Schlüssel für das Schloss zur Kapelle ließ in den 1950er-Jahren ein Besucher ›mitgehen‹. Später schickte er ihn reumütig mit diesem Begleitschreiben zurück. Unter den mit Sternen gekennzeichneten Bodenplatten sind die Herzen Verstorbener bestattet. Das Glockenspiel am Rathaus spielte »Ännchen von Tharau«. Brunnenfigur in der Fußgängerzone. Die Bückeburger Stadtkirche. 1611 wurde mit dem Bau begonnen, der 1615 abgeschlossen war. Das Gotteshaus gilt als der bedeutendste Kirchenbau des frühen Protestantismus in Norddeutschland. Graf Ernst wollte mit dem Bau ein Exempel bieten, daher ließ er über der Fassade die Inschrift EXEMPLUM RELIGIONIS NON STRUCTURAE (»Beispiel der Frömmigkeit, nicht der Baukunst«) anbringen, deren Anfangsbuchstaben seinen Namen ergeben. Bekanntester Prediger an der Kirche war Johann Gottfried HERDER.