Mächtige Männer wie Putin und seine Brüder im Geiste befriedigen sich in beispiellosen Gewaltorgien. Ein Ende ist nicht absehbar. Und im Kleinen eifern Buchhalterseelen diesen Primaten emsig nach.
Heute wird der ›Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen‹, auch englisch ORANGE DAY genannt, begangen. Seit 1981 wird er jährlich als Gedenk- und Aktionstag am 25. November abgehalten. Die Farbe Orange symbolisiert dabei eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen.
FIFA-Präsident GIANNI INFANTINO hielt am Samstag eine denkwürdige Pressekonferenz mit einem einstündigen Monolog ab (19.11.). Pathos-Anfall vor Journalist:innen in Doha: »Ich habe heute SEHR STARKE GEFÜHLE, ich fühle mich als Katarer, als Araber, als Afrikaner, als Schwuler, als Behinderter, als Wanderarbeiter«. Was er nicht fühlte: »Ich fühle mich als KORRUPTER«. Unter seiner Ägide prosperiert die FIFA. Die Rücklagen sind auf über drei Milliarden Euro angewachsen. Die Katar-WM bringt ein Plus von 600 bis 700 Millionen gegenüber dem letzten Championat. »Die beste WM aller Zeiten« halt! Warum nicht GELDSCHEIN-BINDEN als KAPITÄNSBINDEN? Statt Regenbogen-Binden. Ein starkes Zeichen! Für SEHR STARKE GEFÜHLE.
Dieses Jahr findet ›BRASILIEN TRIFFT BERLIN‹ zum 8. Mal statt (bis 15.12.). Ein Kulturfestival der Begegnungen – Brasilien trifft auf Berlin und Berlin trifft auf Brasilien.
Brasilianischer Liederabend
Die brasilianische Opernsängerin BEATRIZ BAPTISTA interpretierte in Begleitung der japanischen Pianistin SENA UTO Stücke bekannter brasilianischer Komponist:innen (18.11.). Bezauberndes Duett aus Stimme und Klavier. Mitreißend »Peixinho do Mar« von Babi de Oliveira & »Tamba-tajά« von Waldemar Henrique. Im Anschluss an das Konzert fand die Vernissage zur Ausstellung des Künstlers LIMPO ROCHA statt.
Lichtschatten (Sombras da luz)
Fabio da Rocha Passos Pinheiro, alias LIMPO, stammt aus Salvador da Bahia. Er experimentierte bereits als Teenager mit Graffiti-Straßenkunst. Seine Werke an Wänden und Fassaden sind prägende Elemente der Stadtlandschaften von Salvador und Malmö (Schweden) seiner zweiten Heimat, wo er 2013 den nationalen Kulturpreis erhielt.
›Jazz4five‹
Heute bin ich BOSSA NOVA (25.11.)! Das vielseitige Quintett ›Jazz4five‹ spielte mit Gitarre, Piano-Akkordeon/ Keyboard, Saxophon/ Klarinette, Jazzgeige, Bass und Schlagzeug einen abwechslungsreichen Mix. ›Jazz4five‹ interpretierte mitreißend klassische brasilianische Stücke wie ›Girl From Ipanema‹, ›Manhã da Carnaval (Black Orpheus)‹, ›Recorda Me‹, ›Blue Bossa‹ – aber auch drei Klezmer-Stücke.
›Gypsy Jazz Club‹
Der ›Gypsy Jazz Club‹ ist eine Band, die von den Musikern Igor Diniz (Kontrabass), Pedro Vasconcellos (Cavaquinho), Eduardo Souza (Manouche-Gitarre) und Victor Angeleas (Tenorgitarre/ 10-saitige Mandoline) gegründet wurde. Die Band spielte erstmals außerhalb Brasiliens und nach einem Auftritt in Lissabon bei einem ganz besonderen Konzert in der Brasilianischen Botschaft Berlin (26.11.). Beim Independent Music Awards (IMAs) gewann sie 2019 mit »MENESTREL« den Preis für das beste Instrumental-Album. Auf ihrem jüngsten Album »Brasília Live Sessions« präsentiert die Band selbst komponierte Songs, eine Fusion aus Jazz Manouche, Choro, Samba, Ijexá und Funk Carioca. Wahnsinn! Standing Ovations.
PAUL ELMAR BRINGEZU (1944–2022). Seit 1975 bis zum Ruhestand Flötist am ›Städtischen Orchester Heidelberg‹ (jetzt ›Philharmonisches Orchester Heidelberg‹). Sprach- und stimmgewaltig. Prall voller Kreativität und Witz.
Der Myttelrheinische Ossian. Bringezu liest Bringezu, Balladen – Sonette – Romanzen, CD 1998/ 99. Seine schöne markante Stimme bleibt. Ab 1983 Produktion von kleinen Büchern: Erlebnisse des Herrn von Dapp (1983/ 1989); Pantheon mancherley Musicae – Beiträge zur Geschichte des Runxophons (1989); Lybeslüryck (1989); Der kleinste Brehm (1990); Triangulum haereticum (1991); …
Elmar (›PEB‹) konnte das Leben genießen. In meinem Herzen die schönen Nächte nach manchen Vorstellungen in der Theaterkantine oder im »Palmbräu«, die geistreichen Gespräche. Sein feiner Humor bereicherte stets unsere Zusammenkünfte.
Elmar ließ am 20. Oktober los. PEP hinterläßt eine gewaltige Lücke.
In Kooperation mit s.Oliver (QS) und Zalando brachten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) eine Modekollektion im Muster der neuen Bus- und Bahnsitze heraus. Am Alexanderplatz öffnete im Zwischengeschoss des U-Bahnhofs ein Pop-up-Store (18.10.). Unter dem Slogan »Mehr Street kann Wear nicht sein« (vielleicht besseres Denglish: »Mehr Street kann nicht Wear sein«) können BVG-Fans die limitierte Wimmelbild-Mode dort kaufen. Die Kapuzenpullover, Sweatjacken, Westen, T-Shirts und Hüte sind erhältlich, solange der Vorrat reicht. Die Öffi-Mode ist jedoch nicht ›billig‹. Wie der ÖPNV. Denn die Sweatjacken können schon mal 130 Euro kosten. – Socken würden mich interessieren! Die gibt es aber (noch) nicht? In zwei Monaten ist Heiligabend.
Bereits im Sommer hatte die BVG als Zeichen für Akzeptanz und Toleranz für ihre Busse und Bahnen das »Muster der Vielfalt« eingeführt: Ein Sitzmuster, das sich aus vielen bunten und diversen Menschen-Silhouetten zusammensetzt. Das neue Muster besteht aus rund 80 verschiedenen Silhouetten, die unter anderem homosexuelle Paare, Rentner mit ihrem Hund oder Rollstuhlfahrer repräsentieren. Neue Fahrzeuge dürfen sofort im neuen Fummel auf die Straße. Ab 2023 soll dann das »Muster der Vielfalt« sukzessive die Sitze in allen BVG-Fahrzeugen schmücken. Weil das Verkehrsunternehmen Wert auf Nachhaltigkeit legt, soll das Muster aber erst aufgezogen werden, wenn alte Bezüge ohnehin ausgetauscht werden müssen. Im Juli waren bereits die ersten beiden Doppeldeckerbusse damit neu ausgestattet worden.
Sitzbank am U-Bahn-Halt ›Machma Platz‹.Hut in ›Sitztarn‹.Ob Hündin Chica (10) vom neuen Polstermuster-Fummel träumt?Ticket überflüssig? Als wandelnder Bus-/Bahn-Bezug verschmelzen die Fahrgäste, einem Chamäleon gleich, mit den Sitzen.
Seit Wochen reißen die systemkritischen Proteste im Iran nicht ab. Auslöser war der Tod der jungen Kurdin MAHSA AMINI, die von der Sittenpolizei inhaftiert wurde, weil sie ihr Kopftuch nicht vorschriftsmäßig trug, so dass noch Haare zu sehen waren. Das gilt bei den ›frommen‹ Buchhalterseelen als sexuelle Provokation und Beleidigung Gottes des Allmächtigen. Sie leiten daraus ab, dass sie im Auftrag Gottes foltern und töten müssen. Quasi als Gottesdienst. Sie nennen Hass und Ausgrenzung RELIGION. – Am 16. September war Mahsa in der Haft verstorben.
Frauen reicht es jetzt nach 43 Jahren islamischer Diktatur. Mit einer Großdemo unter dem Motto »#WomenLifeFreedom« haben am Samstag in Berlin rund 80.000 Menschen die Protestierenden im Iran unterstützt – und damit deutlich mehr als erwartet (22.10.). Der Demonstrationszug führte von der Siegessäule über die John-Foster-Dulles-Allee und die Straße des 17. Juni zurück zum ›Großen Stern‹.
Dit is die ›Nörgel-Hauptstadt‹ Berlin! »Ach Du Schande, fängt ja jut an, der Tach.« So begann stets die legendäre West-Berliner Fernsehserie »DREI DAMEN VOM GRILL« (11 Staffeln, 1977/ 78–1991). Die Damen vom Grill servieren wieder kross gebratene Currywurst mit selbstgemachter Ketchupsoße. Denn die Serie wird zurzeit Samstagnachmittags im rbb-Fernsehen wiederholt.
MAX RAABE ist ein Mann von Stil und Benimm – und sogar sein Humor ist geschmackvoll: schwarz und trocken. Der ausgebildete Opernsänger hat sich auch Schlagern und Couplets der 1920er- und 30er-Jahre verschrieben und ist damit international erfolgreich. Doch Max Raabe ist keiner, der aus der Zeit gefallen ist. Mit seinen geistreichen, verschmitzten Pop-Alben trifft er den Nerv der Gegenwart und fragt jetzt: »Wer hat hier schlechte Laune?« Mit seiner wundervollen Baritonstimme vertreibt Max Raabe sie (Quelle: neueste CD gleichen Titels/ 14.10., Max Raabe & Palast Orchester).
WER, WER HAT HIER SCHLECHTE LAUNE? Wer, wer hat hier keine Lust? Wer, wer hat hier schlechte Laune? Wer, wer hat hier gerade Frust?
Manchmal gibt es Tage, da hängt man einfach durch, da hat man ’ne Visage, wie ’n schlecht gelaunter Lurch.
Die Stimmung ist im Keller, und kommt doch nicht mehr rauf. Die Sonne ist verschwunden, Und geht auch nicht mehr auf.
Wer, wer hat hier schlechte Laune? Wer, wer hat hier keine Lust? Wer, wer hat hier schlechte Laune? Wer, wer hat hier gerade Frust?
Brauchst du ʻne Umarmung, ein Kuss oder ʻn Keks? oder die gezogen‘ für unterwegs? Willst du Schokolade oder Teddybär? Hast du ’ne Blockade? Komm setzt dich mal her.
BTW: Mit ANNETTE HUMPE (siehe HIER im BLOG-FEED unter ›IDEAL‹ vom 1.11.2020) hat Max Raabe unter anderem »Ein Tag wie Gold« geschrieben. Der wuchtige Big-Band-Song ist das Titelstück der vierten Staffel von »BABYLON BERLIN«. Hier geht das Palast Orchester noch einmal richtig aus sich heraus.
Die Universitätsbibliothek der TU und der UdK Berlin zeigt die Pilz-Skulptur MY-CO SPACE. Die Holz-Pilz-Skulptur aus Pilzmycel steht im Lichthof. Das bewohnbare Pilzhaus in Form eines Iglus kann zu den Öffnungszeiten besichtigt werden (11.10.). Interessierte sollen mit dem Baustoff und ›Alleskönner Pilz‹ bekannt gemacht werden. Hierbei werden die Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzung für Bau, Kleidung und viele andere Einsatzbereiche aufgezeigt. Über das Brandverhalten des Baustoffes konnte ich bislang noch nichts in Erfahrung bringen. Die Skulptur ist ein Projekt des Berliner SciArt-Kollektivs MY-CO-X. Spannend.