Christen haben bei einer ökumenischen KARFREITAGSPROZESSION in Berlin-Mitte an aktuelle Krisen und Katastrophen weltweit erinnert (07.04.). Der griechisch-orthodoxe Geistliche Emmanuel von Christoupolis, Erzbischof Heiner Koch, Bischof Christian Stäblein und Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein trugen dabei ein großes grünes Kreuz durch die Straßen (von links). Von der St. Marienkirche beim Neptunbrunnen führte der Weg am Berliner Dom vorbei über die Straße ›Unter den Linden‹ zur Neuen Wache. Inhaltlich widmete sich die Prozession in diesem Jahr den Opfern des Erdbebens in der Türkei und in Syrien, den unterdrückten Frauen im Iran, den Kriegsopfern in der Ukraine und allen, deren Leben durch den Klimawandel bedroht ist. An den vier Stationen wurden hierzu kurze Nachrichtentexte verlesen. Am Bebelplatz sprachen die Geistlichen den Segen.
Die Berliner Karfreitagsprozession veranstaltet die Evangelische Kirche seit 2010 in Erinnerung an den Leidensweg Christi, inzwischen als ökumenische Prozession, nur unterbrochen durch DIE SEUCHE. Die Prozession läuft schweigend ab, begleitet lediglich durch Paukenschläge. Ein grünes Kreuz wird mitgeführt, das drei Meter hoch und etwa einen Zentner schwer ist.
Weniger als ein Viertel der Berliner Einwohner gehört noch einer der beiden großen christlichen Kirchen an. Von den rund 3,8 Millionen Berliner:innen waren im Dezember 2021 13,4 % evangelisch, 7,8 % katholisch und 78,8 % gehörten anderen Konfessionen und Glaubensgemeinschaften an oder waren konfessionslos. Die drittgrößte Gruppe bilden Menschen muslimischen Glaubens mit geschätzten 10 Prozent, gefolgt von Angehörigen jüdischen Glaubens. Diese machen mit zirka 9.500 organisierten Gläubigen 0,25 Prozent der Bevölkerung aus. Eine Vielzahl kleinerer Religionsgemeinschaften ergänzt das religiöse Leben in Berlin.
Juhu, ich habe ES. Ging ganz unkomliziert und schnell über das Kundenkonto auf der BVG-Site: Tarifwechsel. Natürlich als Chipkarte bestellt wg. Funklöchern und Stromausfall. Das Deutschlandticket ist zunächst auf zwei Jahre befristet.
NACHSCHLAG
Kein Scherz: Zum 1. April erhöhten zahlreiche Nahverkehrsunternehmen ihre Tarife. Auch die Erhöhung des 49-Euro-Tickets ist schon angelegt. Kontraproduktiv. Ein Ticket, ein einheitlicher Tarif – so lautete das Versprechen! Auch nicht zutreffend. Das 49-Euro-Ticket ermöglicht bundesweite Fahrten in ALLEN Bussen und Bahnen des öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs. Deutschlandweit sind jedoch neun Regional-Express-Linien von der Nutzung des Tickets ausgeschlossen. In der Region Berlin-Brandenburg betrifft das die Regiostrecken Potsdam–Berlin–Cottbus (RE 56), Elsterwerda–Berlin (RE 17) und Berlin–Eberswalde–Prenzlau (RE 28). Auf diesen Linien müssen Reisende weiter die alten Tarife zahlen. Diese Züge werden nicht vom Unternehmen »DB Regio«betrieben, sondern von der »DB Fernverkehr«. Die Züge sind Intercitys, werden aber auf den genannten Abschnitten als Nahverkehrs- verbindungen eingesetzt. Der Grund: Eine Intercity-Linie auf diesen Strecken lässt sich nicht wirtschaftlich betreiben. Weil die Bundesländer die Linien dennoch erhalten wollen, geben sie der Bahn eine zweckgebundene Finanzhilfe. Dafür müssen die Züge normalerweise auch Fahrgäste mit Nahverkehrs-Tickets mitnehmen. Das Deutschlandticket gilt dort aber – Stand jetzt – nicht.
Für die Nutzer des Deutschlandtickets ist das für Brandenburg aber nur eine kleine Einschränkung. Auf denselben Strecken fahren auch DB-Regio-Züge – in der Regel können Reisende also an derselben Station einen späteren Zug nehmen. Zwischen Berlin und Elsterwerda ist das der RE8. Die Linien RE1 und RE2 verkehren zwischen Potsdam und Cottbus beziehungsweise zwischen Nauen und Cottbus. Nach Prenzlau können Reisende auch mit dem RE3 fahren.
Bis zum 1. Mai könnte sich diese Sachlage aber noch ändern: Es laufen derzeit Gespräche mit dem Träger (VBB) zur Anerkennung der obengenannten »Fernzüge«. Auch Intercity-Express (ICE), Eurocity-Express (ECE), Intercity (IC), Eurocity (EC), Railjet (RJ) sowie Flixtrain und Flixbus können mit dem Deutschlandticket nicht benutzt werden. Es gibt noch viel zu tun!
LEUCHTTÜRME
Seit mehr als 50 Jahren schwadronieren deutsche Politiker davon, den Verkehrsanteil der Schiene zu erhöhen. Das Gegenteil passiert aber. Tausende Bahnkilometer wurden inzwischen stillgelegt; die Taktung im ÖPNV stetig verschlechtert. Der Warentransport erfolgt fast ausschließlich über Lkw, die die Straßen verstopfen. Dagegen hätten die vergangenen 20 Jahre sinnvoll für eine Verkehrswende genutzt werden können.
ES GEHT AUCH ANDERS! Vorbildlich für den Nahverkehr im ländlichen Raum ist das »Karlsruher Modell« in der Region Karlsruhe. Dort wurde 1992 erstmals eine Zweisystem-Stadtbahn mit Tram-Train-Fahrzeugen eingeführt, um umsteigefreie und damit attraktive Stadt-Umland-Verbindungen zu schaffen. Umsteigefrei von Stadtzentrum zu Stadtzentrum. Der heutige Zweisystembetrieb findet sowohl auf eigenen Verbindungen, als auch auf DB-Strecken im Mischverkehr mit anderem Eisenbahnverkehr statt. Der große Erfolg dieses Angebotes – die Fahrgastzahlen erhöhten sich innerhalb weniger Wochen auf das Fünffache – führte zu einem zügigen Ausbau des Zweisystem-Stadtbahnnetzes im Karlsruher Umland. So sind die Südpfalz, der Nordschwarzwald sowie die Heilbronner Innenstadt attraktiv verbunden. Das Karlsruher Netz umfasst heute mehr als 500 Kilometer Streckenlänge. Mit der Gründung des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) konnte 1994 ein einheitliches Tarifsystem eingerichtet werden. Ebenfalls eine Erfolgsgeschichte: Die S-Bahn Rhein-Neckar zählt seit ihrer Betriebsaufnahme im Dezember 2003 bundesweit zu den erfolgreichsten Nahverkehrsprojekten. Jetzt muss die Fahrzeugbeschaffung deutschlandweit standardisiert und vereinheitlicht werden. Und braucht jede Verkehrgesellschaft eine Direktor:in? Und braucht es so viele Verkehrsgesellschaften?
Der Volksentscheid »Berlin 2030 Klimaneutral« ist gescheitert (26.03.). 50,9 Prozent stimmten am Sonntag in Berlin für die Gesetzesänderung, 48,7 Prozent dagegen. Trotz einer Mehrheit von fast 51 Prozent scheiterte das Vorhaben am nötigen Quorum von 25 Prozent aller Wahlberechtigten. Die Sollbruchstelle der Politik, die diesen Volksentscheid nicht wollte. Denn die unverbindlichen Absichtserklärungen und Formulierungen im Berliner »Klimaschutz- und Energiewendegesetz« (»Erreichung der Klimaziele«; »Klimaschutzvereinbarungen«) sollten verbindlich werden (»Erfüllung der Klimaschutzverpflichtungen«; »rechtlich bindende Klimaschutzvereinbarungen«). Jetzt bleiben der Politik alle Hintertürchen offen. So werden die Beschlüsse der UN-Klimakonferenzen (wie Paris 2015) nicht umgesetzt.
Das Abstimmungsvolk überlässt das ›Gesetzemachen‹ lieber den Lobbyist:innen (›Profis‹). Erst kommt das Fressen, dann die Moral.
Die Wahlbeteiligung war mit 35,8 Prozent zwar ausreichend hoch, doch Ja- und Nein-Stimmen lagen fast gleichauf. Das Quorum für den Volksentscheid lag bei 607.518 Wählern: Diese Hürde an Ja-Stimmen sowie eine Mehrheit der Stimmen wäre für die Annahme des Gesetzes nötig gewesen, das das Land Berlin zur Klimaneutralität bis 2030 verpflichten sollte. 866.484 Wahlberechtigte gaben eine gültige Stimme ab, 442.210 stimmten mit Ja, 423.418 mit Nein. Das heißt, insgesamt 165.308 Ja-Stimmen fehlten für einen erfolgreichen Volksentscheid. Immerhin 442.210 Menschen haben für eine Änderung des Klimaschutz- und Energiewendegesetzes gestimmt. Im Vergleich: Bei der Wiederholungswahl im Februar hatten ›nur‹ 428.228 Bürger:innen der CDU ihre Zweitstimme gegeben
Sechs Berliner Bezirke stimmten mehrheitlich gegen den Volksentscheid (Reinickendorf, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick, Steglitz-Zehlendorf und Spandau), die anderen sechs (Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg, Pankow) stimmten dafür.
Die Medienkampagne hat gewirkt. Die Reichen und Schönen haben im Vorfeld der Abstimmung über ihre Medien (die fünf reichsten Familien besitzen 95 Prozent der Medien) den Volksentscheid negativ begleitet. Für sie ging es ja auch um viel. Oxfam hat den exzessiven CO₂-Verbrauch der Superreichen weltweit angeprangert. Diese lebten wie ökologische Vandalen. Superreiche verursachen deutlich mehr CO₂-Ausstoß als der ärmere Teil der Weltbevölkerung. Während die Mehrheit im Schnitt je nach Berechnung zwischen acht und zehn Tonnen CO₂ verursacht, kommen Millionäre jährlich sogar auf mehr als 100 Tonnen CO₂, Superreiche auf Tausende Tonnen pro Kopf. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Organisation Oxfam. Das reichste Prozent werde demnach bis 2030 für 16 Prozent der globalen Gesamtemissionen verantwortlich sein. Die Studie »CO₂-Ungleichheit im Jahr 2030: Pro-Kopf-Emissionen und das 1,5-Grad-Ziel« wurde von Oxfam auf der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow vorgestellt.
Fressen und gefressen werden. Auch keine Lösung!
So, jetzt gehe ich nach Draußen, um die Motoren meiner Boliden aufheulen zu lassen; dann lasse ich die Triebwerke meines Privatjets schon mal warmlaufen. Es geht in unberührte Natur.
Frühlingsanfang! Kalendarisch (20.03.). Endlich. Es wird stetig heller. Die Zeit der spektakulären Sonnenaufgänge und des morgendlichen Vogelgezwitschers. Die Frühblüher zeigen sich in voller Pracht. Der Schal wird überflüssig.
Am vergangenen Sonntag spielten die »Schlappekicker« bei den Eisernen in der Alten Försterei. Am Vorabend lud deshalb die Fanabteilung von Eintracht Frankfurt die zirka 1.500 Berliner Mitglieder in ›Ritter Butzke‹ ein (18.03.). Mit Grie Soß, Ebbelwoi und leckerer Stadion-Worscht brachte die Eintracht ein wenig Heimat mit in die Hauptstadt. Top: Die Frankfurter Grie Soß sorgte für Frühlingsgefühle – aber auch das Stöffche. Leider hat der ›Zaubertrank‹ beim Sonntagsspiel nicht nachgewirkt. Flop: die zweite Halbzeit, Schwamm drüber. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: beim Viertelfinale im DFB-Pokal treffen beide Mannschaften bald wieder aufeinander, diesmal in Frankfurt (04.04., 18:00 Uhr). Forza SGE! FRÜHLINGSANSTOSS.
Mit einem »Wochenende der Demokratie« erinnerte Berlin 175 Jahre nach der MÄRZREVOLUTION an die Barrikadenkämpfe vom 18. und 19. März 1848. Mehr als 300 meist arme junge Menschen waren damals im Kugelhagel des königlichen Militärs umgekommen.
So wurde an der Ecke Friedrichstraße/ Jägerstraße in Anlehnung an das historische Vorbild eine Barrikade errichtet (16.–19.03.). Nicht als Beitrag für die ›unterdrückten Autofans‹ dort (die wissen die Mächtigen und die Medien auf ihrer Seite), sondern als Ausgangspunkt für stündlich startende Führungen, Spaziergänge sowie als Infozentrale.
Der Berliner Pop-Art-Künstler Jim Avignon hatte zwischen Friedrichstraße und dem Humboldt-Forum eine »Route der Revolution« markiert. Dafür hatte Avignon gemalte Figuren von zehn Berliner Persönlichkeiten aufstellen lassen, die verschiedene Aspekte der Märzrevolution veranschaulichten.
Ein temporäres Denkmal für die Barrikadenkämpfer:innen von 1848 informierte am Humboldt Forum aus einer rund fünf Meter hohen, mit Spiegeln versehenen Säulenkonstruktion, per Lautsprecher über die historischen Ereignisse.
Der 18. März 1848 gilt als wichtiger Punkt der Revolution von 1848/ 49. Die Ereignisse ebneten den Weg zur ersten geschriebenen Verfassung. Am 18. März 1848 hatten sich zahlreiche Menschen vor dem Berliner Schloss versammelt. Sie erwarteten eine Reaktion des Königs auf zuvor überbrachte Forderungen. Die erfolgte auch. Zwei Schüsse lösten einen Barrikadenkampf aus, der schnell das Stadtzentrum erfasste.
Über die damaligen Ereignisse hatte ich bereits zweimal in diesem BLOG-FEED gepostet. In dem Beitrag »MÄRZGEFALLENE (18.03.2022)« und »Deutschland! Was im März errungen (14.07.2020)«.
Pazifist:innen und Friedensaktivist:innen werden seit jeher von den Mächtigen bekämpft.
Bumms mit Doppelwumms.
Während im russischen Großreich das Wort »KRIEG« inzwischen verboten ist, und die Verwendung des Begriffes dort mit Straflager von bis zu 15 Jahren geahndet wird, geht man im »Wertewesten« subtiler gegen die Kriegsgegner:innen vor. Die »Qualitätsmedien« verunglimpfen Friedensdemonstrant:innen als staatsfeindliche »Querfront«. Gegen prominente Vertreter:innen wird eine beispiellose ›Hexenjagd‹ geführt, mit dem Ziel, diese Personen gesellschaftlich zu ächten und zu isolieren. Stattdessen wird die Zivilgesellschaft militarisiert, in einer medialen ›Gehirnwäsche‹ auf allen Kanälen (sogar in Satire-Sendungen) auf das Kriegsziel »Siegfrieden« ›hinmanipuliert‹ und eingeschworen.
Lew Nikolajewitsch Tolstoi entlarvte die oben beschriebenen Mechanismen in seiner Schrift »PATRIOTISMUS UND REGIERUNG« (1900). Top aktuell.
Leiser Protest regt sich (noch). Diese »Banksy-Keramiken« entdeckte ich auf einer meiner Fototouren im Berliner Wrangelkiez (SO36) an Hauswänden.
Ach ja: »FRIEDENSMEUTE« titulierte die ›Süddeutsche Zeitung‹ die Demonstrant:innen einer Großdemonstration am 25. Februar in Berlin (Artikel »Feindbilder für die Stimmung« von Jan Heidtmann und Boris Herrmann).
Der Himmel über Berlin weinte. Berlin gedachte, erinnerte und protestierte anlässlich des ersten Jahrestags des russischen Überfalles auf die Ukraine (24.02.2023). Bereits am frühen Freitagmorgen war vor der russischen Botschaft in Mitte ein zerstörtes Panzerwrack vom Typ T-72 aufgestellt worden. Die Kanone zeigte auf die Botschaft. Der Panzer sei am 31. März 2022 beim russischen Angriff in dem ukrainischen Dorf Dmytrivka, außerhalb Kiews, auf eine Mine gefahren und durch die Explosion ausgebrannt. Vermutlich seien Soldaten darin umgekommen. Es soll für einige Tage vor der Botschaft am Boulevard Unter den Linden als ›Mahnmal gegen den Krieg‹ (?) dienen.
Wieder stirbt die Jugend, wird verstümmelt. Weil böse alte Männer das so wollen. Was die Eltern noch wussten: Nie wieder Krieg! Politiker:innen und Journalist:innen setzen sich dagegen auf allen Kanälen für den Krieg ein. Krieg als Dauerzustand. Denn (im ›Orwell-Sprech‹) »KRIEG IST FRIEDEN«/ War is peace.
NACHTRAG (26.02.) – Rosenkrieg? Am Wochenende sorgten rote Rosen am Panzerwrack unweit von Botschaft und Brandenburger Tor für Aufsehen. Am Sonnabend verteilten dort mehrere Dutzend Menschen rote Rosen am Panzer. Steckt die russische Botschaft hinter der Rosen-Aktion am ausgebrannten Panzer? Fast zeitgleich twitterte die Botschaft: »Wir danken allen, einschließlich unserer Landsleute in Deutschland, die am russischen Panzer Blumen niederlegten.« Vertreter aus der ukrainischen Gemeinschaft in Berlin fühlten sich von der Rosen-Aktion dermaßen gestört, dass die Organisatoren die hunderte Blumen Sonntagmittags dann doch lieber wegräumten. Später dominierten dann wieder die blau-gelben Frühblüher auf dem zerstörten russischen Panzer (Quelle: Berliner Zeitung, 27.02.2023).
Die Qual der Wahl hatten die Berliner:innen zum 2. Mal (12.02.). Zur WAHLWIEDERHOLUNG war es gekommen, weil der Berliner Verfassungsgerichtshof die Wahl zum Abgeordnetenhaus (AGH) und zu den Wahlen der Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) vom 26. September 2021 wegen »schwerer systemischer Mängel« und zahlreicher Wahlfehler im November 2022 für ungültig erklärt hatte. Landeswahlleiter STEPHAN BRÖCHLER war der Mann der Wahlwiederholung. Erst seit 1. Oktober 2022 im Amt, hatte er sofort eine Herkulesaufgabe übernommen. Er musste an der Spitze eines recht überschaubaren Teams innerhalb von nur 90 Tagen die Wiederholungswahlen organisieren. Normalerweise wird für die krisenfeste Vorbereitung einer Wahl ein Jahr veranschlagt.
Bei der Wiederholungswahl zum Berliner Abgeordnetenhaus konnten etwa 2,43 Millionen Menschen ihre Stimme abgeben. Das waren etwa 15.800 weniger Wahlberechtigte als bei der Wahl im September 2021, wie der Landeswahlleiter noch vor dem Wahlsonntag mitteilte. Für rund 31 Prozent der Wahlberechtigten war demnach bereits ein Wahlschein ausgestellt worden – also für eine Briefwahl oder eine vorzeitige Wahl vor Ort. Bei der Wahl zu den Bezirksverordnetenversammlungen waren rund 2,73 Millionen Menschen wahlberechtigt. Diese Zahl liegt höher, da hier auch 16- und 17-Jährige sowie in Berlin lebende ausländische EU-Bürger:innen ab 16 Jahren wählen dürfen.
Hart umkämpft bis zur Spaltung der Stadtgesellschaft, befeuert von den Medien: Verkehrswende und Verkehrberuhigung.
Die Beteiligung an der Abgeordnetenhauswahl lag bei 63,1 Prozent – das ist schlechter als 2016 (66,9 %, ohne parallele Bundestagswahl) und als 2021 (75,3 %, parallel zur Bundestagswahl). Es gab in jedem (!) Wahlkreis weniger ungültige Stimmen als 2021. Kein Vertrauensbeweis für die ›Großen‹. Bei dieser Wahl war es wieder so weit: 207.576 Stimmen (13,7 Prozent) gingen an Parteien, die an der 5-Prozent-Hürde scheiterten. Sie wanderten damit auf dem direkten Weg in den Papierkorb. Die größte Partei unter den ›Kleinen‹ ist die Tierschutzpartei (2,4 %), gefolgt von »Die PARTEI« (1,4 %) und Volt (0,9 %). Die PARTEI schaffte es aber wieder in die BVV Friedrichshain-Kreuzberg.
Die CDU gewann als erfolgreiche ›Protestpartei‹ die Wahl in Berlin: »Berlin ärgert sich schwarz«, titelte die »taz«. Schwere Niederlage: Die SPD konnte keinen einzigen Bezirk für sich entscheiden (Slogan »Weil sie es kann«). Die FDP flog mit 4,6 % aus dem Abgeordnetenhaus. Während die Außenbezirke ›SCHWARZ‹ wählten, dominierten im S-Bahn-Ring die GRÜNEN. Entschieden haben diese Wahlen die Ü70-Wähler:innen (›Generationengerechtigkeit‹). Rechnerisch würde es für eine Fortsetzung der Rot-Grün-Roten-Koalition (= 56 % der Sitze im Parlament) reichen. Kurz vor der Wahl hatte Kai Wegner, der Spitzenkandidat der CDU, jedoch eine Koalition mit den GRÜNEN kategorisch ausgeschlossen.
Der Christdemokrat Friedrich Merz hatte einen Sturm der Empörung ausgelöst, weil er zum Wahlkampf-Auftakt ukrainischen Kriegsflüchtlingen »SOZIALTOURISMUS« nach Deutschland vorgeworfen hatte (27.09.2022). Gelöschte Tweets und halbgare Entschuldigung inklusive. Hatten wir das nicht schon mal? Ja, »Sozialtourismus« war bereits 2013 UNWORT DES JAHRES.»Für 130 in Spielstraßen« und »Für ein tausendspuriges Reich«. So lauteten keine FDP-Forderungen. Die Berliner FDP kann sich aber zumindest nicht vorwerfen lassen, zu wenig für Autofahrer:innen getan zu haben. Kurz vor der Wahl hatte Bundesfinanzminister Christian Lindner gefordert, die Diskriminierung der Autofahrer sofort zu beenden. Er sagte der Autofahrer-Diskriminierung einen harten Kampf an.Schielen Oliv-GRÜNE nach DER BOMBE?
Auf meine Stimme kommt es nicht an? Von wegen! Die SPD liegt mit 53 Stimmen vor den GRÜNEN. In einem Lichtenberger Wahlbezirk gewann der CDU-Kandidat mit nur 10 Stimmen Vorsprung vor der Kandidatin der LINKEN. Ach ja, Wahlumfragen dienen der Manipulation. Sie missachten den SOUVERÄN.
Die Politik hat 20 Jahre ungenutzt verstreichen lassen. Weiter so? Volksentscheid am 26.03.2023. – Abstimmen!
Nu isses da, das Jahr 2023. Neues Jahr, neuer Fotowandkalender mit dem Titel: RUF! MICH! AN!, oder: »pls hold the line«.
STARGATE: Per aspera ad astra?
EISKALT. Der ›Architekt‹ der »Agenda 2010«, FWS, rief in seiner Weihnachtsansprache zu mehr Zusammenhalt auf. »Witzischkeit kennt keine Grenzen«.
›Wir‹ bevölkern die Erde seit etwa 300.000 Jahren. Mehr als acht Milliarden Menschen leben auf EINEM Planeten Erde, verbrauchen aber die Ressourcen von fast ZWEI Planeten Erde. UN-Generalsekretär Antonio Guterres (COP27): »We are on the HIGHWAY TO CLIMATE HELL«. 2022 gab es in Berlin 24 Hitzetage und 19 Tropische Nächte. Zu viele haben den Schuss immer noch nicht gehört. Herzenswärme oder ›rauchende Köpfe‹ bei sommerlichen 42 Grad Celsius − oder beides? (Das Foto entstand im Berliner Zeiss-Großplanetarium beim Programm »Raumschiff Erde«).
Deshalb auch im 4. Krisenjahr: A NAUGHTY NEW YEAR! Ob es besser wird als 2024, das neue Jahr 2023?
Die Goslarer Schornsteinfeger verkaufen als Glücksbringer traditionell an Silvester die Glücksschweinchen der Goslarer Zeitung für einen guten Zweck. Eine HAND VOLL GLÜCK für alle Besucher:innen meines BLOG-FEEDs. Masel tov statt Schlamassel.