VOLKSENTSCHEID

Am 26. September wird in Deutschland gewählt. Es ist die erste Wahl unter Pandemie-Bedingungen. Deshalb rechnet man bei den Briefwahlen mit einem höheren Aufkommen. Die Wahlämter stellen eine ordnungsgemäße Wahl sicher, während die AfD seit Monaten daran Zweifel schürt. Auch in der heißen Wahlkampfphase spielen Inhalte keine Rolle. Der manipulative Kampagnenjournalismus arbeitet sich überwiegend an Äußerlichkeiten ab. Teil der permanenten Manipulation sind die kommerziellen MEINUNGSUMFRAGEN (›Sonntagsfrage‹) und Wahlprognosen, die sogar in den Wochen bis kurz vor der Wahl veröffentlicht werden. Das ist unanständig und eine Missachtung des SOUVERÄNS. Das wurde auch schon mal anders gehandhabt. Es galt mal eine Sperrfrist. Zur Wahl stehen KEINE Kanzler:innen! 53 Parteien treten zur Bundestagswahl an, in Berlin sind es zur Abgeordnetenhauswahl 34 Parteien. Dort steht auch ein VOLKSENTSCHEID zur Abstimmung. BERJER (:innen) GEHT WÄHLEN!

Wählt, Berjer, wählt,

Ihr wißt ja, was uns fehlt.

Wählt merr nor kaa Schleppeträger,
Wetterfahne, Stellejäger!
Liwerante, Brockeschnapper,
Stimmvieh, Ja-Herrn, Hosehapper!
Juwelgreis, Philisterzöpp,
Hasefüß un Wasserköpp!

Friedrich Stoltze (1816–1891)

GLÜCKSELIGKEIT

Im Zeichen des Friedens und Dialogs zwischen den Kulturen steht das WEST-EASTERN DIVAN ORCHESTRA mit jungen Musikern aus dem Nahen Osten unter der Leitung seines Gründers DANIEL BARENBOIM. Nach dem großen Jubiläumsjahr 2019 zum 20-jährigen Bestehen und einer unfreiwilligen Corona-Pause im vergangenen Jahr war das West-Eastern Divan Orchestra endlich wieder bei seinem traditionellen Konzert in der WALDBÜHNE Berlin zu erleben (14.08.). Auch unter freiem Himmel galten Hygiene- und Sicherheitsregeln. Unter der Leitung von Daniel Barenboim präsentierten die jungen Musiker:innen Johannes Brahms Doppelkonzert für Violine und Cello mit den Solisten MICHAEL BARENBOIM & KIAN SOLTANI sowie Werken von Ludwig van Beethoven und César Franck. Das Publikum jubelte voller Dankbarkeit. Dafür gab es dann auch noch eine Zugabe, Nimrod aus Edward Elgars „Enigma Variationen op. 36“.

BETON BAROCK

Das HUMBOLDT-FORUM eröffnete im Juli in der Schlossattrappe. Es sind noch nicht alle Ausstellungen zugänglich. Die ersten
100 Tage kostet es keinen Eintritt. Es müssen aber Zeitfenster gebucht werden. Erste Ausstellungsbesuche: »SCHRECKLICH SCHÖN. Elefant – Mensch – Elfenbein« & SCHLOSSKELLER; ohne Zeitfenster: SKULPTURENSAAL, Foyers, Treppenräume, Innenhöfe (29.07. & 12.08.). Ab September folgen weitere Eröffnungen, darunter auch die Dachterrasse mit Restaurant. Ich komme wieder.

Im Gebäude befinden sich auch Originale aus dem PALAST DER REPUBLIK (1976–1998/ 2003).

Ein hölzernes Stück Berliner Geschichte: Gründungspfähle von tausenden, die einst das Fundament des Berliner Stadtschlosses trugen. Die Bäume waren zwischen 1603 und 1707 geschlagen worden. Dabei achteten die Altvorderen auf besonders gerade Stämme. Die wurden angespitzt und dicht nebeneinander in den teils schlammigen Baugrund gerammt, bis sie in mehreren Metern Tiefe auf festen Boden trafen. Zusätzlich legte man Bohlen darüber, so dass eine tragfähige Bodenplatte entstand, wie sie heute aus Beton gegossen wird.

EUROPABRÜCKE?

Zweiter Ausflug dieses 2. Corona-Jahres in die alte Kulturlandschaft östlich der ODER (11.08.). Über die NEUMARK ging es in die Woiwodschaft Westpommern (województwo POMORZE ZACHODNIE): Hohenwutzen, Siekierki (Zäckerick), Stare Łysogórki (Alt Lietzegöricke). Die polnischen Ortschaften haben sich in die Militärgeschichte eingeschrieben. Bei SIEKIERKI setzte 1945 die
1. Polnische Armee als Teil der Roten Armee unter Marschall Georgi Konstantinowitsch Schukow über die Oder. Dort liegt auch ein Soldatenfriedhof der polnischen ›Berlin-Kämpfer‹ (Cmentarz Żołnierzy 1 Armii Wojska Polskiego) und die ›EUROPABRÜCKE‹.

Die EUROPABRÜCKE zwischen SIEKIERKI und Neurüdnitz ist die längste Brücke an der Oder. Auf deutscher Seite sind es sieben einzelne Stahlbrücken, auf polnischer neun. Dazwischen ist eine Insel in der Oder. Früher fuhr hier ein Zug der Oderbruchbahn von Wriezen nach Stargard (heute Szczeciński). Die Brücke wurde am 15.03.1945 von der Wehrmacht zerstört. Nach dem Krieg wurde sie aus strategischen Gründen wiederaufgebaut (Sowjetische Westgruppe) und vom 28. Juni 1957 bis 2. Februar 1982 für Güterzüge genutzt. Die etwa 800 Meter lange Brücke sollte saniert werden und statt der Schienen einen Radweg erhalten. Lange fehlte das Geld. Vor zwei Jahren begannen dann tatsächlich die Polen mit dem Bau. Doch die gemeinsame Eröffnung Ende Juni 2021 platzte.
An der deutschen Grenze ist Schluss.

Der Soldatenfriedhof der Ersten Polnischen Armee wurde in Stare Łysogórki (Gemeinde Mieszkowice) kurz nach dem Zweiten Weltkrieg angelegt. Hier ruhen fast 2.000 Soldaten, die bei der Überquerung der Oder und in den Kämpfen um Berlin ihr Leben verloren. Da liegen sie in Reih’ und Glied, die Jahrgänge 1919 bis 1925. Die Jugend Europas! Bemerkenswert der einzige (?) Grabstein mit Foto. Auf 322 Grabsteinen steht »Nieznany«/ Unbekannt. Ganz in der Nähe des Soldatenfriedhofs befindet sich das Museum der 1. Polnischen Armee. Vor dem Museum steht das größte Exponat – ein Panzer, der den 1.290 km langen ›Kampfweg‹ aus Shitomir, durch Warszawa, Kołobrzeg, Gozdowice bis zur Elbe zurücklegte.

MÜHLENHAUPT TRIFFT

Ausstellung ›MÜHLENHAUPT TRIFFT SCHINKEL UND SCHADOW‹ im bisher kaum zugänglichen Sockelgeschoss
des Nationaldenkmals auf dem Kreuzberg (05.06.–29.08.). Sehenswert!

Zum Andenken an die Soldaten der preußischen Armee, die in den ›BEFREIUNGSKRIEGEN‹ von 1813 bis 1815 umgekommen waren, ließ König Friedrich Wilhelm III. von 1818 bis 1821 das 18,83 Meter hohe NATIONALDENKMAL für die Befreiungskriege auf
dem KREUZBERG errichten. Das neugotische Bauwerk Schinkels erinnert an bedeutende Schlachten. Das von Schinkel gestaltete EISERNE KREUZ sollte alleinig für die Befreiungskriege gestiftet werden, da die Unterwerfung durch Napoleon und
die Flucht des Königspaars aus Berlin als EISERNE ZEIT empfunden worden war. Es war die erste Auszeichnung in Preußen,
die jedermann für seine Tapferkeit ohne Ansehen seines Standes verliehen werden konnte.

Mit 66 m ü. NHN ist der Kreuzberg die höchste natürliche Erhebung in Berlin. Als im Zuge der Stadterweiterung Neubauten dem Denkmal den Rang abzulaufen drohten, wurde dies von der Obrigkeit verhindert. Die Klage eines Bauherrn führte dann zu einem bahnbrechenden Urteil des Preußischen Oberverwaltungsgerichts. Kaiser Wilhelm I. ließ daraufhin das knapp 20 Meter hohe und 200 Tonnen schwere Denkmal 1878/ 1879 auf ein acht Meter hohes Podest hieven. Der neue Unterbau beherbergte zunächst ein LAPIDARIUM. In dem etwa 1.500 Quadratmeter großen Gewölbe, das seit Jahrzehnten in den Wintermonaten von Fledermäusen bevölkert ist, entstehen ungewöhnliche Perspektiven: Den germanischen Helden vom abgerissenen Tiele-Winckler-Palais im Tiergarten stehen Mühlenhaupts Kunstwerke gegenüber und zwischen den Reliefs vom berühmten Schadowschen Münzfries und weiteren nahezu fast vergessenen Schätzen Berliner Bildhauerkunst, tummeln sich Mühlenhaupts leicht bekleidete Mädchen. Geschickt illuminiert entstehen Zwiegespräche von Gestalten, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben.

Ab 1888 wurde zu Füßen des Denkmals der VIKTORIAPARK mit einem 24 Meter hohen künstlichen Wasserfall angelegt, der dem Zackenfall im schlesischen Riesengebirge (PL) nachempfunden ist.

Der Bildhauer, Schriftsteller und Lebenskünstler KURT MÜHLENHAUPT gilt als Symbolfigur der Kreuzberger Bohème der 1960er-Jahre. Als »Maler der Liebe« und des »Milieus« gehört er zu den bekanntesten Berliner Künstlern der Nachkriegszeit. Hauptmotive waren für ihn die ›kleinen Leute‹, wie Putzfrauen, Kellner, Bettler, Straßenfeger, Dirnen sowie spielende Kinder, wodurch Mühlenhaupt gern mit Zille verglichen wurde. Kreuzberger:innen lieben seinen FEUERWEHRBRUNNEN am Mariannenplatz.

RUNDE SACHE

Vor 150 Jahren wurde die Berliner RINGBAHN in Betrieb genommen. Die Ringbahn verbindet – die Ortsteile sowie die Verkehrslinien Berlins! BERLINVERSTEHER: Eine Runde Ringbahn-Fahren bedeutet, Berlin kennenzulernen und zu verstehen. Unter den Liebespaaren der Metropole ist die RINGBAHN als „Knutschtour“ bekannt. Auf einer Strecke ohne Ende. Eine Runde – eine Stunde. In 60 Minuten von OSTKREUZ bis Ostkreuz; in 15-Minuten-Abschnitten via SÜDKREUZ, WESTKREUZ, GESUNDBRUNNEN (Nordkreuz). Und geteilt von der STADTBAHN.

Im vorletzten Jahrhundert, genauer gesagt am 17. Juli 1871, war es soweit! Der erste zweigleisige Abschnitt der Berliner Ringbahn ging nach vier Jahren Bauzeit zwischen Moabit und Schöneberg in Betrieb. 1877 war der Bau beendet und der Ring geschlossen. Wenn auch noch nicht unter diesem Namen, sondern als „Verbindungsbahn“ und natürlich mit weit weniger Stationen als den heutigen. Zunächst verkehrte auch nur der Güterverkehr (Schlachtvieh- und Militärtransporte) bis dann ein Jahr später der Personenverkehr folgte. Ab dem 1. Mai 1903 fuhren die dampfbetriebenen Personenzüge erstmals volle Ringrunden und benötigten dafür 125 Minuten. Ab dem 15. Mai 1929 fuhren nur noch strombetriebene Züge auf dem Ring und brauchten für eine Runde
78 Minuten.

Seit dem Mauerbau am 13. August 1961 war die Ringbahn durch die innerdeutsche Grenze zwischen Berlin und der DDR unterbrochen. Dann am 15. Juni 2002 der „Wedding Day“: Ringschluss nach 41 Jahren unterbrochener Strecke. Seitdem drehen dort die Linien S41/ S42 unermüdlich ihre Runden: 27 Bahnhöfe, 37 Kilometer, 500.000 Fahrgäste (zumindest vor DER SEUCHE),
1.000 Zugfahrten am Tag – ohne dass jemandem schwindlig wird.

Touristisches Highlight auf dem Abstellgleis

So ist die missliche Lage bei der beliebten PANORAMA-S-Bahn, die sich das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn 1999 zum 75-jährigen Bestehen schenkte. Richtig berühmt wurde das auf einem Zug aus den 1940er-Jahren basierende dreiteilige Unikat mit den drehbaren roten Plüschsesseln im Salonwagen und den kuppelartig bis ins Dach gezogenen Großformatfenstern, als Queen Elizabeth II. 2004 eine Sightseeing-Tour damit unternahm. „Fahren wie die Queen“, lautete der Slogan fortan. Als 2009 die Berliner S-Bahn an den Rand des Zusammenbruchs geriet, wurde der „ocker-rote Rolls Royce“ zunächst vorläufig ausrangiert. Gekillt von Nieten im Nadelstreifen. Er steht heute nicht betriebsbereit im BW ERKNER.

PÜCKLERS ANANAS

Erster Ausflug dieses 2. Corona-Jahres in die SCHLESISCHE LAUSITZ in den MUSKAUER PARK MUŻAKOWSKI (20.07.).
Der Muskauer Park/ Park Mużakowski wurde 2004 als gemeinsames polnisch-deutsches Kulturerbe in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Man schwelgt in den von Pückler erdachten Sichtachsen, erlebt, wie man seine Lieblingsfrucht – die ANANAS – noch immer in Gewächshäusern zieht. Fürst Pückler liebte die Ananas! Er selber baute die exotische Frucht leidenschaftlich und erfolgreich an.

HERMANN VON PÜCKLER-MUSKAU (1785–1871) gehört zu den faszinierendsten deutschen Persönlichkeiten des
19. Jahrhunderts. Er wurde vor allem als herausragender LANDSCHAFTSGESTALTER bekannt: genialer Gartenkünstler, Lebemann, Weltreisender, erfolgreicher Schriftsteller, Genußmensch, Frauenverehrer. – Frauen beflügelten Pücklers Geist! Dass Pücklers Beziehung zur Damenwelt eine innige war, zeigen viele Stationen im Park, nicht nur die Insel Jeannette, sondern auch zum Beispiel der Freda-Blick oder der Helminen-Weg.

Der Park wird durch die NEISSE in zwei Hälften geteilt: 300 ha liegen auf der deutschen Seite bei Bad Muskau, 700 ha auf der polnischen Seite bei Łęknica (Lugknitz). Zwei Brücken im Park überqueren die Neiße und verbinden so den deutschen und polnischen Teil miteinander. WITAMY!

Truppen der I. Ukrainischen Front Marschall Iwan Koniews überquerten dort die Lausitzer Neiße: »Nach Berlin – Sieg«. Seit Februar 1945 durchzog eine deutsche Verteidigungslinie die Parkanlagen. Am 16. April wurden Park und Stadt durch heftigen Artilleriebeschuss der über die Neiße drängenden Truppen – darunter die 2. Polnische Armee – stark zerstört. So zerfetzten nach
130 Jahren Granaten Pücklers Traum. Und der Park wucherte in einem langen Dornröschenschlaf zu. Im Herbst 1945 fielen das Schloss und große Teile der Stadt einem Brand zum Opfer. Das Schloss brannte bis auf die Außenmauern nieder.

Erst fünfzig Jahre nach Kriegsende – also 1995 – begann der Wiederaufbau des Schlosses, der 2011 abgeschlossen werden konnte. In Sichtweite des Schlosses liegt ein vierseitiger Hof mit Remise, Marstall und Beamtenwohnhäusern – der sogenannte VORWERKHOF. Die Orangerie und die Schlossgärtnerei können besichtigt werden. Ich komme wieder! Dann aber mit der WALDEISENBAHN.

A Hard Rain’s …

Hier (Foto 1) mäandert die Oder auf den Weg in die Ostsee friedlich vor sich hin.

Das war 1997 anders, als die Oder über die Ufer trat und zum mächtigen reißenden Strom mutierte. Das Oderhochwasser im August 1997 (poln.: Powódź tysiąclecia/ Jahrtausend­hochwasser) war die bislang größte bekannte Flut der Oder. Das Hochwasser in Mitteleuropa im August 2002 wurde auch in Deutschland als JAHRTAUSENDHOCHWASSER bezeichnet. Ursächlich war in beiden Fällen eine so genannte Vb-Wetterlage.

“A Hard Rain’s A-Gonna Fall”: 19 Jahre später, Szenenwechsel in den Westen. Ebenfalls eine Vb-Wetterlage verursachte das aktuelle Hochwasser in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Entsetzt und fassungslos verfolge ich seit der Nacht auf Donnerstag, 15. Juli, die Meldungen. Und ringe um Worte. Bislang mehr als 140 Tote (allein bislang 100 Tote im Landkreis Ahrweiler), erheblich zerstörte Infrastruktur (Wohnhäuser, Gebäude, Einrichtungen, Versorgung, Verkehrswege). So etwas habe ich – Hochwassererfahren und Hochwassererprobt (als Anwohner und als Feuerwehrmann) – in unseren Breiten noch niemals zuvor gesehen und erlebt.

Ich bin erschüttert! Ich bin sehr traurig!

Im Nordosten dagegen herrscht AFFENHITZE. Seit dem 17.06. im Südosten Berlins schon elf Tage mit mehr als 30 Grad Celsius Wärme und zehn TROPISCHEN NÄCHTEN, puh (Stand 17.07.)! Der Sommer hat doch erst angefangen. Im Mittel maß man in Deutschland von 1991 bis 2020 8,1 Hitzetage, während die Zahl der Eistage in diesem Zeitraum von 16,9 auf 8,0 fiel. Temperaturen von 40 Grad Celsius drohen. Trockenheit und Waldbrände nehmen zu.

»Was ist das Schwerste von allem? Was dir das Leichteste dünket: Mit den Augen zu seh ’n, was vor den Augen dir lieget.« (der alte weise Mann Johann Wolfgang von Goethe)

Ich bin sehr frustriert!

›Und es ist ein heftiger,
es ist ein harter,
wird ein harter,
es ist ein harter, ja es ist ein harter Regen, der fallen wird.

HIMMELFAHRT…

… zum HIMMEL UNTER BERLIN. Am Freitag weihte ich den neuen U-Bahnhof ›MUSEUMSINSEL‹ ein (09.07.). Zum ersten Mal rollten die Bahnen der U5 nicht mehr durch den U-Bahnhof ›MUSEUMSINSEL‹ hindurch, sondern hielten an der neuen Station. Kurz nach 11:00 Uhr gingen die Türen endlich auf. Und Jubel und Klatschen begrüßten mich, als ich auf den Bahnsteig trat.

Die ›Museumsinsel‹ ist der 175. U-Bahnhof der Stadt und der letzte fehlende Halt auf der neuen Teilstrecke zwischen dem Alexanderplatz und dem Hauptbahnhof. Durch die Lage unter dem Spreekanal ist die U-Bahnstation eine der tiefsten der Stadt. Die 180 Meter lange und bis zu 20 Meter tief gelegene Station befindet sich teilweise unter dem Spreekanal sowie unter der Bertelsmann-Repräsentanz. Zugänge gibt es zwischen Kupfergraben und Deutschem Historischen Museum, vor dem Kronprinzenpalais vom südlichen Gehweg der Straße ›Unter den Linden‹ sowie auf dem Schlossplatz östlich der Schlossbrücke.

Der Schweizer Architekt MAX DUDLER hat den Bahnhof entworfen und sich dabei vom Berliner Baumeister KARL FRIEDRICH SCHINKEL inspirieren lassen. Das ganze Gebiet rund um die Museumsinsel hat Schinkel mit seinen Bauten geprägt. Klassisch (SPREE ATHEN) – In jedem Winkel steht ein Schinkel! Wer künftig mit der U-Bahn zur Berliner Museumsinsel fährt, dem geht nicht nur ein Licht auf, sondern gleich 6.662. Schinkel hatte 1816 einen Sternenhimmel als Bühnenbild für Mozarts »Zauberflöte« entworfen. Für den Architekten ist es nicht die einzige Hommage an Schinkel. Außer dem ultramarinblauen Nachthimmel hat die Station einen weiteren Hingucker: den Säulengang in der Mitte des Bahnsteigs. Denn Schinkel arbeitete viel mit KOLONNADEN. Und so findet sich auch auf dem Bahnsteig des neuen U-Bahnhofs ein Säulengang, gesäumt von massiven Pfeilern.