KURTCHENS ZWERGE

Hannelore Mühlenhaupt lud am Sonntagnachmittag zur Ausstellungseröffnung »Zitronenernte« in das Kreuzberger ›KURT MÜHLENHAUPT MUSEUM‹ ein (08.05.). Der alte Fabrikhof ist mit ›Kurtchens Zwergen‹ und blühendem Flieder eine kleine Oase mitten in der Stadt.

In den frühen 1920er-Jahren, in denen es kaum Radios gab, war der ›Leierkastenmann‹ oft die einzige Unterhaltung auf den muffigen Berliner Hinterhöfen. Die italienisch stämmigen DREHORGELBAUER produzierten damals die meisten Instrumente für ›Kriegsversehrte‹. Von 1873 an die italienische Familie BACIGALUPO im Prenzlauer Berg. 1978 fand dort diese Tradition ein Ende.

BRENNEN & LÖSCHEN

Vor 89 Jahren ereignete sich in der Kulisse der Berliner Repräsentationsbauten von Wissenschaft, Kunst und Kirche ein bizarres Staatsschauspiel. Direkt neben der Staatsoper ›Unter den Linden‹, vor der St. Hedwigs-Kathedrale und gegenüber der Humboldt-Universität. Als am 10. Mai 1933 mitten in Berlin, der deutschen Hauptstadt, unter staatlicher Regie und Aufsicht mehr als
20.000 Bücher verbrannt wurden – darunter die Werke der bedeutendsten deutschen Schriftsteller und Publizisten – war das sogenannte ›Tausendjährige Reich‹ gerade einmal hundert Tage alt. Damals hatte das neue Regime nach einem legalen Regierungswechsel innerhalb weniger Wochen beinahe alles etabliert, was in den folgenden zwölf Jahren der Maßstab sein würde: Rechtsbruch, Verfassungsbruch, Zivilisationsbruch.

»Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen« (Heinrich Heine in seiner 1823 veröffentlichten Tragödie ›Almansor‹).

Die Saubermänner (mehrheitlich) dieser Welt, die Anhänger:innen der CANCEL CULTURE sollten sich öfter von den Werken
der verfolgten Autor:innen ›entzünden‹ lassen. DEM LEBENDIGEN GEIST, Funkensprühend. 

»Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut
zu sagen: Nein!« (Kurt Tucholsky).

Gegen geistige Verarmung, für eine lebhafte Debattenkultur: gegen BRENNEN (analog) & LÖSCHEN (digital).

GUDE

Tata! Die erste GRIE SOSS in diesem Jahr (24.04.). Die 200-Gramm-Packung erwarb ich beim freitäglichen Wochenmarkt
am Wittenbergplatz. Wunderbare Frische und eine ausgewogene Mischung von ›Böttcher Gartenbau‹ aus dem hessischen Ried
(68642 Bürstadt). Aber 7,95 Euro. Das wars mir wert. SIEBEN Kräuter gehören – ohne Stängel – in die ›Frankfurter Grüne Soße‹:
BORETSCH (ja!), KERBEL, KRESSE, PETERSILIE, PIMPINELLE, SAUERAMPFER, SCHNITTLAUCH. Mit dem Wiegemesser nicht zu klein (!) hacken. Das Familienrezept steht HIER unter GRIE SOSS, Post vom 29.03.2021, einfach herunterscrollen …

Folgt dem Kaninchen

Der Ort der AUSSTELLUNG »Himmel unter Berlin« ist ein Geheimnis. Und exklusiv: Lediglich 199 Menschen dürfen pro Abend teilnehmen. Erst kurz vor Beginn wird bekanntgegeben, wo er liegt. Nur, dass sich der Ort in Friedrichshain befindet, sei schon verraten – und dass er nach der Ausstellung für die Öffentlichkeit nie wieder zugänglich ist.

Nach dem Eintritt genießt man zunächst einen Willkommenstrunk an einer geheimen Bar. Dann gelangt man zu einer bewachten Schranktür, hinter der verborgene Kellerräume liegen. Langohren als Wegweiser ins Unbekannte: Das WEISSE KANINCHEN,
auch bekannt als PERCY, oder der MÄRZHASE (im Original: ›MARCH HARE‹) sind fiktive Figuren aus Lewis Carolls Roman (1885)
“Alice’s Adventures in Wonderland”. Wer dem Langohr folgt, sieht das Wunderland der Wirklichkeit und mit neuen Augen.
In den labyrinthartigen Gängen präsentieren sich in fast vollständiger Dunkelheit elf multimediale Kunstinstallationen,
die dem verlassenen Ort neues Leben einhauchen.

Da ist zum Beispiel die preisgekrönte 360-Grad-Installation »Insideout« des Design Studios ›Flora&faunavisions‹ unter Leitung
der Gründerin LEIGH SACHWITZ. Sie hat ein gewaltiges Video-, Licht- und Klangerlebnis kreiert, das auf ihren persönlichen Kindheitserinnerungen beruht: einem Sommergewitter in einem Gewächshaus in ihrer schottischen Heimat. Im gläsernen Haus erleben die Besucher, wie sich leichter Landregen in wenigen Minuten in einen heftigen Gewittersturm verwandelt.

Aufgrund der großen Nachfrage wurde die Ausstellung (zunächst?) noch einmal um eine Woche verlängert (23.03.–18.04).

FRÜHLINGSGEFÜHLE

Sonntag, 20. März: es beginnt der ›Kalendarische Frühling‹. HOCH PETER lässt die Sonne strahlen. Blauer wolkenloser Himmel. Nachts ist der BLÜHLING bei Minustemperaturen aber ein FROSTLING. Es ist zu trocken, Waldbrandstufen 4–5. Da auch der Februar
für die Jahreszeit zu warm war, blüht es in der Metropole seit Mitte Februar flächendeckend.

DIE SEUCHE ist inzwischen im Bewusstsein in den Hintergrund getreten, jedoch nicht real. FRÜHLINGSGEFÜHLE mit FFP2-Maske
und im Ganzkörper-Kondom?

PUTIN, dem Herrscher des größten Landes der Erde, ist die Welt nicht genug. Das Leben könnte doch so schön sein …

GREENING

Der irische Nationalfeiertag SAINT PATRICK’S DAY (irisch Lá Fhéile Pádraig) wird am 17. MÄRZ begangen. Er ist der fiktive Todestag des irischen Bischofs Patrick, der im 5. Jahrhundert lebte und als erster christlicher Missionar in Irland gilt. Am 17. März ist GRÜN
die vorherrschende Farbe der feiernden Iren in aller Welt. Die Farbe Grün weist einen direkten Bezug zu Patrick auf.
Denn das dreiblättrige, grüne Kleeblatt (SHAMROCK) ist ebenfalls ein Symbol des Schutzheiligen. Mt ihm soll er den Iren
die ›Dreifaltigkeit‹ (Vater, Sohn, Heiliger Geist) erklärt haben. Die Legende besagt ferner, dass St. Patrick Irland von
der ›SCHLANGENPLAGE‹ befreite. Die Schlangen sind eine Metapher für das Heidentum, das St. Patrick verdrängte.

BTW: Lange Zeit rekrutierten sich die nordamerikanischen FEUERWEHRLEUTE und Polizist:innen u. a. in New York und Chicago mehrheitlich aus der irischen Gemeinschaft. Deshalb spielen dort die irischen Dudelsäcke (die Uillean pipes) bei feierlichen Anlässen auch heute noch eine wichtige Rolle.

Der Sankt-Patricks-Tag wird auch in Berlin gerne mit Paraden gefeiert. Zuletzt 2017 (Oranienplatz) & 2018 (Plänterwald).

Trotz der Plagen SEUCHE & KRIEG. Wir feiern 2022: GREENING statt Greenwashing! Mit irischen Céilí-Tänzen (wie Stepptanz)
und Céilí-Musik:

“Air Fa La La Lo”

(Air) fa la la lo (horo)

[Chorus:]
Hey fa la la lo, ho ro air fa la la lay (3x)
Fal dee fal o ho ro, air fa la la lay

The song that I sing’s a song
Of laughter and love
There’s a tang o‘ the sea
And blue from heaven above
Of reason there’s none and
Why should there be forby
With fire in my blood and toe
And a light in the eye

[Chorus]

The heather’s ablaze with bloom
And the myrtle is sweet
There’s a song in the air
The road’s a song at our feet
So step it along as light
As a bird on the wing
We join our voices and sing

[Chorus]

And whether the blood be highland, lowland or no
And whether the skin be white or black as a sloe
Of kith and of kin where one be as right be as wrong
As long as our hearts be true to the lilt of a song

[Chorus]

KINDERLECH

TAG 7: POLEN hat inzwischen mehr als 500.000 Flüchtlinge aufgenommen (02.03.). Offene Herzen und Arme; dziękuję. Auf der Suche nach Schutz vor dem Krieg sind bereits tausende Menschen aus der Ukraine auch nach Berlin gekommen – und es werden immer mehr. Der Senat rechnet jetzt mit 6.000 Flüchtlingen pro Tag. Am Hauptbahnhof kommen aus Polen die Flüchtlingszüge mit Frauen und Kindern an. Und am Zentralen Busbahnhof (ZOB) die Busse mit den Kriegsflüchtlingen. Herzzerreißend das KINDERLECH.

TAG 8: Kirchen läuten Glocken für den Frieden (03.03.). In einer europaweiten Aktion läuteten in zahlreichen Städten in Berlin und Brandenburg um Punkt 12:00 Uhr die KIRCHENGLOCKEN sieben Minuten für den Frieden. Die Dauer von sieben Minuten stand dabei für jeden Tag, den der russische Überfall auf die Ukraine schon andauert.

TAG 9: Überwachungskameras filmten Granaten(Raketen?)-Einschläge am AKW-Gelände SAPORISCHSCHJA (04.03.).
Die ukrainischen Feuerwehr-Kamerad:innen RETTEN, LÖSCHEN, BERGEN während der Angriffe. Russland hat das größte Atomkraftwerk des Landes angegriffen und das Gelände besetzt.

Liste (offen) der VERBRECHEN PUTINS seit den ›Nullerjahren‹:

  • Morde an oppositionellen Politikern und kritischen Journalist:innen,
  • Auftragsmorde im europäischen Ausland,
  • Kriegsverbrechen u. a. in Tschetschenien und Syrien,
  • völkerrechtswidrige Annexion der Krim,
  • Unterstützung prorussischer Separatisten in der Ostukraine,
  • Betreiben von Folterzentren in den besetzten Gebieten,
  • Unterdrückung der innerrussischen Opposition,
  • Verbot von NGOs, von der Menschrechtsorganisation ›Memorial‹,

In der Ukraine wurden inzwischen STREUBOMBEN gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt. Die furchtbaren Raketenwerfer TOS-1-BURATINO (und TOS-1A »Solnzepjok«/ Sonnenhitze) mit thermobarischen (Vakuum) Sprengköpfen wurden in die Ukraine gebracht.

Einer der Street-Art-Künstler, U., vor Ort. Das Graffito stammt aber von Steak Apm, Heavy Lee.

Was war noch?

Der Deutsche Bundestag trat aus Anlass des von Russland völkerrechtswidrig begonnenen Krieges gegen die Ukraine zu einer Sondersitzung zusammen (27.02.). In seiner Regierungserklärung zur aktuellen Lage kündigte Bundeskanzler Scholz
100 MILLIARDEN EURO FÜR DIE BUNDESWEHR an. Befremdlich: viele Abgeordnete sprangen dabei von ihren Plätzen auf und bejubelten lautstark die Ankündigung. Ob man jetzt warme Unterwäsche für die Soldat:innen anschaffen kann?

Weltklimarat: Klimawandel bedroht Menschen und Erde. Viel Zeit bleibt nicht mehr. In seinem neuesten Bericht ruft der Weltklimarat (der UNO) IPCC eindringlich zum raschen Handeln auf: Unsere LEBENSGRUNDLAGE IST VOM KLIMAWANDEL bedroht. Wir müssen uns an unsere Welt im Klimawandel anpassen – JETZT (28.02.).