A Hard Rain’s …

Hier (Foto 1) mäandert die Oder auf den Weg in die Ostsee friedlich vor sich hin.

Das war 1997 anders, als die Oder über die Ufer trat und zum mächtigen reißenden Strom mutierte. Das Oderhochwasser im August 1997 (poln.: Powódź tysiąclecia/ Jahrtausend­hochwasser) war die bislang größte bekannte Flut der Oder. Das Hochwasser in Mitteleuropa im August 2002 wurde auch in Deutschland als JAHRTAUSENDHOCHWASSER bezeichnet. Ursächlich war in beiden Fällen eine so genannte Vb-Wetterlage.

“A Hard Rain’s A-Gonna Fall”: 19 Jahre später, Szenenwechsel in den Westen. Ebenfalls eine Vb-Wetterlage verursachte das aktuelle Hochwasser in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Entsetzt und fassungslos verfolge ich seit der Nacht auf Donnerstag, 15. Juli, die Meldungen. Und ringe um Worte. Bislang mehr als 140 Tote (allein bislang 100 Tote im Landkreis Ahrweiler), erheblich zerstörte Infrastruktur (Wohnhäuser, Gebäude, Einrichtungen, Versorgung, Verkehrswege). So etwas habe ich – Hochwassererfahren und Hochwassererprobt (als Anwohner und als Feuerwehrmann) – in unseren Breiten noch niemals zuvor gesehen und erlebt.

Ich bin erschüttert! Ich bin sehr traurig!

Im Nordosten dagegen herrscht AFFENHITZE. Seit dem 17.06. im Südosten Berlins schon elf Tage mit mehr als 30 Grad Celsius Wärme und zehn TROPISCHEN NÄCHTEN, puh (Stand 17.07.)! Der Sommer hat doch erst angefangen. Im Mittel maß man in Deutschland von 1991 bis 2020 8,1 Hitzetage, während die Zahl der Eistage in diesem Zeitraum von 16,9 auf 8,0 fiel. Temperaturen von 40 Grad Celsius drohen. Trockenheit und Waldbrände nehmen zu.

»Was ist das Schwerste von allem? Was dir das Leichteste dünket: Mit den Augen zu seh ’n, was vor den Augen dir lieget.« (der alte weise Mann Johann Wolfgang von Goethe)

Ich bin sehr frustriert!

›Und es ist ein heftiger,
es ist ein harter,
wird ein harter,
es ist ein harter, ja es ist ein harter Regen, der fallen wird.

HIMMELFAHRT…

… zum HIMMEL UNTER BERLIN. Am Freitag weihte ich den neuen U-Bahnhof ›MUSEUMSINSEL‹ ein (09.07.). Zum ersten Mal rollten die Bahnen der U5 nicht mehr durch den U-Bahnhof ›MUSEUMSINSEL‹ hindurch, sondern hielten an der neuen Station. Kurz nach 11:00 Uhr gingen die Türen endlich auf. Und Jubel und Klatschen begrüßten mich, als ich auf den Bahnsteig trat.

Die ›Museumsinsel‹ ist der 175. U-Bahnhof der Stadt und der letzte fehlende Halt auf der neuen Teilstrecke zwischen dem Alexanderplatz und dem Hauptbahnhof. Durch die Lage unter dem Spreekanal ist die U-Bahnstation eine der tiefsten der Stadt. Die 180 Meter lange und bis zu 20 Meter tief gelegene Station befindet sich teilweise unter dem Spreekanal sowie unter der Bertelsmann-Repräsentanz. Zugänge gibt es zwischen Kupfergraben und Deutschem Historischen Museum, vor dem Kronprinzenpalais vom südlichen Gehweg der Straße ›Unter den Linden‹ sowie auf dem Schlossplatz östlich der Schlossbrücke.

Der Schweizer Architekt MAX DUDLER hat den Bahnhof entworfen und sich dabei vom Berliner Baumeister KARL FRIEDRICH SCHINKEL inspirieren lassen. Das ganze Gebiet rund um die Museumsinsel hat Schinkel mit seinen Bauten geprägt. Klassisch (SPREE ATHEN) – In jedem Winkel steht ein Schinkel! Wer künftig mit der U-Bahn zur Berliner Museumsinsel fährt, dem geht nicht nur ein Licht auf, sondern gleich 6.662. Schinkel hatte 1816 einen Sternenhimmel als Bühnenbild für Mozarts »Zauberflöte« entworfen. Für den Architekten ist es nicht die einzige Hommage an Schinkel. Außer dem ultramarinblauen Nachthimmel hat die Station einen weiteren Hingucker: den Säulengang in der Mitte des Bahnsteigs. Denn Schinkel arbeitete viel mit KOLONNADEN. Und so findet sich auch auf dem Bahnsteig des neuen U-Bahnhofs ein Säulengang, gesäumt von massiven Pfeilern.

PRIVILEGIERT

»Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher als die anderen.« – “All animals are equal, but some are more equal than others.” (George Orwell, Animal Farm, 1945).

Die Diskussionen um »Impf-Privilegien« dauern seit Januar 2021 an. Grundrechte sind keine Privilegien, sondern das Fundament unserer Rechtsordnung. Für ihre Wahrnehmung muss sich der Bürger nicht legitimieren; vielmehr muss der Staat sein Verbot begründen. Rechtskonform.

Wann bekommen WIR unsere Grundrechte endlich und uneingeschränkt wieder zurück?

VERSTÄRKER

200 Jahre KONZERTHAUS. 10. November 1871, Schiller kommt an seinen Platz. Das Denkmal gestaltete der Künstler Reinhold Begas.
    1943 wurde das Gebäude schwer von Bomben getroffen, dann im April 1945 beim Kampf um Berlin komplett zerstört. 1977 begann der Wiederaufbau der Kriegsruine und des Platzes, der am 1. Oktober 1984 abgeschlossen war.

An der Hauptfassade des Konzerthauses Berlin ist zum Jubiläum noch bis 30. Juni die schwarz-weiße Installation ›AMPLIFIER‹ (Verstärker) der Berliner Künstlerin Bettina Pousttchi zu sehen. »Alles bleibt anders«.    

18. Juni 1821, gefeierte Uraufführung der deutschen Nationaloper »Freischütz«. Genau 200 Jahre danach La Fura dels Baus ungewöhnlicher »Freischütz« im Großen Saal, übertragen auf den Vorplatz. Der STREAM bleibt bis zum 18. Juli auf ARTE Concert & konzerthaus.de online verfügbar. 

Shalom

שלום. Uneingeschränkte Solidarität mit unseren Mitbürgern. Schutz für unsere Mitbürger. ›Einer für Alle – Alle für Einen‹. Wider
dem Ungeist. Entschlossen! Die GELB-ROTE KARTE für alle Ideologen, für alle Verschwörungserfinder, für alle Märchenerzähler, für alle Lügner, für alle Ausgrenzer, für alle Hassprediger, für alle Intriganten, für alle Hetzer, für alle Mobber, für alle willigen Vollstrecker. Denn sie wissen, was sie tun. שַׁבָּת שָׁלוֹם

На Берлин – Победа!

На Берлин – Победа! ›Na Berlin – Pobeda‹/  »Nach Berlin – Sieg«.

Berlin gedachte des 76. JAHRESTAGES DES KRIEGSENDES (08./ 09.05.). Ukrainer, Russen und Polen, deren Vorfahren die Stadt gemeinsam von der Nazidiktatur befreit hatten, wollen partout nicht mehr miteinander gedenken. Die Nachkommen der ›Rotarmisten‹ aus den GUS-Staaten feiern sowohl im TIERGARTEN als auch in Treptow. In Osteuropa löst das Erinnern oft neue Konfrontation statt Versöhnung aus. Vielen fehlt die Bereitschaft, eigene Schuld zu bekennen. Russlands Führung leugnet die Doppelrolle der Sowjetunion. Stalin war zu Kriegsbeginn Aggressor und Hitlers Komplize. Und 1945 auch nicht für alle osteuropäischen Länder ein Befreier. Putin ist Kriegspartei in der Ukraine. Ein einheitliches Geschichtsbild aller Europäer wird es sobald wohl nicht geben. Dafür sind die Erfahrungen zu vielfältig.

Das DENKMAL DES POLNISCHEN SOLDATEN UND DEUTSCHEN ANTIFASCHISTEN im nördlichen Teil des Volksparks FRIEDRICHSHAIN besteht aus einer hohen Betonsäule, die durch eine wehende Bronzefahne umschlungen wird, und einem Relief mit deutsch-polnischer Inschrift: »Za naszą i waszą wolność – Für eure und unsere Freiheit«. Etwa 180.000 Polinnen und Polen kämpften bei der Eroberung Berlins in polnischen Einheiten der ›Roten Armee‹. Sie trugen polnische Namen wie ›Tadeusz-Kościuszko-Division der 1. Polnischen Armee‹. 12.000 von ihnen kämpften in der Innenstadt, 8.892 ließen ihr Leben für die Befreiung Berlins. Die gefallenen polnischen Soldaten sind auf den Soldatenfriedhöfen in SIEKIERKI (Woiwodschaft Westpommern/ województwo zachodniopomorskie) und ZGORZELEC (Woiwodschaft Niederschlesien/ województwo dolnośląskie) an der Oder begraben.

Die Munitionsbelastung in Brandenburg ist sehr hoch. Immer noch. Manche Wälder dürfen nicht betreten werden. Selbst bei Waldbränden von den Feuerwehr-Einsatzkräften. Lebensgefahr! Nach Einschätzung des Kampfmittelräumdienstes wird es wenigstens noch 75 Jahre dauern, bis die ehemaligen Schlachtfelder bei den SEELOWER HÖHEN oder bei HALBE beräumt sind. Dort kommen auch jährlich die Gebeine Gefallener an die Oberfläche. Die Wunden in der Landschaft sind unübersehbar. Kaum ein Ort in Brandenburg ohne Soldatenfriedhof. Nie wieder Krieg!

REISEN 2021

Wer hätte gedacht, dass die ›REISEFREIHEIT‹ nach 1989 wieder auf der Agenda steht? Unbeschwertes Reisen ist nicht mehr möglich. Selbst im Inland. Jetzt rächt es sich, dass es 1996 mit der Fusion von Berlin und Brandenburg nicht geklappt hat. Der DAUERAUSNAHMEZUSTAND und der LOCKDOWN-LOOP lassen einen Tapetenwechsel herbeisehnen. Reisen kann man nicht nur virtuell. »Die Gedanken sind frei!« Im eigenen Bundesland locken Spezialitäten anderer Länder. Zum ›Wegträumen‹. Man darf andere Kulturen, Geschmäcker und Düfte genießen, ohne dabei wegfahren zu müssen.

Alle deutschen Bundesländer (bis auf Mallorca) unterhalten in der Hauptstadt ihre Botschaften (Landesvertretungen). Aber auch Spezialgeschäfte mit frischen typischen Landsmannschaftlichen Produkten beispielsweise aus Bayern & Franken, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen haben sich inzwischen in Berlin etabliert. Man muss also bei ›Heißhunger auf heimatliche Schmankerl‹ nicht mehr das KADEWE aufsuchen. In Berlin gibt es mehr als 100 Wochenmärkte sowie vier Kleinmarkthallen mit vielfältigen überregionalen und saisonalen Angeboten.

Supermärkte und Geschäfte mit originalen SPEZIALITÄTEN/ Gewürzen ANDERER LÄNDER und Kontinente finden sich inzwischen in allen Berliner Bezirken: Türkei, Russland, Österreich, Ungarn, Polen, Spanien, Portugal, Frankreich, Schweiz, Vereinigtes Königreich, Balkan, Skandinavien, Thailand, Vietnam, Indien, China, Japan, Korea, Orient, Afrika, …

Gerne kaufe ich regelmäßig im griechischen Supermarkt ARISTON (Ελληνικά Σουπερμάρκετ/ Elliniká Soupermárket) in Schöneberg ein. Ebenso im italienischen Supermarkt CENTRO ITALIA im Westend (Hauptgeschäft, 3x in Berlin).

Im Zeichen DER SEUCHE muss man also – ganz trendy – die eigenen vier Wände nicht mehr verlassen. Das HOMEOFFICE und der ONLINE-HANDEL ermöglichen das. Geliefert wird in X-berg ›umweltfreundlich‹. Gut gemeint. Die Vermüllung wird so sicher nicht verlangsamt. Aber die BERLINER LUFT bessert sich wenigstens. Καλή όρεξη – Kali Orexi – Guten Appetit!