BRASILIDADES

Das Konzert BRASILIDADES mit den Künstlern VICTOR ANGELEAS und MÁRCIO MARINHO aus Brasília war ein Erlebnis voller Virtuosität, Emotionalität und Lebensfreude. Das mitreißende Programm mit dem traditionellen Repertoire der Mandoline (bandolim de 10 cordas) und des Cavaquinho (cavaquinho de 6 cordas) brachte Originalkompositionen und Klassiker der brasilianischen Popularmusik zu Gehör. Es umfasste Genres wie Choro, Samba, MPB, Frevo, Forró und Ijexá. Bereichernd waren die Gäste Amony Ribas (pandeiro), Felipe Vieira (saxofone) und Bárbara Piperno (flauta). Zu den Höhepunkten des Auftritts gehörten Stücke wie »CARINHOSO« (Pixinguinha/ João de Barro), »Chega de Saudade« (Tom Jobim/ Vinícius de Moraes) sowie »Brasileirinho« (Waldir Azevedo). Hier sangen fast alle Konzertbesucher:innen mit. Gänsehautfeeling pur! Standing ovation und Zugabe (Brasilianische Botschaft/ 13.12., Eintritt frei).

Text und Übersetzung von »CARINHOSO« findet man in meinem früheren gleichnamigen Post vom 15.09.2023. Einfach hier im BLOG-FEED herunterscrollen. Angeleas und Marinho präsentieren das Programm Face Musical auch auf YouTube, das regelmäßig rund siebentausend Zuschauer:innen und Hörer:innen weltweit erreicht.

Dieses Konzert bildete den Abschluss der Europa-Tournee von Angeleas und Marinho. Aber auch der Veranstaltungen 2024 der Brasilianischen Botschaft in Berlin. Für die bemerkenswerten und abwechslungsreichen Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Ausstellungen zeichnet dort die wunderbare Maria Kallas verantwortlich. Ich freue mich auf das Programm für 2025.



Voller Einsatz! Beim vorletzten Stück riss die Saite. Nach wenigen Minuten war alles wieder repariert. Zugabe.

CARINHOSO

Reco do Bandolim & Grupo Choro Livre gehören zu den bekanntesten Choro-Gruppen der Gegenwart: Valério Xavier (pandeiro), Júnior Viegas (cavaquinho), RECO DO BANDOLIM (Mandoline/ bandolim), George Costa (klassische Gitarre/ violão) & Henrique Neto (siebensaitige Gitarre/ violão sete cordas). Diese Virtuosen durfte ich schon mal (in leicht abgewandelter Besetzung) am 10.12.2019 anlässlich eines umjubelten Konzertes in der Brasilianischen Botschaft erleben.

BANDOLIM ist die brasilianische Mandoline. Bandolims sind flach gebaut, die Form des Korpus ist fast rund. Die CAVAQUINHO – eine kleine vierseitige Gitarre – stammt aus Portugal. CHORO ist ein musikalischer Stil aus Brasilien, wobei ein Solist an der BANDOLIM von einer Begleitband aus Zupf- und Perkussionsinstrumenten wie PANDEIRO (ähnlich einem Schellen-Tamburin) begleitet wird.

Sechzehn Stücke standen auf dem Programm. Bei CARINHOSO von Pixinguiha & João de Barros sang das Publikum textsicher mit. Ergreifend! Standing ovation & Zugabe (Brasilianische Botschaft/ 15.09., Eintritt frei).

CARINHOSO
Meu coração,
Não sei por quê,
Bate feliz quando te vê.
E os meus olhos ficam sorrindo,
E pelas ruas vão te seguindo.
Mas mesmo assim foges de mim. 

Ah se tu soubesses
Como sou tão carinhoso,
E como muito, muito que te quero,
E como é sincero o meu amor.
Eu sei que tu não fugirias mais de mim.

Vem, vem, vem, vem,
Vem sentir o calor dos lábios meus
À procura dos teus.
Vem matar essa paixão
Que me devora o coração.
E só assim então serei feliz,
Bem feliz.

LIEBEVOLL UND ZÄRTLICH
Mein Herz,
Ich weiß nicht warum,
Schlägt glücklich, wenn es dich sieht.
Und meine Augen lächeln,  
Und folgen dir durch die Straßen.
Doch trotzdem läufst du weg vor mir.

Ach, wenn du (nur) wüsstest,
wie überaus liebevoll und zärtlich ich bin,
Und wie sehr ich dich begehre,
Und wie aufrichtig meine Liebe ist.
Dann weiß ich, dass du vor mir nicht mehr weglaufen würdest.

Komm, komm, komm, komm,
Komm und spüre die Wärme meiner Lippen,
Die die deinen suchen.
Komm und stille diese Leidenschaft,
Die mein Herz verzehrt.
Und dann endlich werde ich glücklich sein,
Ganz glücklich

O SAMBA CURA

DER SAMBA HEILT. Nach dieser Devise lebt é cantor e compositor Marcelo Café.

Concerto de Marcelo Café e Banda (Embaixada do Brasil/ 05.07.). Präsentation des neuen Albums »A Revolução É Preta«. Musicistas: Wesley Rubim (trombone), Nelson Latif (cavaquinho), Edson Arcanjo (violão), Hamilton Pinheiro (baixo), Marcelo Café (vocal), Sandro Alves (percussão). »Não deixe o samba morrer« – Lasst den Samba nicht sterben.

Música Brasileira

Dieses Jahr findet ›BRASILIEN TRIFFT BERLIN‹ zum 8. Mal statt (bis 15.12.). Ein Kulturfestival der Begegnungen – Brasilien trifft
auf Berlin und Berlin trifft auf Brasilien.

Brasilianischer Liederabend

Die brasilianische Opernsängerin BEATRIZ BAPTISTA interpretierte in Begleitung der japanischen Pianistin SENA UTO Stücke bekannter brasilianischer Komponist:innen (18.11.). Bezauberndes Duett aus Stimme und Klavier. Mitreißend »Peixinho do Mar«
von Babi de Oliveira & »Tamba-tajά« von Waldemar Henrique. Im Anschluss an das Konzert fand die Vernissage zur Ausstellung
des Künstlers LIMPO ROCHA statt.

Lichtschatten (Sombras da luz)

Fabio da Rocha Passos Pinheiro, alias LIMPO, stammt aus Salvador da Bahia. Er experimentierte bereits als Teenager mit Graffiti-Straßenkunst. Seine Werke an Wänden und Fassaden sind prägende Elemente der Stadtlandschaften von Salvador und Malmö (Schweden) seiner zweiten Heimat, wo er 2013 den nationalen Kulturpreis erhielt.

›Jazz4five‹

Heute bin ich BOSSA NOVA (25.11.)! Das vielseitige Quintett ›Jazz4five‹ spielte mit Gitarre, Piano-Akkordeon/ Keyboard, Saxophon/ Klarinette, Jazzgeige, Bass und Schlagzeug einen abwechslungsreichen Mix. ›Jazz4five‹ interpretierte mitreißend klassische brasilianische Stücke wie ›Girl From Ipanema‹, ›Manhã da Carnaval (Black Orpheus)‹, ›Recorda Me‹, ›Blue Bossa‹ – aber auch
drei Klezmer-Stücke.

›Gypsy Jazz Club‹

Der ›Gypsy Jazz Club‹ ist eine Band, die von den Musikern Igor Diniz (Kontrabass), Pedro Vasconcellos (Cavaquinho), Eduardo Souza (Manouche-Gitarre) und Victor Angeleas (Tenorgitarre/ 10-saitige Mandoline) gegründet wurde. Die Band spielte erstmals außerhalb Brasiliens und nach einem Auftritt in Lissabon bei einem ganz besonderen Konzert in der Brasilianischen Botschaft Berlin (26.11.). Beim Independent Music Awards (IMAs) gewann sie 2019 mit »MENESTREL« den Preis für das beste Instrumental-Album. Auf ihrem jüngsten Album »Brasília Live Sessions« präsentiert die Band selbst komponierte Songs, eine Fusion aus Jazz Manouche, Choro, Samba, Ijexá und Funk Carioca. Wahnsinn! Standing Ovations.

»Tico Tico no fubá«

Konzert des »Jugendsinfonieorchesters des Bundesstaates Goiás (Orquestra Sinfônica Jovem de Goiás – OSJG)«. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit Brasiliens (1822–2022) kehrte das OSJG für eine weitere Tournee nach Deutschland zurück (Brasilianische Botschaft, 10.06.).

Das »ORQUESTRA SINFÔNICA JOVEM DE GOIÁS« feiert sein 20-jähriges Bestehen. Es entstand als soziales Projekt, um Kindern und Jugendlichen das Musizieren in Orchestern und das Singen in Chören zu ermöglichen. Als Vorbild diente hierbei das venezolanische Modell »EL SISTEMA« des Gründers José Antonio Abreu. »El Sistema« elektrisiert seit 1975 die Musikwelt.

Mit dem Solisten NATANIEL FERREIRA und unter der Leitung des Dirigenten ELIEL FERREIRA interpretierte das Orchester Werke lateinamerikanischer Komponisten wie Heitor Villa-Lobos, Astor Piazzolla, Camargo Guarnieri, Ary Barroso und Zequinha de Abreu. Das Stück »Série brasileira: Nr. IV. Batuque« von Alberto Nepomuceno gab einen Vorgeschmack auf die folgenden ›fetzigen‹ Kompositionen und Arrangements. Zum Weinen schön: »Danzón No. 2« von Arturo Márquez. Die Instrumentengruppen begannen sich im Takt zu bewegen. So bewegten sich die Geiger:innen synchron wie Ruderer. Zum Schmunzeln Beethovens »Pour Elise (em ritmo de Samba)«. Spätestens bei »Mourão« von César Guerra-Peixe und »Odeon« von Ernesto Nazareth musste man ›mitwippen‹. Begeisterung und Lebensfreude pur! »Tico Tico no fubá« krönte diesen wunderbaren Abend. Standing ovation und natürlich Zugabe. Das war der Hammer; Wahnsinn! Solch ein Konzert habe ich seit Jahren nicht erlebt.

NATANIEL FERREIRA und ELIEL FERREIRA beim »Le Grand Tango« von Astor Piazzolla.
Der wunderbare Klangkörper. Ganz rechts der Gastgeber seine Exzellenz Botschafter Roberto Jaguaribe Gomes de Mattos.

›SNOW BOSSA NOVA‹

Das »BEBA TRIO« zeigte in einem Konzert in der Berliner Brasilianischen Botschaft die einzigartige Klangwelt Brasiliens zwischen Bossa Nova und Samba auf (20.05.). Das »BEBA TRIO« bedient sich einer typischen Jazz- und Bossa-Nova-Instrumentierung.
An der Seite des Pianisten BEBA ZANETTINI stehen der Bassist VIKTOR KUTLAK und der Drummer GUDINO MIRANDA. Als Gäste
traten an diesem Abend EVA JAGUN (Gesang) und MANUEL ZACEK (Bass) auf. Voller Rhythmus die Titel Afoxe, Urubu malandro, Sambareia, A vizinha do lado. Das Lied ›Camburi‹ besingt die in der Nähe von Sao Paolo gelegene Stadt CAMBURI. Als Zugabe erklang der ›SNOW BOSSA NOVA‹. Die Musik hierzu entstand in Brasilien, der Text im winterlichen Deutschland. Nicht vergessen: in gut sieben Monaten ist Weihnachten.

TRIADE NATALINA

Concerto de Natal com Adriane Queiroz e Karine Gilanyan. Um evento da Embaixada do Brasil.

Dies war das erste und zugleich letzte Konzert in diesem annus horribilis in der Brasilianischen Botschaft. In Brasilien gab es bislang mehr als 600.000 Corona-Tote.

Beim Konzert »TRIADE NATALINA« sang die Sopranistin Adriane Queiroz Kompositionen von Waldemar Henrique, Heitor Villa-Lobos, Camargo Guarnieri et al. und wurde von Karine Gilanyan am Klavier begleitet. Wunderbar! Beeindruckt haben mich das ›Ave Maria‹ von William Gomez (1939–2000) & ›Cantique de Noël‹ von Adolphe Charles Adam (1803–1856). Für ›Taieras‹ von Luciano Gallet (1893–1931) kam rhythmische Verstärkung auf die Bühne. Standing ovation für die Künstler:innen. Als Zugabe sang Adriane Queiroz Gospels, begleitet nur vom Contrabass. Von diesem schönen Abend muss mein kleines unsterbliches Seelchen wg DER SEUCHE noch lange zehren.

Das Konzert fand unter Corona-Hygiene-Bedingungen in drei Teilen mit Lüftungspausen statt. 2G plus FFP-2-Masken, die die ganze Zeit getragen werden mussten. Dankbar (02.12.).