







Stundenlanger Schneefall sorgte bis in die Niederungen für eine dichte Schneedecke (03.01.). Das war zuletzt vor mehr als vier Jahren der Fall.

Das Jahr 2020 war hierzulande das ZWEITWÄRMSTE seit Beginn der Aufzeichnungen. Und das DRITTE ZU TROCKENE JAHR in Folge. Die Durchschnittstemperatur betrug 2020 demnach 10,4 GRAD CELSIUS. Damit liegt 2020 knapp hinter dem Rekordjahr 2018, in dem die mittlere Temperatur 10,5 Grad betrug. Auf den folgenden Plätzen liegen mit knappem Abstand 2019 und 2014 mit jeweils 10,3 Grad. In diesem Jahr war ausgerechnet der MAI als einziger Monat kälter als im Mittel – zwar nur ein Grad, aber mit einer frostigen Eisheiligen-Nacht in der Monatsmitte, die viele Obstblüten dahingerafft hat. Ansonsten wurde das spektakuläre Temperaturergebnis auf unspektakuläre Weise erreicht: Die meisten Monate waren zwei, drei Grad wärmer als normal, der August vier, der Februar fünf.
Das ging einher mit einem viel zu trockenen Frühling und einem kaum besseren Sommer. Problematisch ist vor allem die anhaltende Trockenheit. Insgesamt kamen 2020 in Berlin nur 477 Liter Niederschlag pro Quadratmeter vom Himmel. „Es fehlen also wieder 120 Liter“, sagt Riemann. Mit dem Defizit der beiden Vorjahre summiert sich der Mangel auf fast 450 Liter pro Quadratmeter – ein Drama für die Natur und langfristig ein Problem für die Wasserversorgung. „Wir konnten noch von der Substanz des sehr verregneten Jahres 2017 zehren“, sagt Riemann, „aber zur Gesamtbetrachtung gehört auch die Verdunstung. Und die nimmt bei Erwärmung überproportional zu. Selbst wenn also der Niederschlag konstant bliebe, würde das Land wegen der steigenden Temperaturen immer weiter austrocknen.“
Ob der Schnee hieran etwas ändert? (Quellen: Deutsche Wetterdienst (DWD) & Jörg Riemann. Der meteorologische Leiter des Dienstes „Wettermanufaktur“ in Tempelhof für den Berliner Tagesspiegel, 30.12.2020).