»RINNSTEINPOET« – so hatte der letzte Kaiser den späteren Nobelpreisträger GERHART HAUPTMANN bezeichnet. »Ich mußte aufs Land, das war mir klar«. Weil ihm das Stadtleben Lungenprobleme bereitete, war Gerhart Hauptmann nach ERKNER gezogen. Vier Jahre lebte er dort in der Villa Lassen (1885–89). »Ich preise jeden Tag das Schicksal, aus der Erkner-Öde befreit zu sein«, schrieb seine damalige Frau nach dem Wegzug an ihre Schwester.
Für Hauptmanns Entwicklung zum Schriftsteller kommt dem märkischen Ort eine zentrale Bedeutung zu. Hier begann er sich für das Leben der einfachen Leute zu interessieren. Das Leben in Erkner inspirierte Hauptmann zu seiner Komödie »Der Biberpelz« (1893), in der er Personen aus dem Ort verewigt hat. Individuelle Schicksale, Landschaftseindrücke und Todesmotivik finden sich in den 1887 entstandenen Novellen »Fasching« und »Bahnwärter Thiel«. Beide sind in Erkner und Umgebung angesiedelt.
MUSEUM: Im Obergeschoss der Villa Lassen befndet sich heute ein Forschungsarchiv mit mehr als 30.000 Bestandseinheiten. In der Forschungsbibliothek stehen zahlreiche Erstausgaben und Übersetzungen von Hauptmanns Werken. Weitere Bestände, darunter eine Schlesiensammlung und Buch- und Bildmaterial zum FRIEDRICHSHAGENER DICHTERKREIS, erschließen das geistige Umfeld Hauptmanns.


Fahr’ mal hin – von Berlin-Mitte/ Stadtbahn aus mit der S3 oder dem RE1.