Berlin: In jedem Winkel steht ein Schinkel! Von wegen! Fundsache. Dit is Berlin! Motto, ›Ich bin so frei. Sind Sie es auch?‹

Berlin: In jedem Winkel steht ein Schinkel! Von wegen! Fundsache. Dit is Berlin! Motto, ›Ich bin so frei. Sind Sie es auch?‹

Ausstellung ›MÜHLENHAUPT TRIFFT SCHINKEL UND SCHADOW‹ im bisher kaum zugänglichen Sockelgeschoss
des Nationaldenkmals auf dem Kreuzberg (05.06.–29.08.). Sehenswert!
Zum Andenken an die Soldaten der preußischen Armee, die in den ›BEFREIUNGSKRIEGEN‹ von 1813 bis 1815 umgekommen waren, ließ König Friedrich Wilhelm III. von 1818 bis 1821 das 18,83 Meter hohe NATIONALDENKMAL für die Befreiungskriege auf
dem KREUZBERG errichten. Das neugotische Bauwerk Schinkels erinnert an bedeutende Schlachten. Das von Schinkel gestaltete EISERNE KREUZ sollte alleinig für die Befreiungskriege gestiftet werden, da die Unterwerfung durch Napoleon und
die Flucht des Königspaars aus Berlin als EISERNE ZEIT empfunden worden war. Es war die erste Auszeichnung in Preußen,
die jedermann für seine Tapferkeit ohne Ansehen seines Standes verliehen werden konnte.
Mit 66 m ü. NHN ist der Kreuzberg die höchste natürliche Erhebung in Berlin. Als im Zuge der Stadterweiterung Neubauten dem Denkmal den Rang abzulaufen drohten, wurde dies von der Obrigkeit verhindert. Die Klage eines Bauherrn führte dann zu einem bahnbrechenden Urteil des Preußischen Oberverwaltungsgerichts. Kaiser Wilhelm I. ließ daraufhin das knapp 20 Meter hohe und 200 Tonnen schwere Denkmal 1878/ 1879 auf ein acht Meter hohes Podest hieven. Der neue Unterbau beherbergte zunächst ein LAPIDARIUM. In dem etwa 1.500 Quadratmeter großen Gewölbe, das seit Jahrzehnten in den Wintermonaten von Fledermäusen bevölkert ist, entstehen ungewöhnliche Perspektiven: Den germanischen Helden vom abgerissenen Tiele-Winckler-Palais im Tiergarten stehen Mühlenhaupts Kunstwerke gegenüber und zwischen den Reliefs vom berühmten Schadowschen Münzfries und weiteren nahezu fast vergessenen Schätzen Berliner Bildhauerkunst, tummeln sich Mühlenhaupts leicht bekleidete Mädchen. Geschickt illuminiert entstehen Zwiegespräche von Gestalten, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben.



Ab 1888 wurde zu Füßen des Denkmals der VIKTORIAPARK mit einem 24 Meter hohen künstlichen Wasserfall angelegt, der dem Zackenfall im schlesischen Riesengebirge (PL) nachempfunden ist.
Der Bildhauer, Schriftsteller und Lebenskünstler KURT MÜHLENHAUPT gilt als Symbolfigur der Kreuzberger Bohème der 1960er-Jahre. Als »Maler der Liebe« und des »Milieus« gehört er zu den bekanntesten Berliner Künstlern der Nachkriegszeit. Hauptmotive waren für ihn die ›kleinen Leute‹, wie Putzfrauen, Kellner, Bettler, Straßenfeger, Dirnen sowie spielende Kinder, wodurch Mühlenhaupt gern mit Zille verglichen wurde. Kreuzberger:innen lieben seinen FEUERWEHRBRUNNEN am Mariannenplatz.
… zum HIMMEL UNTER BERLIN. Am Freitag weihte ich den neuen U-Bahnhof ›MUSEUMSINSEL‹ ein (09.07.). Zum ersten Mal rollten die Bahnen der U5 nicht mehr durch den U-Bahnhof ›MUSEUMSINSEL‹ hindurch, sondern hielten an der neuen Station. Kurz nach 11:00 Uhr gingen die Türen endlich auf. Und Jubel und Klatschen begrüßten mich, als ich auf den Bahnsteig trat.

Die ›Museumsinsel‹ ist der 175. U-Bahnhof der Stadt und der letzte fehlende Halt auf der neuen Teilstrecke zwischen dem Alexanderplatz und dem Hauptbahnhof. Durch die Lage unter dem Spreekanal ist die U-Bahnstation eine der tiefsten der Stadt. Die 180 Meter lange und bis zu 20 Meter tief gelegene Station befindet sich teilweise unter dem Spreekanal sowie unter der Bertelsmann-Repräsentanz. Zugänge gibt es zwischen Kupfergraben und Deutschem Historischen Museum, vor dem Kronprinzenpalais vom südlichen Gehweg der Straße ›Unter den Linden‹ sowie auf dem Schlossplatz östlich der Schlossbrücke.
Der Schweizer Architekt MAX DUDLER hat den Bahnhof entworfen und sich dabei vom Berliner Baumeister KARL FRIEDRICH SCHINKEL inspirieren lassen. Das ganze Gebiet rund um die Museumsinsel hat Schinkel mit seinen Bauten geprägt. Klassisch (SPREE ATHEN) – In jedem Winkel steht ein Schinkel! Wer künftig mit der U-Bahn zur Berliner Museumsinsel fährt, dem geht nicht nur ein Licht auf, sondern gleich 6.662. Schinkel hatte 1816 einen Sternenhimmel als Bühnenbild für Mozarts »Zauberflöte« entworfen. Für den Architekten ist es nicht die einzige Hommage an Schinkel. Außer dem ultramarinblauen Nachthimmel hat die Station einen weiteren Hingucker: den Säulengang in der Mitte des Bahnsteigs. Denn Schinkel arbeitete viel mit KOLONNADEN. Und so findet sich auch auf dem Bahnsteig des neuen U-Bahnhofs ein Säulengang, gesäumt von massiven Pfeilern.
