ROLAND

Der ROLAND ist ein Standbild eines Ritters mit Richtschwert. Die Rolandsfigur galt als Sinnbild der Eigenständigkeit einer Stadt mit Marktrecht und eigener Gerichtsbarkeit. Ein aufgestellter Roland war auch Ausdruck wirtschaftlicher Prosperität. Im Mittelalter fanden sich Rolande als Zeichen bürgerlicher Freiheit häufig in norddeutschen Städten (»Rolandstadt«). In STENDAL steht die steinerne Rolandfigur vor der Gerichtslaube des Rathauses am Marktplatz. Die 7,80 Meter hohe Standfigur ist mit Plattenpanzer, einem Schild mit dem brandenburgischen Adler und einem geschulterten Schwert ausgerüstet. Auf der Rückseite ist auf einer ornamentierten Stützsäule eine Narrenfigur mit (Markt-)Sackpfeife und Stadtwappen dargestellt. Der Stendaler Roland ist nur sechs Zentimeter kleiner als der Bremer Roland und mit Sockel 7,8 Meter hoch. Zudem trägt er das längste Schwert aller Rolande. Er gilt als die drittgrößte Rolandfigur in Deutschland.

Zweite Fahrt mit dem Deutschlandticket in die ALTMARK (Sachsen-Anhalt) zur Hansestadt STENDAL (13.06.).

RATHAUS: Im zweiten Obergeschoss liegt die große Ratsstube. An der Nordseite ist noch ein beachtlicher Teil der spätgotischen hölzernen WANDVERTÄFELUNG von 1462 erhalten. Über der Kielbogenpforte ist das Rats- und Stadtwappen dargestellt, seitlich sind Reliefs mit Darstellungen von Jonas und dem Wal, Samson mit dem Löwen, einem Propheten mit Schriftband und dem Erzbischof
von Köln angeordnet.
Die MARIENKIRCHE steht im Zentrum Stendals unmittelbar östlich des Rathauses. 1580 wurde eine ASTRONOMISCHE UHR angebracht. Sie befindet sich unterhalb der Orgelempore. Ihr Zifferblatt ist drei mal drei Meter groß und zeigt einen 24-Stunden-Tag an. Der große Zeiger macht in zwei Stunden eine Umdrehung. Der Stand der Sonne und des Mondes werden durch Modelle angezeigt. Als Gegengewicht zu den Modellen dient eine Sternenscheibe, in der eine Öffnung den Mondzyklus anzeigt. Der innere Zahlenkranz zeigt das Datum an. Die Uhr wiegt 100 Kilogramm, das Pendel ist 3,25 Meter lang. Die Uhr wurde 1977 betriebsfähig restauriert. 
Das Kaufhaus Ramelow ist ein 1929–1930 errichtetes Bekleidungs-Kaufhaus im Stil des ›Neuen Bauens‹ (Bauhaus).
Lichtgestalt Johann Joachim WINCKELMANN (1717–1768) gilt als der Begründer der Klassischen Archäologie und modernen Kunstwissenschaft. Stendal feiert ihn als den berühmtesten Sohn der Stadt. Am 8. Juni 1768 wurde Winckelmann in einem Hotel-
zimmer in Triest Opfer eines grausamen Mordes.
Der ›Dom‹ St. Nikolaus ist vor allem für seinen großen Bestand an spätmittelalterlicher Glasmalerei bekannt. Von der Ausstattung sind vor allem die 22 mittelalterlichen GLASMALFENSTER erhalten, die zwischen etwa 1425 und 1480 entstanden waren. Im 19. Jahrhundert stark restauriert, dürfte heute noch etwa die Hälfte des Glases original sein. Die große Anzahl von Glasmalereien aus dem Mittelalter ist in Mitteldeutschland einzigartig und wird nur noch von der Anzahl der Glasmalereien des Erfurter Domes übertroffen.

Obgleich niemals für einen Bischofssitz vorgesehen, erlangte St. Nikolai umgangssprachlich alsbald den Status eines Domes. In einer Urkunde von Papst Clemens III. vom 29. Mai 1188 wurde erklärt, dass das neue Stift in Stendal direkt dem Papst unterstellt war.

Hinweis: Da Stendal ein wichtiger BAHNKNOTEN ist, fielen dort im 2. Weltkrieg Bomben. Bei den Alliierten gab es eine ›Arbeitsteilung‹. Tagsüber bombardierte die Amerikanische Luftwaffe (USAF) die Infrastruktur. Diese Regelung wurde erst zu Beginn des Jahres 1945 ›aufgeweicht‹. Der Angriff der 8. Luftflotte der USAF am 8. April 1945 gilt als der schwerste. Dom und Stift erhielten mehrere Treffer. Im südlichen Querflügel wurden vier Gewölbe und der Giebel zerstört, der westliche Flügel des Stiftsgebäudes trug so schwere Beschädigungen davon, dass er gänzlich abgetragen werden musste. Glücklicherweise waren die wertvollen Glasfenster zuvor ausgebaut und ausgelagert worden.

Im Mittelalter war Stendal von einer durchgängigen Stadtmauer mit vier Stadttoren und drei Türmen umgeben. Einige wurden
im 18. Jahrhundert abgebrochen. Erhalten geblieben sind das UENGERLINGER (oben) und TANGERMÜNDER TOR.
Das Uengerlinger Tor entstand um 1450/ 60 und gilt nach dem Holstentor in Lübeck als das wohl schönste mittelalterliche Stadttor
im Gebiet der norddeutschen Backsteingotik. 

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