Fahrt mit dem klimatisierten Reisebus nach TORGAU (Sachsen/ 21.06.). An diesem Tag herrschten Temperaturen von fast 32 Grad Celsius.

Einstige RESIDENZ: In Torgau residierten die sächsischen ernestinischen Kurfürsten Johann Friedrich III. – der Weise – und Johann Friedrich I. – der Großmütige. Torgau war im 16. Jahrhundert das politische Zentrum der REFORMATION. Und lag im Spannungsfeld von Brandenburg, Kursachsen und dem Bistum Magdeburg. Wichtige Persönlichkeiten der Reformation wirkten in dieser Landschaft. Natürlich MARTIN LUTHER und KATHARINA VON BORA. Der Kirchenmusiker PAUL GERHARDT (Großhainichen, Berlin, Lutherstadt Wittenberg, Mittenwalde); der ›Ablasshändler‹ JOHANN TETZEL (Jüterbog); der Bildungsreformer PHILLIP MELANCHTHON (Lutherstadt Wittenberg, Herzberg/ »Herzberger Schulordnung« & Torgau/ »Torgauer Artikel«); die Werkstatt LUCAS CRANACH.

Perle der RENAISSANCE: Torgau gilt heute als eine der der schönsten Renaissancestädte Deutschlands. Torgau ist eine steinerne Renaissancestadt, die nach den Bränden des 15. Jahrhunderts und trotz häufiger kriegerischer Bedrohung weitestgehend unzerstört geblieben ist. Etwa 600 Einzeldenkmale sind hier zu finden. Sie künden von Torgaus Blütezeit im 16. Jahrhundert. Torgau stand aber wiederholt im Mittelpunkt sächsischer, europäischer und weltgeschichtlicher Politik. NAPOLEON BONAPARTE ließ die Stadt zur Festung ausbauen. Der Name Torgau ging um die Welt, als sich hier Ende April 1945 amerikanische und sowjetische Soldaten auf den Trümmern der zuvor von den Deutschen gesprengten Elbbrücke die Hände reichten. Berüchtigt war während der DDR-Diktatur der »Geschlossene Jugendwerkhof Torgau«. Dort wurden ›unangepasste‹ Heranwachsende zur ›sozialistischen Umerziehung‹ gequält und gebrochen.
Torgau feiert in diesem Jahr sein 1050. Bestehen. Erste urkundliche Erwähnung fand der Ort unter dem Namen Torgove in einem Dokument aus dem Jahr 973. Der Name ist altsorbischer Herkunft; »torg« bedeutet Markt (vgl. obersorbisch torhošćo). Torgove ist also ein Handelsplatz.

Besichtigt: das Bürgermeister-Ringenhain-Haus in der Breiten Straße sowie Schloss Hartenfels (Lapidarium im kühlen Keller). Im Schlossgraben leben drei Braunbären. Das heute prächtigste Renaissancehaus ist das des Bürgermeisters Paul Ringenhain, der es 1596 neu errichten ließ. Paul Ringenhain, der reichste Torgauer Bürger seiner Zeit, hatte für die Ausstattung seines Wohn- und Geschäftshauses die besten Handwerker seiner Zeit beschäftigt. Die herausragenden Wand- und Deckenmalereien waren nach Vorbildern des Schlosses entstanden. Dazu gehört insbesondere die Holzkassettendecke in der Saalstube des 1. Obergeschosses mit der Darstellung von 40 Engeln in Wolken und Sternen, die Musikinstrumente und Leidenswerkzeuge Christi tragen. Fahr‘ mal hin.











Jetzt habe ich ganz viel gelernt über diese schöne Stadt, die ich bislang nur vom Namen kannte. Super recherchiert! Vielen Dank!
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