Vor dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin haben Aktivisten des »Zentrums für politische Schönheit (ZPS)« eine lebensgroße bronzene Statue des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten WALTER LÜBKE aufgestellt (01/ 03.12.). Der CDU-Politiker Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf seiner Terrasse im nordhessischen Wolfhagen-Istha von dem Rechtsextremisten Stephan E. ermordet worden − aus dessen Ablehnung von Lübckes rechtsstaatlicher Haltung zur Flüchtlingspolitik. Lübcke stehe hier »als warnendes Symbol für die Verteidigung demokratischer Werte. Die CDU darf diejenigen, die sich dem Rechtsextremismus in den Weg gestellt haben, nicht vergessen«, hieß es in einem Video der Künstlergruppe ZPS.
Das Walter-Lübke-Memorial solle zum »Mahnmal für den Schulterschluss von Konservativen und Faschisten« werden. »Wir bringen das Andenken an Walter Lübcke dorthin, wo es am dringendsten gebraucht wird.« Walter Lübcke passe jetzt auf die CDU auf. Der Berliner Bezirk Mitte hat das Aufstellen der Statue für zwei Jahre genehmigt.



Ins Schwarze getroffen. Die betroffene CDU und die Springer-Medien schäumen vor Wut. Die Partei verwehre sich »gegen die unaufrichtige Instrumentalisierung von Walter Lübcke durch linke Aktivisten«. Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte die Aktion als »völlig geschmacklos«. Anders der Publizist und frühere CDU-Mann Michel Friedman. Der mutmaßliche ›linke Aktivist‹ bezeichnete den Protest gegen die Statue als unverständlich. Die CDU sollte stolz sein, äußerte Friedman bei der Einweihung der Lübcke-Statue: »Mein Vorbild steht jetzt vor der CDU-Zentrale, und ich freue mich auf die Einflüsse, die er jetzt auf die Betroffenen haben wird, wenn sie Entscheidungen treffen müssen«.