8M


Bedrohliche Zeiten für Frauenrechte. Weltweit haben konservativ-völkische und religiöse Gruppen Frauen ins Visier genommen.
Die Bandbreite reicht dabei von der vulgären Frauenfeindlichkeit eines Donald Trump bis hin zu täglichen Bedrohungen in »Social Media«.

Die »Make America Great Again«-Bewegung MAGA ist nicht nur ein Slogan, es ist eine Weltanschauung. In den USA haben außer Präsident Donald Trump noch viele andere Macht und Einfluss: Konservative Thinktanks (Heritage Foundation/ »Project 2025«), evangelikale Christen (der »Christliche Krieger« Kriegsminister Pete Hegseth und Doug Wilson, senior pastor der Christ Church in Idaho) sowie natürlich Milliardäre (Peter Thiel, Mitgründer von Palantir Software). Trumps Gotteskrieger kämpfen für den Gottesstaat: Evangelikale Christen bilden in den USA eine mächtige Lobby, die große Mehrheit von ihnen wählt republikanisch. Evangelikale Bewegungen wollen die USA zu einer christlich-fundamentalistischen Autokratie machen. Ihr Einfluss reicht bis ins Weiße Haus. Für die Gotteskrieger basieren alle gesellschaftlichen ›Fehlentwicklungen‹ auf dem Frauenwahlrecht. Das Wahlrecht soll nur noch vom männlichen ›Haushaltsvorstand‹ (husband and father) ausgeübt werden dürfen.


Auch Deutschland ist patriarchal geprägt: Frauen verantworten Haus und Heim, Männer sehen sich selbst als Ernährer. Bereits erkämpfte Errungenschaften befinden sich zunehmend im Rückwärtsgang. Frauen sollen in die »vier K« eingehegt werden: Kirche, Küche, Kinder, Konsum. Zu viele Frauen müssen auch im Jahr 2026 immer noch mit geschlechtsspezifischer Gewalt, Arbeit im Niedriglohnsektor, unbezahlter Care-Arbeit und mangelnder Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen leben. Daran, dass geschlechtsspezifische Gewalt hauptsächlich Frauen betrifft, hat sich nichts geändert. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt um fast 18 Prozent angestiegen. 328 Frauen wurden 2024 von ihren Partnern oder Ex- Partnern getötet – das macht fast einen Fall pro Tag. Nimmt man die versuchten Morde hinzu, waren 829 Frauen betroffen. Und die Dunkelziffer ist hoch. 

Eine Studie des »Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE)« aus dem Jahr 2021 schätzt die Kosten geschlechtsspezifischer Gewalt in der EU auf 366 Milliarden Euro pro Jahr. In Deutschland belaufen sich die gesellschaftlichen Folgekosten von partnerschaftlicher und sexualisierter Gewalt gegen Frauen demnach auf etwa 54 Milliarden Euro pro Jahr. Das sind umgerechnet 148 Millionen Euro pro Tag. In dieser Rechnung werden unter anderem Kosten im Gesundheitssystem, bei Polizei und Justiz eingerechnet. Zudem wird der Arbeitsausfall von geschlechtsspezifischer Gewalt Betroffener berücksichtigt (Quelle: Tagesspiegel).


SELBSTERMÄCHTIGUNG
»Enough!« − mit anderen Worten: »Genug!« oder auch »Es reicht!« Es ist ein Aufschrei, versehen mit einem Ausrufezeichen und als Protest gemeint. Ein Protest gegen bestehende Zustände. Da der Weltfrauentag in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, rufen mehrere feministische Organisationen weltweit schon einmal dazu auf, am 9. März die Erwerbs- und Sorgearbeit niederzulegen. Inmitten der Metropole, am Brandenburger Tor, ist die größte Aktion geplant. Von 12:00 bis 18:00 Uhr wollen sich dort Frauen versammeln, »sitzen, liegen, tanzen, schreien und picknicken«. An der Akademie der Künste (und an der amerikanischen Botschaft) am Rande des Pariser Platzes und am ›Platz des 18. März‹. 

Am heutigen Weltfrauentag sind feministische Führungen in Museen geplant, damit immer mehr Künstlerinnen dem Vergessen entrissen werden. Museen müssen für mehr Gerechtigkeit in ihren Sammlungen sorgen und Lücken schließen: Auch wird der Frauentag im Kinosaal begangen. Der FRAUENMÄRZ befördert SELBSTERMÄCHTIGUNG.

Seit zehn Jahren findet im Kreuzberger ›Gretchen‹ am Vorabend des feministischen Kampftages das Festival »Jenseits von Nelken
und Pralinen« statt.

Ein Gedanke zu “8M

Hinterlasse eine Antwort zu Anonymous Antwort abbrechen