Die neue S-Bahnlinie 15 wurde als Pendellinie eröffnet (15.06./ persönlich am 12.07.). Mit vier Kilometern ist die neue Linie
die kürzeste im Berliner S-Bahn-Netz. Für die neue Strecke benötigt man vom ›Hauptbahnhof‹ zum ›Gesundbrunnen (Nordkreuz)‹
nur sechs MIN.
Unter dem Hauptbahnhof ist für die neue Linie ein Interimsbahnhof entstanden. Neue Passagen und Treppenräume führen dort
die Fahrgäste zum Gleis 22. Als stünden die Fahrgäste inmitten einer Gischt. Auf den dunkelblauen Wandpaneelen tanzen hellblaue
und hellgraue Punkte wie eine Mischung aus Luft und Wasser, die entsteht, wenn eine Welle bricht und dabei das Wasser in die Luft schleudert; Lautsprecher-Rauschen soll den maritimen Eindruck ergänzen. Im jüngsten Berliner S-Bahnhof soll man sich wie am Meer fühlen. Das Gestaltungskonzept stellt eine optische Verbindung zum angrenzenden Humboldthafen her.



Der neue Streckenabschnitt bildet den ersten kleinen Baustein des Berliner Großprojektes »S21 – City-S-Bahn«. So heißt das Vorhaben, das kaum ein Berliner kennt – obwohl bereits seit elf Jahren gebaut wird. Mit der neuen Nord-Süd-Verbindung will die Deutsche Bahn das Berliner S-Bahn-Netz bis 2040 deutlich entlasten. Sie soll vom Nordring über den ›Hauptbahnhof‹, ›Potsdamer Platz‹ und ›Yorckstraße‹ bis zum ›Südkreuz‹ führen.
Eigentlich sollte die neue Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Nordring schon seit 2017 funktionieren. Seit Jahren wurde
der Start der neuen S-Bahn-Linie S15 aber immer wieder verschoben. Unvorhergesehene Bodenbedingungen, die Seuche, Material-
engpässe wegen des Ukraine-Kriegs und Fachkräftemangel haben der Bahn zufolge dafür gesorgt, dass sich das Projekt immer weiter verzögerte. Bauvorleistungen wie Vorsorgebauten waren plötzlich unbrauchbar.
Bei der »S21 − City-S-Bahn«, handelt es sich um eines der kompliziertesten Verkehrsprojekte Berlins. Die neue Hauptverkehrsader soll die 1939 komplettierte erste Nord-Süd-S-Bahn, die den Bahnhof Friedrichstraße unterquert, entlasten. Zudem wird die 7,2 Kilometer lange Neubautrasse dafür sorgen, dass der Hauptbahnhof, das Regierungsviertel und der Potsdamer Platz noch besser erreichbar sind. Auch soll sie viele direkte und Umsteigeverbindungen herstellen. Die beiden anderen Teilstücke des S21-Projektes sind nicht minder kompliziert. So wird der zweite Bauabschnitt, der den Hauptbahnhof und den Potsdamer Platz verbinden wird,
die Spree unterqueren und durch das politische Zentrum Deutschlands verlaufen. Für die Planer gibt es weitere enorme Heraus-
forderungen. Die exakte Streckenführung entlang des Reichstagsgebäudes steht weiterhin noch nicht fest. Die Bahn spricht von einer »herausfordernden Trassierung«.