Die AfD hat die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern knapp vor der SPD gewonnen. Die CDU erlebte dort ein Fiasko und stürzte auf 4,9 Prozent ab. Sie wird im kommenden Landtag nicht mehr vertreten sein. Es ist eine historische Pleite für die Partei:
Zum ersten Mal scheiterte die CDU bei einer Landtagswahl an der Fünfprozenthürde. Der Kanzler ist unbeliebt wie keiner vor ihm.
Er war im Wahlkampf nicht nur keine Hilfe, er hat sogar geschadet. In Berlin hat die Union ihre programmatische Leere immerhin selbstironisch zusammengefasst: »Muss man wohl wieder CDU wählen« stand auf einigen Großplakaten. Ja, es war ein Abend, an
dem viele politische Gewissheiten ins Wanken geraten sind. Das gilt auch für die Berliner Abgeordnetenhauswahl (20.09.).
Im Speckgürtel liegt die Macht. Fast drei Viertel der Bevölkerung (71 Prozent) leben außerhalb des ›S-Bahn-Rings‹, der das Zentrum vom Rest abgrenzt. Dennoch werden beinahe alle Debatten auf jene 1,14 Millionen Menschen projiziert, die in der Innenstadt auf weniger als zehn Prozent des Stadtgebiets wohnen.
Die Stadt wählt nicht mehr innen GRÜN und außen SCHWARZ, sondern innen LILA und außen SCHWARZ (im Nordwesten) und BLAU (im Nordosten). Die einst so stolze »Berlin-Partei« SPD stürzt auf 12 Prozent ab. Die Grünen verlieren nicht nur Friedrichshain-Kreuzberg. Dieser Bezirk war seit 2006 eine grüne Hochburg. Zwei Jahrzehnte lang stellten die GRÜNEN die Bezirksbürgermeister:
innen und prägten die politische Richtung. Bei dieser Wahl 2026 ist diese Vorherrschaft beendet. Die LINKE gewinnt die Bezirksverordnetenversammlungs-Wahl (BVV) mit 40,1 Prozent deutlich vor den GRÜNEN mit 25,2 Prozent. Auch die anderen Innenstadtbezirke leuchten jetzt knalllila, von Prenzlauer Berg bis Mitte. Ein einziger grüner Fleck prangt noch in Tempelhof-Schöneberg.
BERLIN: Die Wahlbeteiligung betrug 74,2 % (Briefwählende 30,1 %, Urnenwählende 44,1 %).
Das vorläufiges amtliche Wahlergebnis nach den ausgezählten Zweitstimmen:
LINKE 25,7 % (+13 %)
CDU 18,8 % (-9,4 %)
AfD 16,3 % (+7,2 %)
GRÜNE 14,3 % (-4,1 %)
SPD 12,1 % (-6,3 %)
BSW 4,7 % (+4,7 %)
Unter »Sonstige« abgehängt die FDP 2,5 % (-2,1).
Die LINKE hat die Berlin-Wahl klar gewonnen. Doch reicht das aus, um am Ende auch zu regieren? Zwischenzeitlich sah es so aus,
als wäre eine Regierung der Linken überhaupt die einzige Option. Doch am Ende bleibt auch die Möglichkeit für ein »Bündnis der Vernunft«, wie CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers es nach dem Wahlsonntag formulierte. Kann also Wahlsiegerin ELIF ERALP jetzt noch scheitern?
Ja, sie kann. Denn in allen Medien und auf allen Kanälen wird Die LINKE bundesweit in einer Kampagne mit Vorwürfen überhäuft:
Sie wolle die Vergesellschaftung/ Enteignungen widerrechtlich durchsetzen, die agiere als eine Plattform von Terrororganisationen,
sie stehe für Antisemitismus und fördere Gewalt gegen jüdische Mitbürger:innen, sie pflege Verbindungen zur organisierten Clan-Kriminalität, sie wolle die Polizei auflösen. Elif Eralp dementiert und distanziert sich unentwegt. Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnet diese ›Tatbestände‹ als »Schande für Deutschland«. Er kündigt ein schnelles Anti-Enteignungsgesetz an. Markus Söder droht dem Land Berlin bei einer Linksregierung unverhohlen mit Geld-Entzug: kein Steuergeld für Antisemiten und Linksextremisten! Und als ›Sahnehäubchen‹ die jüngste Anschuldigung, die Linke habe den sicheren Zuschlag Berlins für die Olympia-Ausrichtung 2036 gleich nach der Wahl torpediert. So wird am Ende die Koalition der Abgewählten, GRÜNE und SPD, unter der Führung der wahren Wahlsiegerin CDU (zusammen minus 19,8 Prozent) stehen. Und wenn sie nicht gestorben sind, […].
In fünf Jahren wählen wir nicht mehr selbst. Das übernimmt dann die KI für uns. Und wen wählt sie? Natürlich sich selbst. Amen.









