Gesehen vor den Berliner Yorckbrücken. 29 der ehemals 45 Eisenbahnbrücken sind noch übrig.

Gesehen vor den Berliner Yorckbrücken. 29 der ehemals 45 Eisenbahnbrücken sind noch übrig.

Es ist teuer, arm zu sein. Armut kostet Lebenszeit. Politik und Medien verteidigen verbissen die Privilegien der Reichen und Schönen. Und wir reden hier von ›richtig‹ Reichen, also ›STINKREICHEN‹. Nein, keine Neiddebatte. Zum Nachdenken! Und zum Mitschunkeln. Fakten, Fakten, Fakten.

ERDERWÄRMUNG BEGÜNSTIGT ARMUT
Der Mensch trägt durch den Ausstoß von Treibhausgasen zur globalen Erwärmung bei. Dabei steht Deutschland als eine der größten Volkswirtschaften weltweit an siebter Stelle. Unser Land hat nach Angaben des Bundesumweltministeriums seit Beginn der Industrialisierung fast fünf Prozent der Erderwärmung verursacht – und Das, obwohl der deutsche Anteil an der Weltbevölkerung heute nur etwa ein Prozent ausmacht. Vor allem bei den Pro-Kopf-CO₂-Emissionen schneidet Deutschland schlecht ab: Sie sind pro Jahr etwa doppelt so hoch wie der internationale Durchschnitt.
Der Sektor Verkehr ist der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen in Deutschland – und ein Bereich mit hohem Einsparpotenzial. Im Jahr 2016 überstiegen die Gesamtemissionen des Verkehrssektors die Werte von 1990. Rund 96 Prozent der Emissionen werden im Straßenverkehr verursacht. So stößt ein Auto mit einem durchschnittlichen Benzinverbrauch von fünf Litern auf 100 Kilometern rund 13 Kilogramm CO₂ aus (Quelle: NDR, 2019).
Klimaschutz und Armutsbekämpfung sind kein Widerspruch. Eben weil der derzeitige CO₂-Verbrauch so ungleich verteilt ist. Eine kleine Gruppe gönnt sich einen Freifahrtschein für die Zerstörung unseres Klimas. Das zeigt die Oxfam-Studie anlässlich der Weltklimakonferenz COP26 2021. Diese Studie belegt, dass es vor allem Reiche sind, die weltweit die Klimakrise vorantreiben – durch ihren exzessiven Konsum und Lebensstil. Die Leidtragenden sind die Armen. Für den ›Konsumrausch‹ einer reichen Minderheit zahlen die Ärmsten den Preis. Die reichsten zehn Prozent sind für mehr als die Hälfte (52 Prozent) des CO₂-Ausstoßes weltweit verantwortlich. Das reichste Prozent für 15 Prozent – Tendenz steigend. Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ist dagegen nur für sieben Prozent des CO₂-Ausstoßes verantwortlich. So emittiert nach neuesten Statistiken (2023) zufolge ein Durchschnittsbürger in Deutschland rund 11 Tonnen CO₂ pro Jahr. Ein Millionär kommt schon auf 100 Tonnen und sogenannte Superreiche stoßen 2.000 Tonnen und mehr CO₂ aus. Klimapolitik muss Reiche in die Verantwortung nehmen und arme Menschen bei der Bewältigung der Krise unterstützen. »Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden die krassen Ungleichheiten bei Einkommen und Emissionen innerhalb der Weltbevölkerung bestehen bleiben.«, so Emily Ghosh vom Stockholmer Umweltinstitut. Staaten müssen Luxus-Konsum wie Mega-Yachten, Privatflugzeuge und Investitionen in Öl- oder Gasgeschäfte stärker besteuern, rät Oxfam. Denn die Superreichen machen mit fossiler Energie nach wie vor sehr viel Geld.
GELD
Zaster, Moneten, Knete: Wer Geld hat, redet nicht darüber; wer es nicht hat, jagt einem meist unerreichbaren Heilsversprechen hinterher: »Geld kommt nur zu Geld, und wer keins hat, Der muss Lotto spielen«« (Floh de Cologne, 1970). Immer jedoch geht Geld mit Macht Hand in Hand und ist oft ein Mittel, um Beziehungen zu führen, ohne sich auf Augenhöhe auf diese einlassen zu müssen. Nicht umsonst heißt es oft: Wer das Gold hat, bestimmt die Regeln.
MARLENE ENGELHORN tut etwas, was so einigen Schweiß auf die Stirn treibt: Als Erbin eines beträchtlichen Vermögens redet sie über GELD – und besteht darauf, dass wir alle es tun. Die Boehringer-Erbin seziert mit spitzer Feder unser Verhältnis zu Geld – und entwirft eine Vision, die zeigt, dass gerechte Umverteilung nur demokratisch wirken kann (Kremayr & Scheriau, 176 Seiten, 20,00 €, ISBN: 978-3-218-01327-7).
Das trübe Herbstwetter lockt nicht zu Ausflügen. Zeit für eine Bilanz beim DEUTSCHLANDTICKET. Seit Mai kann es eingesetzt werden. Bis Oktober besuchte ich mit dem Ticket 25 Orte (alle Berichte sind hier chronologisch eingestellt). Baden-Württemberg: Bruchsal, HEIDELBERG (2x/ ÜN), Karlsruhe, Stuttgart; Brandenburg: Erkner (ÜN), Frankfurt/ Oder mit Słubice, Kremmen, Ziesar; Hessen: DARMSTADT (2x/ ÜN), Frankfurt/ Main (2x), Hessische Bergstraße (2x); Niedersachsen: Bodenwerder, Clausthal-Zellerfeld, Einbeck, GOSLAR (ÜN), Hahnenklee, Hameln, Wolfenbüttel; Sachsen-Anhalt: Halle/ Saale, Gardelegen, Lutherstadt Wittenberg, Merseburg, Salzwedel, Stendal, Tangermünde. War also bundesweit in verschiedenen Verkehrsverbünden unterwegs.

Resumee
›Schienenersatzverkehre‹; kurzfristige Zugausfälle wg. Personalmangels oder Technikversagens; ›Planverspätungen‹: längere Fahrtzeiten wg. Baustellen-Umfahrungen oder zusätzlichen Baustellen-Planhalten; verpasste Übergänge/ Anschlüsse; schlechte Informationen. Kein schöner Zug der Bahn. Im Schadenfall darf man nicht einen höherwertigen Zug nutzen. Das haben Diejenigen ausgeschlossen, die kostenlos die BahnCard 100 ›First‹ geschenkt bekommen; Diejenigen, die Dienstwagen mit Schofför nutzen; Diejenigen, die die Fahrbereitschaften der Parlamente nutzen. Soll denn ›der Pöbel‹ leiden? Bis 2070 sollen die Mängel im deutschen Bahnverkehr behoben sein. Aber seit mehr als 50 Jahren erzählt uns die Politik, sie wolle mehr Verkehr auf die Schiene bringen. Um dann das Gegenteil umzusetzen. »Ja, wenn der Senator erzählt«. Der neoliberale Wahn geht weiter.
Trotzdem: nach den Jahren DER SEUCHE eine willkommene und günstige Möglichkeit, Land und Leute kennenzulernen. So viele Ziele stehen noch auf meiner Wunschliste. Das DEUTSCHLANDTICKET ist jedoch zeitlich begrenzt. Da heißt es, sich zu sputen. Packen wir es an, Herr Wissing.

It’s a Man’s Man’s Man’s World
This is a man’s world, this is a man’s world
But it wouldn’t be nothing, nothing without a woman or a girl
You see, man made the cars to take us over the road
Man made the train to carry the heavy load
Man made electric light to take us out of the dark
Man made the boat for the water, like Noah made the ark
This is a man’s, man’s, man’s world
But it wouldn’t be nothing, nothing without a woman or a girl
Man thinks about our little bitty baby girls and our baby boys
Man made them happy, ‚cause man made them toy
And after man make everything, everything he can
You know that man makes money, to buy from other man
This is a man’s world
But it wouldn’t be nothing, nothing, not one little thing, without a woman or a girl
He’s lost in the wilderness
He’s lost in bitterness, he’s lost lost
Diese Welt gehört den Männern
Diese Welt gehört den Männern,
Aber sie wäre ein Nichts,
Ein Nichts ohne Frauen und Mädchen.
Wisst ihr, die Männer haben das Auto gemacht,
Das uns über die Straßen trägt.
Die Männer haben den [Eisenbahn-] Zug gemacht,
Damit schwere Güter transportiert werden können.
Männer haben das elektrische Licht erfunden,
Damit wir nicht im Finsteren sitzen müssen.
Männer haben die Schiffe gebaut,
Wie einst Noah seine Arche.
Dies ist eine Welt der Männer, der Männer, der Männer,
Aber sie wäre ein Nichts,
Ein Nichts ohne Frauen und Mädchen.
Männer, denkt an eure Töchter, an eure Söhne
Mann, mach‘ Sie glücklich
‚denn der Mann macht das Spielzeug
denn ein Mann macht alles, alles was er kann
Du weißt, dass der Mann das Geld macht
Um von anderen Männern zu kaufen
Dies ist die Welt eines Mannes
Doch es wäre Nichts, Nichts
Nicht eine kleine Sache,
Ohne eine Frau oder ein Mädchen
Er ist verloren in der Wildnis
Er ist verloren in der Bitterkeit
Er ist verloren, verloren und …
(JAMES BROWN, 1966)
Männer berufen sich bei ihren Verbrechen auf GOTT. Mit Marx und Engelszungen: »Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. […] Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks. Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks: Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.« (KARL MARX, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, 1844)
NOTABENE: »Mächtig gewaltig« (EGON, Olsenbande, 1970). Das in der DDR erfundene »Mächtig gewaltig « wurde im Osten zum geflügelten Wort – und Kult. In der dänischen Originalversion der Filmreihe (14 Folgen) lautete der Ausruf ,Skide-godt’ – ,Scheiß-gut’. In der Bundesrepublik liefen die stark geschnittenen und schlecht übersetzten Filme der Reihe unter dem Titel
»Die Panzerknackerbande«. Ohne Witz. Und natürlich erfolglos.
MÄCHTIG GEWALTTÄTIG! Immer gewalttätiger. Immer brutaler. Männergewalt. Weltweit.
Unter dem Motto «Eine Legende wird 100» feierte der FLUGHAFEN TEMPELHOF (THF) sein bedeutendes Jubiläum. Am 08.10.1923 eröffnete der »Flughafen Tempelhofer Feld«. 1936–39 erhielt der Flughafen sein heutiges Aussehen. In der Zeit von 1945–93 wurde Tempelhof von der US Air Force genutzt. Der Flughafen wurde am 30.10.2008 als Flughafen geschlossen und entwidmet; bereits 1995 war er unter Denkmalschutz gestellt worden.
Am vergangenen Wochenende wurde erstmal ordentlich gefeiert: Happy Birthday, Tempelhof! Zum 100-jährigen Bestehen öffnete der ehemalige ZENTRALFLUGHAFEN seine Türen und bot 100 Stunden nonstop Jubiläumsprogramm (06.–10.10.). »Ready for Take-Off«: Start für das Ganze war Freitag um 18:00 Uhr. »Check-in«: Die ABFERTIGUNGSHALLE des unter Denkmalschutz stehenden Flughafengebäude-Komplexes war durchgehend geöffnet. In der Halle und auf dem gesamten Gelände gab es ein vielfältiges Programm mit Führungen, Ausstellungen, Konzerten, Poetry Slam, Kinovorführungen, Fitnessangeboten, Tanzveranstaltungen und Party. Ein Großteil der Angebote war dabei für die Besucher:innen kostenfrei. Auch sonst unzugängliche Bereiche des Flughafens waren zugänglich. Highlight war – bei schönstem Sonntagswetter – der begehbare ehemalige THF-TOWER (Eingang über den U-Bahnhof »Paradestraße«). »Follow me«.





Kaum eine Epoche hat die Zukunft so gefeiert, wie die 1960er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Raumfahrt und Atomkraft lösten eine regelrechte Euphorie aus. Mit der Eroberung des Weltalls durch »Sputnik« und dem Wettlauf zum Mond schienen die Fesseln der Menschheit gesprengt. Durch die neue Technik der Atomkraft stand vermeintlich unbegrenzte und saubere, dazu billige, Energie für den Aufbruch in ein neues Zeitalter zur Verfügung. Der Aufbruchsgeist durchströmte zu jener Zeit nahezu alle Bereiche der Gesellschaft und drang bis tief in den Alltag vor.
Diesem Phänomen widmet sich die Design-Ausstellung »Into the Space Age!« im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Wie sah die Zukunft früher aus? Zu sehen sind in der Ausstellung unverwechselbare Ikonen des Atom- und Weltraumzeitalters aus den Bereichen des Mode-, Möbel- und Produktdesigns sowie der Architektur. Wer durch die Ausstellung »Into the Space Age!« läuft, spürt die Aufbruchstimmung immer noch. Sie zeigt sich in den quietschbunten Plastiksitzmöbeln ohne Beine und Lavalampen, den TV-Geräten in runder Optik und Tischen mit ihren organischen Formen. Wie stark der Zukunftsoptimismus jener Zeit sich niederschlug, führt die Ausstellung mit 120 Exponaten und einem Gang durch die Geschichte jener Jahre unterhaltsam vor Augen. Manche »Babyboomer« erkennen sicher noch das eine oder andere Exponat ihrer Kindheit wieder. »Die Jetsons« mit der Vorwegnahme des heutigen Smart-Home und »Raumpatrouille Orion« flimmerten über die heimischen Fernsehgeräte. Und im Kino wurden die Science-Fiction-Filme »2001: Odyssee im Weltraum« und »Barbarella« zu Blockbustern. Einige der ausgestellten Sitzmöbel erlangten sogar weltweite Berühmtheit durch Film und Fernsehen. Etwa der »Tulip-Chair« des Finnen Saarinen aus dem Jahr 1956, mit dem das legendäre Starlight Casino aus der Serie »Raumpatrouille Orion« ausgestattet wurde. Der Sessel »Djinn« des französischen Designers Olivier Mourgue von 1965 schaffte es in den Stanley-Kubrick-Klassiker »2001: Odyssee im Weltraum«.
Anhand von Möbeln wie dem Sitzsack »Sacco« zeigen die Kuratoren, wie der neu aufkommende Geist der Achtundsechziger erneut das Design beeinflusste. Die Matratzenlager der »Kommune 1« stehen für den Aufbruch einer Generation: Man wollte auf »gleicher Ebene« sitzen. Und zwar in bequemer Haltung – also »lümmeln«. In den frühen Siebzigern fand die Epoche ihr Ende mit der Ölkrise, der Antiatomkraftbewegung und Alternativkulturen. Vor der Verschwendung von Ressourcen warnte bereits damals der Bericht des »Club of Rome«. Der Zweifel an der Welt des Fortschritts verstärkte sich. Aber auch die Ignoranz. Und inzwischen hat uns die Klimakrise erreicht.
Sehr empfehlenswert, bis zum 7. Januar 2024.




Bruchsal liegt an der Badischen Spargelstraße und beherbergt den größten Spargelmarkt Europas. Ferner befindet sich in Bruchsal die Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg. Sie ist für die Aus- und Fortbildung der Feuerwehrangehörigen sowie der Helfer des Katastrophenschutzes zuständig.
Der Zweite Weltkrieg traf Bruchsal besonders hart. Die Innenstadt wurde bei dem amerikanischen Luftangriff am 1. März 1945
zu 90 Prozent zerstört, darunter ein großer Teil des Schlosses. Sein Wiederaufbau gilt bis heute als außerordentliche Leistung. Einen krönenden Abschluss bildete 2017 die Rekonstruktion der Beletage, wie sie seit dem 18. Jahrhundert bis zur Zerstörung 1945 bestand.
Den verheerenden Luftangriff hatte die bedeutendste Kirche der Stadt überstanden: die von 1742 bis 1744 nach Plänen
von Balthasar Neumann errichtete Pfarrkirche St. Peter mit Grablege der letzten Fürstbischöfe von Speyer. Sie ist ein barocker Zentralbau mit Doppelturmfassade und beherrscht einen Hügel am südlichen Stadtrand.













Ein toller Herbst. Die Jahreszeit von Quetsche- und Zwiwwelkuche sowie Federweißer. Und die Jahreszeit der Weinfeste, wie
den HEIDELBERGER HERBST (30.09.). In der Heidelberger Altstadt sollen 250.000 Menschen gefeiert haben.









Ab in den ›Wilden Süden‹. Zum 2. Mal in diesem Jahr. Mit der BahnCard (BC50, ›Supersparpreis‹ 60 Euro) ging es von Berlin-SÜDKREUZ im ICE 575 über Halle/ Saale, Erfurt, nach FRANKFURT/ Main Hauptbahnhof (28.09.); Rückfahrt mit dem ICE 798 von Frankfurt/ Main Hauptbahnhof über Kassel (auf der Marburg-Strecke), Göttingen, Hildesheim, Braunschweig, Wolfsburg nach BERLIN-Hauptbahnhof (04.10.). Alle anderen Fahrten in HESSEN und BADEN-WÜRTTEMBERG (Rhein-Main-Neckar) mit dem DEUTSCHLANDTICKET. DARMSTADT (Basiscamp 1, 28.09.–01.10.), FRANKFURT (29.09.& 04.10.), HESSISCHE BERGSTRASSE (30.09.), HEIDELBERG (Basiscamp 2, 01.10.–04.10), BRUCHSAL (02.10.). Eitel Sonnenschein.
DARMSTADT







FRANKFURT










Zwei Bahnaktionstage in LUTHERSTADT WITTENBERG (Sachsen-Anhalt). Die Ausstellung historischer und moderner Fahrzeuge, Führerstandsmitfahrten sowie der Modellbahn- und Souvenirverkauf lockten zahlreiche ›Pufferküsser‹ ins Bahnbetriebswerk (BW). Ich war sonntags da (17.09.). Allein unter Pufferküssern. Zwischen dem Hauptbahnhof Lutherstadt Wittenberg und dem BW pendelte stündlich ein historischer Triebwagen (›Ferkeltaxi‹) der Deutschen Reichsbahn (DR).



Ausgestellt waren auch zahlreiche historische und moderne Elektrolokomotiven. Sie stammen aus dem Ausbesserungswerk (AW) der sachsen-anhaltinschen Stadt Dessau-Roßlau. Innerhalb des DB-Konzerns ist dieses Werk für die sogenannte schwere Instandhaltung von Elektrolokomotiven und deren Komponenten zuständig.



FÜRSTIN LUISE
Ebenfalls aus Dessau stammt der Doppelstock-Steuerwagen »Fürstin Luise«. Die Dessau-Wörlitzer-Eisenbahn verkehrt in den Sommermonaten mit ihren Doppelstockwagen »Fürstin Luise« und »Fürst Franz« im Zwei-Stunden-Takt zwischen dem Dessauer Hauptbahnhof und dem Bahnhof in Wörlitz.

DIESEL-DOMINA
Die Dieselloks BR 130, »Ludmilla« oder fälschlicherweise auch »Taigatrommel« genannt, sind Maschinen, die von 1970–1982 hergestellt wurden. Da die 1966 ausgelieferten Vorgänger-Lokomotiven ab Werk noch keinen Schalldämpfer besaßen und dadurch einen hohen Lärmpegel erzeugten, wurden sie auch umgangssprachlich als »Taigatrommel«, »Wumme« oder »Stalins letzte Rache« bezeichnet. Die mit den alten Lüftern ausgestattete Lokomotiven verursachten einen markanten Sound. Den kann man sich auf Youtube-Videos anhören. Die Lokomotiven wurden von der sowjetischen »Lokomotivfabrik Woroschilowgrad« (heute im heftig umkämpften Kriegsgebiet Lugansk) produziert. Die Fabrik war einst von den deutschen Kaufleuten Gustav und Richard Hartmann gegründet worden.
Die Deutsche Reichsbahn nutzte die ›Kraftpakete‹ für den Personen- und Güterverkehr. Insgesamt wurden 873 Loks in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) als Baureihe 130, 131, 132, sowie 142 (»Super-Ludmillas«) eingesetzt. Nach der Wende auch im gesamten Bundesgebiet. Die Dieselloks im Eil- und D-Zug-Verkehr erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 140 km/ h.


