Traditionell begehen die Nachkommen der Sowjetbürger am 9. Mai den Sieg über das nationalsozialistische Deutschland groß in Berlin. Der 80. Jahrestag des Kriegsendes in Europa war diesmal deutlicher als in den vergangenen Jahren vom Russland-Ukraine-Krieg überschattet. Ein gemeinsames Gedenken ist wohl nicht mehr möglich. Im 4. Kriegsjahr gegen die ukrainische Zivilbevölkrtung.
Am 9. Mai 1945 feierten die Rotarmisten der multiethnischen Sowjetunion unter dem Zeichen von Hammer und Sichel gemeinsam den Sieg und Frieden. 1922 war die Rote Fahne der Kommunistischen Partei Russlands zur Nationalflagge erklärt worden. Mit der Auflösung der Sowjetunion am 31. Dezember 1991 verlor die Flagge der Sowjetunion ihre Funktion als Nationalflagge. Inzwischen dominieren aber als Ausdruck von Nationalismus Nationalflaggen. Besonders deutlich wurde das in diesem Jahr am »Sowjetischen Ehrenmal Tiergarten«. Dort standen sich − getrennt durch Bereitschaftspolizisten − Ukrainer und Russen gegenüber. Die Luft war zum Zerreißen gespannt. Die Stimmung heizte sich zunehmend auf.
In den vergangenen Jahren hatten vor allem staatliche Stellen aus Russland zunehmend auf die Organisation der Feierlichkeiten Einfluss genommen. Der Kult um das orange-schwarz gestreifte GEORGSBAND ist noch jung. Die Schleifen gelten als ›Zeichen des Sieges über den Faschismus‹. Seinen Anfang nahm der Kult 2005. Seitdem kämpfen ›russische Patrioten‹ gegen alte und »neue Faschisten«, indem sie das Georgsband auf der linken Brust, nahe beim Herzen, tragen.
Seit 2012 gibt es die Tradition des UNSTERBLICHEN REGIMENTS (russisch Бессмертный полк, Bessmertny polk). Am ›Tag des Sieges‹, dem 9. Mai, versammeln sich die Teilnehmer zu einem Gedenkmarsch und tragen die Bilder ihrer Familienmitglieder, die im »Großen Vaterländischen Krieg« gekämpft haben.
Russen und Belarussen unterlagen in diesem Jahr besonderen Einschränkungen. Flaggen, Ehrenzeichen und historische Rotarmisten-Uniformen waren verboten. »Spiel nicht mit den Schmuddelkindern/ Sing nicht ihre Lieder« sang 1965 Franz Josef Degenhardt – wenn auch in einem anderen Kontext.
Befremdlich: am 9. Mai, dem Europatag, hatten Berliner Behörden der Falun-Gong-Sekte große Teile des Pariser Platzes überlassen. Starke Polizei-Präsenz und weiträumige Absperrungen des Ehrenmals am Tiergarten. Polizeiliche Verbote. Ukrainische Aktivisten zeigten auch Nato-Flaggen. Am Eingang zum Ehrenmal wurden Nelken verteilt. Zum ersten Mal hatte ich am 9. Mai russisch-orthodoxe Geistliche gesichtet. Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. rechtfertigt und verteidigt den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das Töten und Verstümmeln im göttlichen Auftrag und als Gottesdienst? Gar der »Heilige Krieg«? Mehr als tausend Teilnehmer am Aufmarsch des UNSTERBLICHEN REGIMENTS.
Zum 80. Mal wird an das Kriegsende in Europa gedacht. Im Frühjahr 1945 stand die Rote Armee an Oder und Neiße. Eine Millionen Rotarmisten bereiteten sich auf den Sturm der »HAUPTSTADT DER BESTIE« − auf die Reichshauptstadt Berlin − vor.
SCHLACHT UM DIE SEELOWER HÖHEN
Am 16. April 1945 trat die kampfstärkste 1. WEISSRUSSISCHE FRONT unter dem Oberbefehlshaber Marschall GEORGI SCHUKOW (1896−1974) zur Schlussoffensive an. Darunter die 8. Gardearmee unter Generaloberst WASSILI TSCHUIKOW (1900−1982) und die 1. Polnische Armee unter Generalmajor WOJCIECH BEWZIUK (1902−1987). Diese führte den Hauptschlag.
Die etwa 190.000 Verteidiger bestanden mehrheitlich aus alten Männern, Heranwachsenden (›Babysoldaten‹) und schlecht ausgebildeten Soldaten. Es fehlte an schwerem Gerät. Die kampferfahrenen Einheiten waren zusammengewürfelt und nur noch ein Schatten ihrer selbst.
In den frühen Morgenstunden des 16. April 1945, 3:00 Uhr MESZ, 5:00 Uhr Moskauer Zeit, wurde der Angriff durch das wohl stärkste Trommelfeuer der Geschichte eingeleitet.
»Ein Dröhnen und Grollen braust über uns hinweg. 40.000 Geschütze haben eine Salve abgegeben und feuern weiter Schuss auf Schuss.« (Generaloberst WASSILI TSCHUIKOW am 16. April 1945).
»Ein ohrenbetäubender Lärm erfüllt die Luft. Das ist gegenüber allem bisher Dagewesenen kein Trommelfeuer mehr, das ist ein Orkan, der über uns, vor und hinter uns alles zerreißt. Der Himmel ist glutrot, als wollte er jeden Augenblick zerspringen. Der Boden wankt, bebt und schaukelt wie ein Schiff bei Windstärke 10.« (Stawka, Nr. 11059).
Am Abend des 19. April war die Front der deutschen 9. ARMEE unter General THEODOR BUSSE (1897−1986) durchbrochen. Die ›Ostfront‹ war Geschichte.
Die Verluste des sowjetischen Durchbruchs an der Oder waren sehr hoch. Zwischen dem 16. und 19. April hatten die sowjetischen Truppen 2.807 Panzer verloren. Etwa 12.000 deutsche und 33.000 sowjetische Soldaten fielen in den vier Tagen der Schlacht. Das ehemalige Kampfgebiet ist heute noch gezeichnet und Munitionsbelastet. An die Schlacht erinnert die »Gedenkstätte Seelower Höhen« mit einer Monumentalplastik von Lew Kerbel.
An dieser Stelle überschritt die 1. Polnische Armee die Oder. In Berlin kämpften 180.000 Polen.
SCHLACHT UM BERLIN
Mit dem sowjetischen Durchbruch begann der Schlussakt des nationalsozialistischen Deutschen Reiches. Berlin fiel nur zwei Wochen nach Beginn der Oderschlacht. Bereits am 22. April hatten Schukows Truppen die Berliner Stadtgrenze überschritten.
Die 1. UKRAINISCHE FRONT unter dem Oberbefehlshaber Marschall IVAN KONEW (1897−1973), darunter die 2. Polnische Armee, rückten nach schweren Kämpfen in der Lausitz von Südwesten gegen Berlin vor. Sie erreichten Berlin ebenfalls am 22. April 1945. Berlin war komplett eingeschlossen, Am 24. April überschritt die 3. Garde-Panzerarmee unter General PAWEL RYBALKO nach heftigem Artilleriebeschuss bei Teltow den Teltowkanal.
Die Schlacht um Berlin erreichte ihren Höhepunkt. Während dieser Apriltage nutzten fanatische Nationalsozialisten ›Fliegende Standgerichte‹ − besetzt mit furchtbaren SS-Juristen − und Exekutionskommandos, um das Weiterkämpfen zu erzwingen. Die Schlacht um Berlin steht sinnbildlich für die Brutalität des gesamten Krieges. Zigtausende von Menschen starben nur noch Tage vor der bedingungslosen Kapitulation sinnlos. Am 2. Mai 1945 kapitulierte Berlin bedingungslos. Die erbitterten Kämpfe kosteten zuletzt etwa 170.000 Soldaten das Leben. Und da es sich um eine Stadt handelte, lag auch die Zahl der zivilen Opfer sehr hoch. Die Kämpfe forderten Schätzungen zufolge mehr als 500.000 verwundete Soldaten sowie den Tod mehrerer zehntausend Zivilisten.
Die Regierung des Tätervolks maßt sich inzwischen an zu entscheiden, wer hierzulande in welchen Formen seiner Opfer gedenkt. Das 1972 errichtete »Denkmal des polnischen Soldaten und deutschen Antifaschisten« im Volkspark Friedrichshain, Eingang Virchowstraße. Polnische Soldaten, die während der »Berliner Operation« starben, wurden auf dem 1945 gegründeten Kriegsfriedhof in Stare Łysogórki beigesetzt. Dort sind fast zweitausend Soldaten auf dem Siekierkowski-Soldatenfriedhof der 1. Polnischen Armee begraben (Foto).
Auf dem Soldatenfriedhof der 2. Polnischen Armee in Zgorzelec (Görlitz) ruhen 3.420 Soldaten, die bei der »Lausitzer Operation« umgekommen waren. Am 28. April 1945 legten die Deutschen im Bereich von Kuckau einen Hinterhalt, bei dem mehr als 800 Soldaten der ›9. Polnischen Infanteriedivision‹ und der ›9. Polnischen Panzerabwehrbrigade‹ ums Leben kamen. Der Ort wurde später als »Tal des Todes« bekannt. Die ›Panzergrenadier-Division Brandenburg‹ war berüchtigt, keine Gefangenen zu machen. In der Lausitz verübte diese Einheit schlimmste Kriegsverbrechen, als sie Soldaten der 2. Polnischen Armee in mehreren Massakern umbrachte. Dabei wurden Gefangene und Verwundete vor ihrer Hinrichtung gefoltert. Man fand bei der Exhumierung nach der Kapitulation polnische Soldaten mit ausgestochenen Augen.
KESSELSCHLACHT VON HALBE
Die Reste der 9. Armee wurden zwischen dem 24. und 28. April 1945 im Gebiet der Ortschaft Halbe, 60 km südlich von Berlin, eingeschlossen und endgültig aufgerieben. Während der Kesselschlacht von HALBE starben 30.000 deutsche Soldaten, dazu geschätzte 10.000 deutsche Zivilisten sowie viele sowjetische Zwangsarbeiter. 120.000 deutsche Soldaten wurden gefangen genommen. Die Verluste der Roten Armee betrugen 20.000 Tote. Noch immer werden jedes Jahr sterbliche Überreste von Soldaten gefunden und bestattet. Allein auf dem WALDFRIEDHOF HALBE liegen mehr als 28.000 Gefallene.
Suchanzeige in Halbe. Das dankbare Volk.
Inzwischen ist völkisches Gedankengut wieder salonfähig. NIE WIEDER KRIEG? Von wegen! Die Politik will die Deutschen wieder KRIEGSTÜCHTIG machen. Präsidenten weltweit werfen wieder die ›Gebärmaschinen‹ an, um über Futter für ihre ›Tötungs- maschinen‹ zu verfügen. BTW: In der Regel die Beschützer des ungeborenen Lebens. ›Patrioten‹ haben Deutschland schon zweimal an den Rand des Untergangs gebracht. Und es juckt ihnen wieder in den Fingern. Aller guten Dinge sind Drei.
Wer nicht aus der Geschichte lernt, ist verdammt, sie zu wiederholen!
Notabene: Bei den Fotos handelt es sich um Archivbilder, die seit 2018 entstanden waren.
Die Kommentarfunktion funktioniert wohl nicht! Der folgende KOMMENTAR von B. B. erreichte mich über CONTACT: Ein Kommentar zu „Hauptstadt der Bestie“: Am 02.Mai 2025 war ich zur Feier des vor 80 Jahren endlich beendeten Krieges am Schulenburgring 2 in Berlin-Tempelhof, wo die bedingungslose Kapitulation Berlins unterschrieben worden ist. Dort waren 4 Kränze niedergelegt worden. Vertreter der Hausgemeinschaft haben gesprochen und bedauerten ausdrücklich, dass sie keine russischen Vertreter einladen konnten; auch Michael Müller, ehemaliger Bürgermeister Berlins sprach einige sinnvolle Sätze. Der aktuelle Regierende Bürgermeister, Kai Wegner, erschien aus dem Nichts pünktlich um 10 Uhr, zupfte ein wenig an den Kranzbinden herum: fürs Foto nur, denn gesprochen hat er nicht ein einziges Wort. Und verschwand so wie er gekommen war. Auf der Straße gab es Musik, die Stimmung war fröhlich, friedlich. Doch waren wir zu wenig, viel viel zu wenig… Am Abend war ich in diesem Haus zu einer Lesung mit dem Friedenskünstler Bengt Kiene eingeladen und habe es genossen unter Menschen zu sein, die sich alle – manche schon seit über 40 Jahren – für Frieden einsetzen.
Fahrt in die Heimat. Ziele: Südhessen, die Kurpfalz und der Kraichgau (16.−23.04.). Frankfurt/ Main (19. und 23.04.), Darmstadt (Basiscamp 1, 16.−20.04.), Bergstraße (Zwingenberg, Auerbach und Bensheim/ 18.04.), Heidelberg (Basiscamp 2, 20.−23.04.) sowie Sinsheim (22.04.). Hin- und Rückfahrt via Frankfurt/ Main mit dem ICE. Weiterfahrt und Ausflüge mit dem Deutschlandticket. Aprilwetter.
Es folgen die fünf Posts 1 LIEBLICH, 2 LIEBLINGSSTADT, 3 LIEBESSTEIN, 4 FREIHEITSLIEBE, 5 LIEBESTECHNIK.
Am Gründonnerstag startet traditionell die Grüne-Soße-Saison. Die Grüne Soße als Grüne Fee? Gesehen in der Klaamarkthall‘ bei »Edel’s Hausmannskost«. In diesem Jahr werden die Spargel (noch) nicht nach Gewicht verkauft, sondern in Bünden. Zu krumm für die Töpfe vom Ein-Euro-Laden? Neu im Angebot die so genannten Spargelchen. Die berühmte Bergsträßer Baumblüte war bereits zu Ende. Ein typisches Karfreitagsessen: Rotbarschfilet in Bierteig, an neuen Kartoffeln und Grüner Soße. Hier von ›Fisch Franke‹ in Frankfurt. Das ›Kurpfälzer Wappentier‹ SAUMAGEN an Sauerkraut und Rösti, gegessen im Heidelberger »Hackteufel«. Der Has‘ hatte gelegt. Genauer die Häsinnen Andi, Michi und Regina. Das Ei stammt von REWE.
Frankfort is ka Lumpennest! Die Wolkenkratzer prägen die Silhouette der Stadt am Main und machen sie unverwechselbar. Die Stadt hat aber viele Gesichter. Die erkennt, wer sich auf die pulsierende Mainmetropole im Herzen Europas einlässt. Frankfurt feiert in diesem Jahr seine avantgardistische Architektur: »100 Jahre Neues Frankfurt«. Ein weiterer Grund, dorthin zu reisen.
DER BLICK Schaust Du mich aus Deinen Augen lächelnd wie aus Himmeln an, fühl′ ich wohl, daß keine Lippe solche Sprache führen kann.
Könnte sie′ s auch wörtlich sagen was dem Herzen tief entquillt, still den Augen aufgetragen wird es süßer nur erfüllt.
Und ich seh′ des Himmels Quelle, die mir lang verschlossen war, wie sie bricht in reinster Helle aus dem reinsten Augenpaar.
Und ich öffne still im Herzen alles, alles diesem Blick. Und den Abgrund meiner Schmerzen füllt er strömend aus mit Glück.
JOSEPH VON EICHENDORFF, 1841
Ostergrüße von Eiermann. »Horten«, Julia Abele, Acryl auf Papier, 2012. Hirnschmalz statt Hirntod.
ICH HAB‘ MEIN HERZ IN HEIDELBERG VERLOREN Es war an einem Abend Als ich kaum 20 Jahr′ Da küsst‘ ich rote Lippen Und goldenes, blondes Haar Die Nacht war blau und selig Der Neckar silberklar Da wusste ich, da wusste ich Woran, woran ich war
Ich hab′ mein Herz in Heidelberg verloren In einer lauen Sommernacht Ich war verliebt bis über beide Ohren Und wie ein Röslein hat ihr Mund gelacht Und als wir Abschied nahmen vor den Toren Beim letzten Kuss, da hab ich’s klar erkannt Dass ich mein Herz in Heidelberg verloren Mein Herz, es schlägt am Neckarstrand
Und wieder blüht wie damals Am Neckarstrand der Wein Die Jahre sind vergangen Und ich bin ganz allein Und fragt ihr den Gesellen Warum er keine nahm Dann sag ich euch, dann sag ich euch Ihr Freunde, wie es kam
Ich hab‘ mein Herz in Heidelberg verloren In einer lauen Sommernacht Ich war verliebt bis über beide Ohren Und wie ein Röslein hat ihr Mund gelacht Und als wir Abschied nahmen vor den Toren Beim letzten Kuss, da hab ich′s klar erkannt Dass ich mein Herz in Heidelberg verloren Mein Herz, es schlägt am Neckarstrand
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Musik FRED RAYMOND (Friedrich Raimund Vesely, 1925), Text FRITZ LÖHNER-BEDA und ERNST NEUBACH. Fritz Löhner (geb. Bedrich Löwy, *1883) wurde 1942 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Kein Land des Lächelns. Löhner-Beda war der Librettist Franz Lehárs. Viele seiner Werke sind noch heute ungleich bekannter als Löhner-Beda selbst.
Sinsheim (kurpfälzisch = Sinse) liegt in Nordbaden und im Kraichgau (Rhein-Neckar-Kreis). Es gehört zur »Metropolregion Rhein-Neckar«. Das 770 erstmals erwähnte Sinsheim war einst Reichsstadt und gehörte anschließend jahrhundertelang zur Kurpfalz. Sinsheim verbindet Technik und Sport mit Geschichte.
Der DB-Haltepunkt ›Sinsheim-Museum/ Stadion‹ für die RB 10b und S 5 liegt etwas mehr als einen Kilometer Fußweg vom Technik-Museum entfernt. Ist das Stadtzentrum das Ziel, steigt man am Hauptbahnhof aus.
Denkmal für die Freiheit. Die FREIHEITSSÄULE am alten Rathaus soll an fünf Badener erinnern. Ein Band mit den Worten: »Für Freiheit, Recht und Einigkeit 1848/ 1998« windet sich um die Säule. Darunter sind die Portraits der fünf bedeutendsten Sinsheimer Kämpfer für Demokratie dargestellt: Friedrich Hecker, Gustav Mayer, Franz Sigel, Karl Bauer und Eduard Speiser. Ihr Traum von der Freiheit ging damals nicht in Erfüllung und die unvollendete Spitze der Säule steht symbolisch dafür, dass auch heute in der Demo- kratie um Freiheit, Recht und Einigkeit täglich gerungen werden muss. Das Denkmal wurde von Bildhauer Hans-Michael Franke anlässlich des 150-jährigen Gedenkens an die Demokratiebewegung der Badischen Revolution von 1848/ 49 gestaltet.
Friedrich Karl Franz Hecker (1811−1881) spielte in der Anfangsphase der badischen und der deutschen Revolution von 1848/ 49 eine zentrale Rolle. Das war der ›Hecker-Look‹: blaue »Blouse«, Fuhrmannskittel, leinenes und baumwollenes Überhemd, Stulpenstiefel, der breitkrempige Calabreserhut (der »Heckerhut«). Diese zeitgenössischen Darstellungen »als Räuberhauptmann« sollten Hecker idealisieren oder diffamieren. Zu Heckers studentischem Umfeld in Heidelberg gehörte Heinrich Hoffmann, dessen STRUWWEL- PETER ab 1861 mit dem offenen Hemdkragen, dem sogenannten Heckerkragen ausgestattet wurde. Das HECKERLIED ist ein Revolutionslied der Badischen Revolution.
Wenn die Leute fragen, Lebt der Hecker noch? Könnt ihr ihnen sagen: Ja, er lebet noch.
Refrain: Er hängt an keinem Baume, Er hängt an keinem Strick. Er hängt nur an dem Traume Der deutschen Republik. […, die ersten drei Strophen wurden oft gesungen]
Der Sportmäzen Dietmar Hopp führte 1989 seinen Heimatverein aus den Niederungen des Fußballs und greift der TSG finanziell kräftig unter die Arme. Das erregt den Missmut der Anhänger der Traditionsvereine. 2008 war die TSG Hoffenheim in die Bundesliga aufgestiegen. Berühmte Trainer waren Hansi Flick (aus Bammental), Ralf Rangnick und Julian Nagelsmann.
Nach 22-monatiger Bauphase – der erste Spatenstich erfolgte am 25. Mai 2007 – eröffnete die neue Heimat der TSG-Profis. Die »Rhein-Neckar-Arena« − die heutige »PreZero Arena« − bietet 31.150 Menschen Platz.
Das »Technik Museum Sinsheim« − so die Eigenbezeichnung − wurde 1981 im baden-württembergischen Sinsheim eröffnet. Schon von weitem locken die auf dem Museumsdach aufmontierten Überschall-Jets Concorde und Tupolev Tu-144 Technikinteressierte ins Auto- & Technik-Museum Sinsheim. Das bietet auf 30.000 qm Hallenfläche mehr als 3.000 Ausstellungsstücke, darunter Meilensteine der Technikgeschichte: historische Landmaschinen; Musikautomaten; Motorräder; Oldtimer, nicht nur die beliebten amerikanischen Straßenkreuzer der 1950er- und 1960er-Jahre; Sportwagen; Formel-1-Fahrzeuge; Rekord-Fahrzeuge; Lokomotiven und Flugzeuge.
Die Bezeichnung Museum trifft jedoch kaum zu. Zusammengehörende Exponate sind sehr dicht und an verschiedenen auseinanderliegenden Stellplätzen aufgestellt. Wie beispielsweise die Lokomotiven, die zudem nur von einer Seite zu sehen sind. Die Einrichtung erinnert deshalb mehr an eine Sammlung oder ein Depot. Es fehlt eine historische Einordnung. Selten sind Erklärungen zu historischen Hintergründen, den zugrunde liegenden technischen Entwicklungen und Zusammenhängen zu finden. So in der militär- historischen Abteilung, die die Motorisierung der Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg in den Mittelpunkt stellt. Weniger wäre also mehr.
Der Volkswagen ›Typ 166 Schwimmwagen‹ wurde auf der Grundlage des ›KdF-Wagens‹ und des heckgetriebenen offenen VW ›Typ82 Kübelwagen‹ für die Wehrmacht und Waffen-SS entwickelt. Von Herbst 1942 bis Sommer 1944 wurden im neuen Volkswagenwerk bei Fallersleben mehr als 14.000 Stück hergestellt. Mit dem Niedergang der deutschen Autoindustrie besinnt man sich wieder auf die Anfänge vor mehr als achtzig Jahren. Das Rekordfahrzeug »The Blue Flame« war zeitweise das schnellste raketengetriebene Landfahrzeug. Am 23. Oktober 1970 stellte der Amerikaner Gary Gabelich mit dieser Kreuzung aus Auto und Rakete auf dem Bonneville-Salzsee mit einer Durchschnitts- geschwindigkeit von 1.014,656 km/h einen neuen Weltrekord auf. Länge 11,64 Meter, Leistung: zirka. 42.659 kW. Die mechanischen Musikinstrumente sind ein interessanter Teil der Technikgeschichte. Außer einer Reihe kleinerer Musikautomaten befinden sich zahlreiche bedeutende Großorgeln, wie z.B. die von der Firma Mortier gebaute größte Tanzorgel der Welt, in der Dauerausstellung. Die Tanzorgel belegt eine Grundfläche von mehr als 30 Quadratmetern. In der jetzigen Ausführung verfügt die Tanzorgel über 900 Pfeifen, ein Saxophon, zwei Akkordeons mit 41 Pianotasten und 120 Bässen, sowie eine vollständige Schlagzeugausrüstung. Eines der Highlights der Sammlung ist die komplett begehbare Concorde F-BVFB der Air France. Die ›Königin der Lüfte‹ wurde im Jahre 2003 von Paris über Baden-Baden in das Technik Museum Sinsheim transportiert. Sie ist seitdem hinter ihrer ehemaligen russischen Konkurrentin, der Tupolev TU-144, die nach zwei Abstürzen für immer auf dem Boden blieb, zu bestaunen. Vom »Flight Deck« führt eine Treppe die Besucher auf bis zu 30 Meter Höhe und ermöglicht den Zugang in den Passagierraum. Die Innen- einrichtung ist allerdings entweder ausgebaut oder mit durchsichtigem Kunststoff verdeckt. Nach einem Anstieg durch den Passagierbereich endet die Begehung vor dem Cockpit. Die Maschine flog vom 1. bis 21. September 1988 um die Welt und legte dabei in 38 Stunden und 13 MIN 47.572 km zurück. Insgesamt brachte diese Concorde 14.771 Flugstunden und 5.473 Flüge hinter sich. Als das ausgemusterte Marine-U-Boot U17 (S 196) im vergangenen Jahr nach Sinsheim transportiert wurde, säumten Tausende die Transportstrecke. Mehr als ein Jahr war das Boot unterwegs − vom Gelände der Bundesmarine in Kiel bis hin zum Technik Museum in Sinsheim legte der Transport 2023/ 24 insgesamt 1.319 Kilometer zurück. Seit seiner Ankunft im Juli vergangenen Jahres wurde U17 aufwendig für die Ausstellung vorbereitet. U17 hat eine Länge von knapp 50 Metern, eine Breite von 4,6 Metern und eine Höhe von neun Metern. Das Kriegsgerät war von 1973 bis 2010 bei der deutschen Marine im Einsatz. Das Projekt kostet nach Angaben der Betreiber rund zwei Millionen Euro.
Zur Familie der privaten Technik-Museen gehört auch das ›Technik Museum Speyer‹. Dort liegen die Schwerpunkte auf Feuerwehrfahrzeugen; Flugzeugen und Hubschaubern; Schiffen und der Raumfahrt. So kann dort das Space Shuttle BURAN besichtigt werden.
Frohe Ostern! Ostern ist auch die Zeit der Friedensmärsche. Zurzeit laufen die Kriegsvorbereitungen weltweit auf Hochtouren. Kriegspropaganda auf allen Kanälen. Zu Vielen hat der Pulverdampf bereits das Hirn vernebelt. »Die Waffen liefern die Reichen, die Armen liefern die Leichen«.
Meine acht Pommern-Posts sind inzwischen vervollständigt. Schaut mal rein!
Reise in die Woiwodschaft Westpommern (09.−12.04.). Sie ist eine der 16 Woiwodschaften der Republik Polen. Der östlich der Oder gelegene Teil der Woiwodschaft umfasst große Teile des historischen Hinterpommerns und die Nordhälfte der ehemaligen Neumark.
Von Pommern hatte ich erstmals als Kind durch ein Lied gehört. Maikäfer, flieg! Der Vater ist im Krieg. Die Mutter ist im Pommerland. Und Pommerland ist abgebrannt. Maikäfer, flieg!
Hinfahrt mit dem RE 3344 (nach Schwedt). Leider kann man nicht mehr mit dem Zug nach Stettin fahren. Denn in Angermünde muss man beschwerlich in einen Bus des Schienenersatzverkehrs (SEV) umsteigen. Das schmerzt den Bahn-Fan! Weiterfahrt ab Szczecin (Stettin) in einen Reisebus auf die Insel Wollin nach Międzyzdroje (Misdroy) ins Basiscamp (Hotel Villa Stella Maris). Die Ausflüge vor Ort erfolgten ebenfalls mit dem Bus. Zurück ging es dann nicht mehr mit der Deutschen Bahn sondern im Flixbus. Für 1 Euro erhielt man 4,09 Złoty (PLN).
Es folgen die sieben Beiträge SZCZECIN (09.04.), MIĘDZYZDROİE & VILLA STELLA MARIS (09.−12.04.), ŚWINOUİŚCIE (11.04.), KARSIBÓR (11.04.), KAMIEŃ POMORSKI (12.04.) sowie POMMERSCHE KÜCHE.