

















Global Player Fenchel? Der Fotograf Sönke Tollkühn macht ihn für uns sichtbar. Und zeigt, wie die Knolle in Zeiten der Seuchen und Kriege ihre beruhigende Wirkung entfaltet. Bei der Vernissage zur Fotoausstellung führte Gerd Gdowiokin in die ausgestellten Fotos und die heute weltweit verbreitete Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze ein. Der Fenchel (Foeniculum vulgare) wirkt stimmungs-
aufhellend und lindert Antriebslosigkeit. Wie die anregenden Fotos. Vom 6. Oktober bis zum 15. November 2024 im Restaurant »Z«, Friesenstraße 12, 10965 Berlin, Bushaltestelle ›Jüterboger Straße‹ (Bus 248).





Ick sitze hier und esse Klops,
Uff eenmal kloppt’s.
Ick kieke, staune, wundre mir,
Uff eenmal jeht se uff, die Tür.
Nanu, denk ick, ick denk: nanu,
Jetzt isse uff, erst war se zu.
Ick jehe raus und blicke,
Und wer steht draußen? – Icke!

Mit MESSIAS im HANGAR 4 des entwidmeten Flughafens Tempelhof eröffnete die Komische Oper
die Spielzeit 2024/ 25 (21.09.–06.10./ 13 Vorstellungen).


Zuvor ein paar Zahlen zu den technischen Gegebenheiten im Hangar 4 – nicht für Musikpuristen: 1.800 Zuschauer:innen finden Platz. Ausverkauft. Die Bühnenfläche misst 60x 20 Meter. 400 Mitwirkende. Die LED- Ellipse aus Teil 2 und 3 besteht aus zwölf 70-Kilo-
gramm-Teilen, die nur an sechs Hängepunkten gehalten werden.

Georg Friedrich Händel, MESSIAH, HWV 56. Oratorium in drei Teilen. Libretto von Charles Jennens. Nach Bibeltexten (1741/ 42).
»Why do the nations so furiously rage together, and why do the people imagine a vain thing?
The kings of the earth rise up, and the rulers take counsel together against the Lord, and against His anointed.«
Beim Halleluja stand niemand auf. Ob es an der steilen und (gefühlt) ›halsbrecherischen‹ Zuschauertribüne lag?
Georg Friedrich Händel (1685–1759) gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Barockmusik. Trotzdem wirkt die Musik
von Messiah zeitlos und zieht die Menschen bis heute in den Bann.
Das Oratorium besteht aus drei Teilen: 1. Verheißung und Geburt, 2. Passion, Auferstehung und Himmelfahrt, 3. Erlösungsbotschaft für die gesamte Menschheit.
Eigentlich ist Händels Oratorium Messiah eine Reflexion über die christliche Erlösungsidee. Doch Damiano Michielettos Inszenierung MESSIAS verlässt den religiösen Rahmen und erzählt eine ›menschlich, allzu menschliche‹ Geschichte. Im Mittelpunkt steht der Kampf der krebserkrankten Brittany Maynard, die im Angesicht des Todes um ihr selbstbestimmtes Leben bis zum selbst gewählten Ende kämpft. Nicht religiöse Auferstehung bestimmt Michielettos MESSIAS, sondern das Erleben von Freiheit auf einem persönlichen unabwendbaren Leidensweg. Stoff für bewegende Bilder und starke Chor-eografien.
Dramaturgie/ Einführung: Daniel Andrés Eberhard; Musikalische Leitung: George Petrou.
Abendbesetzung (22.09.): Sopran: Julia Grüter, Alt: Katarina Bradić, Tenor: Rupert Charlesworth, Bass: Tijl Faveyts, Die Frau: Anouk Elias.






Fahrt mit dem Reisebus nach KRAKÓW (Krakau) an die obere WISLA (Weichsel) in die Woiwodschaft KLEINPOLEN (Województwo małopolskie/ 29.08.–01.09.). Die Millionenstadt Krakau ist die zweitgrößte Stadt Polens.
Die Rückfahrt am 1. September ging vorbei an Auschwitz (Oświęcim) und Gleiwitz (Gliwice). Stilles Gedenken an den 85. Jahres-
tag des deutschen Überfalls auf Polen und den Beginn des Zweiten Weltkrieges. Der Satz »Seit 5:45 Uhr wird zurückgeschossen«, den der ›Führer‹ vor 85 Jahren in das Mikrofon bellte, war gleich eine doppele Lüge. Bekanntlich wurde nicht »zurück«geschossen. Denn die Luftwaffe hatte bereits gut eine Stunde zuvor einen Bombenangriff auf Wieluń geflogen, einer Kleinstadt östlich von Breslau.
Das war der Start für den brutalen Vernichtungskrieg Deutschlands gegen die Völker Osteuropas.
Die deutschen Besatzer wollten bei ihrem Abzug Krakau – wie schon 1944 Warschau – dem Erdboden gleich machen. Zum Glück war die Rote Armee schneller. Sie befreite die Stadt am 18.01.1945.
Es folgen die sieben Beiträge: KRAKAU MOBIL; KÖNIGLICH; KRAK & SMOK; KULINARIK; Bereichernd: STRADOM & KAZIMIERZ; Schöner Wohnen: NOWA HUTA; KINGAS WUNDER: Wieliczka.
Notabene: Ursprünglich hatte ich eine Zugreise von Krakau über die Hohe Tatra und durch Galizien nach Lemberg (Liwiw) geplant. Da fiel Rußland in die Ukraine ein. Auch in der Westukraine treffen Raketen und Gleitbomben zivile Ziele und Kulturstätten. Auf Galizien wurde ich durch Joseph Roths Roman RADETZKYMARSCH aufmerksam.






Nach Krakau verkehren 16 Mal täglich Züge von Berlin über Posen oder Breslau. Man muss nicht mit der sterbenden Deutschen Bahn (DB) fahren. Auch die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) bedienen die Strecke. Zuvervlässig, pünktlich, mit Comfort, und preis-
günstig. Die Fahrtzeit für die 550 Kilometer beträgt in der Regel neuneinhalb Stunden. Während ein Reisebus trotz der vorgeschrie-
benen Lenkpausen und der erlaubten Höchstgeschwindigkeit etwa neun Stunden für die Strecke benötigt.
Das Krakauer NAHVERKEHRSNETZ ist sehr gut ausgebaut. Es gibt auch Tageskarten (24-Stunden-Tickets) zu 17,50 PLN
(= 4,40 Euro).
In Polen fahren alle Rentner:innen, die das 70. Lebensjahr erreicht haben, KOSTENFREI im öffentlichen Personennahverkehr. Undenkbar im ›Porscheland Deutschland‹. Dort haben die ›Eckrentner:innen‹ immer weniger in der Tasche und zu lachen.












Die KÖNIGSSTADT Krakau ist eine Stadt mit tausendjähriger Geschichte. Davon zeugt nicht nur der WAWEL. Der Wawel ist
ein nationales Symbol Polens. Der Königsweg führt über die Gasse der Kanoniker zum RYNEK mit prächtigen Patrizierhäusern,
der Tuchhalle und der Marienkirche.







Notabene: Mongolen, oder doch TARTAREN? Der LAJKONIK, der einen Tartarenreiter darstellt, ist fester Bestandteil der Krakauer Folklore. Und er findet sich im Kunsthandwerk wieder.



Der Wawelhügel liegt an der Weichsel. Dort soll nach einer polnischen Volkssage in einer Höhle der Wawel-Drache (SMOK Wawelski) gelebt haben. Das zur Zeit des legendären Stadtgründers König KRAK. Der König versuchte alles, um die Bestie aufzuhalten. In seiner Verzweiflung bot der König demjenigen, der den Drachen besiegt, die Hand seiner Tochter an. Viele scheiterten und starben. Schließlich gelang es dem Schusterlehrling Dratewka den Drachen zu töten. Der Held Dratewka heiratete Wanda. Und alle lebten fortan ohne Angst und glücklich.
Im Jahr 1970 wurde eine Metallskulptur des Wawel-Drachen vor der vermuteten Drachenhöhle aufgestellt. Alle fünf Minuten spuckt die stilisierte Drachenfigur mittels einer Erdgasdüse eine Stichflamme aus ihren Nüstern.
Jedes Jahr findet im Juni in Krakau ein großes Drachenfest mit einer bunten Drachenparade statt.




Die OBWARZANKI stammen aus Krakau und gehören zu den Backwerken mit jahrhundertealter Tradition. Obwarzanek krakowski sind ein wichtiger Bestandteil des kulinarischen Erbes Krakaus und werden seit mehr als 600 Jahren in der Stadt hergestellt und gegessen.
Das Wichtigste: der Krakauer Obwarzanek ist weder ein Bagel noch eine Brezel, wie oft fälschlicherweise angenommen wird. Der Name dieser Delikatesse kommt von der Art der Herstellung, die auf Polnisch »obwarzać«, d. h. ›im Wasser abkochen‹, genannt wird. Das Gebäck wird nämlich vor dem Backen in heißes Wasser getaucht. Doch vorher muss es entsprechend zubereitet werden. Aus Salz, Zucker, Hefe, Wasser, Mehl und Fett werden zwei Teigrollen gemacht, die »Sulki« genannt werden. Anschließend werden sie miteinander verflochten und an ihren Enden so zusammengefügt, dass ein Ring mit einem Durchmesser von 12 bis 17 Zentimetern entsteht. Obwarzanki werden mit Sesam, Salz oder Mohn bestreut. Sie werden auf den Straßen von Kraków verkauft. 2010 wurde Obwarzanek in die Liste der geschützten Erzeugnisse der Europäischen Union aufgenommen.
Ebenfalls aus Krakau stammt der BAGEL, der seit dem 17. Jahrhundert bezeugt ist, und zur jüdischen Backtradition gehört.
Auch Bagels sind ringförmige Backwaren. Im Unterschied zu Obwarzanki sind sie jedoch nicht gedreht, haben einen kleineren Durchmesser und sind von weicherer Konsistenz.




