Tatra 3: HOHE TATRA

Die Seilbahn Starý Smokovec–Hrebienok ist eine ganzjährig betriebene Standseilbahn, und die einzige in der Slowakei. Sie hat eine Streckenlänge von 1.937 Metern und verbindet Starý Smokovec (Talstation 1.033 Meter) mit dem Ortsteil und Skiort Hrebienok (Bergstation 1.280 Meter). Fahrtzeit zirka fünf Minuten. An der Bergstation trifft man auf den rot markierten Wanderweg
TATRA MAGISTRALE (Tatranská magistrála), die man als Ausgangspunkt für Wanderungen nutzen kann. Die Veľká Studená dolina ist eines der meistbesuchten Täler der slowakischen Hohen Tatra. Anderthalbstündige Wanderung durch das Studená dolina. Das Tal ist nach dem Gebirgsbach Studený potok benannt. Die mehr als drei Kilometer lange Strecke führt zur Berghütte RAINEROVA CHATA am unteren Ende des Tals. Sie ist die älteste noch erhaltene Schutzhütte auf der Südseite der Hohen Tatra. Lastenträger:innen transportieren Getränke und Lebensmittel zu den Hütten, die nur zu Fuß erreichbar sind.

Mittagessen In Tatranská Lomnica am Fuße der Lomnitzer Spitze, Abendessen im KOLIBA in Starý Smokovec (Bilder siehe SPEZIALITÄTEN).

Tatra 4: ZAHNRADBAHN

Die elektrisch betriebene Schmalspurbahn TEŽ wurde 1912 (k.u.k.) im heutigen slowakischen Teil der Tatra in Betrieb genommen.
Die mit 1.500 Volt Gleichstrom betriebene, 1.000-Millimeter-Schmalspurbahn ist eingleisig. Die 29,1 Kilometer lange Strecke führt
von POPRAD TATRY über Tatranská Lomnica nach ŠTRBSKÉ PLESO. Die Triebwagen waren 2000 erneuert worden. Sie verkehren
mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h. In Štrbské Pleso hat die Tatra-Bahn Anschluss an den Zahnradabschnitt Štrbské Pleso–ŠTRBA.

Im Herbst 2018 wurden bei Stadler in der Schweiz fünf neue Fahrzeuge der Baureihe 495.95 bestellt, die sowohl für die Zahnradbahn als auch für das im Adhäsionsbetrieb befahrene Netz genutzt werden können.

Tatra 5: WEISSE TATRA

Ždiar heißt das in der Nähe der polnischen Grenze gelegene fünf Kilometer lange goralische Gebirgsbauerndorf in der Weissen Tatra. Dort gibt es noch zahlreiche goralische Holzhäuser. Im Sommer findet dort jedes Jahr das ›Goralische Folklorefest‹ (Goralské folklórne slávnosti) statt, bei dem polnische und slowakische Gruppen Tänze, Lieder und anderes Kulturgut der goralischen Volksgruppe zeigen.

Tatra 6: FLOSSFAHRT

Der DUNAJEC bildet die Grenze zwischen der Slowakei und Polen. Er mündet in die Weichsel. Der Dunajec fließt im kleinen slowakischen Nationalpark PIENINY auf etwa zehn Kilometer (Luftlinie drei Kilometer) durch ein enges malerisches Tal. Es wird durch steile Kalksteinwände gebildet. Auf der polnischen Seite erhebt sich majestätisch der dreigeteilte Kronenberg (Trzy Korony). Zu den Attraktionen gehört die je nach Wasserstand mindestens anderthalbstündige Floßfahrt. Früher transportierten die goralischen Flößer Holz an die Ostsee, heute Touist:innen: zwei Flößer zwölf Tourist:innen. Als Nachweis der Erfahrung dienten ursprünglich Muscheln am typischen Goralenhut (Zakopane Kapelusz goralski). Für jeden Ostsee-Transport eine. Heute Folklore.

Am Zielort werden die Flöße auf Lkw verladen, um zusammen mit den Flößern an den Ausgangshafen Červený Kláštor zurückgebracht zu werden. Die Tourist:innen können zu Fuß den knapp einen Kilometer langen Weg zur Chata Pieniny laufen. Oder sie lassen sich mit der Kutsche dorthin fahren. Am Haltepunkt stehen Rauchtöpfe, um die Pferde vor Insekten zu schützen.

Tatra 7: DIE ZIPS

Die Zips wird gerne als ›das Land unter der Tatra‹ bezeichnet. Besucht: die Zipser Burg (Spišský hrad), das gegenüberliegende Zipser Kapitel (Spišská Kapitula); LEVOČA, dort die Jakobskirche mit dem größten gotischen Flügelaltar der Welt (in den katholischen Kirchen des Landes herrscht absolutes Fotografierverbot), und die deutsche Gründung POPRAD (Deutschendorf).

Tatra 8: KOŠICE

Fahrt in die zweitgrößte Stadt des Landes (240.000 Einwohner:innen). Ins Siedlungsgebiet der Ruthenen und der Ungarn.
Und in das älteste Weinanbaugebiet des Tokajers. Den Namen TOKAJI dürfen nur Weine aus dem Tokajer-Weinbaugebiet tragen.

Während die Slowakei in der Zeit von 1939 bis 1945 ein deutscher Vasallenstaat war, gehörte KOŠICE zum faschistischen Ungarn. Košice war 2013 mit Marseille »Europäische Kulturhauptstadt«. Rund um die Fußgängerzone entlang der Hauptstraße (Hlavná ulica) befindet sich die herausgeputzte Altstadt. Im Zentrum schöner Jugendstilhäuser befinden sich vor dem Staatstheater Musikwasserspiele und ein freistehendes Glockenspiel, das stündlich erklingt. Die Wasserfontänen entstehen durch die Musik
und ändern ihre Intensität je nach Takt. Sehenswert sind der St.-Elisabeth-Dom (slowakisch: Dóm svätej Alžbety, ungarisch: Szent Erzsébet-székesegyház). Er ist die größte Kirche der Slowakei und Sitz des Erzbistums Košice; die Michaelskapelle; das Ost-
slowakische Museum mit dem bedeutendsten Goldschatz Europas; die Synagoge an der ul. Zvonárska; die Handwerkergasse; Gebäudedurchgänge.

Tatra 9: SPEZIALITÄTEN

Zum Frühstück gab es statt Brötchen/ Schrippen diese Hörnchen. Die Salami erinnerte an ungarische Salami.

Slowakische Piroggen, gefüllt mit Kasrtoffelmasse.

CESNAKOVÁ POLIEVKA, Knoblauchsuppe mit Croûtons und Reibekäse.

Kartoffelpfannenkuchen, gefüllt mit Schafskäse und bestreut mit Reibekäse.

Schnitzel in Kartoffelkruste, bestreut mit Rreibekäse.

BRYNDZA.

BRASIS

›BRASIS‹ bedeutet auf Portugiesisch ›die Vielfalt von Brasilien‹. Ein tolles und abwechslungsreiches brasilianisches Kulturprogramm bietet die Brasilianische Botschaft in Berlin (Embaixada do Brasil em Berlim).

AUSSTELLUNG

Die Ausstellung »O vulcão do meu peito explodiu – Der Vulkan in meiner Brust brach aus« ging zu Ende (02.05.–05.07.). Sie war für
die Mário-de-Andrade-Bibliothek in São Paulo und die Brasilianische Botschaft in Berlin konzipiert worden. Es war die erste Einzelausstellung von Francisco de Almeida (*1962) in São Paulo und auch seine erste Einzelausstellung außerhalb Brasiliens. Charakteristisch für das Werk von Francisco de Almeida ist die Technik des Holzschnitts. »O vulcão do meu peito explodiu« zeigte eine Reihe von sieben neuen Werken, die als hängende ›riesige‹ Installation im Dialog mit der parkähnlichen Umgebung der Botschaft präsentiert wurden. Bei einer Größe von 300x 150 Zentimetern haben sie die Anmutung von Altarbildern. Eine Drucktechnische Herausforderung (Bilder 2–5 Ausschnitte)!

Der Holzschnitt ist eine Technik, die ihre Wurzeln in der Antike hat, aber in Asien und Europa während des Mittelalters und der Renaissance besonders bekannt wurde. Das Werk von Francisco de Almeida war im Dialog mit Arbeiten von Künstler:innen wie Markus Lörwald (*1968) und Hirosuke Yabe (*1972) ausgestellt. Auch diese beiden arbeiten ebenfalls mit Holz. Yabes Skulpturen sind Ausdruck der Nuklearkatastrophe von Fukushima (11.03.2011), die die japanische Gesellschaft zutiefst erschüttert hatte. 

Die Ausstellung bildete den Rahmen für bemerkenswerte Konzerte. Auf dem Programm standen Stücke bekannter und weniger bekannter Komponisten, welche die stilistische Vielfalt und den kulturellen Reichtum Brasiliens verdeutlichen. Beispiele für mitreißende brasilianische Musik sind Jorge Bens ikonisches »Mas que nada«, das weltweit für seinen mitreißenden Beat bekannt ist, und Antonio Carlos Jobims »Água de beber«, ein Bossa-Nova-Klassiker, der mit seiner sanften Melodie und seinem poetischen Text die Seele des Genres verkörpert. Im Programm ferner andere Kompositionen von Tom Jobim wie »Dindi« und »Só danço samba«, die die Fähigkeit des Maestros veranschaulichen, Samba-Elemente mit anspruchsvollen Harmonien zu verbinden. Es bestand auch die Gelegenheit, »Doce de côco« von Jacob de Bandolim zu hören, einer Perle des Chorinhos.

KONZERTE

Seit mehr als einem Jahrzehnt begeistert das »Duo Oltheten Gomide« das Publikum in Europa und Brasilien mit seiner Choro-Kammermusik, die durch die Integration von Elementen der klassischen Musik und des Jazz die Grenzen der Genres überwindet. Das Duo besteht aus Daphne Oltheten (Violine) und Henrique Gomide (Klavier). Das »Duo Oltheten Gomide« war im Juni beim Konzert BRASIS zu hören (13.06.). Dieses Konzert ließ die Besucher:innen tief in das zeitlose Repertoire der brasilianischen Musik eintauchen, das die Kraft von Rhythmen wie Choro, Baião und Maracatu mit kammermusikalischer Feinfühligkeit verbindet. Zum Programm des Abends zähtlen Stücke, wie der Forró »Canhoto« von Mestre Camarão. Mit zeitgenössischen Kompositionen wie »Quase Caindo« von Ricardo Herz und »Shot #4« von Henrique Gomide und João Fideles erkundete das Duo neue rhythmische und harmonische Möglichkeiten.

»The Royal We« begeisterten das Publikum mit Jazzklassikern und brasilianischer Musik (04.07.): Jakob Ditz (Piano), Bruno Guimont (Guitarra), Vincent Kern (Bateria), Lily von Roell (Vocal), Marc Allahwerdi (Baixo), Carmen Williams (Saxofone alto) und Thies van Ballegooy (Saxofone tenor). »The Royal We« gewann den Preis für die beste Interpretation einer brasilianischen Komposition beim »StuVo Contest«, einem Wettbewerb im Rahmen des Jazzfestes Neukölln 2024. Die Brasilianische Botschaft in Berlin ist stolz darauf, einer der Partner dieses Wettbewerbs zu sein. Nunmehr im 14. Jahr.

NEU: Wir freuen uns, bekannt zu geben, dass die Ausstellung »Der Vulkan in meiner Brust brach aus« von Francisco de Almeida bis
zum 31. Juli 2024 verlängert wurde.

Temos o prazer de anunciar que a exposição O vulcão do meu peito explodiu, de Francisco de Almeida, foi prorrogada até o
dia 31 de julho de 2024.

Brasilianische Botschaft in Berlin (Embaixada do Brasil em Berlim)

Montag bis Freitag, 10:00–17:00 Uhr, Eintritt frei
Segunda a sexta-feira, das 10h às 17h, Entrada franca, sem necessidade de inscrição

FUSSBALLGOTT

Janz Berlin im Fußballwahn. Halbzeit bei der Heim-EM.

Schiff Ahoi! Da fährt es dahin, das Sommermärchen. Auf die »TROPICAL ISLANDS« (Schiffsname).

Die erweiterte »Fanzone« besteht nicht nur aus der Fanmeile. Zwischen Kanzleramt und Reichstag wurde ein temporäres Stadion für 15.000 Menschen errichtet. Dort sind auch Wettanbieter und die ›Fußballnation‹ Katar vertreten. Die UEFA möchte die Sportwetten als weiteres Geschäftsfeld fördern. Werden kommende Fußball-Europameisterschaften der Männer in Katar ausgetragen? Nichts ist unmöglich. Und Geld stinkt nicht. Es enthält höchstens Spuren von Kokain.

So liebe ich die Fanmeile.

Auf der Fanmeile gibt es viele Getränkestände und Imbisszelte, darunter auch zwei Gebetszelte. Das Haus Springer machte darauf aufmerksam: »BILD hat einen Blick in ein Gebetszelt geworfen: Auf dem Boden liegt ein Teppich, ein Pfeil zeigt in Richtung Mekka. Am Eingang ist eine Schuhablage, für ältere oder eingeschränkte Menschen steht ein Stuhl bereit. Verantwortlich für die Durchführung der Fanmeile ist die Kulturprojekte Berlin GmbH, dessen Aufsichtsratschef ist Berlins Kultursenator Joe Chialo (54, CDU).« […] Petra Neye, Pressesprecherin von Kulturprojekte Berlin zu BILD: »Wir haben bewusst von der Anbringung von den Symbolen der jeweiligen Glaubensrichtungen abgesehen, damit dieser Ort für alle willkommen und einladend ist. … Die Zelte sind für alle Religionen nutzbar. Aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen am Eingang und der Liste der verbotenen Gegenstände, die u.a. besagt, keine Decken und Kissen mitzunehmen, haben wir für Menschen, die ihr Gebet auf dem Boden vornehmen, einen Gebetsteppich bereitgestellt.«, so Neye (BILD/ BZ, 21.06.). Also kein Aufreger. Denn auch die Anhänger der »Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters« dürfen zum Beten ins Zelt. Aber ohne aglio e olio, capice!

Kein Ort der stillen Einkehr!

Für Fans von Eintracht Frankfurt gibt es nur einen FUSSBALLGOTT. Es kann nur einen geben: ALEX MEIER (Vereinslegende 2004–2018, 2015 Torschützenkönig der Bundesliga).

Fußball

Der Fußballwahn ist eine Krank-
Heit, aber selten, Gott sei Dank.
Ich kenne wen, der litt akut
An Fußballwahn und Fußballwut.
Sowie er einen Gegenstand
In Kugelform und ähnlich fand,
So trat er zu und stieß mit Kraft
Ihn in die bunte Nachbarschaft.

[…]

Ich warne euch, ihr Brüder Jahns,
Vor dem Gebrauch des Fußballwahns!

(Joachim Ringelnatz, Turngedichte)

GETEILT

Braune Spritzer.

Die Beteiligung bei der Europawahl in Deutschland hat mit 64,8 Prozent einen neuen Höchstwert seit der Wiedervereinigung erreicht (09.06.). Damit lag die Wahlbeteiligung um 3,4 Prozentpunkte höher als 2019 (61,4 Prozent) – und so hoch wie nie seit der Einheit. Weiterhin gibt es einen Zuwachs bei den Briefwählern. Mit fast 30 Prozent Anteil ist die Briefwahl die neue Urnenwahl. Rechte Parteien sind die Gewinner der Europawahl. Etablierte Parteien und Medien hatten zuvor die radikalen Positionen legitimiert und damit wählbar gemacht. Schlecht für den Klimaschutz, schlecht für Kriegs- und Klimaflüchtlinge.

Auf verlorenem Posten. Die OMAS FOR FUTURE.
Mehr Korruption wagen?

Deutschland ist wieder geteilt. Die Konservativen holten alle Wahlkreise der ehemaligen Bundesrepublik (Schwarz), die AfD alle Wahlkreise in der ehemaligen DDR (Schlumpfblau). Dazwischen bilden Großstädte und Stadtstaaten unscheinbare grüne Inseln.
In den neuen Bundesländern wurde die in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD verfestigt stärkste Partei. Dort finden
im Herbst drei Landtagswahlen statt.

Berlin dagegen wählte anders. Berlin ist von West nach Ost in etwa drei gleichgroße Streifen aufgeteilt. Trikolore: Von Schwarz über Grün zu Schlumpfblau. So sieht Berlin nach der Europawahl aus: in einen westlichen Teil mit Mehrheiten für die CDU, einen mittleren Teil der Innenstadt plus Pankow und Neukölln mit den vorne liegenden Grünen, und alle östlichen Bezirke mit der AfD an erster Stelle. Stärkste Kraft mit 19,6 Prozent bleiben aber in der Metropole die Grünen.

In Berlin holte das BSW aus dem Stand 8,7 Prozent.

Berlinweit gewann das ›Bündnis Sahra Wagenkencht (BSW)‹ mehr Kieze als die SPD. Deren Erfolge muss man mit der Lupe suchen. Und in beinahe allen zwölf Berliner Bezirken errang das BSW mehr als fünf Prozent, in Pankow sogar 10,4 Prozent. Die Linke fiel auf den Platz fünf im Parteien-Ranking zurück. Nur in Neukölln-Nord (im Bereich der südlichen Sonnenallee) konnte sie noch einen Stimmbezirk gewinnen. Beachtliche Ergebnisse erzielten dort auch die Partei ›MeRa25‹ mit 7,9 Prozent, die zur Bewegung des früheren griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis gehört, und mit 5,5 Prozent die Partei ›Dava‹, die dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan nahesteht.

So sehen Wahlverlierer aus (links). Und so Wahlgewinner (rechts): ›Die Partei‹ entsendet diese zwei Abgeordnete nach Brüssel.

Die FDP spielt auch in Berlin keine Rolle. Der liberale Gewinner bei dieser Europawahl ist eine andere Partei. Die europafreundliche Kleinpartei Volt, die dem sozialliberalen Spektrum zuzuordnen ist, kam auf 4,8 Prozent und lag damit an sechster Stelle der Parteien in Berlin, noch einen Platz vor der FDP. Bundesweit reichte es für Volt gerade einmal für 2,6 Prozent.

Dass die Jugend Grün wählt, mag einmal so gewesen sein, stimmt aber nicht mehr. Zwar holten die Grünen bei den 25- bis 34-Jährigen noch 15 Prozent, die AfD kommt jedoch auf 18, die Union auf 19 Prozent. Und auch bei den ganz Jungen – gewählt werden konnte erstmals ab 16 Jahren – landeten Union und AfD mit 17 und 16 Prozent vorn. Die Grünen erreichten bei den 16- bis 24-Jährigen nur elf Prozent. Zugleich punkteten jedoch Kleinstparteien. Das Wahlverhalten von Frauen und Männern unterschied sich kaum.

Von den 720 Abgeordneten des EU Parlamentes kommen 96 aus Deutschland. Eine Fünf-Prozent-Hürde wie bei Wahlen auf Bundes- und Landesebene gab es am Sonntag nicht. Im neuen EU-Parlament sind nach der Wahl vom Sonntag 14 Abgeordnete aus Berlin vertreten und damit einer mehr als bisher. Neun der Politiker saßen bisher schon im Europaparlament, fünf wurden neu hineingewählt. Und das sind die Berliner EU-Abgeordneten: vier Grüne, zwei Sozialdemokraten, zwei Linke – darunter CAROLA RACKETE (Kapitänin) –, zwei vom BSW – darunter FABIO DE MASI (»Cum-Ex-Jäger«) –, ein Christdemokrat, einer von der AfD, einer von Volt und MARTIN SONNEBORN von ›Die Partei‹.

Inzwischen leben wir wieder in Zeiten, denen man in Europa 1945 abgeschworen hatte.

Jetzt wird das Volk erstmal sediert: die Heim-EM (14.06.–14.07.) & die Olympiade (26.07.–11.08.) lenken ab.